Die Tesla-Ebene

 

Das Charles Bonnet Syndrom

und

Bardons 3. Stufe

 

Verschiedene Aspekte der Anwendung des CBS auf das System Bardons.

Und:

Frantisek Bardons System als Schulungsmethode für die gesamte Menschheit.

 

© Paul Allen, 21. August 2002.
Franz Bardon Research (English)
Franz Bardon Forschung (deutsch)


Inhalt:

 

Einleitung

I.
Das widerlegte Vorurteil: Halluzinationen, Visualisation und ganz allgemein, Imagination (Einbildungskraft) als krankhafte Zustände.

II.
Warum ist der Glaube an "Geister" und "Erscheinungen" in der Menschheitsgeschichte nicht auszurotten?

III.
Das Charles Bonnet Syndrom (CBS) und die Fehler der Okkultisten.

IV.
Der CBS-Artikel als Beispiel für exzellente wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet spezieller geistiger Fähigkeiten und Phänomene.

V.
Die Tesla-Ebene: Franz Bardons System als Schulungsmethode für die gesamte Menschheit.
(wichtigster Abschnitt)


Einleitung

 

Als ich vor einiger Zeit den Artikel über das Charles Bonnet Syndrom (CBS) auf meine Website stellte, nahm ich an, das den allermeisten Menschen die Relevanz dieser neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse sofort klar sein würde.

Nach einigen Email-Diskussionen über dieses Thema wurde es mir dann allerdings bald bewusst, dass sehr viele Personen keinerlei Ahnung hatten, was ich mit diesem Artikel eigentlich bezwecke oder aussagen will oder es war ihnen nur ein kleiner Teil der wichtigsten Einsichten klar.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, die wichtigsten Punkte hier zusammenzufassen, in der Hoffnung, dass dadurch eventuell eine Anregung zu einer etwas breiteren Meinungsbildung gegeben ist.


I.) Das widerlegte Vorurteil:

Halluzinationen, Visualisation und ganz allgemein, Imagination (Einbildungskraft) als krankhafte Zustände.

 

Zuerst möchte ich auf ein allgemein weit verbreitetes Vorurteil eingehen, das durch den CBS-Artikel sehr schön widerlegt wird.

Wie wir alle wissen, kommen Halluzinationen bei sehr vielen Geisteskrankheiten vor, wie zum Beispiel bei der Schizophrenie, bei psychotischen Schüben, bei der Parkinson-Krankheit (je früher, häufiger und lebhafter die Halluzinationen auftreten, umso schlechter ist die Prognose, umso schneller der Verlauf der Krankheit), bei altersbedingter Degeneration des Gehirns (Dementia), bei extremen Körperzuständen wie hohes Fieber, schweren Erschöpfungszuständen, Hunger oder Schmerz, und auch beim Delirium tremens im Zusammenhang mit Alkoholismus im fortgeschrittenen Stadium.

Aber auch durch verschiedene Rauschgifte wie LSD, Psylocibin verschiedener Pilze, Meskalin einiger Kaktusarten und von Ahayahuasca, das aus verschiedenen Pflanzen (Lianen) hergestellt wird, um nur die bekanntesten Vertreter zu nennen, können starke Halluzinationen ausgelöst werden.

Deshalb ist das Wort "Halluzination" in der Volksmeinung hauptsächlich durch abwertende Assoziationen wie Krankheit, Irrsinn, Verrücktheit, Rauschgift usw. behaftet, alles Begriffe, die stark negativ besetzt sind.

Da aber bei allen esoterischen Traditionen Techniken vorkommen, die exakt solche Halluzinationen zum Ziel haben, wird bei sehr vielen Menschen, die sich mit solchen Methoden beschäftigen wollen, Angst und verschiedenste Befürchtungen ausgelöst.

In vielen Systemen spricht man deshalb vorsorglich nicht von Halluzinationen, sondern nennt die Methode "Visualisieren", "kleines -" oder "großes Pentagramm Ritual", "Rekapitulieren", "Mandala-Meditation" oder wie auch immer.

