4.7.92
Nach nur knapp 5 Stunden Schlaf sind wir beide wieder
"frisch und munter" und setzen unsere Reise fort. Bis wir am Nachmittag
die französische Grenze erreichen, haben wir sämtliche Kassetten
gehört und überall mitgesungen (natürlich so falsch es nur
ging). Doch dann gegen 16.20 Uhr treffen wir in Metz ein. Es folgt ein
mehr oder weniger planloses Herumirren auf der Suche nach Nahrung (ohne
Karte). Um ca. 17.00 Uhr verlassen wir Metz mit dem Glück des Unwissenden.
Um den Blockaden auf den Autobahnen zu entkommen, verlassen
wir diese bei Verdun. Nachdem ich am Steuer saß und dieses Nest so
schnell wie nur irgend möglich verlassen wollte, stieg ich aufs Gas.
Vor mir fuhr natürlich ein älteres Ehepaar in einem noch älteren
Auto, logische Schlußfolgerung: ÜBERHOLEN !!! Was kann ich dafür,
wenn ich dabei eine nicht unterbrochene Linie am Boden (=Sperrlinie) überfahre?
Der große Augenblick kam um 19.05 Uhr. Wir sind
die ersten 1000 km dieses Urlaubs gefahren. 2 min später die Ernüchterung,
wir sind doch nicht so alleine auf der Straße, wie wir dachten; es
gibt noch Skulpturen, undefinierbar, aber vorhanden!
Auf dem Weg nach Chalons-sur-Marne wollten wir natürlich
auf vorgeschriebenen Straßen fahren, doch unser Vorhaben wurde von
einigen Trucks zunichte gemacht (was noch öfter passieren sollte!)
Nach einigen Umwegen und weiteren Blockaden wurde es mir zuviel und ich
drehte auf der Stelle um; einziges Problem dabei, es handelte sich um keine
gewöhnliche Straße, oh nein, es war vielmehr eine Autobahn und
somit war ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Geisterfahrer (leider
blieb ich im Verkehrsfunk unerwähnt).
Die Trucks und Umwege nahmen kein Ende, es kam zu mehreren
verschiedenartigen Gesetzesüberschreitungen (rote Ampel durchfahren,
auf Sperrlinie überholt, mit Warnblinkanlage gefahren und natürlich
zu schnell gefahren). Gegen 21.57 Uhr fällt eine schwerwiegende Entscheidung,
wir schaffen es heute noch bis Euro- Disney. Zur Zeit keine Blockaden,
hoffentlich bleibt das!
Nach diesem Urlaub sind wir sicher Experten auf dem Gebiet
der Tankstellenkunde. Diesmal ist es eine ESSO.
5.7.92
Ein kindisch - fröhlicher Tag im Euro-Disney. Wir
haben sämtliche Märchen erkannt! Unsere Erziehung hat gefruchtet.
Hat sie das wirklich? Unser Augenmerk lag vorwiegend
auf dem männlichen Personal und nach einigen Irrfahrten durch Thunder
Mountain, Phantom Manor, Pirates of the Carribean,... kam es zur "fachfrauischen"
Musterung. Nach dieser durchaus nicht einfachen Arbeit war unser Schlafplatz
eine Total Tankstelle.
6.7.92
Wie auf jeder halbwegs ordentlichen Frankreich-Fahrt
durfte auch bei uns die Hauptstadt nicht fehlen! Wie heißt es so
schön: In der Kürze liegt die Würze - Qualität statt
Quantität!
Daraus folgt: nur Besichtigung des Sacre-Coeur und des
Eiffelturms, statt großartigem Sightseeing genossen wir den Pariser
Verkehr.
Alex hat sich hervorragend behauptet, hat sich nicht
unterbuttern lassen und ebenfalls rote Ampeln "überfahren", Sperrlinien
Sperrlinien sein lassen und Vorrangregeln neu kreiert.
Auf der Suche nach einer Jugendherberge und daraus resultierendem
Ort Oinville landeten wir in Vernon. Dabei haben wir die französische
Wildnis (auch Campagne genannt) kennengelernt. Ich muß gestehen,
ich war Kartenleserin, aber wie sich das gehört, will man auf solchen
Reisen soviel wie möglich sehen, auch die Campagne.
In Vernon endlich bekommen wir 2 Betten in der Jugendherberge
mit Frühstück. Abends gab es noch die lang ersehnte Disneysuppe,
Baguette und Käse. Vor lauter Freude, ein horizontales Nachtlager
gefunden zu haben, fielen wir nach einer kurzen Irrfahrt durch Vernon,
einem Weckerkauf und einem Pokerspiel ins Bett, nicht ohne vorher ausgiebig
geduscht zu haben.
7.7.92
Nach dem Frühstück in der Jugendherberge (Kaffee
in Schüssel) begann die Fahrt auf der 200 km langen Straße der
Schlösser. Erste Station sollte Giverny (Wohn- und Arbeitsstätte
von Claude Monet) sein. Wir mußten unseren Wissensdurst leider unterdrücken,
aber wir waren schon eine Stunde vor dem Öffnen des Schlosses dort
und wollten nicht warten - also, nichts wie weiter. Nächste Sehenswürdigkeit
heißt Les Andelys. Wir machten einen kurzen "Spaziergang" Richtung
Ruine. Nach einer halben Stunde kamen wir nur zu einem Bauernhof, daher
machten wir sofort kehrt und holten das Auto. Die Ruine war uns dann doch
zu mickrig und wir stiegen gar nicht aus.
