[Heilig][Heilige][Heiligenverehrung][Schutzheilige]
[Heilige Allianz][Heilige Kriege - Antike - Jihad]
[Zwingli][Heiliger Stuhl]
[eine persönliche Bemerkung]

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Heilig,

zentraler Begriff der Religionswissenschaft, der die Eigenständigkeit des Religiösen betont.
In seinem grundlegenden Werk Das Heilige von 1917 erarbeitete Rudolf Otto die wichtigsten Momente.
Der Begriff „heilig" bildet den Gegensatz zu profan.

In allen Religionen findet sich eine Unterteilung der Welt in diese beiden Kategorien.
Er ist daher ein wichtiges Kriterium zum Verständnis von Religion.
 Im Alten Testament ist heilig nicht nur eine Eigenschaft Gottes,
sondern sein eigentliches Wesen.

Der Begriff steht für sittliche und geistliche Vollkommenheit.
Heilige Personen zeichnen sich durch einen heiligen Lebenswandel aus,
sie besitzen die heiligmachende Gnade Gottes.

Als heilig gilt auch die Institution der Kirche.

"Heilig," Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2000. © 1993-1999 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

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Heilige (Christentum),
im Neuen Testament (Kolosser 1, 2) auf alle Mitglieder der christlichen Gemeinde angewandte Bezeichnung,
in der kirchlichen Praxis jedoch schon sehr früh auf Menschen beschränkt,
die in einem besonderen Maß für den Glauben und die Mitmenschlichkeit eintraten
(meist unter Einsatz ihres Lebens) - häufig waren dies Missionare.

Heilige gelten als Objekt gläubiger Verehrung
und werden von frommen Menschen häufig um Fürbitte gebeten (so genannte Schutzheilige).
Als Ausdruck einer einfachen Volksfrömmigkeit wird die Heiligenverehrung
von der katholischen Kirche ebenso wohlgefällig wie teilweise aber auch skeptisch gesehen.
Die evangelische Kirche erkennt Heilige als Zeugen des göttlichen Wirkens,
nicht jedoch als wundertätige Objekte einer transzendentalen Verehrung an.

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HEILIGENVEREHRUNG

Um das 4. Jahrhundert n. Chr. war die Praxis der Heiligenverehrung weit verbreitet.
Da diese im Mittelalter jedoch mit Aberglaube verbunden war,
wandten sich bereits vor der Reformation Bogomilen und Waldenser dagegen.

Die Reformation lehnte jegliche Heiligenverehrung ab,
da diese sich ihrer Meinung nach nicht von der Bibel her begründen lasse.

Das Tridentinum (1545-1563) bestätigte jedoch, dass es gut und nützlich sei,
die Heiligen anzurufen, um durch ihre Fürbitte Gottes Wohltaten zu erlangen.
Glaube und Praxis der Heiligenverehrung in der orthodoxen Kirche
sind im Wesentlichen dieselben wie in der katholischen Kirche.

Von den meisten Heiligen ist nicht viel mehr als der Name überliefert.
Die vollständigste Heiligenliste ist das allgemeine Verzeichnis im 61. Band
der gewaltigen Acta Sanctorum der Bollandisten, in dem etwa 20 000 Heilige genannt werden.

Der Katalog, der in der Kirche die größte Anerkennung genießt, ist das Martyrologium Romanum.
Es enthält nach Gedenktagen geordnet etwa 2 700 Heilige, darunter rund 20 aus dem Alten Testament.
Viele dieser Heiligen wurden alljährlich durch einen besonderen Feiertag geehrt.

Zu einem bestimmten Zeitpunkt machten diese Feiertage
etwa zwei Drittel des liturgischen Kalenders der katholischen Kirche aus,
obwohl manche Heilige nur noch Namen waren.

1964 beschloss das Zweite Vatikanische Konzil, die Kirche solle nur
„das Gedächtnis solcher Heiliger feiern, die wirklich von allgemeiner Bedeutung sind".

Andere Heilige sollten „der Feier in den einzelnen Teilkirchen,
Nationen oder Ordensgemeinschaften überlassen bleiben".

Dem Wunsch des Konzils folgend, stimmte Papst Paul VI. 1969 einer Neugestaltung des liturgischen Kalenders zu.
Der reformierte Kalender, gültig seit dem 1. Januar 1970,
enthält außer den Feiertagen für Christus, die Jungfrau Maria,
den heiligen Joseph und die Apostel nur noch 58 reguläre
oder gebotene Gedenktage und 92 nichtgebotene Gedenktage von Heiligen.

