by Erich Kassing  

DIE SCHLACHT UM VERDUN - EIN BEITRAG ZUR MILITÄRGESCHICHTE DES ERSTEN WELTKRIEGES 1914 - 1918

Verdun > Artillerie > Schwere Geschütze > Französisches 400-mm-Eisenbahngeschütz

                  

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DIE SCHLACHT UM VERDUN 
ARTILLERIE 
SCHWERE GESCHÜTZE
FRANZÖSISCHES 400-MM-EISENBAHNGESCHÜTZ 

Bei dem 400-mm-Eisenbahngeschütz auf Eisenbahnwiegenlafette handelte es sich um das bekannteste französische Eisenbahngeschütz des Ersten Weltkrieges: die Haubitze 400 mm M 1915/16. Schon am 10. Juni 1915 hatte General Joffre den Bau eines solchen Geschützes zur Bekämpfung von Festungsbauten gefordert. Beide mit Tarnfarben bemalten französische Steilfeuergeschütze standen im Oktober 1916 im Bois de Baleycourt an der Bahnlinie nach St.-Menehould.

Französisches 400-mm-Eisenbahngeschütz, 1916

Das Rohr war durch Kürzen und Ausbohren der alten Schiffskanone 34 cm M 1887 entstanden, ein damals nicht unübliches Verfahren. Die schwersten Granaten dieser Waffe flogen 15 Kilometer weit. Gefeuert wurde zwischen + 45 und + 65 Grad. Als Fahrwerk diente vorne ein sechsachsiges und hinten ein vierachsiges Drehgestell. Zum Aufbau des 137 Tonnen schweren Geschützes waren zwei Tage notwendig. Dazu gehörte auch der Ausbau einer 1,5 m tiefen Grube zum Aufnehmen des rücklaufenden Verschlusses. Bis 1918 hatte man 8 dieser Geschütze fertiggestellt.

Am 21. Oktober 1916 begann die französische Artillerie auf einer Frontbreite von nur sieben Kilometern mit einem starken Feuer von 850 Geschützen auf die deutschen Stellungen und Verbindungswege vor Verdun. Großen Erfolg erhoffte man sich dabei von dem Einsatz der neuen 400-mm-Geschütze auf Eisenbahn- wiegelafetten der Firma Schneider-Creuzot. 

Beide mit Tarnfarben bemalte Steilfeuergeschütze standen im Bois de Baleycourt an der Bahnlinie nach St.-Menehould. Oberstes Ziel: die Zerstörung der von den Deutschen besetzten Forts Douaumont und Vaux. Mit Unterstützung eines Flugzeugbeobachters zielten die beiden schweren Steilfeuergeschütze auf das große Fort Douaumont. Doch das Ergebnis war Zerstörungszustand des Forts Douaumont Anfang März 1916: Fliegerfoto mager: Von den 48 Granaten des Tages waren lediglich 20 nahe des Forts gelandet; nur 2 Granaten hatten das Fort getroffen.

Am 23. Oktober, um die Mittagszeit, setzten beide Steilfeuergeschütze ihren Beschuß auf das Fort Douaumont fort. Resultat: Von den 45 Geschossen hatten diesmal 12 das Fort getroffen. Eine 400-mm-Granate explodierte durch unglückliche Umstände und bauliche Schwächen im vollbelegten Lazarett des Untergeschosses. Ein weiteres Geschoß traf das Deckengewölbe der Kasematte 8. 

Geschwächt durch früheren Beschuß, letztlich aber eher aus taktischen Gründen, mußten beide Forts von den Deutschen aufgegeben werden. Beide 400-mm-Eisenbahngeschütze existieren nicht mehr.

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Quellen und Literatur:

  • Kosar, Franz: Eisenbahngeschütze der Welt, Stuttgart 1999.   

  • Werth, German: Verdun. Die Schlacht und der Mythos, Bergisch Gladbach 1979.

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Deutscher 42-cm-Mörser

Der 42-cm-Mörser Dicke Bertha hatte seinen Ursprung noch vor dem Ersten Weltkrieg in einem Geheimauftrag der Obersten Heeresleitung an die Firma Krupp für ein überschweres Geschütz, das jede bekannte Festung vernichten konnte. Der erste Entwurf von Krupp folgte dann im September 1911 und im Juli 1912. Schließlich wurden die ersten beiden Geschütze bestellt. Die Dicke Bertha war weder für hohe Reichweiten ausgelegt, noch war sie das größtkalibrigste Geschütz des Krieges.

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