Ich habe wieder die Karte gelesen und so fuhren wir einen
etwas anderen Weg nach Ambleville als eigentlich vorgesehen.
Das Chateau Vascoeuil war ja auf dem Foto im Führer
sehr schön, in der Realität aber zu klein, um dem Wort Chateau
gerecht werden zu können.
Nach einigen Blockaden auf dem Weg Richtung Calais ging's
in einen Mac Donalds (die Knie waren schon so unangenehm weich) - diesmal
nicht wegen des Personals. Nach der erfolgreichen Suche nach unserem Dock
für morgen, geht es wieder auf Lagersuche für die Nacht. Vorbei
an Orten wie Oye-Plage (Nest), L'étoile, Grand Fort Phillipe (ihh),
Richtung Dunkerque und St.Omer. Auf der Suche nach einer Tankstelle für
die Nacht sind wir zuerst rauf auf die A26, Abfahrt Lilliers, wieder rauf
Richtung Calais, TOTAL gefunden.
Bereits 2089 km gefahren.
Dieser Abend gehört dem Glücksspiel.
8.7.92
Um 15.45 Uhr mußten wir bei der Fähre sein,
also nur kurz durch Calais spaziert und die Citadelle (heute Stadion) besichtigt.
Am Nachmittag war der Hafen unser "Zuhause". Mit Kartenspiel, Musik hören
und Leute ausrichten verging die Zeit eigentlich schnell.
Um 16 Uhr wollten wir uns nur der Fähre nähern,
doch das gestaltete sich schwieriger als ich mir (besser wir uns) gedacht
hätten. Vielleicht hat uns auch der Franzose, der 1/4 Stunde vorher
neben uns parkte und aus vollem Halse mit dem Radio mitsang, etwas verwirrt.
Auf alle Fälle verstanden wir weder französisch noch englisch.
Zu guter Letzt sind wir dann dort gelandet, wo wir hinwollten und ab ging's
nach England.
Die Fähre war überbesetzt mit Kindern und Jugendlichen
(Sprachschülern), wir hätten sie am liebsten nach unten (sprich
Wasser befördert, aber was soll's?
Der Linksverkehr war eigentlich nicht schlimm (als Beifahrer
hab ich leicht reden!).
Die nächste Station hieß Canterbury. Die Kathedrale
war, oder besser ist, einmalig, faszinierend, wahnsinnig. Weiter Richtung
London. Die Suche nach einer Schlaftankstelle gestaltet sich schwieriger
als gedacht. Zahlen wollten wir nicht, also weiter. Endlich, 20.30 Uhr,
eine Esso macht unserem Problem ein Ende, enthebt uns aller Sorgen und
bietet ein gemütliches Plätzchen hinter dem Klo.
9.7.92
Nun ja, ein Tag England, da läßt sich schon
allerhand anfangen, wenn man bedenkt, daß man ja nur etwa 500-600
km zurücklegen muß, um die nächste Fähre (2.45 Uhr
a.m.) zu erreichen.
In Gedanken wird der Tag bereits durchgespielt: kurze
Sightseeing Tour, eventuell Wachablöse beim Buckinghampalast, etc.
Mein Chauffeur jedoch hat sich anders entschieden. Sie
entschloß sich insgesamt 3x den anderen (auf deutsch verkehrten)
Weg zu nehmen und mir die südlichen Vororte Londons in sehr eindrucksvoller
Weise nahezubringen. Obwohl ich somit 2x Richtung Town-Center London fuhr,
habe ich nicht einen Stein des Palastes gesehen, dafür jede Kirche
südwestlich des Stadtkerns. SORRY!
Die Londoner Odyssee haben wir wie die Pariser zuvor
glücklich hinter uns gebracht und der Weg nach Pembroke war ein Kinderspiel.
Jetzt warten wir gesättigt (Ravioli selbstgekocht)
und mit Kaffee eingedeckt (läßt das Herz höher schlagen;
im doppelten Sinn richtig) auf unsere Fähre morgen früh.
PS VON ALEX: BIN IN LONDON IMMER AUF BEFEHL VON SUSI
ABGEBOGEN. FÜHLE MICH ALS OPFER!!!
10.7.92
Der Tag der Wahrheit ist angebrochen und wir haben ihn
im wahrsten Sinne des Wortes minutiös miterlebt. An Schlaf war in
dieser Nacht nicht sehr viel zu denken. Um 2 Uhr mußten wir zur Fähre,
auf der wir ungefähr 3 Stunden mehr schlecht als recht geruht haben.
Gegen 6 Uhr begann sich das Leben zu regen und an Schlaf war nicht mehr
zu denken.
Endlich in Irland angekommen, wollten wir weg von der
Meute und versuchten es auf dem Weg nach Wexford, wo wir auch einen wunderschönen
Campingplatz gefunden haben. Bis zu dem Zeitpunkt hat sich nur das Frühstück
als schwierig bis unzumutbar herausgestellt (typisch oirisch eben).