Da ein Schüler aber intuitiv sehr wohl versteht, dass es sich hier exakt um das Hervorrufen von Halluzinationen dreht, werden oft die verschiedensten Ängste, oft auch nur auf einer unbewussten Ebene oder auf einer leichten Verdrängungsebene ("ich-mag-nicht-daran-denken") ausgelöst. Dies kann eine sehr starke (aber oft nicht bewusst wahrgenommene) Abwehrhaltung des Unbewussten zur Folge haben, was eine Inkongruenz zwischen Bewusstsein und unbewussten Anteilen der Persönlichkeit auslöst, die einen Erfolg mit dem System sehr leicht unmöglich macht, besonders dann, wenn das Unbewusste zum Schluss kommt, dass durch das Training ein krankhafter Zustand ausgelöst wird oder anderer Schaden angerichtet wird.

Wie Richard Bandler sehr schön sagt: "Wenn das Unbewusste mit dem Bewusstsein in Konflikt gerät, dann gewinnt immer das Unbewusste." Ich würde dieses "immer" zwar auf ein "meistens" reduzieren, dennoch wird mit diesen Worten das zugrundeliegende Problem sehr schön aufgezeigt. Aus diesem Grund ist es auch so schwierig, einen vom bewussten "Ich" aufgestellten Wunsch oder Befehl, zum Beispiel das Rauchen aufzugeben oder das Körpergewicht zu reduzieren, gegen tief im Unbewussten verankerte Strukturen durchzusetzen.

Falls das Unbewusste zum Schluss kommt, dass ein "Erfolg" mit einer bestimmten Methode zu einem sehr gefährlichen Zustand für die ganze Persönlichkeit führt, dann ist es fast unmöglich diese Entscheidung des Unbewussten mit Hilfe unseres bewussten "Willens" zu umgehen, weil das Unbewusste immer genügend Möglichkeiten hat, um unsere bewussten Handlungen und Entscheidungen zu torpedieren. (z.B. "Ich habe heute leider keine Zeit zu üben, macht nichts, dann verschiebe ich es eben auf morgen oder besser auf nächste Woche ..."; wir kennen alle genügend Beispiele dieser Art von Ausreden.)

Hier nun kann der Artikel von Teunisse et al. über das CBS einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dieses Vorurteil abzubauen, dass Halluzinationen immer ein Merkmal einer Geisteskrankheit oder einer Hirnstörung darstellen.

Das CBS wird zwar auch durch degenerative Veränderungen des visuellen Systems ausgelöst, ist aber ansonsten mit keinem der angstauslösenden Merkmale (Kontrollverlust durch Geisteskrankheit, Abgleiten in Wahnvorstellungen, Verfolgungswahn, usw.) einer neurologischen Erkrankung behaftet; mit anderen Worten, die vom CBS betroffenen Menschen sind geistig vollkommen gesund, obwohl sie ein- bis mehrmals wöchentlich deutliche Halluzinationen erleben.

Dies sollte einem Praktizierenden von virtuellen Techniken klarmachen, dass es Halluzinationen gibt, die nicht durch krankhafte Veränderungen des Gehirns oder der menschlichen Psyche ausgelöst werden, sondern dass der Praktizierende durchaus die volle Kontrolle über seine Schöpfungen zu behalten in der Lage ist. Mehr zu diesem Punkt folgen in den Ausführungen weiter unten.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass wir aus dem CBS-Artikel lernen können, dass es Halluzinationen, Visualisierungen, Imagination auch bei vollkommen gesunden Menschen geben kann, bzw. dass die Beschäftigung mit virtuellen Techniken nicht automatisch zu krankhaften Zuständen der Psyche führt, wie manchmal behauptet wird.


II.) Warum ist der Glaube an "Geister" und "Erscheinungen" in der Menschheitsgeschichte nicht auszurotten?

 

Einen weiteren wichtigen Aspekt beleuchtet der CBS-Artikel, weil er uns einen Hinweis darauf liefert, warum der "Geisterglaube" so weit verbreitet ist, wieso er in allen Kulturen weltweit vorkommt und weshalb er auch in den ältesten geschichtlichen Texte aus der frühesten Vorzeit dokumentiert wird.

