Ballett in Stichworten
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Dies ist eine Fanseite. Die hier beschriebenen Rollen, Begriffe, Techniken und so weiter sind selber erarbeitet und zusammengestellt unter Zuhilfenahme einiger Bücher wie "Grundlagen des klassischen Tanzes" von A.J. Waganowa, "Ballettsaal" von A. Woolliams, "Erste Schritte im klassischen Ballett", "Ballett-Faszination" von M. Niehaus, "Methodik des klassischen Pas de deux" von György Lörinc, "Modern Jazz Ballett" von G. Rebel,  PC Lexikon Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2002. © 1993-2001 Microsoft Corporation. Ich kann keine Gewähr für die Richtigkeit geben und keine Verantwortung übernehmen für falsche oder fehlende Informationen. Ich bitte euch diese Inhalte selbst zu überprüfen. Sie ersetzen auch keinen Unterricht. Bei einer Verwendung der Texte und Bilder, auch in Auszügen, möchte ich euch bitten, einen Verweis auf meine Seite zu geben. Übrigens gebietet es die Höflichkeit vorher Bescheid zu geben!

 

Warum überhaupt tanzen?

Wir haben alle die Sehnsucht, die Seele fliegen oder baumeln zu lassen und der tanzende Körper erzählt davon. Tanz ermöglicht eine bewusste Lebensgestaltung, bereichert unsere Ausdrucksfähigkeit, stärkt das Selbstbewusstsein; er ist ein Ausbruch aus der Körperfeindlichkeit unserer Zeit in der wir zum Stillsitzen erzogen werden. Tanzen ist eine Herausforderung, jeden Tag wieder. Man ist niemals am Ziel, es ist wie eine Barrikade, die man durchbrechen muss um sich lebendig zu fühlen. Man muss etwas von seinen inneren Gefühlen zeigen, wie ein Licht, das zum scheinen gebracht werden soll. Im Tanz steckt ein großer Ausdruck von Gefühlen. Es ist manchmal unreal, mystisch - eine Welt nicht von dieser Erde; eine Welt der Magie. Für mich ist es wie eine Art von Droge, denn man kämpft mit sich selber und überwindet den Schmerz. Es gibt einem die Gelegenheit zur Entfaltung, zur Verwirklichung!

 

Hobby: Ballett/Tanz

Man ist mit Sicherheit noch nicht zu alt für das Ballett, wenn man es "nur" als Hobby machen will. Auch, wenn man vorher überhaupt noch nicht getanzt hast. Sehr schnell kann man sich ein Leben ohne den Tanz nicht mehr vorstellen. Zu Anfang sind die französischen Begriffe vielleicht etwas einschüchternd. Aber wenn man eine(n) gute(n) LehrerIn hat, der die Übungen vormacht, und außerdem die Terminologie verwendet, dann wird man sicher schnell damit klar kommen. Wichtig ist, dass man die richtige Ballettschule für sich findet. Man sollte sich mehrere Schulen ansehen, und den Unterricht und Lehrer vergleichen, damit man sich ein Urteil bilden kann.

 

Beruf: Ballerina

Jede bedeutende Tänzerin muss neben der Technik etwas Eigenes mitbringen. Es reicht nicht, wenn eine Tänzerin "nur" über brillante Technik verfügt. Man muss sich mit dem klassischen Ballett auf seine eigene Weise auseinandersetzen. Dazu gehört ein Hochleistungstraining. Man muss dazu geboren sein, über einen besonders begabten Körper verfügen. Dann muss die Technik trainiert und besonders eine innere Haltung entwickelt werden. Man sollte rundherum begabt sein. Wenn es dem Körper eines Tänzers nicht gelingt Bewegung mit Gefühl oder Bedeutung zu erfüllen und im Zuschauer eine entsprechende Stimmung, einen lebendigen Inhalt zu vermitteln, dann gehört ein solcher Körper nicht ins Ballett. Eine Ballerina ist eine Künstlerin, die den Raum, indem sie sich bewegt, mit ihrer Persönlichkeit ausfüllt. Die Ballerina muss die Zuschauer mit ihrer Technik in den Bann ziehen, sie soll aber auch eine Geschichte erzählen, Gefühle und Stimmungen vermitteln. Man kann jede menschliche Regung in Tanz ausdrücken. Es hat etwas aristokratisches an sich. Man wird während der Ausbildung mit verschiedenen Stilen vertraut gemacht. Dazu gehört ein ausführlicher Unterricht in National- und historischen Tänzen. Es ist für eine Ballerina von großem Vorteil, wenn sie vielseitig ist und besonders in zeitgenössischen Stücken ganz verschiedene dramatische Stimmungen zum Ausdruck bringen kann. Tänzer müssen neben Begabung, körperlicher Eignung, Musikalität, Kraft, Energie und Zähigkeit auch Masochismus und die Bereitschaft, ihren Körper vollständig in den Dienst des Tanzes zu stellen mitbringen. Es ist beim Ballett nicht anders als bei Eiskunstläuferinnen, Turnerinnen oder Gymnastinnen: Von sehr jungen Menschen, die engagiert, ehrgeizig und begeisterungsfähig sind, wird alles verlangt - ohne Rücksicht auf Verluste. Oft ist es ein Einsatz für die Kunst bis hin an die Grenze der körperlichen und psychischen Belastbarkeit.

Die romantische Ballerina

Im frühen 19. Jahrhundert erhob die italienische Ballerina Marie Tallioni den Tanz auf der Spitze zu einem Ausdrucksmittel und schuf damit das schwerelose Bild der romantischen Ballerina. Auch die italienische Ballerina Carla Fracci ist berühmt für ihren romantischen Stil. La Sylphide gilt als Schlüsselwerk der Ballettromantik. Die Sylphide verkörpert die romantische Vorstellung einer Liebe die gleichzeitig verführerisch und unfassbar ist. Im romantischen Ballett standen oft nur Frauen auf der Bühne. Die Männer hatten weiter nichts als Hilfestellung zu leisten.

Die klassische Ballerina

Der reine klassische Tanz ist am schwierigsten. Im Grand pas klassique wird das Wesentliche des Klassischen Stils deutlich: Makellosigkeit. Das klassische Ballett hat das Ideal der Ballerina geschaffen, während der Tanz der Männer weit weniger entwickelt war. Sie haben die Mädchen nur zu heben, zu unterstützen und ihnen Kavalier zu sein.

Heute

Dann trat ein Geschmackswandel ein und seitdem hat man den Mann mehr in den Vordergrund geholt, stellt größere Anforderung an seine Technik, Kraft und Virtuosität. Und er ist damit zu einer Herausforderung für seine Partnerin geworden. 

Grundlage

Wenn man nun diese inneren Vorzüge in sich vereint, was fehlt dann noch zur Ballerina? Ein idealer Körper ist eine sehr gute Grundlage, aber das findet man sehr selten. Grundvoraussetzung ist ein kleiner Kopf auf einem langen Hals. Die Beine sollten möglichst lang sein, genau wie die Arme damit der Körper jene elegante Linie gewinnt die das klassische Ballett verlangt. Idealerweise sollen die Füße gebogen sein (guter Spann) und das gibt es selten.

Das klassische Ballett beruht auf einer Grundlage die wir auswärts nennen und die in der Fähigkeit besteht die Beine von der Hüfte heraus nach außen zu drehen. Manche Tänzer sind von Natur auswärts, andere müssen es sich durch Training aneignen. Aber selbst ein perfekter Körper und der beste Unterricht reichen nicht aus. Jeden Morgen wird der Körper für die Arbeit des Tages vorbereitet. Wenn man zwei Tage keine Exercise macht, merkst man es selber, wenn man vier Tage an keiner Klasse teilnimmt merken es andere. Jedes mal, wenn man an die Stange geht, beginnt der Kampf mit dem Körper, der sich wehrt.  In diesem Aufbäumen des Körpers liegt ein seltsamer Genuss. Man muss den Körper unter Kontrolle bringen.

Die Klasse beginnt mit einfachen Übungen um die Körper langsam anzuwärmen. Das dauert täglich 90 Minuten, jeden Tag des Berufslebens. Zusätzlich zu der Klasse und den Proben brauchen Tänzer manchmal weitere Übungen um Verspannungen zu vermeiden. Im Rücken zum Beispiel durch Strechting der Wirbelsäule. Gleichzeitig werden die Verhärtungen gelöst, die sich im Verlauf von Proben und Aufführungen aufgebaut haben. Diese Übungen dienen nicht nur zur Stärkung der Muskulatur sondern auch zur Dehnung und zur Verbesserung der Geschmeidigkeit. Die gleichzeitige Stärkung und Entspannung fördert auch die Kondition. Wenn man für eine bestimmte Rolle zusätzlich Kraft braucht ist ein zusätzliches Training mit Gewichten, nötig natürlich unter Aufsicht um optimales Training zu gewährleisten.

Eine Ballerina muss sich um ihren Körper und jede Einzelheit ihrer Erscheinung kümmern, sie muss sich selbst richtig einschätzen können. Wenn ihr z.B. ein Kostüm nicht gefällt oder es nicht wie eine zweite Haut sitzt, dann beeinträchtigt es die Leistung. Auch das Schminken muss sie beherrschen; Das Haar im Knoten, der aber nicht zu tief sitzen darf um die Nackenlinie nicht zu ruinieren. Augen und Mund müssen deutlich betont sein. Gleichzeitig soll der Akzent auf das Thema des Balletts gesetzt sein. Beispielsweise bei Don Quichote einen Spanischen Akzent mit einer Blume im Haar, starkem Rouge und vollen roten Lippen.

Spitzenschuhe

Spitzenschuhe vervollständigen das Bild und unterstützen die Erscheinung. Ursprünglich waren die Ballettschuhe weich und hatten nur die Aufgabe den Fuß zu schützen. Daraus haben sich dann Schuhe mit ganz schmalen Leisten entwickelt und seit Anna Pawlowa zwängte man die Zehenknochen in eine Form die Ähnlichkeit mit einer Röhre hat und auf der das ganze Gewicht liegt. Inzwischen haben sich die Tänzerinnen ein bisschen dagegen aufgelehnt, sie verlangen etwas Erleichterung und mehr Stütze vom Schuh. Die Schuhe sind ihr Werkzeug, darauf muss sie sich bei der Ausübung ihrer Kunst verlassen können. Die kleinste Abweichung an einem Schuh kann die Leistung beeinflussen.

Technik

Die Techniken im Ballett bestehen aus Bewegungen und Positionen, die im Laufe der Jahrhunderte ausgearbeitet wurden und bilden ein festgelegtes System, das als akademisches Ballett (danse d’école) bezeichnet wird. Dazu gehören Musik und Kostüm genauso wie Bühnenbild, Beleuchtung und so weiter. Die Schritte wurden erstmals in Frankreich benannt und systematisiert. Der Übersichtlichkeit halber wurde dieses Benennungssystem international übernommen. Es gibt aber auch kleine Unterschiede in verschiedenen Trainingssysteme, z.B. die Waganowa-Technik, R.A.D. (Royal Academy of Dance), ... .

Ballerinen kommen aus Deutschland, Russland, Frankreich, Italien und Amerika, aber der Begriff ist international. Alle bedienen sich der universalen Sprache des Balletts. Die Grundschritte die ein Tänzer beherrschen soll muss man lernen. Man muss den Körper, die Füße die Knie den Oberkörper jeden Tag nach besonderen Vorschriften trainieren. Das gilt für den russischen Stil genauso wie für den italienischen, französischen und dänischen. Aber es gibt auch Unterschiede. Diese beginnen beim Unterricht.

Das American Ballet Theatre wurde von George Balanchine gegründet. Er brachte seine russische Technik mit nach Amerika und gab ihr das Tempo und die Energie die so typisch ist für NY.

Die Royal Ballet Shool ist in London. Der Choreograph Frederick Ashton hat die Anforderung die man an englische Tänzerinnen stellt wesentlich mitgeprägt. Ihre klassische Technik wird ergänzt durch Sanftheit, Zurückhaltung und Wohlerzogenheit. Sie sollen eher Bescheidenheit zeigen als Temperament.

Die Russische Schule betont Harmonie, Gefühl für Bewegung und die Ausnutzung des Raumes.

Das königlich dänische Ballett in Kopenhagen ist traditionsbewusst und eine der ältesten Kompanien der Welt. Der bedeutendste Ballettmeister der Dänen war August Bounonville der seine Ausbildung in Paris erhielt. Er brachte den klassischen französischen Stil nach Dänemark.

Der Bournonville Stil besticht durch seine Einfachheit, verlangt aber äußerst virtuose Beinarbeit. Die Grundschritte sind die gleichen aber die Dänen führen sie manchmal ganz anders aus. Die Bournonville-Tradition wird in Kompanie und Schule gepflegt. Ein Unterschied zum russischen Stil ist zum Beispiel die Bewegungsführung der Arme. Die Bewegungen sind ganz einfach. Das gibt dem Stil etwas weiches. Es wirkt vielleicht nicht so brillant aber die Beinarbeit ist bei Bournonville umso virtuoser. In Paris erhielt Bournonville seine Ausbildung.

