Fairplay:
Beim Spiel Rapid gegen
Sturm wurde der Grazer Spieler Didier Angibeaud wegen seiner schwarzen
Hautfarbe provoziert. Haben Sie die "Uh-Uh"-Rufe auf dem Spielfeld gehört?
Peter
Schöttel:
Nein, diesmal habe
ich nichts gehört. Aber ich habe nach dem Spiel davon erfahren. Ich
finde es sehr gut, wie der Großteil der Rapid-Fans darauf reagiert
hat. Ich meine das Flugblatt, das beim nächsten Heimspiel im Stadion
verteilt wurde. So etwas ist begrüßenswert, vor allem, weil
die Fans selber aktiv geworden sind und die Sache selber geregelt haben.
Der Verein und die Spieler haben sich ja schon mehrfach gegen solche Provokationen
ausgesprochen, auch wenn damit der Zweck verfolgt wird, einen gegnerischen
Spieler außer Tritt zu bringen. Leider gibt es immer noch ein paar
Fans, die glauben, daß soetwas lustig ist. Das ist es nicht!
Fairplay:
Sie sagten: Dieses
Mal haben sie nichts davon gehört. Das heißt, sie waren schon
öfters mit solchen Situationen konfrontiert?
Peter
Schöttel:
Letztes Jahr hat Sammy
Ipoua bei uns gespielt, und da haben wir es sozusagen am eigenen Leib gespürt.
Wahrscheinlich ist man auf solche Provokationen sensibler, wenn es den
eigenen Mitspieler betrifft.
Fairplay:
Wurden die Provokationen
gegen Ipoua innerhalb der Mannschaft diskutiert?
Peter
Schöttel:
Ja, nur: Sammy hat
sich auch sehr leicht provozieren lassen. Er war ein Publikumsliebling
bei Rapid, und die Mannschaft ist sehr lange hinter ihm gestanden. Leider
hat er sich selber auch nicht immer an die Regeln gehalten und sich sehr
oft daneben benommen. Irgendwann war das nicht mehr tolerierbar. Schade!
Er ist ein sehr guter Fußballspieler.
Fairplay:
Glauben Sie, daß
solche Provokationen aufhören würden, wenn in jeder Mannschaft
ein farbiger Spieler spielen würde?
Peter
Schöttel:
Theoretisch ja. Man
sieht das auch in Frankreich oder Italien. Dort spielen viel mehr farbige
Spieler, und es kommt viel seltener zu Uh-Uh-Rufen oder ähnlichem.
Österreich ist in diesem Punkt rückständig. Hier passiert
das leider noch immer. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das ganz aufhören
würde.