31.3.94
Nach dem Aufwachen beschließen wir, zum Frühstücken
auf die gegenüberliegende Tankstelle zu fahren. Nach Frühstück
und Auto-Zusammenräumen geht es auf ins Eurodisney. Heute ist Donnerstag
und somit halten sich die Wartezeiten an den diversen Attraktionen in Grenzen.
Wir speisen Mitgebrachtes im Grenzbereich Frontier/ Adventureland und lesen
beim Abendessen, daß wir eigentlich gar nichts zu essen hätten
mitnehmen dürfen, aber Verbote sind da, um übertreten zu werden.
Das Phantom-Manor ist noch immer das Alte, aber heuer
wird es vom "Professor" bewacht, er tut auch seine Pflicht, versucht uns
zu erschrecken und sonstige Späße. Aber bei uns ist seine Mühe
umsonst, wir als eingefleischte Disneybesucher kennen alle Tricks.
Auch sonst hat sich das Personal wieder gebessert, natürlich
nur nach dem Aussehen gewertet.
Abends fallen wir todmüde in das mühsam errichtete
Bett und versuchen uns warm zu halten. Es gelingt so halbwegs!
1.4.94
Erster April und das Wetter hält, was der alte Spruch
verspricht. Der heutige Disneytag spielt sich hauptsächlich überdacht
ab, denn die längeren Hagelschauer können im wahrsten Sinne des
Wortes verletzend sein. Im Geisterhaus habe ich, laut Alex, die Gesichtskontrolle
nicht bestanden. Ich halte das für eine reine Interpretationssache,
aber es sei jedem selber überlassen, wie er darüber denkt.
Trotz der Regen- und Hagelschauer finden die "Good morning,
Mainstreet"- und die Aladdin-Parade statt und tatsächlich schaut die
Sonne hervor. Besonders hinterhältig ist es, weil nun auf beinahe
allen Fotos ein blauer "Kitschhimmel" zu finden ist. Beweise dieser Beobachtung
können jederzeit angefordert werden.
Diese Nacht wird kalt, kalt, kalt und kälter.
2.4.94
Wir beschließen, nicht länger in dieser unwirtlichen
Stadt zu bleiben. Auf in Richtung Chartres in der Annahme, es gäbe
dort ein Loireschloß. Eigentlich hätte uns ein intensiver Blick
auf die Karte schon den Fehler in dieser Annahme klargemacht, doch soweit
kam es nicht. Erst als wir durch die Straßen dieser Stadt irrten,
immer auf der Suche nach einem Schild mit "Chateaux" kam uns der Gedanke,
daß wir den Namen Cartres vielleicht in Zusammenhang mit der Kathedrale
gelernt haben.
Nichts desto trotz entdecken wir in ungefähr 50
km Entfernung (wir sehen sehr gut) Chambord, von dem wir mit 100%iger Sicherheit
wissen, daß sich dort eines der von uns gesuchten Örtlichkeiten
gibt. Am späten Nachmittag treffen wir dort ein und besichtigen es
im Einzugstempo, der Hunger treibt uns vorwärts, Treppen hinauf, Stiegen
hinunter, von einem Zimmer ins nächste. Nachdem die Besichtigungstour
hinter uns lag, kann uns nichts mehr halten und wir wollen essen.
Nach dem Mahl geht es auf Richtung Osten, wir müssen
uns nach dem Kompaß orientieren, denn wie immer fahren wir mit den
modernsten Karten auf denen auch die kleinsten Kuhdörfer verzeichnet
sind. Nur wurde die Größe eines Kuhdorfes, das in unserer Karte
verzeichnet wird, noch nicht definiert.
Kurz vor der Schweizer Grenze übernahm ich wieder
das Steuer und Alex machte es sich auf dem Beifahrersitz mit ihrem Schlafsack
bequem, sie war leicht müde. Gegen 12 Uhr nachts fragt sie, wie es
mir geht, worauf ich wahrheitsgemäß antwortete: "Gut, nur haben
wir bereits die Jahreszeit gewechselt!" Mit einem Schlag war sie hellwach
und klagte an, warum ich sie nicht geweckt hätte. Natürlich fotografierte
sie auch dieses Naturschauspiel, meine Geschwindigkeit war diesmal kein
Problem, denn es war nicht möglich, schneller als 40 km/h zu fahren.
Im Schneesturm passierten wir die Grenze und fuhren noch
bis Bern. Dort ruhten wir uns ein paar Stunden aus.
3.4.94
"Frisch und munter" starteten wir am Ostersonntag, ohne
Schweizer Franken in der Tasche, Richtung Zürich, wo wir am Flughafen
(aufgrund meiner Empfehlung parkten wir im hintersten Parkhaus, was Alex
mir noch heute übel nimmt) unsere begehrten Franken der Schweiz erhielten.
Nach Auffüllung des Tanks hält uns nichts mehr und Winterthur
bzw. St. Gallen rufen. Am Bodensee entlang geht es nach Österreich
und wieder nach Deutschland, schließlich über Salzburg zurück
ins Heimatland, wo wir gegen 16.30 Uhr in der Goethestraße eintrafen.
Wer ist nicht zugegen? Meine Mutter! Doch irgendwann kommt auch sie und
Alex verläßt mich wieder einmal.
Doch es sind sich hoffentlich alle, die bis hierher gelesen haben sicher, daß es nicht der letzte Urlaub der beiden Irren aus Austria war. Fortsetzung folgt!