Das CBS tritt als rein physiologisch ausgelöstes Phänomen bei allen Völkern aller Zeitepochen auf. Es handelt sich also um ein im Menschen grundsätzlich angelegtes Phänomen und es ist zu allen Zeiten bei solchen Menschen aufgetreten, die die Kriterien für das CBS erfüllten (stark verminderte Sehfähigkeit, Alter, usw.; siehe den CBS-Artikel) spontan aufgetreten:

Man kann sogar davon ausgehen, dass das CBS bei Tieren mit einem höher entwickelten Nervensystem und Sinnesapparat, wie zum Beispiel bei den Säugetieren (Hund, Katze, Pferd, Maus, usw.) auftritt, welche ja zum Beispiel auch in der Lage sind zu träumen.

Dass diese durch das CBS ausgelösten Phänomene, also: halluzinierte Engel, Geister, Wesen, Verstorbene, Leuchterscheinungen, wie in allen Farben phosphoreszierend-leuchtende Wolken und ähnliches, bei Menschen mit ursprünglichem Weltbild (früher "primitive Kulturen" genannt) oder mit einem "magischen" Weltbild (Geister, Engel. u.ä.) dann im Sinne ihres Weltbildes interpretiert werden, ist einleuchtend.

Dass auch ein überrational, materialistisches Weltbild auf Dauer am sogenannten "irrationalen Festhalten" der Menschen nichts ändern kann, ist nicht durch die "Irrationalität" dieser Menschen zu erklären, wie es bisher meist geschah, sondern durch deren Rationalität, da diese Erlebnisse durchaus rational sind, weil wirklich als Erlebnisse vorhanden.

Auch das stärkste Dogma der Welt kann nichts daran ändern, dass ein Mensch in der Nacht während seines Schlafes Träume erlebt, da diese zu seiner biologischen Grundausstattung gehören. Eine rationalistisch dogmatisches Weltbild muss auf Dauer dem trivial erscheinenden Glauben an Geister und Erscheinungen unterliegen, da diese Wahrnehmungen beim Auftreten des CBS genauso zur biologischen Grundausstattung des Menschen gehören, wie eine Hand oder ein Fuß.

(Anmerkung: Ich spreche hier nicht über das Problem, ob "Wesen", wie sie von Bardon in seiner PME angeführt werden "objektiv" existieren oder nicht; diese Diskussion muss auf spätere Forschungen und Untersuchungen verschoben werden.)


III.) Das Charles Bonnet Syndrom (CBS) und die Fehler der Okkultisten.

 

Nun wurde unter II. dem Rationalisten klargelegt, was er aus dem CBS lernen kann.

Folgerichtig sollte jetzt auch dem Okkultisten (als dem natürlichen Gegenpart des Rationalisten) deutlich gemacht werden, dass auch er seine Lehren aus dem CBS zu ziehen hat. Das Folgende bezieht sich allerdings eher auf Trivialesoteriker (gibt es auch andere?).

Durch die Arbeit von Teunisse wurde sehr schön gezeigt, dass viele der Phänomene die Esoteriker auf eine sogenannte "Astral-" oder "Mentalebene" beziehen, ganz einfach nur eigenständige Schöpfungen des menschlichen Nervensystems sind. Der Trivialesoteriker macht hier eben den trivialen Fehler zu glauben, dass diese Art von Halluzinationen Produkte einer objektiven Realität sind. Dabei ist natürlich sehr viel Wunschdenken involviert.

Allerdings muss jeder, der sich auf ein solch lächerliches Niveau begibt, mit einer vollkommenen Ablehnung durch einigermaßen intelligente Menschen rechnen.

Jeder Hypnotherapeut weiß sehr genau, dass er einen Menschen nur in eine leichte Trance versetzen muss, um jedes beliebige Wesen erscheinen zu lassen bzw. jede beliebige Erscheinung im Geist des Klienten hervorzurufen. Wer glaubt, dass die "zwei Mini-Polizeimännchen die einen Zwerg-Verbrecher zu einem winzigen Polizeiauto brachten" (Zitat hier im Artikel Teunisses) objektiv "auf einer anderen Ebene" existieren (weil kein Außenstehender sie sehen kann), der befindet sich eben auf einem "Harry-Potter"-Niveau.