Die französischen Ballerinen sind ein Produkt des Stils den Bournonville damals vorfand. Gleichzeitig stehen sie unter dem virtuosen Einfluss der italienischen Schule, die gegen Ende des letzten Jahrhunderts an Bedeutung gewann. Heute ist der französische Stil eigentlich ein französisch-italienischer Stil. Er verlangt eine brilliante Technik, Klarheit und Virtuosität.

 

 

 

 

 

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Das Ballett ist eine klassische Form des Bühnentanzes und hat sich seit dem 15. Jahrhundert an den italienischen Renaissancehöfen entwickelt. Es waren Schauspiele, die Malerei, Poesie, Musik und Tanz beinhalteten und in großen Ballsälen stattfanden. In Frankreich wurde Le Ballet Comique de la Reine (Das Komische Ballett der Königin), das erste Ballett, von dem noch die gesamte Partitur existiert, 1581 in Paris aufgeführt. Es wurde von Balthazar de Beaujoyeux inszeniert, einem Geiger und Tanzmeister am Hofe der Königin Katharina von Medici. Tanz war Unterhaltung des Adels, darum galt es sehr prachtvolle Kostüme, Bühnenbilder und Bühneneffekte zu zeigen.

Unter Ludwig XIV. (1643-1715), dem "Sonnenkönig" (von einer Rolle, die er in einem Ballett tanzte), wurde eine große Zahl von Balletten an seinem Hof aufgeführt. Viele davon haben Jean-Baptiste Lully und der Choreograph Pierre Beauchamp komponiert, der auch die fünf Fußpositionen definiert haben soll. Ebenfalls in dieser Zeit entwickelte der Dramatiker Molière das comédie-ballet, ein Lustspiel mit Tanzeinlagen.

1661 gründete Ludwig XIV. die königliche Tanzakademie, den ersten professionellen Zusammenschluss von Tanzmeistern. Ludwig trat bis 1670 selbst auf, bis das Hofballett dem professionellen Tanz Platz machte. Erst 1681 traten Berufstänzerinnen, in der Inszenierung des Balletts Le Triomphe de l’Amour (Der Sieg der Liebe), erstmals auf. Vorher waren nur Männer zum Ballett zugelassen, während Frauenrollen mit Masken dargestellt wurden.

Der französische Ballettmeister Raoul Feuillet hielt in seinem Buch Chorégraphie (1700) die Tanztechniken seiner Zeit fest, darunter viele Schritte und Positionen, die auch heute noch verwendet werden. Mit der opéra-ballet (Ballettoper) wurde zu dieser Zeit eine neue Bühnenform entwickelt. Der Franzose Jean Philippe Rameau komponierte mit Les Indes galantes (1735) eine der berühmtesten Ballettopern, in der exotische Länder und Völker dargestellt wurden.

Im 18. Jahrhundert waren die Tänzer mit Masken, Perücken und gewaltigem Kopfschmuck beladen, und sie trugen hochhackige Schuhe. Frauen trugen panniers, Reifröcke, die an den Seiten noch zusätzlich drapiert waren; Männer einen tonnelet, einem knielangen Reifrock. Die französische Tänzerin Marie Camargo kürzte ihre Röcke und zog Schuhe ohne Absatz an, um ihre glänzenden Sprünge zu zeigen. Marie Sallé entledigte sich des Korsetts und trug statt dessen in ihrer Ballettkreation Pygmalion (1734) eine griechische Tunika.

Ein bekannter Vertreter des dramatischen Balletts des 18. Jahrhunderts war der Franzose Jean Georges Noverre, der Briefe über Tanzkunst und über die Ballette (1760) schrieb und damit viele Choreographen beeinflusste. Er schlug natürliche, harmonische und einfach nachzuvollziehende Bewegungsabläufe vor. Er konnte seine Ideen u. a. in seinem bekanntesten Werk Medea und Jason (1763) realisieren.

Einer seiner zahlreichen Schüler war Jean Dauberval, der in seinem Ballett La fille mal gardée (1789, Die schlecht behütete Tochter) Noverres Ideen mit einem komischen Thema verknüpfte. Daubervals italienischer Schüler Salvatore Viganò war an der Mailänder Scala tätig und erarbeitete eine Vielzahl von ausdruckskräftigen Pantomimen, die genau mit der Musik abgestimmt waren. Charles Didelot, ein französischer Schüler von Noverre und Dauberval, wirkte hauptsächlich in London und Sankt Petersburg. In seinem Werk Flore et Zéphire (1796) ließ er die Tänzer an unsichtbaren Drähten über die Bühne schweben.

In dieser Zeit entstand auch der Spitzentanz; da damals die geblockten Spitzenschuhe noch nicht erfunden waren, konnten sich die Tänzer anfangs nur für einen kurzen Moment auf den Spitzen halten.

Der italienische Choreograph Carlo Blasis, ein Schüler von Dauberval und Viganò, schrieb die Tanztechnik des frühen 19. Jahrhunderts in Code of Terpsichore (1830) nieder. Ihm wird die Erfindung der Attitüde zugeschrieben, zu der er von einer bekannten Arbeit des flämischen Bildhauers Giambologna inspiriert wurde, einer Statue des Gottes Merkur, der leichtfüßig auf den Zehenspitzen des linken Beines verharrt.

 

Romantisches Ballett

Die Geschichte des romantischen Balletts beginnt mit der Uraufführung des Stückes La Sylphide 1832 in Paris. Marie Taglioni tanzte die Rolle der Sylphide, einem übernatürlichen Wesen, das von einem Sterblichen geliebt und zerstört wird. Die Choreographie machte ihr Vater Filippo Taglioni; er ließ seine Tochter überwiegend auf den Spitzen tanzen, um ihre überirdische Leichtigkeit und Körperlosigkeit darzustellen. La Sylphide brachte viele Änderungen ins Ballett sowohl in der Thematik als auch im Stil, in der Technik und in den Kostümen. Wenige Jahre später wurde in Giselle (1841) ebenfalls der Gegensatz zwischen menschlicher und übernatürlicher Sphäre thematisiert.

Das romantische Ballett beschränkte seine Thematik jedoch nicht auf übernatürliche Wesen. Die österreichische Tänzerin Fanny Elßler verhalf bodenständigeren und sinnlichen Charakteren zu Bekanntheit. Ihr berühmtester Tanz war die Cachucha in Le Diable Boiteux (1836, Der hinkende Teufel), ein andalusischer Solotanz mit Kastagnetten.

Frauen dominierten im romantischen Ballett. Obwohl auch eine Reihe guter Tänzer wie Jules Perrot und Arthur Saint - Léon auftraten, wurden sie von den Ballerinen Marie Taglioni, Fanny Elßler, Carlotta Grisi, Fanny Cerrito und vielen anderen in den Schatten gestellt.

Taglioni und Elßler tanzten in Rußland, Perrot und Saint - Léon kreierten dort Ballette. Elßler tanzte auch in den USA, in Paris jedoch war die große Zeit des Balletts fürs erste vorbei. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden hier nur wenige bedeutende Ballette. Eine der Ausnahmen war Coppélia, 1870 von Saint - Léon choreographiert; hier wurde im Gegensatz zur alten Tradition sogar die männliche Hauptrolle von einer Frau getanzt.

In Rußland hingegen erlebte das Ballett am Ende des 19. Jahrhunderts einen Höhepunkt. Marius Petipa wurde Choreograph des Kaiserlichen Russischen Balletts. Er vervollkommnete das abendfüllende Handlungsballett, das Tanzszenen und pantomimische Szenen aneinanderfügte. Seine bekanntesten Werke sind Dornröschen (1890) und Schwanensee (gemeinsam mit dem Russen Lew Iwanow choreographiert), beide zu Musik von Peter Iljitsch Tschaikowsky.

 

20. Jahrhundert

Die große Zeit des russischen Balletts hängt zu Beginn des 20. Jahrhunderts eng mit zwei Namen zusammen: Marius Petipa und Michail Fokin. Auf der Basis von Petipas Choreographiemethoden veränderte Fokin das Ballett hinsichtlich Choreographie, Bühnenbild und Kostüme. Er verwirklichte seine Ideen mit den Ballets Russes, einem neuen Ensemble, das der russische Impresario Serge Diaghilew zusammengestellt hatte.

1909 debütierten die Ballets Russes in Paris und hatten sensationellen Erfolg. Die Tänzer, allen voran Waslaw Nijinski, wurden stürmisch gefeiert. Das Ensemble hatte ein breitgefächertes Repertoire, unter anderem Fokins Der Feuervogel (1910), Scheherazade (1910) und Petruschka (1911). Die Ballets Russes wurden zum Synonym für Innovation und Unterhaltung, ein Ruf, den sie in den zwanzig Jahren ihres Bestehens aufrechterhalten konnten.

Diaghilew arbeitete von Anfang an mit bedeutenden Künstlern im In- und Ausland zusammen, z. B. mit den russischen Bühnenbildnern Léon Bakst und Alexandre Benois und dem Komponisten Igor Strawinsky, aber auch mit Pablo Picasso und Maurice Ravel. Diaghilews Choreographen Michail Fokin, Branislava Nijinska, Waslaw Nijinski, Léonide Massine, George Balanchine und Serge Lifar experimentierten mit neuen Themen und Bewegungsstilen.

Die Erfolge der Ballets Russes belebten das Ballett weltweit. Die russische Ballerina Anna Pawlowa verließ das Ensemble und gründete eine eigene Ballett - Truppe und gab internationale Gastspiele. Fokin arbeitete mit vielen Tanzkompanien, u. a. dem späteren American Ballet Theatre. Massine half bei der Gründung des Ballet Russe de Monte Carlo mit, das nach Diaghilews Tod entstand. Zwei ehemalige Mitglieder der Ballets Russes, die Tänzerinnen Dame Marie Rambert und Dame Ninette de Valois, waren die Begründer des britischen Balletts. Ramberts Schüler waren u. a. Sir Frederick Ashton, Antony Tudor und John Cranko.

In den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts entstand in den USA und in Deutschland der Modern Dance. Martha Graham, Doris Humphrey, Mary Wigman und andere kehrten dem traditionellen Ballett den Rücken und schufen eigene, weniger künstliche, expressive Bewegungsarten und Choreographien, die sich mehr auf das tatsächliche menschliche Leben bezogen. Auch thematisch spiegelte sich diese Hinwendung zum Realismus wider. 1932 kreierte der deutsche Choreograph Kurt Jooss das Antikriegsballett Der Grüne Tisch. Antony Tudor entwickelte das psychologische Ballett, das das Innenleben der Charaktere in den Mittelpunkt stellte. Auch Gesellschaftstänze und Jazz Dance fanden jetzt Eingang in das Ballett. 1944 schuf der amerikanische Choreograph Jerome Robbins mit Fancy Free ein Werk, das Modern Dance, Jazz Dance, Show und Gesellschaftstänze miteinander verband.

In den vierziger Jahren entstanden in New York zwei große amerikanische Ballettensembles, das American Ballet Theatre und das New York City Ballet.

1956 traten zum ersten Mal nach dem 2. Weltkrieg russische Ensembles (wie das Bolschoi- und das Kirow - Ballett) im Westen auf. Mit diesen Ensembles wurden auch Tänzer wie Rudolf Nurejew, Natalia Makarowa und Michail Barischnikow weltberühmt.

Das Repertoire des heutigen Balletts bietet eine große stilistische Vielfalt. Choreographen experimentieren mit neuen und mit traditionellen Formen und Stilrichtungen, und die Tänzer versuchen ständig, ihr technisches und dramatisches Können zu erweitern. Neben dem Modern Dance entwickelte sich Mitte der siebziger Jahre der Free Dance, ausgehend von dem amerikanischen Tänzer und Choreographen Merce Cunningham. Diese Richtung fand in Europa großes Interesse. Hier sind die wichtigsten Vertreter das Nederlands Dans Theater und das Tanztheater Wuppertal mit Pina Bausch.

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Die Anforderungen an die Ballerina wachsen ständig. Die Choreographen suchen in jeder Generation nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten indem sie immer mehr verlangen und die Sprache des Tanzes erweitern. Aber jede Ballerina wird immer noch nach ihrer Interpretation der klassischen Rollen beurteilt. Sie muss ihr klassisches Repertoire perfekt beherrschen. 

Schwanensee

Odette ist eine verwunschene Prinzessin die in eine Schwanenkönigin verwandelt wurde. Sie kann nur erlöst werden, wenn ihr ein Mann Liebe verspricht und die Treue hält. Im zweiten Akt lernt sie Prinz Siegfried kennen.