Nach einem Kulturspaziergang durch den Heritage Park streikte
mein Fotoapparat. Also nichts wie zur nächsten Bank, mein Geld gewechselt
und eine neue Batterie gekauft, über die sich meine Kamera ihre eigenen
Vorstellungen machte (sie verweigert jetzt sogar, sich zu öffnen).
Der Höhepunkt folgte dann, als wir den Park Celtworld
besichtigen wollten, Alex ihr Geld nicht fand und es auch nie mehr finden
sollte. Aber da die Hoffnung Berge versetzen kann, glaubt sie fest daran,
daß das Geld noch gefunden wird.
Jetzt sitzen wir im Auto vor unserem Zelt und haben hervorragend
gespeist. Die Waschmaschine arbeitet für uns und wir werden immer
müder.
11.7.92
Der Tag begann als perfekte Fortsetzung des Vorhergegangenen.
Es goß in Strömen, zwar hat unser Zelt einen Großteil
dessen, was vom Himmel kam, unbeschadet überstanden, aber irgendwann
wird es auch dem standhaftesten Zelt zuviel und es läßt das
aufdringliche Wasser durch. In diesem Fall war unser Zelt um 6 Uhr morgens
gesättigt und wir flüchteten mehr oder weniger ausgeschlafen
in unser zuverlässiges Auto, welches auch sofort die Fenster "verdunkelte",
um uns Zeit zu geben, uns umzuziehen. Auf der vergeblichen Suche nach einer,
zu dieser nachtschlafenden Zeit geöffneten Tankstelle (Morle hatte
schrecklichen Hunger), reichte es uns gegen 7 Uhr und wir warteten vor
einer noch leeren Zapfsäule, bis ein gnädiger Tankwart Mitleid
mit uns hatte und uns die "heißersehnten Drinks" servierte.
Dann konnte uns nichts mehr in Wexford halten und wir
begaben uns Richtung Cork. Nach einer kleinen Rundfahrt und einem Eßstop
fuhren wir durch beinahe sämtliche Einbahnstraßen zur Cathedral.
In unserem Wahn beschlossen wir: Gleich weiter Richtung
Co. Kerry!
Alex saß am Steuer und ich schlief den Schlaf der
Gerechten. Bei Charles Fort mußte ich * erwachen
* aussteigen
* besichtigen
Den Kerker haben sie mir wegen Bauarbeiten leider unterschlagen.
Jetzt beginnt die Suche für das Nachtlager. Wir haben die Wahl zwischen
Auto und Jugendherberge bzw. Hostel. Im Endeffekt siegt unser Egoismus
und der Wunsch nach einem horizontalen Bett und wir blechen 20 Pfund für
2 Nächte bei einem deutschen Ehepaar.
Nun mit Nudeln und Sugo gestärkt, geputzten Zähnen
und einem festen Dach über dem Kopf erwarten wir freudig den morgigen,
hoffentlich weniger troublereichen, aber genauso aufregenden Tag.
PS VON ALEX: CHARLES FORT WAR TOLL.
NUDELN WAREN GUT.
BETT UND DUSCHE SIND AM BESTEN!!!
12.7.92
Der Tag begann gleich einem Traum. Erwachen in einem
trockenen Bett, ausgiebiges Frühstück (Tee, Marmelade, Butter)
und nette Gesellschaft. Alex hat sogar unsere Vöcklamarkter Nachbarn
mit einem nicht zu überhörenden "Guten Morgen" aus dem Bett geholt.
Gegen 10 Uhr geht es los mit unserer Fahrt durch den Ring of Beara. Die
Ausblicke waren nicht zu überbieten. Bei der Rückkehr, Alex hat
verlauten lassen, daß sie schnell aufs Klo möchte, also bin
ich etwas, oder besser, geringfügig schneller als sonst gefahren.
Alex hat sich auf dem Beifahrersitz verkrochen und sich bei jedem vorbeifahrenden
Auto gefürchtet.
Das Essen bestand aus einer warmen Hühnercremesuppe,
danach nichts wie ins Auto und zum Supermarkt, um Süßes einzukaufen.
Jetzt nach einer warmen Dusche überlegen wir, ob wir noch in den Pub
fahren, oder nicht? Nach einem kurzen, aber aufregendem Versteckspiel mit
meinem Geld ging's mit 5 min. Verspätung los. Die Herren der Schöpfung
(Peter und René, 2 Holländer) hatten auch Verspätung.
Der Abend wurde dann noch entgegen aller Erwartungen recht amüsant.
Bis 2 Uhr früh saßen wir beim Kartenspiel, Teetrinken und Philosophieren
im Aufenthaltsraum. Dann übermannte uns der Schlaf.
13.7.92
Alex ist nach 6 Stunden Schlaf total frisch aus dem Bett
gehüpft, hat das Auto eingeräumt, sich angezogen und gewaschen
(Reihen- folge!), während ich um 9.30 Uhr wie gerädert aus den
Federn kroch. Nach einem stärkenden Frühstück ging's los
Richtung Killarney, wo wir auch glatt ein Hostel um 5 Pfund bekommen haben.
Diesmal ist die Enttäuschung allerdings groß; kaltes Wasser,
Wirtin kein Vergleich, Atmosphäre anonym.