IV.) Der CBS-Artikel als Beispiel für exzellente wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet spezieller geistiger Fähigkeiten und Phänomene.

 

Es soll hier aufgezeigt werden, wie sehr sich die Arbeitsweise eines Wissenschaftlers vom unsystematischen Vorgehen der Okkultisten unterscheidet.

Esoteriker und Okkultisten arbeiten eher wie ein Pionier oder Abenteurer, der auf einem ihm unbekannten Terrain landet und einfach "irgendwie" drauflosmarschiert. Sobald er irgendeinem Phänomen begegnet ist er fasziniert von seinen neuen "Erkenntnissen" und hinterfragt keineswegs, welche Bedeutung diesem Phänomen in einem allgemeineren Kontext zukommt. Er nimmt die Erlebnisse einfach so hin wie sie sich ihm darbieten und geht davon aus, dass diese auch für alle anderen Menschen in gleicher Weise gültig sind und dass sein neues Wissen ohne weiteres auf die verschiedensten Bereiche und Umstände anwendbar und gültig ist.

Er zieht Schlüsse aus seinen Erfahrungen, die keineswegs von allgemeiner Gültigkeit sein müssen oder sogar falsch sein können. Er handelt als Einzelkämpfer und vergleicht seine Erfahrungen keineswegs mit anderen Pionieren auf dem gleichen Gebiet. Der Okkultist geht immer nur von sich selbst und seinen Erfahrungen aus und "vergeudet" niemals Zeit damit, zu erforschen, wie sich die Verhältnisse in Bezug auf andere Menschen darstellen.

Auch die dabei verwendeten Methoden sind oft in höchstem Maß suspekt oder auch gänzlich trivialer Art. Man erinnere sich hier an das "Auspendeln" von z.B. Farbzusammenhängen oder der in der Kabbalah weit verbreiteten Gematra, bei der die Quersumme der zahlenmäßigen Buchstabenzuordnung von zwei Wörtern irgendeinen Beweis für einen objektiven Zusammenhang zwischen zwei Begriffen darstellen soll. Ein weiteres Beispiel ist die Art von "wilder" Exegese (Auslegung) von Biblestellen und anderer Werke, wie sie mit Vorliebe von Esoterikern betrieben wird, ganz abgesehen von der häufig vorkommenden Pseudoepigraphie (Veröffentlichung eines Werkes unter dem Namen eines bekannten Philosophen oder Mystikers um die Glaubwürdigkeit des eigenen Werkes zu steigern), die sehr weit in esoterischen Zirkeln verbreitet war und ist, und die einfach nur eine freie Erfindung bzw. Lüge im gewöhnlichsten und niederträchtigsten Sinn des Wortes darstellt. Beispiele dieser Art ließen sich hier in sehr großer Zahl anführen, wobei sich sehr bekannte Okkultisten und Esoteriker in einer solchen Aufstellung wiederfinden würden (z.B. Eliphas Levi, Robert Fludd, Khunrath, Bischoff, E.A. Waite, J.W. v. Goethe [darf natürlich nur sehr bedingt als Okkultist bezeichnet werden], u.v.a.).

Im Unterschied dazu ist die Arbeitsweise eines Wissenschaftlers von ungleich gründlicherer und reflektierterer Art. Sobald er einem neuen Phänomen oder einer neuen Erkenntnis begegnet, beginnt er sofort, diese systematisch zu erforschen und zu erkunden. Er begnügt sich keineswegs damit, einfach nur ein bestimmtes Phänomen hervorrufen zu können, sondern versucht mit unendlicher Sorgfalt, Geduld und Kleinarbeit, die genauen Zusammenhänge, Wechselwirkungen, Unterschiede und Verhältnisse herauszuarbeiten. Er überlegt dauernd, ob sich nicht irgendwelche Fehler in seine Methode oder Erklärungsweise eingeschlichen haben könnten, er sucht nach Abweichungen und Gegenbeispielen und ist sehr vorsichtig in seiner Beurteilung, inwieweit seine Erklärungen von allgemeiner Bedeutung und Relevanz sind.