Für Schwanensee muss eine Ballerina eine Reihe körperlicher Voraussetzungen mitbringen: eine sanfte, fließende Körperlinie, lange Beine und einen langen Hals. Schmiegsame, ausdrucksvolle Arme und deutlich gewölbte Füße.

Schwanensee ist ein lyrisches Drama das nicht nur eine makellose Technik verlangt sondern auch eine besondere Begabung für dramatischen Ausdruck. Man muss den goldenen Mittelweg finden zwischen der Darstellung eines verschreckten jungen Vogels (Vogelartige Manieren) und ihrem menschlichem Wesen. Odette ist ein verzaubertes Schwanenmädchen die ihr Schicksal kennt. Sie weiß, dass ihre Sehnsucht nach menschlicher Liebe in ihr Unglück führt. Auch die geistige Reife einer Ballerina ist für ihre Interpretation der Rollen ausschlaggebend. Sie selber muss die letzte Entscheidung treffen. Die einzelnen Schritte sind vom akademischen Kanon vorgegeben. Alles andere ist ihr Sache. Im dritten Akt verwandelt sich die Ballerina in Odilie, den schwarzen Schwan. Bei dieser Rolle kann eine Ballerina wunderbar ihre Verwandlungskraft zur Schau stellen. Aus der reinen unschuldigen Odette wird die selbstsichere unwiderstehliche böse Verführerin. Odilie muss resolut sein, aufregend und sexy.

Dornröschen

Die zweite große klassische Rolle, nach der die Ballerina beurteilt wird, ist die Aurora in Dornröschen. Und man vergleicht sie immer mit legendären Aufführungen der Vergangenheit. Diese Rolle verlangt einen reinen Stil und den strahlenden Glanz ewiger Jugend. Von allen klassischen Choreografien des 19. Jahrhunderts stellt die Rolle der Aurora die höchsten Anforderungen. Sie verlangt nicht nur technisches Vermögen und Kondition sondern, noch wichtiger, die Beherrschung des reinen klassischen Stils. Zu bewundern z.B. an den vierfachen Pirouetten zu Ende des Solos.

Giselle

Die dritte große Rolle ist Giselle. Es ist die tragische Geschichte eines Bauernmädchens das verrückt wird und an gebrochenem Herzen stirbt, nachdem sie von Graf Albrecht sitzen gelassen wurde. Aber nach ihrem Tode kommt sie wieder auf die Erde und rettet Albrecht das Leben. Im ersten Akt verwandelt sich Giselles unschuldiges Glück und ihre Liebe zu Albrecht in Wahnsinn. Sie stirbt an gebrochenem Herzen während der Vorhang fällt.

Es handelt sich nicht um ein einfaches Drama sondern um einen Konflikt zwischen Körper und Geist. Giselle handelt von der Tragik in der Liebe. Im ersten Akt sind die Liebenden glücklich aber es kommt nicht zur Vereinigung. Im zweiten Akt finden beide zusammen, aber es ist eine geistige Vereinigung. Sie vollzieht sich jenseits des Grabes in einer anderen Welt. Die beiden Akte des Balletts zeigen Giselle in verschiedenen Situationen ihres inneren Dramas, wobei sie ihrer Seele selbst treu bleibt. Im ersten Akt lasten alltägliche Pflichten auf ihr, die vor den Gefühlen einer ersten Liebe ihre Bedeutung verlieren. Im zweiten Akte erhebt sich ihre Seele losgelöst von aller Äußerlichkeit der Welt zu einer königlichen Gelassenheit und Weisheit. Hier zeigt sie die weibliche Seele in ihrer reinsten Ausformung, in ihrem tiefsten Wesen. Giselle ist ein Symbol des ewig weiblichen.

Man muss den Anschein vermeiden, man sei der Erde verhaftet. Die Ballerina muss deshalb versuchen sich so leicht und schwerelos wie möglich zu machen. Ganz besonders bei der Giselle muss sie das Physische im Ballettsaal zurück lassen und das spirituelle der Rolle zum Ausdruck bringen.

 

 

 

 

 

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à deux bras mit zwei Armen
Adeline Genée (1878-1970) Eine Tänzerin, die 1920 die "Association of Operatic Dancing" mitbegründete, später umbenannt in "Royal Academy of Dance". Heute erinnert das Studio im Academy Headquarter und der jährliche Adeline Genée Wettkampf an ihren Namen. Ihr wirklicher Name war Anita Jensen aus Århus in Dänemark.
à la Barre an der Stange
à la seconde zur Seite

à terre

auf dem Boden

adage [Italian: "adagio"; Englisch: "at ease"] Der zweite Teil einer Ballettstunde: langsame Arbeit mit Betonung auf anhaltenden Positionen und Balance. Langsame schöne Bewegungen die miteinander zu einer Etude verbunden sind. Meisten sind die Beine dabei viel in der Luft und werden lange oben gehalten.

Als Teil des Pas de deux meint man das Zusammenwirken von Tänzer und Tänzerin, wenn der Tänzer die Ballerina hebt, hält oder stützt. 

air, en l'air ["in the air"] in der Luft. Das Spielbein befindet sich in der Luft.

allegro

[Italian: "happy"] Der dritte Teil der Ballettstunde: Sprünge und Drehungen. Schnelle Arbeit, alle gesprungenen Schritte, meistens schnell und "leicht". Gewöhnlich unterteilt in petit ["little"] allegro und grand ["big"] allegro.       

allongé      

["elongated"] Die Arme sind so weit wie möglich gestreckt oder verlängert

aplomb

 

Standfestigkeit, Körperbeherrschung, korrekte Körperhaltung: Der Fuß darf nicht auf der großen Zehe stehen, sondern das Körpergewicht muss gleichmäßig auf die ganze Fläche des Fußes verteilt werden. Der Körper muss gerade auf den Beinen und nicht zur Stange geneigt stehen. Der Oberarm darf nicht hängen.
arabesque ["Arabic"] Eine Pose, bei der man auf einem Bein steht und das andere Bein gerade nach hinten ausstreckt und ein oder beide Arme so nach vorne gestreckt werden, dass von den Fingerspitzen bis zu den Zehen eine Linie denkbar ist. Das hintere Bein kann dabei auf dem Boden oder auf 45, 90, oder 135 Grad sein (vertikal gesehen; 90 Grad bedeutet parallel zum Boden).
Arme, Positionen Diese sind nummeriert sowie die der Füße, aber die Nummerierungen unterscheiden sich von einer Schule zur nächsten. Die vier Basis Positionen sind:

(a) Arme unten und ein bisschen vor dem Oberschenkel (genannt bras bas ["low arms"]),

(b) Arme an der Seite,

(c) Arme vorne (in etwa auf Höhe der Unterseite des Brustbeins),

(d) Arme über dem Kopf.

In allen Positionen sind die Arme leicht gebogen.

Hier ein grober Überblick, wobei die Ausführung nicht ganz korrekt ist (was auch in den verschiedenen Schulen anders gehandhabt wird)

assemblé ["assembled"] bedeutet in der Luft ´sammeln`. Ein Sprung aus der fünften Position: Demi- plié, mit einer gleitenden Bewegung das linke Bein (wenn der rechte Fuß vorne ist) in eine zweite Position bringen bei welcher die Fußspitze am Boden ist; mit dem rechten Fuß, der noch im plié ist, vom Boden abstoßen, hochspringen und beide Beine in der Luft gestreckt zusammen bringen (sammeln) und auf beiden Füssen landen. Variationen sind mit dem Fuß von vorne, der Seite oder hinten möglich.  
attitude ["attitude"] Pose mit einem Bein angewinkelt in der Luft. Ähnlich wie bei der arabesque ist das Bein gehoben aber im Gegensatz zur arabesque ist es geneigt, nicht gerade, und, ebenfalls im Gegensatz zur arabesque, kann es nach vorne, zur Seite oder nach hinten gehoben werden. Bei einer attitude nach vorne oder hinten sollte, falls das Bein auf 90 Grad gehoben wird, die Wade möglichst horizontal gehalten werden.  
au milieu Übung, die in der Mitte des Ballettsaales ohne den Halt an der Stange (barre) durchgeführt wird.
Audition Offizielles Vortanzen 
auswärts vom Körper weg. Die Grundlage der Ballett-Technik ist die auswärts gedrehte Position der Beine und Füße.    
 

 

 

 

 

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balancé ["rocking"] Ein Walzer Schritt. Beim balancé nach rechts startet man in der fünften. Auf 1-2-3 gehen die Füße zur Seite und das Gewicht verlagert sich. Sofort bringt man den linken Fuß hinter den rechten und verlagert das Gewicht auf den Ballen des linken Fußes während er sich erhebt. Das Gewicht wird zurück verlagert auf den rechten Fußballen flach auf dem Boden (nicht erhoben). Ein balancé zu einer Seite ist meistens gefolgt von einem zur anderen Seite. Sie können auch vor und zurück gemacht werden.
balançoire auch Battements en balançoire ["battements like a seesaw" = gewippte Battements]. Das Spielbein wird energisch zurück und vor geschwungen, zwischen der vierten vor und vierten zurück durch die erste Position. Im Gegensatz zu grand battements en cloche erfordern balançoires nicht, dass der Körper gerade gehalten wird.
Ballerina Solistin im klassischen Ballett
Ballerina Assoluta Bezeichnung der ersten Ballerina bei mehreren Ballerinen in der Compagnie
Balletomane Ballett-Fan oder -Enthusiast. Dieses Wort wurde am Anfang des 19. Jh. in Russland erfunden.
Ballett [Englisch: "ballet"; Italienisch: "balletto"; Lateinisch: "ballare"] Das Wort stammt vom lateinischen ballare = tanzen ab. Gemeint ist der Bühnen- und Theatertanz, das Bühnenensemble, das die Tänze aufführt, und auch die zum Tanz komponierte Musik; im engeren Sinne der klassisch-akademische Tanzstil ("danse d'école"). Ballett ist ein Zusammenspiel mehrer Kunstformen wie Tanz, Musik, Kostümen, Theater und Beleuchtung.   
ballon ["balloon"] Das Erscheinen von Schwerelosigkeit. Man sagt, ein Tänzer habe ballon, wenn es so scheint, als ob sie/er konstant in der Luft ist und nur einen Augenblick Bodenkontakt hat.
ballonné ["ball-like"] Sprung auf einem Bein während das andere sich streckt, beugt und gegen das Sprungbein "schlägt". Man steht in der fünften. Demi-plié, mit einer gleitenden Bewegung wird der rechte Fuß (wenn man mit rechts vorne beginnt) zur zweiten Position in Höhe von 45° geführt. Dann springt man mit links vom Platz weg, so als ob man auf die Spitze des rechten Fußes springen wollte. Landung wieder auf dem linken Fuß im demi-plié und der rechte wird sur le cou-de-pied vorgeführt. Diese Übung kann in vielen verschiedenen Richtungen variiert werden.
ballotté ["tossed"] Linker Fuß rück croisé, rechtes Bein demi-plié. Hochspringen und die Beine in der fünften Position schließen, nach vorne an dem ursprünglichen Standpunkt vorbei führen und den Körper dabei zurück neigen. Rückfall auf den linken Fuß, demi-plié, rechtes Bein vor nach effacé. Ohne das rechte Bein einzubiegen hochspringen, die Füße in der Luft zur fünften führen, nach rück führen an dem ursprünglichen Standpunkt vorbei, den Körper dabei nach vorn. 

Dies ist für Frauen eine sehr schwierige Bewegung, weshalb sie den Schritt oft vereinfachen indem sie zum Beispiel daraus ein Springen mit herauswerfen des Beines jeweils nach vor und zurück machen und dabei das Bein so stark beugen, dass das ballotté seine Form verliert.

barre ["bar"] 1. Die Stange auf etwa Taillenhöhe entlang der Studiowand. Wird von den Tänzern zur Stabilisierung im ersten Teil der Stunde benutzt.