Nach Ortsrundgang und Abendessen folgt heute eine Lesestunde
(englische Bücher im Second Hand Shop ergattert!). Unsere Pechsträhne
reißt nicht ab. Alex verlor eine ihrer Linsen; eigentlich kann es
nur noch besser werden.
14.7.92
Unser Abgang aus Killarney war vergleichbar mit der Abfahrt
aus Wexford. Jedesmal, wenn Alex etwas verliert, folgt am nächsten
morgen das fluchtartige Verlassen des Tatortes. Heute haben wir den Ring
of Kerry im Eilzugstempo (180 km im 4 Stunden) hingelegt; im Vergleich
dazu Ring of Beara: 110 km in 6 Stunden - über die Schönheit
des Ringes schweigt die Redaktion.
Alex braucht natürlich etwas Besonderes. Eigentlich
wollte sie nur aussteigen und sehen, ob der Reifen noch dran war (Schlagloch
übersehen, mein Fehler), plötzlich überlegte sie es sich
anders und nahm, ohne ein Wort zu sagen, ein Schlammbad.
Muckross House ist wunderschön, doch nachdem uns
2x eine Fahrt in der Pferdekutsche angeboten worden war, fuhren wir zu
Ross Castle, welches sich uns wegen Bauarbeiten leider nicht öffnete.
Also nichts wie weiter nach Dingle, wie immer mit einem Affenzahn. Das
Hostel kostet diesmal nur 4 Pfund.
Irgendwann packt auch uns der Hunger, dann aber ordentlich;
als wir schon auf des Messers Schneide standen und uns der Galgenhumor
schon nicht mehr losließ, fanden wir es: das Restaurant und Take
away. Nach einem mehr als ausreichendem Mahl ging's zurück ins Hostel,
wo Duschen und Scrabble auf uns warteten.
15.7.92
Nach einer Nacht in einem etwas weichen Bett ging's auf
nach Tralee und nichts wie ins Tourist Office. Die Ausstellung Kingdom
of Kerry war anfangs für 2.50 Pfund etwas dürftig, doch dann
änderte sich die Sache, wir besuchten die Medieval experience, eine
Fahrt in einem Wagen durch einen Marktplatz aus dem Jahre 1450 mit deutscher
Erklärung. War toll! Danach durchfuhren wir
die Dingle-Halbinsel und ich nahm gegen 20 Uhr ein Bad
im Meer,
habe aber leider vergessen, mich auszuziehen. Ach ja!
Der Conor-Pass ist meinem Gedächtnis leider entfallen.
Ich habe ja auch wirklich nichts gesehen. Bin im Blindflug
den Pass hinauf- und hinuntergefahren, die Suppe, weitläufig Nebel
genannt, verzog sich erst in den unteren Regionen.
18.7.92
Nach Rundfahrt durch Limerick und Ennis, wo wir das Hostel
erst entdeckten (wir standen direkt davor), als die Ampel auf grün
sprang, wollten wir unserem Heritage Trail Ticket einen Sinn geben und
den Lough Gur besuchen. Die darauffolgende Irrfahrt dauerte gefahrene 7o
km. Dabei ging es allerdings durch den Jet-Set Area von Croom (nicht zu
verachten). Die Frage nach Besitzerssöhnen blieb leider unbeantwortet.
Bunratty Castle, unsere nächste Station, wurde natürlich
erklettert. Stufe um Stufe, Turm um Turm. Wie immer Österreicher getroffen,
diesmal Wiener.
An unserem Sightseeing-Tag dürfen die Cliffs of
Moher nicht fehlen. Die Windstärke läßt sich mit 7 klassifizieren
-- schneller Abgang Richtung Hostel, wo Fisch und Gemüse auf uns warteten.
Auf dem Weg dahin ließen wir uns von Toffees aufhalten und auch öfters
rufen. Wir hören sie noch heute!
Zwei deutsche Jungs (Thomas und Rasni) zum dritten Mal
getroffen (Beara, Seacrest, Abbey). Fühlen uns verfolgt!!!
Muriel, Französin (ohne) Sprachschwierigkeiten,
fuhr mit uns Richtung Cong, was unseren Bremsweg phänomenal verlängerte.
Burg besichtigt, nix dahinter. Muriel in Cong endlich losgeworden, Hostel
bezogen. Essen in Galway (Nuggets). Ausflug in die Berge und Entschluß:
morgen Wildcampen. Traffic jam (original irish). Susi dumm, Alex dümmer.
PS VON ALEX: *) BERGE SEHEN AUS WIE AUF KITSCHPOSTKARTE
*) HABEN UNMENGEN VON KUH- UND SCHAFFOTOS!
*) SUSI`S LETZTER SATZ IST EIN BEWEIß FÜR IHRE NICHT
VORHANDENE INTELLIGENZ
*) FÜHLTE MICH ZUERST VON DEUTSCHEN ÜBERRANNT, JETZT
ZU VIELE FRANZOSEN UM MICH RUM. MEIN NEGATIVES
VERHÄLTNIS ZU F. IST JA HINLÄNGLICH BEKANNT.
*) HOFFE, DAß ICH DIESEN URLAUB ÜBERLEBE!