Der Forscher vergleicht seine Ergebnisse mit den Studien von anderen Wissenschaftlern auf dem gleichen und auf anderen Gebieten und erwartet, dass seine Ergebnisse von diesen entweder bestätigt oder wiederholt werden können. Er tritt in einen lebhaften Gedankenaustausch mit der ganzen wissenschaftlichen Gemeinschaft ein und ist jederzeit bereit (oder sollte es zumindest sein), seine Ansichten zum Thema zu revidieren oder zu erweitern, falls von anderen Forschern sich neue Ergebnisse oder Ansätze ergeben. Er ist sich im Klaren darüber, dass es sich bei seinen Meinungen und Auslegungen der Ergebnisse immer nur um Hypothesen oder Theorien handelt, während Esoteriker sehr oft glauben, irgendwelche "Wahrheiten" gefunden zu haben.

Das Ergebnis einer solch differenzierten Vorgehensweise ist natürlich eine ungleich größere Relevanz seiner Forschungsergebnisse in Bezug auf die Anwendung und Bedeutung des untersuchten Forschungsgegenstandes. Auf diese Art von Gründlichkeit sind auch die großen Erfolge der Wissenschaft zurückzuführen; diese könnten in der gleichen Weise auch von Okkultisten erzielt werden, wenn sie sich um eine Verbesserung ihrer Methoden bemühen würden!

Um hier ein praktisches Beispiel anzuführen, können wir uns die Arbeit Teunisses in Bezug auf die optische Deutlichkeit von visuellen Halluzinationen vor Augen führen.

Ein Okkultist könnte bei seinen Forschungen zum Beispiel feststellen, dass seine "inneren" Bilder und Wahrnehmungen von weitaus größerer Klarheit, Deutlichkeit und Prägnanz sind, als seine visuelle Wahrnehmung von externen, objektiven Objekten. Typischerweise würde er dann in einer Veröffentlichung mit hochtönenden und und mystifizierenden Worten von der überlegenen inneren Wahrnehmung sprechen, wobei er stillschweigend eine Übertragbarkeit auf alle Menschen mit entsprechenden Erfahrungen und bei ganz unterschiedlichen Gegebenheiten und Voraussetzungen vornehmen würde. Der große Unterschied zwischen verschiedenen Menschen und von unterschiedlichen Erlebnissen würde dabei unter den Tisch fallen.

Der Wissenschaftler hingegen untersucht das Phänomen bei einer großen Anzahl von Personen und kann deutliche Unterschiede bei verschiedenen Menschen nachweisen. Man vergleiche dazu die folgenden Ausführungen im nächsten Abschnitt oder den Artikel von Teunisse et al.


V.) Die Tesla-Ebene

Franz Bardons System als Schulungsmethode für die gesamte Menschheit.

 

Kommen wir jetzt zum wichtigsten Punkt der Anwendung des CBS auf das System Bardons.

Leider wird meiner Meinung nach das System Bardons von den allermeisten Menschen nicht richtig eingeschätzt und seine Relevanz stark unterschätzt. Dies hängt vor allem mit dem Weltbild zusammen, das die bisherigen Praktiker oder Kritiker des Systems Bardons bei ihrer Beurteilung in eine falsche Richtung lenkte.

Meiner Meinung nach ist dieses System für eine viel breitere Anwendung gedacht, als bisher angenommen.

Ich glaube, man kann das System Bardons (oder ein ähnliches) als Ausbildungsprogramm für die gesamte Menschheit verwenden!

Die Relevanz von Bardons Methode ist also meiner Meinung nach nicht auf den okkult/esoterischen Bereich limitiert, sondern ist bei weitem weitreichender, von einer fast globalen Relevanz.

Um dem Leser klarzumachen was ich hier meine, komme ich jetzt wieder auf das ursprüngliche Thema zurück.

Der CBS-Artikel verdeutlicht auf eindringliche Weise, dass das Gehirn eines geistig vollkommen gesunden Menschen in der Lage ist virtuelle Bilder (Halluzinationen) im Wach-/Alltagsbewusstsein mit einer Deutlichkeit hervorzurufen, dass es keinerlei Unterschied mehr zu real wahrgenommenen Objekten gibt, ja dass diese virtuellen Bilder reale Objekte an Wahrnehmungsschärfe sogar noch übertreffen können: 45% (das ist fast die Hälfte) aller im Artikel von Teunisse untersuchten Klienten erlebten Halluzinationen, die deutlicher waren als reale Objekte; siehe die Tabelle im CBS Artikel:

Ausschnitt aus Tabelle 1:

Merkmale der Halluzinationen bei 60 Patienten mit Charles Bonnet Syndrom.