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HEILIGE IN DER KUNST UND SCHUTZHEILIGE
In der christlichen Kunst werden Heilige und Christus
häufig mit einem Heiligenschein dargestellt
(auch Nimbus, Aureole oder Gloriole genannt),
einem Ring oder leuchtenden Bereich, der den Kopf oder die ganze Gestalt umschließt.
Viele Heilige sind mit Emblemen abgebildet, an denen man sie leicht erkennen konnte.

Märtyrer, die mit bestimmten Orten fest verknüpft waren,
wurden schon im 4. Jahrhundert als deren Schutzheilige bezeichnet.
Auch Handwerke und Stände hatten Schutzpatrone,
und man konnte für jede Krankheit einen Heiligen anrufen, der sie heilen sollte.

Bekannte Schutzheilige verschiedener Länder sind
Andreas für Schottland,
Dionysius für Frankreich,
Georg für England,
Nikolaus für Russland,
Patrick für Irland,
Jakobus der Ältere für Spanien,
Stephan für Ungarn sowie
Michael für Deutschland.

Der Begriff Hagiographie bezeichnet das Schrifttum,
das sich mit Leben und Legenden der Heiligen befasst.
Im Verfahren der Heiligsprechung kann der Papst auch heute noch aus kirchlicher Sicht
verehrungswürdige Menschen zu Heiligen erklären.

Grundvoraussetzung hierfür ist der „Nachweis" eines oder mehrerer Wunder.
 

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Heilige Allianz,
lockeres Bündnis europäischer Herrscher, die sich verpflichteten,
ihre Politik an den christlichen Geboten des Friedens,
der Gerechtigkeit und der Liebe auszurichten
und sich gegenseitig Beistand zu leisten.

Der Vertrag für die Allianz war von Zar Alexander I.
von Russland entworfen worden, und am 26. September 1815
wurde er von Kaiser Franz I. von Österreich,
König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Alexander unterzeichnet;

verkündet wurde die Allianz auf dem Wiener Kongress (1814/15).
Nach und nach unterzeichneten alle europäischen Staaten den Vertrag,
mit Ausnahme Großbritanniens, des Heiligen Stuhls und des Osmanischen Reiches.

Letzterem blieb wegen der christlichen Ausrichtung der Allianz der Beitritt verwehrt.

Ursprünglich sollte die Heilige Allianz die Beziehungen
zwischen den europäischen Staaten nach den Befreiungskriegen
auf der Grundlage der christlichen Prinzipien neu ordnen.

Tatsächlich aber schrieb die Allianz in der Innen- und Außenpolitik
ihrer Mitgliedsstaaten lediglich den Status quo fest,
wurde gegen liberale und demokratische Bewegungen eingesetzt
und wurde so zum Symbol für Reaktion und Restauration.

Die Heilige Allianz zerbrach an Differenzen zwischen den europäischen Mächten
über den griechischen Unabhängigkeitskrieg.
 

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Heilige Kriege

Antike
mehrere kriegerische Auseinandersetzungen im antiken Griechenland,
die um das Heiligtum Delphi geführt wurden:

 1. Der etwa zwischen 595 und 585 v. Chr. von der Amphiktyonie (Kleisthenes von Sikyon)
gegen das phokische Krisa (Kirrha) geführte Krieg, in dessen Folge Krisa zerstört wurde.
 
2. Der Krieg Spartas gegen die Phoker und Athen,
die Delphi unter ihrer Kontrolle hatten (449/448 bis 446 v. Chr.).
Er führte zur Wiederherstellung der Autonomie Delphis.
 
3. Der 3. Heilige oder Phokische Krieg von 356 bis 346 v. Chr.,
in den Philipp II. von Makedonien eingriff.
Gegen die Amphiktyonie unterstützen Athen und Sparta die Phoker,
die Delphi seiner Tempelschätze beraubt hatten.
Der Krieg endete mit dem makedonischen Sieg über die Phoker
sowie mit dem Frieden des Philokrates (346 v. Chr.)
zwischen Athen und Makedonien.
Folge war die Aufnahme Philipps in die Amphiktyonie von Delphi.
Bereits 352 v. Chr. hatte Philipp Thessalien dem Makedonischen Reich angegliedert.
 
4. Der 339/38 v. Chr. von Philipp II. von Makedonien geführte Krieg
gegen Theben und Athen, währenddessen die lokrische Stadt Amphissa
zur Strafe für die Bebauung heiligen Landes zerstört wurde.
Die Schlacht von Chaironeia (338 v. Chr.) brachte die Entscheidung zugunsten Makedoniens.
Theben wurde hart bestraft, mit Athen ein milder Frieden geschlossen.