         2. Der erste Teil einer Ballett Stunde, bestehend aus Übungen unterstützt von der Stange.

battement ["beating"] schlagen. Man führt "Schläge" mit gestrecktem oder gebeugtem Bein aus. Ein Oberbegriff für verschiedene Bewegungen bei denen eine schlagende Aufwärtsbewegung des Spielbeines mit anschließender Rückkehr in die Ausgangsposition erfolgt. Es gibt große und kleine battements. Es ist eins der Worte die oft ausgelassen werden (wie pas oder temps) aber trotzdem verstanden werden, z.B. frappé ist das Kürzel für battement frappé, etc.
battement fondu ["melted"] schmelzen, schmelzend. Eine langsame, ´schmelzende` Bewegung, bei der beide Beine gleichzeitig langsam gebeugt und gestreckt werden, wobei das Spielbein in der Luft ist und mit der Streckung des Standbeins gleichzeitig ´schmilzt` (nach vorne, hinten oder zur Seite). Auch eine Drehung auf dem Standbein während der ´Schmelze` ist möglich.
battement frappè double ["struck"] streiken oder schlagen. Der Spielfuß (kann geflext oder gestreckt sein) liegt tief am Fußgelenk/Knöchel des Standbeines, das Knie ist nur leicht gebeugt. Durch das Strecken des Knies wird der Unterschenkel entweder nach vorne, zur Seite oder nach hinten rausgeschlagen. Beim double schlägt der Fuß einmal vor rück oder rück vor an den Knöchel bevor er rausgeschlagen wird.
battement glissé Bein nach außen schnell über den Boden gleiten und schließen.
battement jeté Eine Bewegung, bei der das Spielbein in niedriger Höhe nach außen in die Luft geworfen und wieder geschlossen wird.  
battement tendu ["stretched beat"] Eine Bewegung, bei der das Spielbein direkt über den Boden geführt wird. Streckung des Spielbeines mit Heben bis 45 Grad vorwärts, seitwärts oder rückwärts, wobei sich das Standbein im Demi-Plié befinden kann. Balanchine nannte dies die wichtigste Übung im gesamten Ballett.
batterie geschlagene Sprünge (die Beine kreuzen sich mehrfach in der Luft)
Beneshnotation Tanznotation (siehe Tanzschrift) der britischen Tanznotatoren Rudolf und Joan Benesh, erfunden 1955. Neben der Labannotation die bekannteste Tanznotation.
Benesh-Institut Zentrum der Benesh Movement Notation. Seit seiner Gründung 1962 widmet sich das Institut der Ausbildung von Choreologen, beherbergt eine Tanzschriften-Bibliothek und schützt die Urheberrechte choreografischer Werke. Seit 1997 ist das Benesh-Institut in die Royal Academy of Dance integriert und residiert im RAD-Hauptquartier in London. Es stellt eine wichtige Verbindung zwischen der Academy und professionellen Tanzkompanien dar.    
bras  Arme
bras bas Arme unten
brisé  Kleiner Sprung bei dem beide Beine in der Luft zusammen schlagen.
brisé volé ["flying brisé"] Nach dem Sprung endet man auf einem Fuß, das andere Bein kreuzt entweder vorne oder hinten.
 

 

 

 

 

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cabriole Luftsprung. Es gibt viele Möglichkeiten: vor, rück, croisé, effacé, écarté, en arabesque, aus der fünften oder einer anderen Preparation, en fermeé, wie ein kleines tombée oder coupé, in Höhe von 45 oder 90 Grad. Beispiel:

Cabriole en effacé: linker Fuß vor, rechter croisé rück mit gestreckter Fußspitze auf dem Boden, mit dem linken Bein demi-plié. Das rechte Bein wird nach vorne raus ins effacé geworfen, sofort springt man hoch, führt die Arme aus einer vorbereitenden Position heraus durch die erste Position, den linken zur dritten und den rechten zur zweiten. Dann wird während des Sprunges das linke Bein an das rechte herangeführt, so dass die Waden aneinander schlagen, dabei wird der Körper leicht zurück geneigt. Knie und Fußspitzen sind natürlich völlig gestreckt. Rückfall auf den linken Fuß in demi-plié, rechtes Bein effacé vor in der Luft gehalten (also der Schwerpunkt leicht zurück auf dem Standbein).

Camargo, Marie (1710-1770 aus Brüssel in Belgien) An der 1671 in Paris gegründeten Academie royale de musique, der späteren Opéra, entwickelte sich das Ballett weiter: Die Technik verfeinerte sich, Frauen drangen allmählich auf die bis dahin den Männern vorbehaltene Tanzbühne vor. 1726 wurde die Camargo erste Solotänzerin der Opéra. Sie entlehnte dem Männertanz zahlreiche technische Schwierigkeiten (z.B. entrechats), schaffte den Blockabsatz des Tanzschuhes ab und verkürzte den Rock so weit, dass ihre Beinarbeit sichtbar wurde.
cambré ["bent"] Eine Neigung oder Biegung des Oberkörpers begonnen an den oberen Halswirbeln. Wirbel für Wirbel den Rücken nach hinten beugen, dabei die Hüfte nicht bewegen. Besonders vor oder rück aber auch seitlich möglich.
Cancan (französisch: Lärm, Geschwätz, Skandal) oder Chahut, französischer Tanz im schnellen Zweivierteltakt, der auf den spanischen Fandango zurückgeht. Ab 1840 war er unter der Bezeichnung Quadrille parisienne als Gesellschaftstanz in den Pariser Ballsälen groß in Mode und entwickelte sich später zu dem bekannten Ausdrucks- und Schautanz mit hohen Beinwürfen und spektakulären Spagatsprüngen, der von weiblichen Tanzgruppen mit geschürzten Röcken auf der Bühne dargeboten wurde. In der Operette wurde er von Hervé und Jacques Offenbach verwendet, der eine bekannte Cancanmelodie für seine Operette Orpheus in der Unterwelt (1858) schrieb. Berühmt sind auch die Plakate des französischen Malers Henri de Toulouse-Lautrec mit Cancantänzerinnen, die er für das von ihm häufig besuchte Nachtlokal „Moulin-Rouge” schuf, in dem Cancantänze noch heute eine der Attraktionen darstellen.
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chaîne

chaîne-tours

chaîne turns

["chained, rolling turns"] bedeutet Kette. Kurz für tours chaînées déboulés. Schnelle Drehungen auf halber oder ganzer Spitze mit den Beinen in einer festen ersten Position, jeweils eine halbe Drehung auf dem einen Fuß und die andere halbe Drehung auf dem anderen Fuß. Eine nach der anderen, so dass sie aneinander gekettet sind. Es sind beliebig viele Drehungen die hintereinander schräg durch den Raum oder die Bühne gemacht werden.
changement  ["change of the feet"] kurz für changement de pieds. Ein kleiner oder großer Sprung gerade nach oben aus der 5. Position mit einem Fuß vorne, gelandet mit dem anderen Fuß vorne. Die Fußstellung wird in der Luft gewechselt.
chassé

["chased"] jagen: ein Bein verfolgt das andere. Ein gleitender Schrittsprung. Das Spielbein schleift vor, das Gewicht wird auf das Spielbein verlagert und zieht das andere Bein über den Boden zu ihm. Es kommt dabei zu einem kleinen Sprung bei dem beide Füße in der fünften Position zusammen kommen.

Choreograph/ -ie (griechisch choreia: Tanz; graphia: Schrift) bedeutet wörtlich die schriftliche Fixierung der Tänze und Ballette. Auf der Bühne die Kunst, Tänze zu komponieren und auch die Bewegungen und Figuren einer Tanzkomposition.

Die Aufgabe des Choreographen ist es, sein Tanzkonzept oder seine Inszenierungsidee den Tänzern zu vermitteln. Er muss den Anforderungen der Musik, der Kostüme, der Dekoration und der Beleuchtung Rechnung tragen und die Auswahl der Tänzer seinem Konzept anpassen. Er kann bereits vorhandene Musik verwenden oder neue Musik in Auftrag geben, wobei Choreographen oft sehr eng mit den Komponisten zusammenarbeiten.* Er kann aber auch einen Tanz speziell auf einen Tänzer zuschneiden, auf seine/ihre besonderen Fähigkeiten.

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ciseaux ["scissors"] Die Beine öffnen wie Scherenklingen zu einer großen zweiten Position; kann auch gesprungen werden. Nicht zu verwechseln mit sissonne.  
class in Frankreich auch leçon: Stunde. Eine Ballett Klasse ist eine sorgfältig eingestufte Folge von Übungen die meist eineinhalb Stunde dauert. Die Arbeit wird in drei Parts unterteilt. Der erste Teil beinhaltet Dehnungs- (oder besser: Streckungs-) und Aufwärmübungen die mit Hilfe der barre (Stange) gemacht werden. Man verbringt etwa 40 Minuten bis eine Stunde an der barre. Dann geht man in die Mitte des Saals oder Studios um ohne Hilfe zu arbeiten. Der zweite Teil einer Klasse, das adage, beinhaltet langsame Arbeit bei der die Betonung auf der Stärkung der balance und der Ausarbeitung von Positionen liegt. Der letzte Teil der Klasse, das allegro, beinhaltet schnelle Arbeit, meistens Kombinationen (Folge von Schritten, Sprüngen, ...) mit den großen Sprüngen und Drehungen die das Ballett ausmachen.
cloche Das Bein schwingen wie eine Glocke.
combination Eine Folge von Schritten die zusammen gemacht werden wie eine Übung in einer Ballett Klasse.
Companie Bezahlte Gruppe von Berufstänzern  
Contemporary Tanz der ein strukturiertes technisches Körpertraining und das Erlernen tänzerischer Bewegungskombinationen bietet. Fällt in die Kategorie modern oder zeitgenössisch. Die Richtung des zeitgenössischen Tanzes durchlebt eine ungeheure Entwicklung, bei der großen Zahl der nachgewachsenen Choreografen. Die größte Unterscheidung zum klassischen Ballett ist, das meist nicht auswärts gearbeitet wird. Manche zählen Limon, Graham, Horton, und Jazz dazu.
Coppélia Ein Ballett aus St Léon um 1870 mit der Musik von Delibes (1836 - 1891). Dr. Coppelius baut die Puppe Coppélia. Swanilda’s Verlobter Franz verliebt sich in Coppélia und Dr. Coppelius versucht, sie mit einer Maschine zum Leben zu erwecken. Swanilda täuscht vor Coppélia zu sein, aber Franz bemerkt es. Am Ende sind sie wieder vereinigt.
Corps de ballet Eine Ballettgruppe, Gruppentänzer und alle Tänzer in einer Companie die keine Solisten ["soloists"] oder Hauptdarsteller ["principals"] sind.
cou de pied, sur le ["neck of the foot"] 1. Die dünnste Stelle der Wade, direkt über dem Knöchel, auch Hals des Fußes genannt.

              2. Eine Position. Ein Fuß ist sur le cou-de-pied, wenn ein Bein am Fußgelenk des anderen anwinkelt ist. In der Russischen Schule umwickelt der Fuß den Knöchel, wobei die Ferse vorne und die Zehen hinten sind. Der Fuß kann vor, seitlich oder hinter der Wade plaziert werden. Die Rückposition wird in manchen Schulen als falsch angesehen.

coupé ["cut"] ein Schritt bei dem der Spielfuß den Standfuß verdrängt (wegschneidet). Der eine Fuß "schneidet" den Boden unter dem anderen Fuß weg, dabei wechselt man das Standbein. Manchmal wird das coupé, fälschlicherweise, für die Position sur le cou-de-pied rück oder vor benutzt.
croisé ["crossed"] Eine Position auf der Bühne bei welcher der Tänzer in eine vordere Ecke schaut mit gekreuzten Beinen (aus Sicht der Zuschauer). Im croisé devant ist das downstage Bein in der vierten Position vor dem Körper; im croisé derrière ist das upstage Bein  in der vierten Position nach hintenMan steht so, dass die Beine, vom Publikum aus gesehen, sich überkreuzen.
croix, en ["in (the form of) a cross"] im Kreuz, gekreuzt. Meist angewandt bei Stangenübungen: Die Übung wird zuerst mit dem Spielbein nach vorne ausgeführt, dann zur Seite, dann nach hinten und zur selben Seite noch einmal.
 