Klarheit
%
Wie reale Objekte
27
Noch klarer
45
Weniger klar
20
Verschieden
8

Bewegung "en bloc"
Immer
22
Manchmal
3
Niemals
72
Unsicher
3

 

Und genau diese Fähigkeit erlernen wir auf der dritten Stufe von Bardons System.

Dies ist sehr wichtig !

Meist werden die Anforderungen, die Bardon hier stellt, auf das gröbste unterschätzt. Vielfach gibt man sich damit zufrieden, einfach nur ein bisschen Bildchen zu visualisieren. Es ist aber absolut notwendig, dass man bei offenen Augen virtuelle räumliche Bilder erzeugen kann und dass sich dabei nicht der geringste Unterschied zwischen einem real vorhandenen Objekt und dem selbst hergestellten visuellen Raumobjekt ergibt. (Die Bezeichnung Bild ist in diesem Zusammenhang oft irreführend, da man sich unter einem Bild oft nur ein zweidimensionales, flächiges Objekt vorstellt.)

Man muß also zum Beispiel in der Lage sein, eine visualisierte räumliche Orange neben eine echte, wirkliche Orange hinzustellen und es darf nicht der geringste Unterschied in Bezug auf die Deutlichkeit, Farbe, Tiefenschärfe usw. der beiden Objekte bestehen.

Ein anderer wichtiger und oft übersehener Punkt dabei ist auch, dass man diese Fähigkeit im Alltags-/Wachbewusstsein besitzten muss; das bedeutet: es darf sich keine, auch keine leichte, Trance (autohypnotischer Zustand) dabei einstellen, die es erheblich erleichtern würde, dieses Phänomen zu produzieren.

Wenn man verschiedene Praktiker auf diese Fähigkeit hin testet, wird man erkennen, dass diese Ebene der Fertigkeit nur sehr selten erreicht wird. Meist wird man nur geringe Fähigkeiten in dieser Richtung feststellen, und bei den fähigeren Praktikern kommt es fast durchwegs zu einer zumindest leichten, oft aber auch tiefen Partialtrance, sobald diese versuchen, dieses Phänomen hervorzurufen.

Eine Persönlichkeit, die diese hier besprochene Fähigkeit als angeborene Eigenschaft besaß, war der bekannte Wissenschaftler und Erfinder Nicolai Tesla.

Wie so oft bei solchen Fähigkeiten, die wir uns meist als sehr wünschenswert vorstellen, sind diese, wenn sie spontan auftreten, manchmal sehr störend. Bei Tesla waren die Bilder von einer derartigen Intensität, dass er selbst sogar von einer "Erkrankung" während seiner Jugend sprach.

Als Kind wurde Tesla von aufblitzenden Lichtern und Bildern geplagt, die mit einer blendenden Intensität und ohne Vorwarnung vor seinen Augen auftauchten. In einem Gespräch konnte ein einziges Wort bei Tesla plötzlich ein plastisches Bild der Person oder Sache hervorrufen, die er mit dem Wort assoziierte. Diese Bilder waren so real, dass er bemerkte, er sei "nicht in der Lage zu unterscheiden, ob das, was ich sah, wirklich war oder nicht", ein Durcheinander, das ihm "großes Unbehagen und Angst" bereitete.

Und genau diese Fähigkeit erwerben wir uns auf der dritten Stufe von Bardons Lehrgang des ersten Buchs.

Ich persönlich nenne deshalb in meiner privaten Terminologie die dritte Stufe Bardons, die "Tesla-Ebene".

Dass diese Bezeichnung zwar sehr einprägsam ist, aber nur einen Teil der Wahrheit trifft, wird einem sofort klar, wenn man bedenkt, dass der Begriff "Tesla-Ebene" nur eine Sinnesmodalität betrifft, nämlich die visuelle.