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Jihad
(arabisch für: Einsatz des Gläubigen für die Sache Gottes).

Der tatkräftige Einsatz des Gläubigen kann sowohl mit der Waffe geführt
werden als auch ein gewaltfreies Engagement für die Sache Gottes sein.

Der Islam kennt zwei Formen des Jihad:
den „größeren" (al-jihad al-akbar)
und den
„kleineren" (al-jihad al-asghar).

Der größere Jihad heißt auch Jihad al-nafs und bezeichnet
den inneren, geistigen Kampf des Einzelnen gegen Laster,
Leidenschaft und Unwissenheit.

 Der „kleinere" Krieg ist der „Heilige Krieg"
gegen die Ungläubigen (Nichtmuslime).
Er ist von rechtlicher wie dogmatischer Bedeutung,
da er vom Koran und dem Hadith,
(dem Propheten Mohammed zugeschriebene
und aufgezeichnete Aussprüche und Taten,
denen der Status einer Offenbarung zukommt),
vorgeschrieben wird.

Der „Heilige Krieg" ist die einzige Form des Krieges,
die in der Hauptrichtung des Islam erlaubt ist.

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Ulrich Zwinglis 67 Artikel waren in der so genannten 
Züricher Disputation von 1523, 
in der Zwingli sich vor den Stadtvätern verteidigen musste, 
von entscheidender Bedeutung. 
In dieser Schrift legte er die Grundgedanken seiner reformatorischen Theologie 
so überzeugend dar, dass der Rat der Stadt beschloss, 
die Reformation in Zürich einzuführen. 

Die ersten 17 dieser Schlussreden (Artikel oder Thesen) sind hier wiedergegeben.
 

Zwinglis Schlussreden 
Ich, Huldrych Zwingli, bekenne, daß ich diese nachher angeführten Artikel und Meinungen 
in der löblichen Stadt Zürich gepredigt habe, aufgrund der Heiligen Schrift, 
die theopneustos [2 Tim 3, 16] - d. h. von Gott inspiriert - 
heißt, und ich erbiete mich, gemäß der Heiligen Schrift diese Artikel zu verteidigen 
und mich, falls ich die Heilige Schrift nicht recht verstünde, 
eines Besseren belehren zu lassen, doch nur aus der Heiligen Schrift.

1. Alle, die sagen, das Evangelium gelte nichts 
ohne die Bestätigung der Kirche, irren und schmähen Gott.

2. Summe des Evangeliums ist, daß unser Herr Christus Jesus, 
wahrer Gottessohn, uns den Willen seines himmlischen Vaters kundgetan 
und uns mit seiner Unschuld vom Tode erlöst und [mit] Gott versöhnt hat.

3. Somit ist Christus der einzige Weg [Joh 14, 6] zur Seligkeit für alle, 
die je waren, sind und sein werden.

4. Wer eine andere Tür sucht oder zeigt, der irrt, ja, 
der ist ein Mörder der Seelen und ein Dieb [Joh 10, 1].

5. Deshalb irren alle diejenigen, die andere Lehren dem Evangelium gleich oder höher stellen; 
sie wissen nicht, was [das] Evangelium ist.

6. Denn Christus Jesus ist der Führer und Hauptmann, 
von Gott dem menschlichen Geschlecht verheißen und auch gegeben [Jes 55, 4],

7. daß er ewiges Heil und Haupt ist aller Gläubigen, 
die sein Leib sind [Eph 1, 22f.], der aber ohne ihn tot ist und nichts vermag [Joh 15, 5].

8. Aus dem folgt erstens, daß alle, die in dem Haupte leben, 
Glieder und Kinder Gottes [Joh 1, 12] sind. 
Und das ist die Kirche oder Gemeinschaft der Heiligen, 
Christi „Hausfrau" [Eph 5, 25f.; vgl. Offb 21, 2]: 
Ecclesia catholica, [die allgemeine Kirche].

9. Zweitens, daß, wie die leiblichen Glieder ohne Leitung des Hauptes nichts vermögen, 
so in dem Leibe Christi niemand etwas vermag ohne sein Haupt, Christus.

10. Wie es um den Menschen schlecht bestellt ist, 
wenn die Glieder etwas ohne das Haupt tun - sie reißen, verwunden, schädigen sich selbst -, 
ebenso ist es, wenn die Glieder Christi etwas ohne ihr Haupt, Christus, unternehmen - 
es ist schlecht um sie bestellt, sie schlagen und beschweren sich selbst 
mit unweisen Gesetzen [Mt 23, 4; Apg 15, 10].