 

 

 

 

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de coté seitwärts tanzen
dedans, en ["inward"] einwärts, nach innen bewegen. Eine Bewegung, ein Schritt oder eine Drehung wird von der Mitte nach innen bzw. vorne zum Standbein hin gemacht, also die Bewegung in Richtung Körper. Bei einer Pirouette en dedans dreht der Tänzer das hochgezogene Bein nach vorne. In einem rond de jambe en dedans wird das Spielbein in einem Halbkreis von vorne nach hinten geführt.
degagé ["disengaged"] bedeutet frei, getrennt, ungezwungen. Ein Wechsel aus einer geschlossenen zu einer offenen Position auf dem Boden.
dehors, en ["outward"] auswärts, nach außen bewegen. Eine Bewegung, ein Schritt oder eine Drehung wird von der Mitte nach außen bzw. hinten vom Standbein weg gemacht, also die Bewegung weg vom Körper. Bei einer Pirouette en dehors, dreht der Tänzer das gehobene Bein von vorne weg. Beim rond de jambe en dehors wird das Spielbein in einem Halbkreis von vorne nach hinten geführt.
demi halb
demi-plié halb gebeugt. Position in einer halben Kniebeuge. Beide Fersen bleiben dabei auf dem Boden.
derrière ["behind"] direkt hinter dem Körper (im Gegensatz zu devant). Es kann eine Platzierung des Fußes oder Armes hinter den Körper gemeint sein. À la quatrième derrière ist eine Position mit dem Bein gerade hinter dem Körper.
dessous ["under"] beschreibt eine Bewegung mit dem Spielbein unter (genauer: hinter) dem Standfuß. Englisch sprechende Tänzer haben schon mal Schwierigkeiten mit den französischen Endungen -ou und -u, weshalb sie eher dazu tendieren "under" und "over" statt "dessous" und "dessus" zu unterscheiden.
dessus ["over"] beschreibt eine Bewegung mit dem Spielbein über (genauer: vor) dem Standfuß.
détourné ["turned aside"] eine ruhige Drehung bei der die Achse auf den Zehen im relevé liegt.
devant ["ahead"] direkt vor dem Körper (im Gegensatz zu derrière). À la quatrième devant ist eine Position mit dem Bein gerade vor dem Körper.
developé ["developed"] entfaltet, entwickelt. Eine Bewegung in welcher das Spielbein zum Knie des Standbeins hochgezogen wird (passé) und sich von dort langsam in eine Position in der Luft, normalerweise auf 90 Grad (also parallel zum Boden), entwickelt.  Bei der Übung kann das Spielbein aus dem Passé nach vorn (en avant), seitwärts (à la seconde) oder zurück (derrière) ausgestreckt werden - mit gebogenem oder gestrecktem Knie.
doublé doppelt
 

 

 

 

 

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ecarté derrière ecarté bedeutet abgelegen (auch: auseinander). Wenn man diagonal zum Publikum steht wird das Bein, das am weitesten weg vom Publikum ist, seitlich gestreckt.
ecarté devant Wenn man diagonal zum Publikum steht wird das Bein, das am dichtesten am Publikum ist seitlich gestreckt.
echappé ["escaped"] fliehen oder entkommen. Eine Bewegung bei der die Beine aus einer geschlossenen Position (erste, dritte oder fünfte) in eine offene Postion (zweite oder vierte) ´fliehen` um dann wieder gesammelt, also zurück in die Ausgangsposition geschlossen, zu werden. 
echappé, grand beide Beine strecken sich nach einem tieferen demi-plié während des Sprunges in einer geschlossenen fünften. Der Sprung soll dabei so hoch wie möglich sein und erst während des Rückfalls werden die Beine zur zweiten geöffnet. Beim Rückfall kann man auf einen Fuß enden und ein Bein in attitude, arabesque oder développé vor in Höhe von 90 Grad halten, also in einer großen (grand) Pose.
echappé relevé ´fliehen` auf der halben Spitze
echappé relevé doublé echappé "unterbrochen" durch ein extra relevé (erheben auf die halbe oder ganze Spitze)
echappé sauté ´fliehen` mittels eines Sprunges. Die Landung ist auf dem flachen Fuß, nicht auf der halben Spitze
echappé sauté battu die Beine schlagen vor / zurück bevor man landet
effacé ["effaced"] Eine Position auf der Bühne in der der Tänzer so steht, dass beide Beine, vom Publikum aus gesehen, ganz zu sehen sind (geöffnet).
élancer ["to dart"] Eine von Noverre's sieben Bewegungen (siehe movements). 
elevation Die Fähigkeit hoch in die Luft zu springen. Ein step of elevation is a jump.
Elsser, Fanny (1810 – 1884) Eine Tänzerin die zu den berühmtesten Ballerinas der Romantik zählt. Ihr bekanntester Tanz war um 1836 der Cachucha im spanischen Stil mit Kastagnetten im Diable boiteux (ca. 1707 von dem französischen Schriftsteller Alain René Lesage (1668-1747).
emboité ["boxed"] Ein Sprung aus der fünften rechts vorne. Hochspringen mit Krümmung des rechten Beins auf 45 Grad. Landung auf dem rechten Fuß, das linke Bein leicht gebogen und dem linken Fuß vor dem rechten Knöchel. Dann zur anderen Seite: Sprung vom rechten Fuß auf den linken, Landung mit dem rechten Fuß vor dem linken Knöchel. Diese Bewegung wird oft während Drehungen This movement is often done while turning and travelling.
en arrière rückwärts. Ein Schritt wird vom Publikum weg nach hinten getanzt.
en avant vorwärts. Ein Schritt wird zum Publikum hin nach vorne getanzt.
en bas unten
en couronne wie eine Krone. Gemeint ist eine 5. Position der Arme mit leicht überkreuzten Händen
en dedans ["inward"] einwärts, nach innen bewegen. Eine Bewegung, ein Schritt oder eine Drehung wird von der Mitte nach innen bzw. vorne zum Standbein hin gemacht, also die Bewegung in Richtung Körper. Bei einer Pirouette en dedans dreht der Tänzer das hochgezogene Bein nach vorne. In einem rond de jambe en dedans wird das Spielbein in einem Halbkreis von vorne nach hinten geführt.
en dehors ["outward"] auswärts, nach außen bewegen. Eine Bewegung, ein Schritt oder eine Drehung wird von der Mitte nach außen bzw. hinten vom Standbein weg gemacht, also die Bewegung weg vom Körper. Bei einer Pirouette en dehors, dreht der Tänzer das gehobene Bein von vorne weg. Beim rond de jambe en dehors wird das Spielbein in einem Halbkreis von vorne nach hinten geführt.
en face ["facing"] Eine Position auf der Bühne bei der man geradeaus mit Gesicht und Bauch zum Publikum tanzt.
en haut oben
en l'air ["in the air"] in der Luft. Das Spielbein befindet sich in der Luft.
en opposition Der entgegengesetzte Arm ist oben.
en tournant Drehend. Ein Schritt wird drehend ausgeführt. 
enchaînement ["chaining"] Eine Schrittfolge
entrechat ["braided, interwoven"] Ein Sprung bei dem die Beine leicht geöffnet werden und die Waden aneinander schlagen, dann die Beine sofort wieder zur Seite öffnen und wieder landen. Auch mehrere Wadenschläge sind möglich. Es gibt verschieden, leicht abgewandelte, entrechats: royal, quatre, six, huit, trois, cinq, sept, de volée, six de volée. Bei allen entrechats landet der Tänzer auf beiden Füßen in der fünften. Bei ungeraden landet man mit einem Fuß sur le cou-de-pied. Zum Beispiel im entrechat quatre startet der Tänzer in der fünften Position:  Wenn der rechte Fuß vorne ist springt man, wechselt dabei die Füße zweimal und landet wieder mit dem rechten Fuß vorne. Man könnte ein einfaches changement  auch entrechat deux nenne, aber das habe ich noch nicht gehört.
entrelacé Ein jeté Sprung bei dem die Beine ineinander verflochten zu sein scheinen. Man springt ab, wirft ein Bein nach vorne zur Höhe von 90 Grad heraus und während des Sprunges macht der Körper eine Drehung. Rückfall auf das vorherige Standbein in arabesque oder attitude.
envelopé developé rückwärts. Das Bein wird gehoben, dann passé geführt (das Knie führt), dann am Bein entlang schließen, zuletzt Spitze, Ballen, ganzen Fuß aufsetzen.
épaulement ["shouldering"] Die dritte und fünfte Position werden mit einer Wendung der Schulter verbunden: ist der rechte Fuß vorne, wird die rechte Schulter leicht nach vorne und der Kopf nach rechts gewendet. In der vierten Position sind zwei Wendungen möglich: im croisé geht die rechte Schulter vor und der Kopf nach rechts; im effacé, rechter Fuß vorne, geht die linke Schulter vor und der Kopf nach links.
étendre ["to stretch"] Eine von Noverre's sieben Bewegungen (siehe movements).
etude einüben eines kleinen Tanzes
exercice Übung, die an der barre (Stange) durchgeführt wird.
extension Verlängerung. Hohe Beine bei der Tänzerin, also die Fähigkeit das Spielbein hoch zu heben und zu halten. Das wird erreicht durch eine Kombination von angeborener Beweglichkeit und viel Training.
 

 

 

 

 

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failli ["giving way"] Ein sissone ouvert gefolgt von einem chassé passé nach vorne. Man springt aus der fünften mit beiden Füßen vertikal nach oben. Das linke Bein wird nach hinten auf 45 Grad geöffnet und ohne Verzögerung gleitet das linke Bein durch die erste Position und man endet croisé im demi-plié.
Füße, Positionen Es gibt fünf Basispositionen der Füße im Ballett.

1: Die Füße stehen Ferse an Ferse und in einer Linie;

2. Die Füße stehen in einer Linie nebeneinander aber um etwa eine Fußlänge auseinander;

3. Die Füße stehen voreinander, ein Fuß vor dem anderen und der vordere überschneidet den hinteren um etwa eine halbe Fußlänge;

4. Die Füße stehen getrennt durch eine Fußlänge voreinander. Die vierte wird manchmal unterschieden in eine offene vierte (wie die erste Position abgesehen von der Trennung der Füße) und eine geschlossene vierte (wie die fünfte Position abgesehen von der Trennung der Füße).  

5. Die Füße stehen voreinander wie in der dritten aber sie berühren sich über die ganze Länge: Ferse an Zehen und Zehen an Ferse (Russische Schule). In einer Cecchetti fünften gibt es keine komplette Fußüberlappung.

fermé geschlossen. Die Füße sind in einer geschlossenen Position. 
fermé, jeté Ein Jeté zur Seite gesprungen. Ein Bein wird in die zweite Position geworfen, Sprung auf dieses Spielbein, dabei wird das vorherige Standbein hochgeworfen, Landung in die fünfte.
Fish dive Ein Schritt bei dem der Tänzer seine Partnerin in einer Fisch-Bewegung über den Boden schwingt. 
fondu ["melted"] schmelzen, schmelzend. Eine langsame, ´schmelzende` Bewegung, bei der beide Beine gleichzeitig langsam gebeugt und gestreckt werden, wobei das Spielbein in der Luft ist und mit der Streckung des Standbeins gleichzeitig ´schmilzt` (nach vorne, hinten oder zur Seite). Auch eine Drehung auf dem Standbein während der ´Schmelze` ist möglich.
fouetté ["whipped"] Eine Bewegung bei der das Spielbein energisch vor- oder rückgeführt wird. Dabei nutzt man die Trägheit des Beines um den Körper herumzudrehen, so dass das Bein um 180 Grad um den Körper gedreht hat und in der Ausgangsposition landet.
fouetté en tournant ["turning fouetté"] Eine Drehung des Standbeines, wobei das Spielbein als "Propeller" dient. Ein fouetté en tournant en dehors beginnt man mit dem linken Bein im plié, gleichzeitig geht das rechte zur zweiten Position in Höhe von 45 Grad. Man macht eine Tour en dehors auf dem linken Bein, währenddessen schwingt das rechte Bein hinter die Wade und wird sofort vor die Wade gebracht. Gelandet wird wieder im demi-plié, die Arme öffnen zur Préparation in die zweite Position zur Wiederholung der Übung (in Schwanensee gibt es an einer Stelle 32 fouettés)
fouetté, grand nicht gedrehtes fouetté: aus dem croisé, linker Fuß vor, coupé mit dem linken Fuß, auf das linke Bein ins demi-plié senken und das halb eingebogene Bein nach vorne in Höhe von 90 Grad führen. Links auf  halbe Spitze erheben und mit rechts ein schnelles rond de jambs rück ausführen. Endung ist auf dem linken Fuß in demi-plié in der dritten arabesque en face.
fouetté, grand (en tournant) aus dem croisé, linker Fuß vor, coupé mit dem linken Fuß, auf das linke Bein ins demi-plié senken aber jetzt das Bein mit einem grand battement jeté in die zweite Position in Höhe von 90 Grad werfen. Demi-plié mit dem linken Bein; während der Drehung wird das rechte Bein mit einem battement nach vorne geworfen. Der Körper wird zurück geneigt und die Drehung en dedans beendet, das rechte Bein behält die Höhe. Am Ende steht man in der dritten arabeque.
fouetté, grand (en tournant sauté) die gleiche Bewegung wird mit einem Sprung ausgeführt. Nach dem demi-plié  auf dem linken Fuß wird das rechte Bein zur zweiten Position geworfen, das linke Bein löst sich währenddessen im Sprung vom Boden. Die Drehung ist während des Sprunges.
Französische Ballettschule König Ludwig XIV gründete 1661 in Paris die Akademie des Tanzes, "Académie Royale de Musique et de Danse". 1713 umbenannt in "École de Danse de l'Opéra", die heutige "École de Danse du Théâtre National de l'Opéra". Die Betonung liegt auf Eleganz und weichen, graziösen Bewegungen (weniger auf technischer Virtuosität).
frappé (double) ["struck"] streiken oder "schlagen". Abkürzung für battement frappé. Der Spielfuß (kann geflext oder gestreckt sein) liegt tief am Fußgelenk/Knöchel des Standbeines, das Knie ist nur leicht gebeugt. Durch das Strecken des Knies wird der Unterschenkel entweder nach vorne, zur Seite oder nach hinten rausgeschlagen. Beim double schlägt der Fuß einmal den Knöchel vor rück oder rück vor bevor er rausgeschlagen wird.
 