Sicher überlebt sie diesen Urlaub, sie lernt sogar
noch, daß Intelligenz weiblich ist. Es heißt DIE INTELLIGENZ!
PPS VON ALEX: SUSI MUß IMMER IHREN SENF DAZUGEBEN.
Na klar!
21.7.92
Vorgestern haben wir uns aus dem Cong-Hostel verzogen
und sind eine Scenic Road nach der anderen gefahren. Als uns nach geraumer
Zeit der Hunger zu schaffen machte, wollten wir an einem idyllischen See
bei Sonne (!!!) ein Picknick machen, was sich jedoch als eine Fehlannahme
herausstellte, da die liebe Susi das gesamte Essen im Cong-Hostel vergessen
hat. Also nichts wie zurück ins Hostel und die lebenswichtige Nahrung
geholt. Das Mittagessen fiel dann als Bestrafung recht dürftig aus.
Cheddar und Knäcke im REGEN.
Nach Befahrung fast aller denkbaren Nebenstraßen
verlebten wir eine kurze Nacht im Bergland von Connemara, wo ich meine
Talente als Schäferin endlich gut unter Beweis stellen konnte.
22.7.92
Dieser Tag brachte uns nach Großbritannien, wo
sich die Grenzposten einerseits als erheiternd (Alex hätte den Beamten
beinahe gekillt, er hat sich jedoch mit einem verzweifelten Sprung seitwärts
das Leben gerettet), andererseits aber als beängstigend (beim Verlassen
des Landes wurden wir mit einer Videokamera gefilmt) herausstellte.
Bei Muckross Head fanden wir einen traumhaften Zeltplatz,
nur etwas schief. Die Nacht war weniger erholsam aufgrund der eigentümlichen
Schlafstellung. Wir können aber sagen, Wir haben 10 Pfund gespart
und ein trockenes Zelt.
Nachdem es heute morgen nach Regen ausgesehen hat, sind
wir wie immer im Eilzugstempo davongerast. Morle wurde gefüttert und
wir gönnten uns ein Eis. Diese Nacht verbringen wir am nördlichsten
Punkt Irlands (Malin Head). Der Wind bläst, die Sonne scheint, aber
der Regen läßt sicher nicht lange auf sich warten.
PS VON ALEX: IM MOMENT SCHEINT DIE SONNE 18.34 UHR.
PPS VON ALEX: 18.36 UHR, WAS TRIFFT MAN AM NÖRDLICHSTEN
PUNKT IRLANDS? WIENER!!!
PPPS VON ALEX: 18.37 UHR, DIE SONNE SCHEINT NOCH IMMER!!!!!!!
23.7.92
Die Nacht in Flax Mill war einmalig urig. Abends saßen
wir beim offenen Kamin und konnten dann vor lauter Qualm kaum schlafen.
Das Frühstück heute morgen war ebenfalls nicht
zu verachten.
(Selbstgemixtes Müsli, Ei, selbstgebackenes Brot,
Marmelade, Honig, Wurst, Käse, Kaffee, Tee.....)
Der Folk Park, zu dem Morle uns dann unbeirrt der vielen
Kurven brachte, war eine einmalige Sache. Nur auf der Fahrt nach Limavady
hat er mit uns gesprochen und zwar in beängstigender Art und Weise.
Wir können aber nichts weiter tun, als auszuharren in Erwartung dessen,
was da kommen möge.
26.7.92
BEFINDEN UNS IN RUSH (CP) NAHE DUBLIN. Heute war großer
Faulenztag angesagt. Eigentlich nicht gewollt, aber aufgrund der äußerst
schwierigen Finanzlage absolut von Nöten. Erstes großes, nicht
nur groß, sondern auch das Allererste des Tages, um 12.30 Uhr. Sehr
ungewöhnlich!
PS VON ALEX: ERSTES WAS? WENN MAN SUSI KENNT, EIGENTLICH
NICHT SCHWER ZU ERRATEN. RICHTIG: ESSEN!!!!!! SUSI REDET BLÖDSINN!!!!!
Also wirklich! Eigentlich muß ich meiner Zeltgefährtin
ja dankbar sein, daß sie mir das langwierige Nachdenken erspart hat.
Sie (sprich Alex) richtet nämlich Leute aus. Eine herrliche Mischung.
Ich esse, sie redet. Gibt es etwas Besseres????
Zitat: "I mechat mehr Leit vor meine Augn hobn, daun
kunnt i mehr ausrichtn, wo is denn de mit de komischen Hoa higaunga. Ma
wäh, mit da aunbrochenen Rotweinfloschen, de scho mindestens a Wocha
oid is. Ma, schrecklich, diese Kinder!!!! De keart zu dena, de schlofn
zu viert in dem Iglu. De hom ja a ihr gaunzes Gepäck heraußn.
(zu mir) Rutsch umi, do kaun i mehr seng. Na, unser Auto steht foisch,
des kert a poar Meta zruck. (Sie fährt Morle tatsächlich einige
Meter zurück, um einen besseren Ausblick nach rechts HINTEN
zu haben.) De Insel mit`n Leichtturm gfoit ma. I mechat gern aussifoahrn,
ken ma uns net leistn, gstrichn!" Zitat Ende.