Auf der dritten Stufe müssen wir allerdings dieselbe Fähigkeit auch in allen anderen Sinneskanälen erreichen. Und zwar besonders auch in der auditiven Sinnesmodalität.

Man könnte also die 3. Stufe Bardons auch die "Beethoven" oder "Mozart" Ebene nennen, da die zwei genannten Komponisten genau diese hier erforderte Fähigkeit aufwiesen, "intern" erzeugte Töne (Musik) mit einer Deutlichkeit zu hören, die der auditiven Wahrnehmung von Tönen, die durch ein Musikinstrument, Lautsprecher oder ähnlichem, erzeugt werden, zumindest ebenbürtig sind oder sie sogar noch übertreffen.

Aussagekräftig ist in diesem Zusammenhang auch das weitere Schicksal Beethovens, der in seinem späteren Leben als Komponist ausgerechnet an Taubheit erkrankte, was eigentlich für einen "Normalbürger" das Ende seiner Komponisten-Karriere bedeutet hätte.

Nicht aber für Beethoven, da er sich des virtuellen Klangraumes bedienen konnte, den auch wir uns auf der dritten Stufe von Bardons System erarbeiten. Mozart war dieser Fähigkeit sogar noch einen Schritt voraus, da er in seinen Tagebüchern berichtet, dass er eine gesamte Komposition in einer Art "räumlich-tonartigen" Struktur gleichzeitig über(blicken)-hören konnte, so wie wir einen Gegenstand gleichzeitig als Ganzes in einem Guss visuell wahrnehmen können.

Wohin uns also diese Fähigkeiten zum virtuellen Konstruieren innerhalb aller Sinneskanäle (virtuelle Realität) noch führen wird, kann zur Zeit noch gar nicht abgeschätzt werden.

Man könnte die dritte Stufe Bardons also auch als die Tesla-Beethoven Stufe oder als die Tesla-Mozart Stufe bezeichnen.

Dabei ist es mir mit diesen Bezeichnungen wirklich ernst, da diese Fähigkeiten die Grundlage für ein visuelles oder auditives Genie legen, wie Beethoven und Tesla es waren.

Nebenbei bemerkt versuchte Tesla sein ganzes Leben lang, genauso wie Freiherr Doktor Karl von Reichenbach und Professor Ludwig Staudenmaier eine Methode zu finden, diese plastischen Bilder irgendwie fotographisch festzuhalten. Man kann also ermessen, wie überaus deutlich und intensiv diese Bilder in Wirklichkeit waren. Da selbst dem große Tesla damit kein Erfolg beschieden war, werden wir in dieser Hinsicht auf längere Sicht wohl auf verlorenem Posten stehen.

Dass diese Fähigkeit nicht nur Vorteile hat, sondern auch gefährlich werden kann wenn sie außer Kontrolle gerät, kann man am Beispiel der Schizophrenie und des Wahnsinns erkennen. Es gibt auch laufend Beispiele aus der Literatur.

Mir wurde von einem Schüler des örtlichen Gymnasiums berichtet, der einen Text nur einmal zu lesen brauchte und ihn dann als Bild exakt wieder vor seinem "inneren Auge" reproduzieren konnte. Kurz vor einer Schularbeit, auf die sich dieser Schüler nicht vorbereitet hatte, gelang es ihm vor dem Eintreten des Lehrers in das Klassenzimmer noch schnell einen Teil des Textes im Lehrbuch zu lesen. Er konnte dann bei der Schularbeit den Text exakt bis zur gelesenen Stelle wortgetreu reproduzieren, brach aber im Test genau an der Stelle ab, wo er zu lesen aufgehört hatte. Man sieht also, dass solche Fähigkeiten gar nicht so selten sind. Um auf die Gefahren dieser Fähigkeit zurückzukommen sei hier angeführt, dass der genannte Schüler wenige Jahre später wahnsinnig wurde und in der Nervenheilanstalt landete, da es ihm wahrscheinlich nicht gelungen ist, diese Fähigkeit unter seine Kontrolle zu bringen.

Erneut können wir hier erkennen, wie sinnvoll und genial das System Bardons aufgebaut ist: das Verbannen von Bildern oder andersartigen Gedanken wird schon vor dem Erlernen dieser Fähigkeit geübt, sodass man beim Erreichen der Tesla Ebene schon gerüstet ist.