 

 

 

 

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Giselle Ballett von 1841: Ein Herzog, der sich nicht zu erkennen gibt, kommt in ein Dorf indem Giselle mit ihrer Mutter wohnt. Sie verliebt sich in ihn. Später befindet sich eine Gräfin bei einer durchreisenden Jagdgesellschaft, die zukünftige Ehefrau des Herzogs. Ein eifersüchtiger Junge aus dem Dorf bringt das ans Licht und Giselle wird wahnsinnig und stirbt an gebrochenem Herzen.
Im zweiten Akt erscheinen nacheinander beide Männer an Giselles Grab um zu trauern. Die "Wilis", Geister jungfräulich verstorbener Frauen, beherrschen diese Stunden. Sie wollen Giselle in ihren Kreis aufnehmen und bringen jeden Mann ums Leben, der sich dazwischendrängt. Der Junge aus dem Dorf fällt den Elfen zum Opfer aber Giselle rettet mit einem letzten Einsatz den geliebten Herzog vor dem Tod, bevor in der Morgendämmerung die Wilis wieder verschwinden und sie zurück ins Grab steigen muss.
glissade ["glide"] gleiten (von einem Bein auf das andere) Man beginnt mit einem pointe tendu. Dann verlagert man das Gewicht auf das Spielbein, schließt mit dem linken Fuß und landet im plié. Dieser Gleitschritt kann entweder gesprungen werden, oder der Fuß wird auf die Spitze geführt. Er wird auch als Vorbereitung oder Verbindung für andere Schritte oder Sprünge gebraucht.
glissé, battement Bein nach außen schnell über den Boden gleiten und schließen.
glisser Eine von Noverre's sieben Bewegungen (siehe movements).
Grade-Lehrplan Der Grade-Lehrplan der Royal Academy of Dance (RAD) besteht aus drei verschiedenen Bereichen oder Kategorien: Klassisch, Free Movement und Charakter. Die klassische Arbeit ist das Fundament und der wichtigste Teil des Grade-Lehrplans. Der Free Movement Bereich beinhaltet Bewegungen anderer Tanzstile wie natürlicher Bewegung, Contemporary und griechischem Tanz. Charaktertanz ist die Bühnendarstellung von Nationaltänzen, wobei die originalen ethnischen Tänze und deren Musik frei für das Theater adaptiert wurden. Die drei verschiedenen Stile - Ungarisch, Russisch und Polnisch - wurden wegen ihrer historischen Bedeutung für die Entwicklung der traditionellen abendfüllenden Ballette ausgewählt.

Der Major Grade-Lehrplan der RAD stellt sehr viel höhere Anforderungen an Leistung und Körpertyp der Schülerinnen und Schüler und ist nur zu empfehlen, wenn man definitiv Berufstänzer mit einer sehr guten Ausbildung werden will. Der Major oder auch Vocational (berufsbezogene) Grade-Lehrplan wurde für Jungen und Mädchen ab 11 entwickelt, die den klassischen Tanz ernsthafter betreiben, und den Wunsch haben Tanz zu studieren und später einen Beruf im Tanzbereich zu ergreifen.

Grade-Prüfungen Es gibt 9 verschiedene Grade-Prüfungen der Royal Academy of Dance (RAD), angefangen von Primary bis hin zum Grade 8 Award für Mädchen (derzeit noch nicht für Jungen möglich). Der Grade 8 Award ist so konzipiert, dass eine solistische Darstellung besonders gefördert wird. Für einen erfolgreichen Abschluss müssen alle Soli bestanden werden. Die Prüfungen sind nicht verpflichtend.

Männliche Kandidaten können Prüfungen bis Grade 5 Award ablegen.

Dann gibt es 6 verschiedene Major Grade-Prüfungen. Diese sind: Intermediate Foundation (ab 11 Jahren), Intermediate (ab 12 Jahren); Advanced Foundation (ab 13 Jahren), Advanced 1 (ab 14 Jahren), Advanced 2 (ab 15 Jahren), Solo Seal Award. Der Solo Seal Award ist der Höhepunkt des RAD-Prüfungssystems. Er findet in Form einer Vorstellung vor zwei Prüferinnen bzw. Prüfern und einem geladenen Publikum von Lehrern, Eltern und Gästen statt. Die Kandidatinnen und Kandidaten präsentieren ihre Solovariationen. Ihr Erfolg ist gleichzeitig ein Test für ihre potentielle Eignung als professionelle Tänzer in einer klassisch ausgerichteten Ballettkompanie.

Die Grade-Assessement-Prüfungen sind für die Teilnehmer im Ballettunterricht, die aus verschiedenen Gründen und / oder zu einem bestimmten Zeitpunkt, nicht in der Lage sind, die Anforderungen einer Prüfung zu erfüllen. Für diese Schülerinnen und Schüler bietet die RAD das Assessement-Programm an. Es gibt sieben Assessement-Stufen, von Pre-Primary bis Grade 5.

grand groß oder ganz
grand allegro alle großen Sprünge
grand battement ["big beat"] große Schläge. Ein kontrollierter "kick" bei dem das gestreckte Spielbein sich kraftvoll auf volle Höhe in die Luft hebt ohne den Körper mitzureißen, und wieder schließt. Das schließen des Beins muss ebenso kontrolliert sein wie das heben.
grand battement en cloche ["grand battement like a bell"] Grand battements in denen das Bein gleichmäßig zwischen der vierten Position vor und vierten Position rück schwingt. Auch hier kommt die Bewegung aus der Hüfte, der Körper bleibt gerade.
Grand fouetté siehe "fouetté, grand"
grand jeté ["big thrown (step)"] Spagat-Sprung. Ein langer horizontaler Sprung, oft vorwärts, der auf einem Bein startet und auf dem anderen Bein endet. In der Mitte des Sprungs ist der Tänzer kurzfristig in einer Spagatpose in der Luft.
grand jeté en tournant Doppelter grand jeté in der Luft gedreht.
Grand plié Eine ganze Kniebeuge
Green Room der Ort an dem die Tänzer sich während Prüfungen, Proben oder Aufführungen ausruhen und relaxen. Es wird grüner Raum genannt, weil die Wände in diesem Raum traditioneller Weise grün angestrichen sind, weil man annimmt, das die Farbe eine beruhigende Wirkung hat.
 

 

 

 

 

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Haare Das Haar muss, egal welche Frisur man trägt, fest sitzen. Spangen und Nadeln dürfen nicht herausfallen und Haarsträhnen nicht ins Gesicht hängen Bei Auftritten wird es in der Regel im Knoten tragen werden, der aber nicht zu tief sitzen darf um die Nackenlinie nicht zu ruinieren.
Harzpuder

(Kolophonium) Ein Puder, das aus dem Saft von Nadelbäumen gewonnen wird. Tänzer bestäuben damit ihre Schuhsohlen, um nicht auszurutschen.

Indianische Tänze In rituellen Tanzfesten, den Pow Wows, werden Götter milde gestimmt, angebetet oder dargestellt, aber auch über Jagd, Sieg oder verfeindete Stämme erzählt. Die Frauen nehmen meist eine passive Rolle ein, sie tanzen fast stillstehend am Rand, und drücken Respekt, Stolz und Demut aus. Es werden Tanzkategorien unterschieden nach traditionell (die älteste Form), Grass Dance, Jingel Dress Tanz für Frauen (ursprünglich ein Gebetstanz, der sich von den Großen Seen überall in USA und Kanada ausbreitete. Die Kleider der Tänzerinnen sind mit vielen gedrehten Dosendeckeln, Jingels, geschmückt.), Fancy Dance für Männer und Frauen (schnell und kraftvoll), Women Fancy Show (auch Schmetterlingstanz genannt, weil die Frauen wie Schmetterlinge über die Tanzfläche wirbeln und mit Tüchern die Flügelbewegungen nachahmen), sowie Tiny Tots (die Kategorie für Kinder bis 6 Jahre). Ein Pow Wow beginnt mit dem hereintragen der Landesfahnen. Nach den Fahnenträgern betreten die Tänzer die Tanzfläche. Wenn alle anwesend sind wird ein Fahnenlied gesungen, gefolgt von einem Veteranenlied und einem Gebet.
Indische Tänze

 

Der klassische indische Tanz handelt von Göttern und Dämonen, Helden und Schurken, Prinzen und Prinzessinnen. Es gibt viele verschiedene Formen von indischen Tänzen, die auch heute noch aufgeführt und gelehrt werden, dabei werden sieben Formen unterschieden: Bharata Natyam, Kathakali, Kuchipudi, Odissi, Manipuri, Mohini Attam und Kathak (abgeleitet von "Katha": Geschichte und "Kathaka": Geschichtenerzähler).
Italienische Ballettschule 1812 wurde in Mailand die "Kaiserliche Tanz Akademie" gegründet. Die Betonung liegt auf Stärke, brillanter Technik und Virtuosität.
 

 

 

 

 

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jambe Bein
jeté ["thrown"] Ein Spagatsprung von einem Fuß auf den anderen
jeté, battement Eine Bewegung, bei der das Spielbein in niedriger Höhe nach außen in die Luft geworfen und wieder geschlossen wird.  
jumps Sprünge. Sie werden untergeteilt in Sprünge

(1) von beiden Füßen auf beide Füße (z.B. changements);

(2) von beiden Füßen auf einen Fuß (z.B. sissonnes);

(3) von einem Fuß auf beide Füße (z.B., assemblés);

(4) von einem Fuß auf denselben Fuß (z.B., temps levés);

(5) von einem Fuß auf den anderen Fuß (z.B., jetés).

Karsavina, Tamara Platonovna (1885-1978) hatte eine lange Karriere hinter sich, bevor sie 1920 mit anderen Persönlichkeiten des Tanzes die "Association of Operatic Dancing" gründete, die später zur Royal Academy of Dance wurde. Karsavina war Vize-Präsidentin der Academy bis 1955 und eine der größten Ballerinas ihrer Zeit.
Kirov Companie Das Kirov Ballett ist im Mariinsky Theater in St. Petersburg in Russland. Von dort kommen z.B. Natalia Makarova, Altynai Asylmuratova und Mikhail Baryshnikov.
Libretto oder Szenario Die Handlung des Balletts wird Libretto oder Szenario genannt. Sie kann entweder für ein Ballett geschrieben oder aus literarischen Werken, Dramen oder Opern übernommen werden. Neben dem Handlungsballett gibt es auch Ballette ohne Handlung, die eine Stimmung schaffen, ein musikalisches Werk interpretieren oder auch nur den Tanz als ästhetisches Ereignis in den Vordergrund stellen.
Lighting Beleuchtung. Die Bühnenbeleuchtung kann spezielle Effekte erzeugen oder Objekte oder Darsteller mit dem Spotlight beleuchten.
 

 

 

 

 

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Medici, Catharina di Das Ballett entstand in Italien. Catharina di Medici brachte 1533 das Ballett nach der Heirat mit König Heinrich II. nach Frankreich und gründete 1581 die Gruppe "Le ballet comique de la Reine".
Methoden (Ausbildungsmethoden/ Ballettschulen) Akademisches, klassisches Ballett, wie wir es heute kennen, beginnt 1661 unter König Ludwig XIV in Frankreich, bzw. in Paris. Er gründet die erste "Königliche Akademie des Tanzes". 1738 errichtete ein Franzose in St. Petersburg die "St. Petersburg Kaiserliche Ballettschule" und begründete damit die russische Methode, nach der sich dann auch das Ballett des Kaisers in Moskau richtete, dass sogenannte "Zarenballett". Das "Zarenballett" gilt bis heute als das beste Ballett, dass es je auf der Welt gegeben hat. 1812 wurde dann in Italien, bzw. in Mailand die "Kaiserliche Tanz Akademie" ins Leben gerufen. In der Mitte des 19. Jh. (um 1850) verschoben sich die Ballettzentren der Welt, von Paris und Mailand, nach St. Petersburg und Moskau. Noch heute gilt das Kirov Ballett aus St. Petersburg, als das beste, bzw. als mit das beste Ballett jetzigen der Welt. 1920 wurde dann in London die "Royale Academy of Dance" gegründet und damit hatte nun auch England endlich eine "Königliche Akademie des Tanzes", die sich aus den 5 wichtigsten Ausbildungsmethoden der damaligen Zeit zusammensetzte: aus der französischen, der italienischen, der russischen, der dänischen und aus der englischen. Die Royale Academy of Dance (RAD) ist die letzte wirklich "königliche" Tanz Akademie, weil es in Europa ansonsten halt keine "richtigen" Königshäuser mehr gibt.
movements

["Noverre's seven"] Noverre (1727-1810) analysierte die Ballett Bewegungen und unterschied sieben Basis Kategorien:

plier, to bend: Biegen;

étendre, to stretch: Dehnung;

relever, to rise: Erhebung;

sauter, to leap: Springen;

élancer, to dart: Schnellen, Schwingen;

glisser, to glide: Gleiten;

and tourner, to turn: Drehung.

