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MIRROR OF DECEPTION (März 2001) |
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Daß es in unserer deutschen Undergroundszene nicht nur Bands gibt, die sich an einem aktuellen Trend richten, um so schneller herauszukommen, ist eine Tatsache, die leider allzu selten belegt wird! Im Falle des Göppinger Doom-Urgesteins MIRROR OF DECEPTION dauerte es 10 Jahre, ehe ein einigermaßen vernünftiger Deal an Land gezogen werden konnte und mit ‘Mirrorsoil‘ endlich das Debütalbum auf den Markt gekommen ist! Über diesen Umstand, den bärenstarken Silberling und so manch anderes unterhielt ich mich mit Bandkopf und Gitarrist Jochen Fopp...
| Wenn man sich als Außenstehender so anschaut, daß ihr bereits seit 1990 existiert, fragt man sich natürlich, wie es kommen konnte, daß ihr erst jetzt 2001 eure erste wirklich offiziell vertriebene Scheibe (‘Veil Of Lead‘ nicht unbedingt berücksichtigt) veröffentlicht. Gab es da nie ernstzunehmende und akzeptable Angebote von Seiten der Labels in all den Jahren? |
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"So gesehen eigentlich nichts, was weiter erwähnenswert gewesen wäre. Wir standen zwar schon seit Jahren in Kontakt mit diversen Labels, aber wirklich nach einem Deal gesucht haben wir erst, als ‘Mirrorsoil‘ im Kasten war. Zum einen wollten wir uns die nötige Zeit lassen und keinen Schnellschuss veröffentlichen, nur damit ‘ne CD mit unserem Namen draußen ist. Zum anderen hatten wir aber auch jede Menge Pech und haben durch verschiedene Umstände eine Menge Zeit verloren. Aber ich denke jetzt sind wir und die Zeit reif. Wir waren ja eine zeitlang bei SubZero Records, haben dort die ‘Veil of Lead‘-Mini-CD rausgebracht und ‘Mirrorsoil‘ sollte ja ursprünglich auch dort erscheinen. Erst als das Label den Weg alles Irdischen gegangen war, machten wir uns auf die Suche."
‘Mirrorsoil‘ ist nun auch schon wieder recht alt, da ihr das Material ja bereits 1999 aufgenommen habt. Wurde für die VÖ über Miskatonic Foundations noch irgend etwas an diesen Aufnahmen verändert, und zudem müßtet ihr ja eigentlich schon wieder eine ganze Latte neuer Songs fertig haben?
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"Die Aufnahmen begannen sogar schon im Dezember 1997. Zwischen der endgültigen Fertigstellung im August 1999 und der Veröffentlichung lagen dann auch noch mal fast 1 1/2 Jahre, aber wir haben bewusst nichts mehr an der Scheibe verändert. In dieser Form, mit diesen Songs und dieser Atmosphäre war sie gedacht und so passt sie auch. Gewisse Details hätten wir im Nachhinein eventuell noch verändert, aber trotzdem sind wir sehr zufrieden mit ‘Mirrorsoil‘ und stolz darauf. Und das Alter hört man den Songs auch nicht an. Klingt noch genau so altmodisch, untrendy und vielleicht auch kauzig, wie es das auch schon vor 10 Jahren getan hätte. Doom ist zeitlos. Natürlich haben wir schon wieder einige neue Songs in der Hinterhand – die wir auch schon live spielen – und wir hoffen, dass wir spätestens Anfang 2002 wieder ins Studio können." |
Nach euren etlichen Demos habe ich keiner anderen Band einen Deal so gewünscht wie euch. Nun da es so weit ist, wie fühlt man sich angesichts der auf euch hereinbrechenden Termine, Kritiken und sonstigen Reaktionen, die ja anscheinend allesamt sehr gut ausfallen?
"Was wir momentan erfahren, ist natürlich eine unerwartete Bestätigung und freut uns enorm. Endlich zahlt es sich aus, das wir durchgehalten, alle Krisen überstanden und unser Ding über die Jahre konsequent durchgezogen haben. Es war ein langer, steiniger Weg, aber wir haben genau das Richtige getan. Im Nachhinein war es den ganzen Frust und Ärger definitiv wert. Inzwischen haben wir aber auch schon den ersten Totalverriss bekommen, ironischerweise bei www.doom-metal.com! Aber damit können wir leben und nach den ganzen anderen positiven Reviews muss eben auch mal ne schlechte Kritik kommen."
