BIOGRAPHIE
Franz Rontag: 1897 -1980

Amateurfotograf in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts

Mehrfarben-Bromölumdrucke

Franz Rontag fotografierte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Amateur und entwickelte seine mit einer Voigtländer Lochbildkamera gemachten Fotos selbst ganz im Stile seiner Zeit: Kleinkunst, Motive aus der Technik, Licht und Schatten in der Natur, große Wolken- und Gebirgsmotive. Er sticht hierbei wenig unter seinen Zeitgenossen hervor. Zwar wurden einiger seiner Fotos bei internationalen Ausstellungen ausgezeichnet und ihn Fotozeitschriften veröffentlicht, jedoch fehlen besonders gelungene Portrait- oder Ganzkörperfotos in seiner Sammlung, die ihn vielleicht berühmt gemacht hätten, denn technisch zeigte er sich äußerst versiert.
Besonderes Interesse jedoch erweckt seine sogenannte "Farbphotographie" zu einer Zeit, in der es noch kein farbempfindliches Fotopapier gab. Er bediente sich des Mehr-Farben-Bromölumdruckverfahrens (vgl. dazu: techn. Erläuterungen, Edeldruckverfahren) und erreichte dabei eine handwerkliche Fertigkeit, die zu Resultaten an Farbfrische und Farbechtheit führte, wie sie zu seiner Zeit unerreichbar schienen, und auch heute noch, nach 75 Jahren, bestechend frisch wirken.
"Während Katolicky so als Meister der Lichtbildkunst anzusprechen ist, wendet sich Rontag einem neuen Ziel, der Farbenphotographie, zu. Schon auf der im Frühsommer veranstalteten Verbands-Ausstellung fiel Rontag mit einer prächtigen Vierfarbenaufnahme auf. " ("Reichspost" vom 11. Sept. 1935, Nr. 251 Wien)

Auf seine Zeitgenossen wirkten die Blätter "natürlich und förmlich zum Greifen wahr" (zit.) .

Ebenso intensiv beschäftigt er sich mit der Entwicklung von Farbdiapositiven in einem Großformat, in denen er dieselben Motive wie in den Bromölumdrucken abhandelte: Früchte, Blumen, Keramik. Landschaftsaufnahmen sowie Aufnahmen von Lebewesen sind nur in ganz wenigen Einzelfällen gelungen, was auf Grund des komplizierten Verfahrens einer 3-fachen Filteraufnahme des gleichen Objekts einleuchtet.

3 Farben Bromölumdruch, "Goldbandlilie" (1932)
(Bild anklicken, um zu vergrößern)

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