Seine Nummerierung:

(a) (Arme unten) ist das bras au repos der Französischen Schule, die preparatory position der Russischen Schule und die erste Position Cecchettis.

(b) (Arme an der Seite) ist allgemein bekannt als zweite Position.

(c) (Arme vorne) ist die erste Position der Französischen und Russischen Schule und die fünfte Position en avant Cecchettis.

(d) (Arme über dem Kopf) ist die fünfte Position für die Franzosen, dritte Position für die Russen, und fünfte Position en haut für Cecchetti.

 

 

 

 

 

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Nußknacker Ballett von 1892 nach der Musik von Tchaikovsky (1840 - 1893) und der Choreography von Ivanov. Das junge Mädchen Clara bekommt zu Weihnachten einen Nußknacker in Form eines Spielzeugsoldaten geschenkt. Die träumt daraufhin in dieser Nacht,  dass alles auf Riesengröße herangewächst. Sie wird von ein paar Riesenmäusen gejagt, die sie und den Spielzeugsoldaten bekämpfen. Clara rettet den Nußknacker, indem sie den Rattenkönig besiegt. Der Nußknacker verwandelt sich daraufhin in einen hübschen Prinz, der sie mitnimmt ins Königreich der Süßigkeiten, wo sie von feenhaften Wesen unterhalten wird.
opposition entgegen. Bewegung oder Position bei der die Arme in entgegengesetzter Richtung zum Spielbein sind.
ordinaire normal. Gleicher Arm wie das Bein.
ouvert Offen. Die Füße sind in einer offenen Position zum Publikum gerichtet.
 

 

 

 

 

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par terre Auf dem Boden.
pas Schritt. Viele der Schrittnamen im Ballett sind Adjektive oder Partizipien statt Substantiven; diese haben das Wort "pas" vorangestellt: z.B. "coupé" (das jeder sagt) ist normalerweise kurz für "pas coupé" (was aber keiner sagt).

Pas assemblé, Pas balancé, Pas ballonné, Pas battus, Pas chassé, Pas coupé, Pas ciseaux, Pas couru, Pas échappé, Pas emboîté, Pas failli, Pas glissade, Pas glissarde, Pas jeté. Wird auch für  Tänze gebraucht, wie pas de deux, einem Tanz für zwei, oder pas de quatre, einem Tanz für vier.

pas de basque ["Basque step"] Basquen-Schritt. Man springt von einem Bein auf das andere und macht dann einen Schritt nach vorne. Start in der fünften Position, rechts vorne. Aus dem demi-plié gleitet der rechte Fuß vor ins croisé und fährt mit einem demi-rond de jambe en dehors fort zur Seite, whwährend der linke Fuß im plié bleibt. Der linke Fuß gleitet durch die erste Position ins croisé vor. Zuletzt wird das Gewicht auf den linken Fuß verlagert und mit einem kleinen Sprung bringt man die Füße in der fünften Position zusammen. Man endet in der fünften croisé.
pas de bourée ["bourrée step," the bourrée being an old folk dance] Ein Schrittwechselschritt mit kleinen "hitzigen" Schritten auf der halben oder ganzen Spitze der Tänzerin oder des Fußballens des Tänzers. Dieser Ausdruck hat zwei Varianten: Die bekannteste Form ist pas de bourrée dessous. Und die zweite ist pas de bourrée couru ["running pas de bourrée"]. Wenn ein Tänzer bourrée als Verb benutzt, meint man i.d.R. pas de bourrée couru.
pas de bourée courru Winzige Trippelschritte in die 5., dabei bewegt sich der hintere Fuß immer etwas überkreuzt
pas de bourée piqué Pas de bourée mit angewinkelten Beinen.
pas de chat ["step of the cat"] Katzen-Sprung. Mit dem rechten seitlich hochgezogenen Knie nach rechts springen und in der Luft das andere Bein ebenfalls seitlich gebeugt hochziehen. In der Schwanensee Szene der vier kleinen Schwäne mit den verschlungenen Armen werden sechzehn pas de chat gemacht.
pas de cheval ["step of the horse"] Begonnen wird mit dem Spielbein im pointe tendu und zieht es über den Boden zurück zum Standbein; dann, ohne Pause, bringt man es cou-de-pied und zurück ins pointe tendu mit einem kleinen developpé. Der Schritt ähnelt dem scharren eines Pferdes.
Pas de deux Ein Tanz zu zweit
Pas de Quatre Ein Tanz für vier Leute. Es gibt einen sehr berühmten pas de quatre, der 1845 von den Ballerinas Marie Taglioni, Carlotta Grisi, Fanny Cerrito und Lucile Grahn getanzt wurde.
pas de petit Zwei kleine Schritte in die 5. auf der halben Spitze
passé ["passed"] Ein Bein wird am Knie des anderen anwinkeln. Dieser Begriff wird oft fälschlicherweise als Synonym für retiré benutzt.
passé jeté  
Penché ["leaning"] kippen. Eine Arabesque auf 90 Grad, wobei man den Körper leicht nach vorne neigt. Das Spielbein wird hochgeworfen, so dass sich der Körper dem Standbein nähert und ein größerer Winkel zwischen den Beinen erreicht wird, oft resultiert daraus ein 180 Grad Spagat.
petit Klein oder winzig
petit allegro alle kleinen Sprünge
petit battement ["little beat"] winzige Schläge. Das angewinkelte Spielbein tippt gegen das Standbein. Dies ist eine Übung für Schnelligkeit und Wendigkeit im Unterschenkel. Das Spielbein beginnt sur le cou-de-pied. Es öffnet zu einer halben zweiten Position bei der das Bein nicht ganz im Knie gestreckt wird. Das Spielbein schlisst dann sur le cou-de-pied entgegengesetzt zum Startpunkt (also rück, wenn man vor beginnt und vice versa). Knie und Oberschenkel bleiben am selben Platz und bewegen sich während der Übung nicht.
petit jeté ["little jump"] Von einem Bein auf das Andere springen, das eine Bein ist dabei angewinkelt
petit pas de basque en tournant Zwei kleine schnelle Schritte in die fünfte auf der halben Spitze, gefolgt von einer Drehung, wobei man die Füße wechselt.
pied Fuß
piqué pflücken. Ein gestreckter Fuß pickst in den Boden.
pique-tours Gestochene, fortlaufende Drehung (Pirouette) auf einer Fußspitze mit anschließendem Aufsetzen des ganzen Fußes usw. 
pirouette

["spin"] Eine Drehung auf einem Bein um die eigene Achse. Die Tänzerin dreht meist mehr als eine Runde. Das Spielbein wird meist im rétiré gehalten, aber auch andere Beinpositionen sind möglich. Die Tänzerin hat einen Bezugspunkt im Raum um nicht die Orientierung zu verlieren (siehe "Spot"). Pirouetten werden sehr schnell ausgeführt, es gibt aber auch geführte Pirouetten, in denen der Partner die Solistin stützt, die sehr langsam sein können.

Man unterscheidet pirouette en dehors und pirouette en dedans, je nachdem ob das Spielbein zum Körper oder weg vom Körper dreht.

pirouette en dehors Drehung rückwärts
pirouetten en dedans Drehung vorwärts
placement Ausrichtung des Körpers. Die richtige Ausrichtung zu haben/lernen, bedeutet gerade zu stehen, Hüfte auswärts gedreht und Schulterhaltung offen aber entspannt und mittig über der Hüfte. Das Becken gerade (weder vor- noch zurückstehend), gerader Rücken, Kopf gerade und das Gewicht mittig zwischen den Füßen. Der Körper ist zwar angespannt, aber nicht verkrampft; man steht nicht wie ein Soldat in Achtung-Stellung. Du solltest Dir vorstellen, Du bist an einem Faden über dem Kopf aufgehangen. Wenn man tanzt, muss man diese Körperhaltung beibehalten, ausgenommen die Schritte erfordern etwas anderes, wie épaulement, oder wie der leichte Bogen der Wirbelsäule der die arabesque begleitet
plié

["bent"] Kniebeuge, mit den Füßen in einer der fünf Positionen, mit den Beinen auswärts gedreht. Normalerweise die erste Übung in der Ballett Klasse.

Demi-plié ["half-bent"] ist eine leichte Beugung, so tief gebeugt wie es geht ohne die Fersen vom Boden zu heben. (in allen Positionen außer der zweiten)

Grand plié ["big plié"] ist eine tiefe Beugung, bei der die Oberschenkel horizontal zum Boden und die Knie bis zum Äußersten gebeugt sind. (in allen Positionen außer der zweiten)

plier ["to bend"] Eine von Noverre's sieben movements (siehe movements).
pointe ["point"] Die Spitze des Fußes. Man unterscheidet demi ["half"], quarter, three-quarter, sur les pointes ["on the points"] und unterscheidet so wie hoch die Ferse vom Boden ins relevé erhoben wird. Quarter point bedeutet mit der Ferse auf dem Boden, three-quarter point meint eine gerade Linie vom Knie zum Fußballen, demi pointe ist die halbe Strecke dazwischen. Bei der Position sur les points steht man auf der Spitze der Zehen (nur in speziellen Spitzenschuhen).
pointe tendu

["stretched point (of the foot)"] Eine Position bei der das Spielbein so in eine beliebige Richtung ausgestreckt wird, dass nur die gestreckte Fußspitze den Boden berührt.

port de bras

["carriage of the arms"] 1. Wie eine Tänzerin die Arme benutzt.

2. Arme tragen; Spezielle Bewegung der Arme, als first port de bras, second port de bras, etc.

3. Manchmal auch statt eines cambré benutzt. Ein großes port de bras ist eine kreisförmige Krümmung, jeweils in Richtung barre, dann über unten, weg von der barre, und dann rück und zurück zur barre: oder das Ganze in der anderen Richtung  

pose Ein Schritt, der in eine Position mit einem Bein in der Luft endet
Positionen

Stellung und Bewegung der Füße und Arme. Im klassischen Ballett gibt es fünf Positionen (siehe Arme, Positionen)

Positionen on stage Croisé, effacé, en face, écarté.
promenade ["walk"] Ein Drehpunkt auf dem die Tänzerin langsam herumdreht durch Bewegung der Ferse des Standbeins. Der Körper ist meist in einer arabesque oder attitude. Bei einer (durch den Pas de deux Partner) unterstützen Promenade dreht der Partner die Solistin.
 

 

 

 

 

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quatrième ["fourth"] Vierte Position (siehe Füße und Arme)   
quatrième, à la ["in the fourth"] À la quatrième devant ist mit dem dem Spielbein ausgestreckt nach vorne; à la quatrième derrière bedeutet das Spielbein nach hinten ausgestreckt.
 

 

 

 

 

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référence

Die Klasse endet mit der Référence. Eine Höflichkeitsformel, die gleichzeitig auch auf die Verbeugung vor dem Vorhang vorbereitet und Respekt gegenüber dem Beruf/Hobby bezeugen soll.

relevé

["raised"] erheben; auf die halbe oder ganze Spitze gehen. Das Erheben kann ruhig sein oder durch einen leichten Sprung unterstützt werden, je nach Schule.     

relever ["to rise"] Eine von Noverre's sieben movements (siehe movements)  
retiré ["withdrawn"] Eine Position, bei der der Spielfuß am Knie des Standbeins angelegt wird. Auch häufig, aber fälschlicherweise, passé genannt.
renversé jeté Aus der fünften Position demi-plié wird ein Bein in Höhe von 90° geworfen, das Standbein in attitude croisée demi-plié. Dann folgt ein renverse en dehors und man endet wieder in der fünften Position.
rond de jambe

["circular movement of the leg"] Beinkreise. Eine Bewegung bei der das Spielbein ein D um das Standbein macht. Sie kann auch mit dem Spielfuß in der Luft gemacht werden.

Bei einem rond de jambe en dehors auf dem Boden beginnt das Spielbein aus der ersten oder fünften Position über ein tendu vorwärts, macht einen Halbkreis zum pointe tendu rück, und geht dann durch die erste in die Ausgangsposition, wenn das rond de jambe wiederholt wird, ansonsten wird es in der ersten oder fünften Position geschlossen. Das rond de jambe ist eine gute Übung für die Auswärtsdrehung.

Bei einem rond de jambe en dedans wird die Bewegung andersrum gedreht.

Bei einem demi rond de jambe macht das Spielbein eine halbe Drehung und endet in der zweiten Position.

Das grand rond de jambe wird mit dem Standbein im plié ausgeführt.