11. Deshalb sehen wir, daß die Satzungen der 
sogenannten Geistlichen über ihren Prunk, Reichtum, Stand, Titel, 
Gesetze eine Ursache aller Torheit sind, 
denn sie stimmen mit dem Haupt nicht überein.

12. Sie wüten sehr, die geistlichen Herren, aber nicht um Christi, 
ihres Hauptes willen, sondern weil man ihrem Toben Einhalt gebiete, 
damit sie einzig auf das Haupt hören; 
denn Gott sei Dank, durch seine Gnade wird dieses Haupt 
zu unseren Zeiten in seiner vollen Autorität wieder herausgestellt.

13. Wenn man auf das Haupt hört, erlernt man den Willen Gottes deutlich und klar, 
und der Mensch wird durch seinen Geist zu ihm gezogen und in ihn verwandelt.

14. Darum sollen alle Christenmenschen ihren höchsten Fleiß darauf verwenden, 
daß überall allein das Evangelium Christi gepredigt wird;

15. denn im Glauben besteht unser Heil und im Unglauben unsere Verdammnis [Mk 16, 16]; 
alle Wahrheit ist nämlich klar in ihm [= Evangelium].

16. Im Evangelium lernt man, 
daß Lehren und Satzungen der Menschen 
zur Seligkeit nichts nützen [Mt 15, 9].

Vom Papst 
17. Christus ist der alleinige, ewige, oberste Priester [Hebr 7, 24]. 
 

Heiko A. Oberman u. a. (Hg.): Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen. Band 3: Die Kirche im Zeitalter der Reformation. Neukirchen-Vluyn 1988, S. 96f.
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Also nicht:
"Anstrengungsvermeidung durch Vorteilsbeschaffung"
sondern
"Überzeugende Darstellung" hier: Züricher Disputation

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Heiliger Stuhl

In bewusster Annäherung an die katholische Kirche 
als einer der wesentlichen Stützen seiner Diktatur 
war Mussolini bestrebt, einen Ausgleich mit dem Papsttum 
hinsichtlich der Römischen Frage zu finden. 

Nach langen Verhandlungen schlossen die italienische Regierung 
und der Heilige Stuhl im Februar 1929 die Lateranverträge, 
in denen der italienische Staat die Souveränität des Heiligen Stuhles 
über die Vatikanstadt als neutralen Staat 
und das Papsttum Rom als Hauptstadt Italiens anerkannte. 
Ein Konkordat regelte daneben die Beziehungen zwischen Kirche und Staat.
 
 

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Die Rangordnung im Kardinalskollegium wird nach dem Bistum 
und dem Zeitpunkt der Weihe festgelegt. 

Seit 1965 wird der Dekan des Kardinalskollegiums, ein Kardinalbischof, gewählt. 
Der Dekan weiht den Papst, wenn dieser zum Zeitpunkt seiner Einsetzung noch nicht Bischof sein sollte. 
Der oberste Kardinaldiakon im Kardinalskollegium 
ruft einen neu gewählten Papst aus und führt ihn in sein Amt  ein. 

Der Kardinalkämmerer verwaltet die weltlichen Güter des Vatikans, 
führt die Kirche, wenn der Heilige Stuhl nicht besetzt ist.
 
 

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Die Verhandlungen zwischen der Regierung Italiens und dem Heiligen Stuhl 
über die Römische Frage wurden 1926 wieder aufgenommen 
und 1929 mit der Unterzeichnung der Lateranverträge abgeschlossen. 

Die Verträge wurden von König Viktor Emanuel III. 
und Ministerpräsident Benito Mussolini von staatlicher 
und vom Stellvertreter Pius' XI., Kardinalstaatssekretär Pietro Gasparri, 
auf kirchlicher Seite abgeschlossen. 
Im Staatsvertrag anerkannte Italien die 
Souveränität des Heiligen Stuhles 
und die Vatikanstadt als neuen Kirchenstaat 
mit dem Papst als Staatsoberhaupt; 

der Heilige Stuhl erkannte im Gegenzug Rom als Hauptstadt Italiens an. 
Das Konkordat bestätigte dem Heiligen Stuhl die freie Ausübung 
der kirchlichen Gewalt, 
und das Finanzabkommen sah eine Entschädigungszahlung 
an den Heiligen Stuhl für den Verlust des Kirchenstaates 
in Höhe von 1,75 Milliarden Lire vor und bestätigte 
ihm den Besitz einiger Kirchen und Paläste außerhalb der Vatikanstadt.
 
1947 wurden die Lateranverträge in die italienische Verfassung aufgenommen; 
1984 wurden sie durch ein neues Konkordat, 
das dem Wandel der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse Rechnung trug, ersetzt.
 
 

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[fri 2003]