PPPS: 1. SUSANNE ZITIERT FALSCH. LAUT MIR (ALEX) LIEGT
DIE FLASCHE SEIT EINER WOCHE IM AUTO!!!!
2. WAS SUSI HEUTE SCHON AN BLÖDSINN GEREDET HAT,
GEHT AUF KEINEN ELEFANTEN MEHR (GESCHWEIGE DENN, IN EIN TAGEBUCH) VOR ALLEM,
WENN SIE HUNGER HAT, HÖRT MAN NICHTS ANDERES ALS UNSINN VON IHR. MIT
DEM, WAS SIE SONST SO VON SICH GIBT, KANN MAN ZWAR AUCH NICHT VIEL ANFANGEN,
ABER ES KOMMT ZUMINDEST ALLE PAAR STUNDEN ETWAS HALBWEGS VERNÜNFTIGES.
3. ICH MAG KEINE FRANZOSEN (M+W)
4. ICH MAG ES NICHT, WENN SUSI MICH KORRIGIERT! MEINE
FEHLER GEHÖREN MIR!
5. SUSI IST VERFRESSEN, SIE HAT SCHON WIEDER HUNGER.
6. IM LAUFE DIESES URLAUBS KILLE ICH SUSI NOCH. DIE WELT
WIRD MIR DANKBAR SEIN.
7. ICH MÖCHTE WIEDER LEUTE, DIE ICH AUSRICHTEN KANN.
IM MOMENT IST KEIN SCH.... HIER!
Mir knurrt schon wieder der Magen.
PPPPS: VERFRESSEN - SAG ICH`S NICHT!
Ich geb's ja zu. Aber was die Natur fordert, darf der
Mensch nicht verwehren. HA HA!!!
PPPPPS: WIR HABEN HIER VIER GRAZER AM CAMPINGPLATZ UND
EINEN HAUFEN FRANZOSKIES!!!!!
28.7.92
Heute geht es wieder auf große Fahrt, weg von Dublin
Richtung Cashel. Erste Station ist Malahide Castle; wie immer beeindruckend
und von beiden (Alex und mir) für das Eintrittsgeld als sehenswert
eingestuft worden. Weiter geht's durch Dublin (es ging nicht anders), aber
aufgrund meiner durchaus einmaligen Führung auf dem schnellsten Weg
Richtung Kildare und Japanese Gardens. Die Gardens haben unsere Erwartungen
übertroffen. Geführt von einer Geschichte in deutscher Sprache
gingen wir ein ganzes Menschenleben (Geburt bis Tod) durch. Ein Schloß
sollte unsere nächste Haltestelle sein, aber vorher mußten wir
wie andere Menschen auch unseren Hunger stillen. (Natürlich Fast Food,
wie beinahe immer ABRAKEBABRA). Weiter Richtung Rock of Dunamase. Tolle
Ruine, wir haben sie im Schweiße unseres Angesichts erklettert und
photographiert.
Auf dem Weg nach Cahir endeten wir nach Nahrungskauf
im Supermarkt und -aufnahme in, na ja, Picknickarea auf einem Parkplatz
bei derselben. Man kann uns nun mit wohlgefülltem Magen und einem
sicher trockenen Schlafplatz (sprich Morle) nur noch eine gute Nacht wünschen.
Alex hat heute nichts hinzuzufügen? Wäre doch gelacht, wußte
ich's doch.
PS VON ALEX: HABE EIN KLEINES SCHWARZES SCHAF UNTER VIELEN
WEIßEN GESEHEN!
29.7.92
Diesmal waren es keine Tiere, die unsere Ruhe störten,
nein, diesmal waren es Menschen, woran man erkennen kann, daß wir
der Zivilisation hier nicht entkommen konnten. Und die Arbeiter haben wirklich
nichts anderes zu tun, als um 9 Uhr, eine Uhrzeit zu der sich jeder halbwegs
normale Ire (derselbe!) noch mal im Bett umdreht, mit dem Rasenmähen
auf unserem Picknickareal zu beginnen.
Wir fahren also, so schnell es nur irgend geht, zum Cahir
Castle. Auf einem hervorragenden Parkplatz vor dem Castle, luxuriös
ausgestattet mit WC und Umkleidekabine (sprich Auto), nahmen wir unser
wohlverdientes, aber leider etwas kärgliches Frühstück zu
uns. Nur ein Schluck Milch ist zwar nicht das sättigenste Mahl, aber
es geht schnell und das muß es, wenn man von allen Seiten beobachtet
wird.
Das Cahir Castle ist mehr als sehenswert, wenn man sich
auch zuerst an die überdimensionale Sprechgeschwindigkeit der Führerin
gewöhnen muß (Meiner Ansicht nach hat sie eine Führung,
die eine Stunde dauern sollte, in der Hälfte der Zeit geschafft. Meine
Hochachtung!!!)
Danach ging's weiter zur Swiss Cottage. Hier wurde uns
klar, daß es wirklich Leute mit zuviel Geld gibt. Eine Frau hat Ats
5 Mio. gespendet, um die Cottage zu restaurieren und seitdem nichts mehr
von sich hören lassen.
