Hde.geocities.com/sonntagsgedanken/006.htmlde.geocities.com/sonntagsgedanken/006.htmlelayedxJOKtext/htmlwb.HFri, 30 Apr 2004 18:21:51 GMT Mozilla/4.5 (compatible; HTTrack 3.0x; Windows 98)en, *J In eigener Sache

In eigener Sache


Am letzten Wochenende war die Rede von jenem "Mann der ersten Stunde", der sich "des Evangeliums nicht schämt". Das überraschende Eingreifen des auferstandenen Christus in das persönliche Leben des frommen Terroristen Saulus ist das Fundament der Predigt des bekehrten Paulus.
Leider ist das fast 2000 Jahre her und niemand von uns kann ihm heute Fragen stellen zu seiner umwerfenden Erfahrung mit Christus. Daher möchte ich an diesem Wochenende etwas erzählen, für dessen Wahrhaftigkeit ich mich persönlich verbürge, denn auch ich "schäme mich des Evangeliums nicht", dessen Kraft ich in einer heißen Julinacht vor l5 Jahren zu spüren bekam.

Die Frau in Todesangst oder die unerklärliche geistige Erneuerung


In einer drückend schwülen Sommernacht findet die ältere Frau keinen Schlaf. Seit Tagen schon wird sie von wirren Vorstellungen innerlich und äußerlich gejagt. Auch die nächsten Angehörigen glaubt sie, nicht mehr in ihrer Nähe ertragen zu können, ja, sie steigert sich sogar in die Absicht hinein, ihren Ehemann zu verlassen. In den schlaflosen Nachtstunden tauchen in ihrer überreizten Phantasie Personen auf, von denen sie sich ernsthaft bedroht fühlt. Schließlich verlässt sie Haus und Garten, um sich in einem nahe gelegenen Badesee abzukühlen. Unterwegs hält sie Gestalten in einem hell erleuchteten Haus am Weg für bedrohliche Verschwörer im Rauschgifthandel und startet sogar einen Notruf bei der Polizei.. Dann jedoch fürchtet sie sich vor der Stimme am andern Ende der Leitung und hängt auf.
Ein wenig ernüchtert schlägt sie den Weg nach Hause ein, als plötzlich aufgeblendete Fahrzeuge von verschiedenen Seiten auftauchen. In panischer Angst sucht sie Schutz an einer Hauswand. Mit ausgebreiteten Armen sieht sie die todbringenden Lichter auf sich zukommen. Sie ist überzeugt, das ist das Ende, gleich sterbe ich. In diese Todesangst hinein taucht plötzlich eine Liedzeile auf: "wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt es mich auch mit". Die Frau erfasst dieses Wort als Rettungsseil und verlässt sich darauf: Ich werde jetzt sterben und im Himmel bei Christus aufwachen. - Nichts geschieht.
Der nächtliche Spuk ist so rasch vergangen, wie die späten Discoheimkehrer im Dorf herumgefahren sind. Die Frau steht immer noch mit dem Rücken zur Wand. Doch die quälende Todesangst ist von ihr abgefallen. Erschöpft erreicht sie ihr Zuhause. Es folgen noch einige Wochen im Krankenhaus unter fachärztlicher Betreuung. Von Tag zu Tag spürt die Frau, wie sich in ihrer Gedanken- und Gefühlswelt eine Erneuerung vollzieht. Zugeschüttete Quellorte werden frei. Wo in Studienzeiten gesäte Zweifel jahrzehntelang geherrscht haben, wächst nun Gewissheit und entwickelt sich geistige Freiheit. Das Einverständnis mit dem Ehepartner wird neu. Es kommt zu einem künstlerisch-kreativen Durchbruch. Die nächtliche Erfahrung hat den Grund gelegt zur unumstößlichen Erkenntnis: Die Botschaft von der Auferstehung Jesu von den Toten ist wahr und vermag den darauf Vertrauenden nicht nur aus Todesangst zu retten, sondern ihn geistig und emotional zu erneuern.

Paulus spricht einmal davon, daß "wir mit Christus gestorben sind" (Rö. 6,8) und wie Christus auferstanden ist, dürfen auch wir in der Gegenwart mit ihm leben, d.h. sein Geist lebt in dem neugeschaffenen Menschen.
Diese Erkenntnis ist für Juden nicht so neu wie für Heiden, denn wer das Buch Hiob kennt, weiß, daß der geistig erneuerte Hiob bekennt: "Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche (Hiob 42,5 u. 6).
In vielerlei Hinsicht befinden sich kirchlich sozialisierte Menschen heute auch in der Situation des Hiob bzw. von Juden um die Zeitenwende. Sie sind zwar biblisch geprägt, aber alles Wissen kommt vom Hörensagen, und nur selten aus persönlicher Erkenntnis.
In diese geistige Situation hinein predigt Jesus das Evangelium von der neumachenden Liebe Gottes in Wort und Tat.

Entgegen der Ankündigung auf meiner Home-page, zu laufenden Predigtexten meine Gedanken zu äußern, werde ich in den kommenden Wochen versuchen, Jesus und sein Evangelium anhand von Evangelientexten zur Sprache zu bringen.
Für Paulus war seine persönliche Erfahrung anscheinend so überwältigend, daß Nachrichten aus Jesu Leben für ihn zweitrangig waren. Aus den oben genannten Gründen ist es für uns heute jedoch von großer Bedeutung, auf Jesu Wort und Tat in den Evangelientexten ganz unvoreingenommen neu zu hören.





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