Geschichte über Südbaden

letzte Aktualisierung: Montag, 15 Dezember 2008

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Michael Strauß

 

Südbaden war bis zum 25. April 1952  ein selbstständiges Land mit seinem Regierungssitz in Freiburg. Das Parlament residierte im "Kaufhaus" und Leo Wohleb war der damalige südbadische Staatspräsident und residierte im "Colombi-Schlößle".

1952 wurde mit einer Volksabstimmung beschlossen, Südbaden, Nordbaden und Württemberg in einen gemeinsamen Bundesland zusammen zu führen, dem Land "Baden-Württemberg".

Der Weg zum inzwischen bundesweit bewunderten "Musterländle" war jedoch lang und heftig umstritten. Dass Baden und Württemberg zusammenpassen würden, meinte 1919 schon Theodor Heuss. Nach dem Motto "numme net huddle" hatte man es auf badischer Seite aber nicht allzu eilig mit einer Länder-Ehe.

Das einstige Großherzogtum Baden und das Königreich Württemberg blickten jeweils auf eine mindestens 150-jährige Geschichte zurück, bei der jeder seine kulturellen und politischen Eigenheiten pflegte.

Die revolutionserprobten Badener hatten auch nicht vergessen, dass es die schwäbischen (Württemberger) Nachbarn waren, die die Preußentruppen zur Niederschlagung der Revolution von 1848/49 über ihr Gebiet ließen.

1921 hieß es in Spott-Versen über die zwei Nachbarskinder: "Noch heute sind beide zu schauen/ Als Bräutigam und als Braut:/ Man kann sie leider nicht trauen,/ Weil kein' s dem anderen traut!"

Die Hoffnung auf eine Fortsetzung der alten Länderherrlichkeit war nach dem Zweiten Weltkrieg schnell beendet. "In Siegermanier", so Paul-Ludwig Weinacht in seiner Abhandlung "Der Weg in den Südweststaat", "bestimmten ausländische Militärregierungen die Grenzen ihrer jeweiligen Besatzungsgebiete und deren inneren Verwaltungszuschnitt.

Was zusammen gehört hatte, wurde durch eine Demarkationslinie zerrissen." Es entstanden die drei Teile Nordwürttemberg-Nordbaden, Südwürttemberg-Hohenzollern und Südbaden.

Eine Probeabstimmung im Jahr 195O ergab - wenn auch nur knapp - ein Votum für Baden. Doch bei der Volksabstimmung ein Jahr später stimmte die Mehrheit für Baden-Württemberg. Altbadener, wie der südbadische Staatspräsident Leo Wohleb, fühlten sich verschaukelt.

Kritik gab es an der "willkürlichen" Aufteilung in vier Wahlbezirke und am Wahlmodus: Hätte man die Stimmen aller Badener zusammen gezählt, hätte sich eine knappe Mehrheit für Baden ergeben.

Am 25. April 1952 wurde Baden-Württemberg aus der Taufe gehoben.

Soweit zur Geschichte Südbadens.

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