Amélie Nothomb


Kosmetik des Bösen




Textor Texel trifft auf Jerome August. Doch dabei soll es nicht bleiben. So plötzlich, wie die Geschichte beginnt, wird sie ihren Verlauf nehmen und schließlich ihr Ende finden. Textor lässt nicht von Jerome ab, greift ihn in rasant verlaufenden Dialogen an, füllt die Gedanken seines Gegenübers mit irrsinnigen Inhalten, lässt ihn teilhaben an der verkorksten Jugend, an seinem kaputten Leben und letztendlich auch am Mord eines Menschen.


Was Jerome August bis dato nicht weiß: der Mord, so entfernt er aus dem Mund von Textor Texel auch klingen mag, hat eine große Bedeutung für ihn. Er wird sein Leben über den Haufen werfen, unkontrolliert und irreversibel.

Denn die Ermordete, Textor und Jerome stehen in einer ungeahnten Verbindung. Einer, die so kaltblütig ist, dass nur Amélie Nothombs kühler und treffender Schreibstil den Inhalt wiedergeben kann.


Die menschlichen Abgründe können grausam sein, genauso menschliche Taten. Hier ist es beides: Manipulation und Mord. Beides ausgehend von einem Mann, der in wenigen Stunden das Leben eines Menschen nur mit verbalen Mitteln entstellt.


Amélie Nothomb ist es wieder einmal gelungen: einen widerwärtigen Charakter zu formen, der so abstoßend ist, dass man alles von ihm wissen möchte – Textor Texel.



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