Beim rond de jambe en l'air ist das Spielbein vom Boden erhoben, normalerweise auf 90° (parallel zum Boden).

rond de jambe en l´air Kreisbewegung des Spielbeines in der Luft (90°).
rond de jambe par terre Kreisbewegung des Spielbeines mit der Fußspitze am Boden.
Rosin

(Geigenharz/ Kolophonium) Das ist eine klebrige, goldene Substanz, die von Kiefern oder Lerchen kommt. Tänzer schmieren und reiben ihre Schuhe damit ein, damit sie nicht ausrutschen. Wenn die Tanzschule jedoch einen Linoleumboden hat, dann solltest du niemals Rosin verwenden.           

Russische Ballettschule (Waganova-Methode) Die russische Ballettschule entwickelte sich aus der französischen und der italienischen Schule, wurde 1738 von einem Franzosen in St. Petersburg gegründet und nannte sich "St. Petersburg Kaiserliche Ballettschule". 1920 entwickelte die Ballerina und Ballettlehrerin Agrippina Waganova, die heute in der ganzen Welt bekannte Waganova-Methode. Deshalb wurde später die "St. Petersburg Kaiserliche Ballettschule" in "Vaganova Institut" umbenannt.
 

 

 

 

 

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Salle, Marie

Eine Ballerina die im Ballett "Pygmalion" nur mit einem dünnen Kostüm bekleidet tanzte, was in der Pariser Oberschicht verpönt war und sie zwang, nach London zu ziehen, wo sie tanzen konnte, wie sie wollte.    

saut de basque Aus der fünften Position, rechter Fuß vorne wird mit dem rechten Fuß ein ungesprungenes coupé ausgeführt, den Fuß bis zum Knie heben. Der linke Fuß demi-plié, die Ferse ist dabei fest am Boden. Der rechte Fuß wird mit einer überleitenden Bewegung in die zweite Position geführt. Standbeinwechsel. Das linke Bein in die Luft 90° nach vorne werfen und springen (Sprung und Drehung rechts herum) und wieder auf den linken Fuß demi-plié fallen, das rechte Bein zum Knie einbiegen (ähnlich passé). Die Biegung des rechten Beines ist schnell und übergangslos, wenn der Schritt sauber ausgeführt wird. Beide Beine müssen völlig auswärts gedreht werden um während der Drehung sauber zu arbeiten. Man bleibt dabei nicht auf der Stelle sondern bewegt sich zu der Seite des herausgeworfenen Beins.
sauté springen. Eine Bewegung wird gesprungen, wie zum Beispiel beim echappée sauté
sauter ["to leap"] Eine von Noverre's sieben Bewegungen (siehe movements).
Schrittfolge Eine Aneinanderreihung von Schritten
Schwanensee Choreography: Reisinger 1877 - Music: Tchaikovsky (1840 - 1893) - Der böse Zauberer Rothbart verwandelt Prinzessin Odette in einen Schwan. Sie kann nur dann wieder eine Prinzessin werden, wenn ihr ein Mann seine Liebe schwört. Prinz Siegfried verliebt sich in sie und verspricht ihr sie zu retten. Rothbart spielt einen fiesen Streich, indem er seine eigene Tochter (Odile)als schwarzen Schwan verkleidet und zu einem Ball in den Palast schickt. Tragischerweise verwechselt Siegfried Odile mit Odette und heiratet den falschen Schwan. Von dem Ende gibt es zwei Versionen: Entweder Siegfried und Odette stürzen sich mit gebrochenem Herzen in einen See, oder sie schaffen es Rothbart's Fluch zu brechen und leben glücklich bis an ihr Lebensende. Traditionell, wird Odette und Odile (weißer Schwan und schwarzer Schwan) von der gleichen Ballerina gespielt.
seconde, à la

["in second"] In der zweiten Position. Siehe Arme, Positionen

Sissonne Nach seinem Erfinder benannt. Ein Typ von Sprung, der verschiedene Formen hat: sissonne simple, sissonne ouverte, sissonne fermé, sissonne fondue, und andere. Nicht zu verwechseln mit ciseaux.
sissone doublé Sissone ouvert gefolgt von einem coupe und einem assemble
sissone fermé

Springe von der 5. , wirf die Beine in der Luft auseinander und schließe dann gleich wieder in die 5.

sissone ordinàire Springe von der 5. und lande mit einem Bein angewinkelt
sissone ouvert

Springe von der 5. und lande mit einem Bein in der Luft ausgestreckt, schließe es dann "hinterher"

sissonnes simples Kleine Sprünge von beiden Füßen auf einen Fuß
soubresaut

["sudden leap"] Ein Sprung von beiden Füssen auf beide Füße. Begonnen in der fünften croisé, die Füße stoßen über den Boden so dass der Körper nach vorne fällt. Dabei sind die Beine zusammen und die Füße gestreckt. Vor dem Sprung neigt sich der Körper nach vorne und fällt dann während des Sprungs zurück, so dass die Beine zurück bleiben. Die Bewegung endet in der fünften croisé.

sous-sus; sus-sous [sous-sus = "under-over" / sus-sous = "over-under"] Ein relevé in einer festen fünften Position, ein Fuß immer vor dem anderen
soutenu

["sustained"] Langsame Drehung in der 5., mit einem Schritt oder einem rond de jambe à terre vorweg (en dehors oder en dedans); auch für eine ruhiges détourné.

Spielbein Das Bein, das die Bewegung ausführt.
Spielfuß liegt am Fußgelenk des Standbeines, das Knie ist leicht gebeugt. Durch das Strecken des Knies wird der Unterschenkel entweder nach vorne, zur Seite oder nach hinten rausgeschlagen.
Spitzentanz siehe Pointe
spotting; spot Eine Technik zur Orientierung und Vermeidung von Schwindel bei Drehungen. Einen Spot nehmen heisst ein deutliches Objekt als Anhaltspunkt zu nehmen und so lange es geht bei der Drehung hinzusehen, dann schnell den Kopf drehen so dass man es wieder sehen kann.
Sprung Es gibt viele verschiedene Sprünge beim Tanzen, wie z.B. sauté, jeté, grand jeté, Bournonville grand jeté, soubresaut und sissonne.
sur le cou-de-pied See cou-de-pied, sur le.
sur place auf der Stelle
 

 

 

 

 

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Taglioni, Marie (1804-1884) Sie war die erste, die auf voller Spitze tanzte und das in "Die Waldfee" (La Sylphide) vorführte. Sie ging als eine der größten Primaballerinen in die Geschichte ein.
Tanzschrift

schriftliche Fixierung von Tänzen und Balletten durch Zeichen für die Schrittfolgen. Einige Forscher glauben zwar, dass bereits im alten Ägypten oder Rom Tänze aufgezeichnet wurden, die ersten eindeutig überlieferten Tanznotationen stammen aber aus dem Europa des 15. Jahrhunderts. Die bekanntesten stammen von der britischen Lehrerin Margret Morris, den britischen Tanznotatoren Rudolf und Joan Benesh (Beneshnotation) und dem bedeutenden ungarischen Tänzer, Ballettmeister und Choreographen Rudolf von Laban (Labannotation). Das letztgenannte System, 1928 eingeführt und von seinem Erfinder als Kinetographie bezeichnet, besteht aus abstrakten Symbolen für Richtung, Rhythmus und Bewegungsebene verschiedener Körperteile und ist heute neben der Videoaufzeichnung das verbreitetste System zur Tanznotation.

temps levé ["raised movement"] Springen auf einem Bein (z.B. en cou de pied, oder en arabesque) Der einfachste Sprung von einem Fuß auf den selben     
temps lié

["joined movement"] Ein Ausdruck für eine Serie von verbundenen Bewegungen in der Mitte des Raumes, oft während des adagio. Es ist auch ein Begriff für eine Schrittform bei der das Gewicht von einem Bein auf das andere langsam verlagert wird.

temps relevé petit: aus dem demi-plié wird ein Fuß sur le cou-de-pied vorgebracht. Der Unterschenkel des gleichen Beins wird 45° in die zweite Position gestreckt während der andere Fuß ein relevé macht. Der Oberschenkel wird nicht bewegt.

grand: oft mit mehreren Drehungen verbunden

temps Wörtlich "Zeit" aber "Moment" passt etwas besser. Eine Bewegung die zu einem Schritt gehört. Grand sagte, dass in diesem Abschnitt kein Gewicht übertragen wird, was einige Fragen aufwirft über den Zusammenhang des Bewegung und des Wortes "temps lié".
tendu ["stretched"] Siehe battement tendu und pointe tendu
terre-à-terre ["ground to ground"] Schritte bei denen die Füße am Boden bleiben
tombé

["fallen"]  Das Spielbein wird gestreckt und dann fällt man auf dieses ins plié     

tour

Drehung

tour en l'air Drehung in der Luft / Gesprungene Drehung, Füße meist in die 5.
tour jeté

["thrown turn"] Kurz für grand jeté dessus en tournant ["big turning jete over"]. Ein Sprung bei dem man aus einem grande battement in die Luft springt und, wie beim Beginn eines grand jeté in der Luft, um 180° dreht (durch "Scheren" der Beine) so dass man auf dem anderen Fuß landet als man abgesprungen ist.

tournant, en

["turning"] Man sagt, ein Schritt wird en tournant gemacht, wenn er während einer Drehung ausgeführt wird.

tournant jeté / par terre

Jeté tournant kann in die Höhe und in die Weite (par terre) gerichtet sein. Im Jeté tournant par terre wird aus der fünften Position, rechts vorne, der rechte Fuß mit einer gleitenden bewegung am Boden effacé vor geführt. Das Gewicht wird auf diesen Fuß ins demi-plié verlagert. Das linke Bein wird zu 45° gehoben. Dann springt man vom rechten Fuß ab, schließt im Sprung die Füße in der fünften Position und dreht dabei einmal rechts herum. Dann fällt man ins demi-plié auf den linken FUß und der echte Fuß endet sur le coud de pied vor.

tourner ["to turn"] Eine von Noverre's sieben Bewegungen (siehe "movements").
Travestie ["in disguise", verkleiden] Eine Tänzerin tanzt eine Männerrolle in einem Männerkostüm oder ein Tänzer tanzt eine Frauenrolle in einem Frauenkostüm.
turnout

Das klassische Ballett beruht auf einer Grundhaltung die wir auswärts nennen und die in der Fähigkeit besteht die Beine von der Hüfte heraus nach außen zu drehen. Manche Tänzer sind von Natur auswärts, andere müssen es sich durch Training aneignen. Das Ideal ist, wenn beide Füße in einer geraden Linie 90° auswärts gedreht werden können. Ein forcieren der Füße ohne aus der Hüfte zu arbeiten kann Verletzungen, vor allem in den Knien sowie Zerrungen nach sich ziehen.

Tutu

Tüllkostüm, kurz Tutu genannt, Tütü ausgesprochen. "Anfangs wurde auf der Bühne nur die klassisch einfache Kleidung getragen. Das Tutu, ein glockenförmiger Rock aus durchscheinendem Stoff, kam durch Marie Taglionis Auftritt in La Sylphide (1832) in Mode. Im Lauf des Jahrhunderts wurde es immer kürzer und entwickelte sich zum Standardkostüm der Ballerina. Unter dem Einfluss des russischen Choreographen Michail Fokin wurden die Ballettkostüme im 20. Jahrhundert wieder vielfältiger. Heutzutage treten die Tänzer in den verschiedensten Kostümen auf, auch in dem einfachen Übungsdress, das im Unterricht getragen wird. Erstmals wurde es von dem russisch-amerikanischen Choreographen George Balanchine verwendet."

(Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2002. © 1993-2001 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.)

 

 

 

 

 

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Waganowa-Methode Eine der 5 wichtigsten europäischen Ausbildungsmethoden. Sie wurde 1922 von Agrippina Jakowlewna Waganowa (1879 - 1951) entwickelt. 1957 wurde die "St. Petersburg Kaiserliche Ballettschule" in "Waganowa Institut" umbenannt. Die Waganowa Technik wird nicht nur in Russland, sondern in der ganzen Welt angewendet.
Yoshida, Miyako Hauptdarstellerin (principal dancer) im Royal Ballet Covent Garden in London, England. Sie wurde in Tokio geboren und studierte an der Royal Ballet School in London. Sie gewann viele Preise und war berühmt für Aufführungen als Odette/Odile im Schwanensee. Sie leitete z.B. die Royal Ballet Produktion von "La Fille mal gardée".
Zamora, Monica Hauptdarstellerin im Birmingham Royal Ballet. Sie wurde in Spanien geboren und trainierte in der "Ion Beitia School". Im Alter von 16 Jahren trat sie der Royal Ballet School bei und 1991 dem Birmingham Royal Ballet. Ihre Hauptrollen waren z.B. Julia in Romeo und Julia und Odette in Swan Lake. Monica Zamora leitete die Sugar Rum Cherry Variation der Birmingham Royal Ballet Produktion von The Nutcracker Sweeties.

 

 

 

 

 

 

 

LAST UPDATE:

18.07.2003

09.07.2003

08.06.2003                   

Online seit 30.05.2003 © by Sabsi 2003

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