Wie kam eigentlich der Kontakt mit Rich von SOLSTICE und die entstandene Zusammenarbeit mit dem kleinen englischen Label Miskatonic zustande?
"Rich Walker von Miskatonic Foundation / SOLSTICE ist schon seit Jahren ein guter Freund von mir. Ich kenne SOLSTICE seit dem 2. Demo und er M.O.D. ebenfalls seit unserer zweiten Veröffentlichung. Wir haben über Jahre die gegenseitige Entwicklung mitbekommen und als bei uns Not an einem Label war, sprang er in die Bresche, um uns zu helfen. Er betreibt das Label auch nicht aus finanziellen Gesichtspunkten, sondern ist ein Idealist, der den Bands, die er mag und die es in seinen Augen verdient haben, die beste Unterstützung zukommen lässt, die ihm möglich ist."
Kürzlich habt ihr anläßlich des Releases zwei Shows in England mit SOLSTICE und WARNING gespielt. Wie ist dies gelaufen und was für Erfahrungen konntet ihr dabei sammeln?
"Die Shows sind wirklich gut gelaufen. Unsere Kumpels von WARNING und SOLSTICE haben alles bestens organisiert, wir sind auch beim Publikum recht gut angekommen und haben einiges an Zuspruch erfahren. Wir wussten ja nicht, was wir erwarten sollten, da Rich ein reichlich düsteres Bild von der derzeitigen Metalszene in England gezeichnet hat. In London war es z.B. überhaupt nicht möglich an Gigs zu kommen, da wir drei Bands ja weder CRADLE OF FILTH-mässigen Disney-Black-Metal, noch Stoner Rock, noch hippen "Nu Metal" spielen. England ist u.a. dank Kerrang extrem trendgesteuert und die eher traditionellen geprägten Metalbands bekommen kaum eine Chance. Lustigerweise haben wir bei einem der Konzerte sogar ein paar Die-hard-Fans getroffen, die unbedingt Songs von unserem zweiten Demo hören wollten. Das war schon klasse! War auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, mal zu sehen, wie man so im Ausland bei den Leuten ankommt. Wir hätten nicht gedacht, das alles so gut laufen würde."
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Abgesehen von den paar Shows im Vorprogramm der JACK FROST/ WARNING-Tour – wie sieht es mit einer besseren Tour und sonstigen Promo-Aktivitäten aus? "Ich bin schon fleißig am Pläne schmieden. Es wird mit Sicherheit ne ganze Reihe Wochenendgigs geben und eventuell gegen Ende September sogar eine Deutschlandtour. Wenn alles klappt mit OVERSOUL, aber da laufen momentan noch die Planungen und man muss abwarten, ob es wirklich hinhaut. An sonstigen Promoaktivitäten stehen dieses Jahr noch diverse Compilationbeiträge an." |
Euer Line-up ist so weit ich weiß noch unverändert. Was hält euch diese lange Zeit schon zusammen, ohne daß in den ersten 9 Jahren ein offensichtlicher Erfolg zu verzeichnen war? Andere Bands hätten sich längst schon aufgelöst!
"Die Urbesetzung ist es zwar nicht mehr, aber die aktuelle hat nun auch schon gute 6 Jahre auf dem Buckel. Die beiden "Neuen" sind also schon länger in der Band, als es ihre Vorgänger waren. Mit dem ersten Drummer Ingo und Basser Hampi – letzterer ist seither bei END OF GREEN – lief es irgendwann nicht mehr so richtig, daher war es besser, getrennte Wege zu gehen. Aber wir verstehen uns noch gut, auch wenn man sich nicht mehr so oft über den Weg läuft (speziell Ingo). Aber bei unserer Jubiläumsparty letzten Dezember haben wir einen Song zusammen gespielt. Das war sehr cool!"
Beschreibe doch mal in deinen Worten die einzelnen Release-Stationen auch im Hinblick auf eure interne musikalische Weiterentwicklung!
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‘Mirror of Deception’ - Demo (1993): "Unsere ersten Aufnahmen überhaupt; bei einem Kumpel im Kinderzimmer live eingespielt. Rumpelkammersound und noch nicht sehr ausgereift, aber man hört auch darauf schon heraus, dass es die gleiche Band ist, die jetzt ‘Mirrorsoil‘ herausgebracht hat. Mit dem Demo konnten wir erste Kontakte in der Doomszene knüpfen. |
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Sogar John Perez hat damals ein Demo bestellt, was mich ziemlich beeindruckt hat, schließlich hatten SOLITUDE AETURNUS damals schon 2 Platten draußen und einen sehr guten Namen. Ein Beweis, wie sehr die Bands der Szene zusammenhalten und wie familiär es dort zugeht."
