
Ehemaliger Meisterschüler an der
Kunstakademie Düsseldorf, renommierter Künstler, Oberstudienrat und
Karnevalssänger - wie passt das zusammen? Jürgen Schmitt aus
Scheven, in ganz NRW bekannt als "Schmitti", vereinigt diese Gegensätze
ganz locker in einer Person.
Als Sohn eines WDR-Sinfoniemusikers wurde er 1949 in Bonn geboren, und schon als Kind hatte er den Hang zur leichten Muse. So begann er bereits als Schuljunge die Bühnen vieler Kursäle zu stürmen, wobei er zur Gitarrenbegleitung vornehmlich den Song vom "Schokoladeneisverkäufer" von Bill Ramsey zum Besten gab. Doch er träumte von einem Leben als freischaffender Künstler. Sein Vater aber verlangte: "Ich finanziere ein Kunststudium nur, wenn Du gleichzeitig Lehrer wirst!"
So begann Schmitti nach dem Abitur im Jahre 1970 ein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf, unter anderem bei Joseph Beuys und Irmin Kamp. Dort schaffte er es sogar bis zum Meisterschüler. Im Jahr 1978 begann er als Lehrer am Turmhofgymnasium Mechernich, wo er noch heute unterrichtet.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer organisierte er nicht nur Ausstellungen seiner eigenen Werke, sondern auch bekannter Künstler wie Dali, Max Ernst, Chagall, Hans Bellmer und Paul Wunderlich. Viele Jahre lebte er in Brühl, wo er 1989 schließlich heiratete und mit der Schriftstellerin Marion , geborene Peters, eine Familie mit zwei Töchtern - inzwischen 13 und 16 Jahre - gründete. Mit dem Umzug nach Scheven in die Eifel rückte Schmitt nicht nur näher an seinen Arbeitsplatz, auch seine karnevalistische Ader pochte hier wieder stärker. "Denn auf den Eifeldörfern geht beim Karneval richtig die Post ab", erklärt er.
Nicht nur in der Region, sondern in ganz NRW machte er sich mit seinen Gesangsauftritten einen Namen, besonders mit seinem Coversong aus den 60ern "Wooly Bully - Volle Pulle". Schmittis Plattenlabel MK (Mallorca König) Records brachte den Song mit einem von ihm verfassten "leicht verdaulichen" deutschen Text auf den Markt - mit Erfolg.
"Mein neuester Schlager ´Schatz, mer fiere Fastelovend´ für die Karnevalssession 2008 dürfte den Erfolg von ´Volle Pulle´ noch übertreffen", hofft Schmitti, der das Stimmungslied selbst getextet und komponiert hat. "Weil im Text auch Erinnerungen an Spanien wach werden, haben wir kurzerhand einige bekannte Musiker, darunter die spanische Flamenco-Gruppe ´Los Meles´ in die Online-Studios nach Monschau beordert". Sabine Carl (WDR) begleitete mit Gesang, Udo Heck (WDR) spielte Rhythmusgitarre, für den richtigen Sound sorgte Dirk Neuss vom MK Studio in Monschau.
Wie sein Schlager entstanden ist? "MK Records sucht ständig neue Sangesinterpreten auf der Baleareninsel, à la Nicki Krause ", berichtet Schmitti. Bei Gesprächen darüber hatte er die Idee, den Spaß auf "Malle" dem des Kölschen Karneval in einem Schlagertext gegenüberzustellen. Die Melodie dazu habe er ebenfalls selbst komponiert. Was dabei herauskam, ist ein hitverdächtiger Ohrwurm, dessen Refrain jeder schnell mitträllern kann: "Malle für alle".
Gute Laune und Stimmung pur bei seinen Karnevalsauftritten zu verbreiten, dafür ist Schmitti landauf, landab bekannt. "Wenn er kommt, tobt der Saal", heißt es von ihm. Seine Schüler am Turmhofgymnasium kennen ihn als einen Lehrer, der seinen Unterricht zum Teil locker, dennoch mit angebrachter Disziplin gestaltet. . Während er in seiner gestaltenden Kunst die alltäglichen, häufig ernsten Dinge des Lebens in allen Facetten, darunter auch Tod und Vergänglichkeit, in Malerei, Fotografie oder Plastiken darstellt, die durch ihre fantasievolle Ausdruckskraft geradezu verblüffen, wendet er sich in der Musik der heiteren und positiven Seite zu. Mitreißende Lebensfreude vermittelt dann auch sein neuester Schlager.
MALLE
FÜR ALLE
Wer sich schon jetzt auf die kommende Session einstimmen
möchte, kann ab sofort den neuesten Hit von Schmitti "Schatz, mer fiere
Fastelovend" als CD im Handel bekommen oder über alle wichtigen
Musikportale abrufen.

Den heiteren Dingen
des Lebens sehr zugetan ist Schmitti aus
Scheven, alias Jürgen
Schmitt, seines Zeichens renommierter Künstler und Oberstudienrat am
Turmhofgymnasium in Mechernich. (Foto Lange)