Man kann nicht sagen, wir hätten das Land nicht
erkundet. In der TI beim Cahir Castle wurde uns der Aussichtspunkt "The
Vee" besonders ans Herz gelegt. Wir in unserem Wahn haben also nichts Besseres
zu tun, als diesem Rat zu folgen und "The Vee" aufzusuchen. Gescheit wie
wir sind, wollten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und den Aussichtspunkt
mit dem Glen of Aherloe (Scenic Road) verbinden. (Inzwischen sind wir Spezialisten
in Sachen Scenic's geworden. Haben wir eine Abzweigung verpaßt, nehmen
wir halt die nächste!) Unser einziges Problem bestand darin, das wir
kein Schild mit der Aufschrift "The Vee" finden konnten, was auch keineswegs
verwunderlich war, wie wir im nachhinein feststellten, da sich dieser von
allen Seiten gelobte Viewing Point gar nicht im Glen of Aherloe befand,
sondern auf der Karte ungefähr 4 cm unterhalb (ca 50 km südlich)
zum Vorschein kam. Daher folgt aus dieser Erleuchtung -- kein "Vee". Eine
weitere touristische Sehenswürdigkeit, der "Rock of Cashel", gereichte
nicht zu unserer Zufriedenheit und so ging es nach ungefähr 5 min
Besichtigung, einigen abfälligen Bemerkungen über die unfreundliche
Bedienung und verwunderten Ausrufen über diverse Sterbedaten derjenigen,
über die wir hinwegschritten (wortwörtlich!), Richtung Beara!
Bei einer idyllisch gelegenen Picknickarea neben einem
Wald wollten wir unser Nachtlager aufschlagen. Nach 2 Stunden jedoch fühlte
sich Alex nicht mehr sicher und so ging es wieder ohne Lehne zur nächsten
Picknickarea, wo wir endlich Ruhe finden sollten.
30.7.92
Jetzt hält uns nichts mehr, Beara, wir kommen! Gott
sei Dank, hörte niemand unsere verzückten Ausrufe, als wir die
ersten Steine (!), Straßen und Orte wiedererkannten. Auch Ellen und
Günter haben uns nach einer Überraschungssekunde erkannt (De
Österreicha, de uns de Kartn gschriebn ham!). Sogar die Tiere Schnitzel,
Schmatz, Peter und Fritz, reden wir uns ein, haben sich gefreut, mal wieder
ausgiebig gestreichelt zu werden. Die Zeit im Hostel war wie schon letztes
Mal unvergeßlich.
31.7.92
Nach 3 Eis an unseren Faulenztag haben wir uns doch aufgerafft
und wenigstens einen Stone Circle besichtigt. Wie der Name schon sagt,
nichts als Steine, worauf ich Alex sogleich eine Nachhilfestunde in Geschichte
gegeben habe und auf folgende Fragen sehr detailliert geantwortet habe:
Wann, wie, warum wurden die Steine aufgestellt? Ob sie meinen Ausführungen
folgen konnte, bleibt dahingestellt.
Heute abend haben wir von Günter zwei Eier von seinen
glücklichen Hühnern geschenkt bekommen (wir sind ja schon Stammgäste).
1.8.92
Nach Frühstück mit Ei geht es Richtung Campingplatz,
wo wir (bzw. Morle) natürlich auch wiedererkannt werden. Es konnte
leider nie festgestellt werden, ob der Eindruck, den wir hinterlassen haben,
ein positiver oder eher negativer war. Nach kurzem, aber sehr erholsamen
Schläfchen meinerseits, kann mich nichts mehr vom Auto zusammenräumen
abhalten.
Gegen Abend wird natürlich wieder Karten gespielt.
Unser Spiel wurde jedoch von His Royal Highness unterbrochen und nachdem
er seine Einladung zum späten Kaffee ausgesprochen hat, verzieht er
sich in seine Hütte und wir uns in unseren Schlafsack, womit wir unser
Bedürfnis nach Kaffee in so hoher Gesellschaft gebührend zum
Ausdruck gebracht haben dürften.
2.8.92
Wir wollen heute nur tanken und unser eventuell noch
vorhandenes Restgeld an die Iren bringen. An der Tankstelle werden wir
nicht sofort bedient, was Alex sehr übel nimmt und unter einem Schwall
von mehr oder weniger netten Worten den Unheil unverrichteter Dinge wieder
verläßt. Bei der nächsten Tankstelle erfahren wir wieder
mehr über den dehnbaren Zeitbegriff des irischen Volkes. Doch nach
einigen Minuten Warten bekommen wir schließlich doch noch unseren
Benzin und gehen nun genüßlich unsere letzten 8 Pfund vertragen,
was sich als etwas schwieriger als ursprünglich gedacht, herausstellte.
Aber mit der Hartnäckigkeit von uns Österreichern hat man in
Irland nicht gerechnet und so schaffen wir auch dieses Hindernis mit Bravour.
Zurück am Campingplatz holt uns der Regen wieder
ein. Nach stundenlangem Kartenspiel im Auto wird uns von unseren Nachbarn
das Vorzelt ihres Wohnwagens als Spielhölle angeboten, worauf wir
unseren guten Morle erleichtert verließen. Die Nacht sollten wir
dann doch im Auto verbringen, weil das Zelt sich wieder einmal nicht gegen
den andauernden Regen zur Wehr setzen konnte
3.8.92
Unser letzter Tag in Wexford und auch in Irland ist angebrochen.