Kein Wunder also, dass auch Tesla von einem "Leiden" sprach. Man stelle sich vor, dass man den ganzen Tag dauernd von solchen aufblitzenden, plastischen Bildern oder lauten Geräuschen, die unkontrolliert auftauchen, bombardiert und bedrängt wird. Tesla selbst war schließlich in der Lage, dieses "Leiden" durch geistige Übung und reine Willenskraft unter seine Kontrolle zu bringen.

Nun sollten wir noch auf die Anwendungen dieser Fähigkeiten Teslas zu sprechen kommen. Diese sind unglaublich mannigfaltig und von einer Tragweite, die wir noch gar nicht abschätzen können.

Tesla besaß die beachtliche Fähigkeit, seine Erfindungen bis ins kleinste Detail zu visualisieren bevor er überhaupt daran dachte, sie zu Papier zu bringen. Er pflegte eine neue Erfindung Stück für Stück in seinem Geist zusammenzusetzen und sogar Testläufe durchzuführen, alles mit Hilfe seiner Imagination. Seine mentalen Baupläne waren so genau, dass er einen Fehler an einer Maschine finden konnte, indem er sie in seinem Geist laufen ließ.

Tesla: "Es ist für mich absolut bedeutungslos, ob ich meine Turbine in meinem Geist oder in meiner Werkstatt laufen lasse, ich bemerke es sogar, wenn eine Unwucht vorhanden ist. Für mich macht es keinen Unterschied, die Ergebnisse sind die gleichen."

Genau dieser Punkt ist mir wichtig.

Aus diesem Grund glaube ich, dass Bardons-System als Schulungsmethode für die gesamte Menschheit verwendet werden kann. Stellen Sie sich eine Welt vor, in der alle Menschen genau über diese Fähigkeit (und noch viele weitere, die mit Hilfe der anderen Sinnesmodalitäten erreicht werden) verfügen könnten ! ! !

Und dabei sind wir erst auf der Tesla-Ebene, also Bardons dritten Stufe ...

Gleiches gilt natürlich auch für alle übrigen Sinnesmodalitäten.

Welche Bedeutung diese Fähigkeiten im "ganz normalen Alltagsleben" haben könnten, wird am Beispiel von Nicolai Tesla klar.

Wie sehr sich die Entwicklung der Menschheit dadurch beschleunigen würde sollte jedem mit etwas Phantasie Begabten ziemlich schnell klar werden. Man denke nur an Technik, Architektur usw. usw.

Auch Bardon selbst spricht ja davon, wenn er in der dritten Stufe ausführt: "Diejenigen Schüler, welche die erforderliche Mühe aufbringen, werden mit den durch diese Konzentrationsübungen erworbenen Kräften sehr zufrieden sein." Und: "Die Konzentrationsübungen dieser Stufe stärken nicht nur die Willenskraft und Konzentrationsfähigkeit, sondern die gesamten intellektuellen und geistigen Kräfte."

Jeder Mensch mit solchen Fähigkeiten wird in jeder Branche der menschlichen Tätigkeit höchst willkommen sein und er wird es nicht mehr notwendig haben, sich auf "okkulte" Weise irgendwelche Vorteile vor seinen Mitmenschen zu verschaffen.

Er wird ein hoch respektiertes und wertvolles Mitglied der menschlichen Gesellschaft sein und er wird Unfassbares für unsere Kultur und unseren Fortschritt zum Wohle aller leisten.

Natürlich wird mancher Leser zurecht skeptisch sein, ob diese hier beschriebenen Fähigkeiten wirklich für jedermann zugänglich sein sollten.

Es reicht natürlich nicht aus, nur ein utopisch klingendes Gedankengebäude aufzustellen, sondern man muß auch sicherstellen, dass eine Realisierung in der wirklichen Welt zustande kommt.

Diesem Aspekt der praktischen Realisierung werden ich mich in meinem nächsten eher praxisorientierten Artikel widmen, in dem ich nachweisen möchte, dass dieses zugegebenermaßen hohe Niveau auch wirklich von jedem Menschen zu erreichen ist.



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