Nach stärkendem Frühstück warten wir darauf, daß unser
Zelt trocknet und starten bei den ersten uns erreichenden Regentropfen
los, um in neuer Rekordzeit ALLES abgebaut und herrlich zusammengelegt
zu haben.
Gegen Mittag sind wir schon auf dem Weg zur Fähre,
wo wir, wie immer, 8 Stunden zu früh eintreffen. Der Nachmittag vergeht
dann jedoch wider Erwarten relativ schnell. Ein Grund dafür könnte
die spannungsgeladene Wartezeit auf das Heißwerden des Wassers gewesen
sein. Wir haben so ziemlich jede nur denkbare Stellung ausprobiert, den
Gaskocher vor dem bösen Wind zu beschützen. Als sich der Zeiger
der Uhr unaufhaltsam auf 20.40 Uhr rückt, wird es ernst. Wir verlassen
Irland, dieses Land, das uns nun rund 3 Wochen ein Zuhause war.
Der Seegang darf hier nicht unerwähnt bleiben. Er
dürfte selbst geeichten Seefahrern zur Übelkeit gereicht haben.
Alex und ich haben uns jedoch hervorragend behauptet. Der Appetit ist uns
jedenfalls vergangen und die Erleichterung gegen 1 Uhr (4.8.92), endlich
wieder festen Boden unter den Füßen (besser Reifen) zu haben,
war groß. Wir haben dann sofort beschlossen, weiterzufahren. Unsere
Scheinwerfer waren entgegen unseren Erwartungen ausreichend bis hervorragend.
Morle scheint die aufgewühlte See nichts ausgemacht
zu haben. Er gab alles, was er hatte und so überholten wir um 2.26
Uhr einen Manta auf einem Berg.
Auch wir waren bald wieder die Alten. Um 2.31 Uhr haben
wir bereits wieder unseren Appetit wiedergefunden. Die Toll-Bridge, bei
der wir eigentlich mit Zoll bzw. Maut gerechnet haben, haben wir um 3.46
Uhr, ohne auch nur einen Penny zu bezahlen, passiert. Gegen morgen (7.30
Uhr) nach erquickendem Schläfchen meinerseits, in Dover eingetroffen.
Wir suchten uns zuerst ein Klo. Danach machte ich mich auf die eher schwierige
Suche nach einem Gratisparkplatz für die Fortsetzung und Befriedigung
unseres Schlafbedürfnisses.
Gegen 10 Uhr weckte mich jedoch die Hitze, ich wechselte
meine Kleidung und nahm ein Sonnenbad. Nach einem selbstgekochtem Essen
fuhren wir eine Stunde früher als gedacht zur Fähre und siehe
da, wir wurden eine Fähre früher gebucht. Dieser glückliche
Umstand warf natürlich unseren sorgsam ausgeklügelten Zeitplan
total durcheinander, denn wir fuhren gleich Richtung Grenze und schaffen
es sogar, auf der Autobahn mit 4 Franzosen zu flirten. Drei von ihnen verfolgten
uns sogar Richtung Tankstelle. In Belgien entscheidet sich Morle durch
plötzliches Motorabstellen für eine gemütliche Autobahnraststation.
Also schlafen wir in Belgien mit Wiener als Nachbarn.
5.8.92
10.30 Uhr treffen wir bereits an der luxemburgischen
Grenze ein. Wie immer winken uns die Zollbeamten einfach durch. Wahrscheinlich
waren ihnen unsere unschuldigen Augen Ausweis genug. Luxemburg ist wirklich
ein kleines Land, denn 22 min später passieren wir schon die nächste
Grenze. Frankreich hat uns wieder, wobei die "netten" Franzoskies diesmal
unsere Pässe sehen wollten.
Der Zollbeamte hat sogar in drei Spachen mit uns gesprochen,
da haben wir uns nicht lumpen lassen und auch 3-sprachig geantwortet. Die
Franzosen haben das Autofahren nicht erfunden, um 11.28 Uhr haben wir einen
Porsche überholt, mit einem "kleinen" Peugeot 205 LOOK. Das muß
man gesehen haben!
Eine halbe Stunde später steht die nächste
Grenze vor der Stoßstange. Die Strecke durch Deutschland wird eindeutig
die längste. Nachdem wir bei einer Dresdner Bank unseren letzten Traveller
Cheque gewechselt hatten (stellte sich als besonders schwieriges Unterfangen
heraus, gerade, daß er nicht meine Maße und Schuhgröße
haben wollte) ist um 17,56 Uhr das erste Mal Linz angeschrieben (noch 211
km).
Um 18.08 Uhr wird der 2.Porsche überholt und eine
Stunde später der 2.Manta. Kein schlechter Durchschnitt!!!
Nachdem wir nicht mal alle DM losgeworden sind, der Mensch
kann nicht mehr essen, als in den Magen paßt, dasselbe gilt auch
für das Auto, sind wir um 19.35 Uhr bei der letzten Grenze vor Zuhause.
Und jetzt geht es direkt in die Goethestraße, wo Alex mich schließlich
nach 33 Tagen verlassen hat.
Nach gründlichem Abwägen von FÜR und WIDER würde ich sagen, der Urlaub war GELUNGEN!!