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‘Words Unspoken’ - Demo (1994): "Zweites Demo; in einem ordentlichen Studio aufgenommen. Schon wesentlich ausgereifter und professioneller als das Debüt. Jörg Knittel von DAWN OF WINTER / SACRED STEEL steuerte ein paar Keyboardparts bei. Das Tape uns ein gutes Stück weiter und hat sich sehr ordentlich verkauft." |
‘Veil of Lead’ - Demo (1996):
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"Drittes Demo, mit einigen guten, z. T. schon fast progressiven Songs. Zudem der Einstand von Gunnar (Drums) und Klaus (Bass). Haben wir aber nicht so intensiv promotet wie ‘Words Unspoken‘. Mit "Pale" war auch ein Song vertreten, auf dem Siffi (Gitarre) erstmals die zweite Stimme beisteuerte. Inzwischen sind die beiden Sänger eines unserer Markenzeichen geworden." "Veil of Lead" - Mini-CD (1997): |
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"Gleicher Titel, andere Songs. Hier konnten wir endlich das ‘Veil of Lead‘-Coverkonzept umsetzen, daher trägt die Mini-CD den selben Titel wie das Demo. Die Mini-CD brachte uns auch einige gute Kritiken ein und darauf haben wir auch das erste Mal mit vereinzelten deutschen Texten gearbeitet."
‘Mirrorsoil‘ - CD (aufgenommen 1997 –1999, veröffentlicht 2001):
"Unsere bisher beste und reifste Veröffentlichung, deren Entstehung aber auch im Zeichen der schwersten Bewährungsprobe in der Geschichte der Band steht. Bis zur Fertigstellung hatten wir einige Krisen zu bewältigen, aber letzten Endes haben wir es geschafft und sind stärker denn je daraus hervorgegangen."
Kannst du etwas auf die Lyrics der ‘Mirrorsoil‘-Songs eingehen?
"Prinzipiell sind die Texte alle recht persönlicher und emotionaler Natur und basieren auf Dingen, die wir erlebt haben und die uns beschäftigen. Wir haben auch keine klare, greifbare Message. Fantasystories, Schlachtengetümmel, Metallobpreisungen, Gesellschaftskritik oder Satansanbetung überlassen wir den Fachleuten. Wir verarbeiten in den Texten eben Erfahrungen oder Erlebnisse, die uns geprägt haben oder die ihre Spuren hinterlassen haben. Zum Teil sind sie auch recht abstrakt gehalten und meist geht es eben um eher negative Erfahrungen, da diese einem in der Regel mehr Stoff zum Grübeln bieten, als Sonnenschein und Partytime, Wenn man so will, irgendwie schon typische Doom-Texte, haha!"
Daß man mit Doom-Metal keine Millionen machen kann ist ja bekannt, was ist für dich/euch die Essenz dieses Genre, das ja nicht nur für Musik zum Nachdenken steht, sondern auch für seine eingeschworenen Anhänger bekannt ist?
"Doom ist in meinen Augen die ehrlichste, beständigste und emotionalste Metal-Spielart, die ich mir vorstellen kann. Und vor allem steht Doom auch für Individualität. Mir sind keine 2 Bands bekannt, die wirklich gleich klingen. Alle haben ähnliche Wurzeln, aber jeder geht anders an die Sache heran. Es gibt fast so viele verschiedene Schattierungen und Stilrichtungen, wie es Bands gibt. Die Essenz ist wohl ein fast schon religiöser Glaube an diese Musik und einfach eine tiefe Emotionalität, auf die man sich einlassen kann und will, oder eben nicht. Man muss wohl irgendwie eine Ader dafür haben und viele Alben erschließen sich erst nach mehrmaligem Hören. Daher muß man sich auch die Zeit dafür nehmen. John Perez bezeichnete es mal sehr treffend als "thinking man’s metal". Einen Teil der Faszination macht sicherlich auch das Gefühl aus, dass man nicht allein ist mit seinen Problemen, andere Leute ähnlichen Mist erlebt haben und man sich doch auch irgendwie verstanden fühlt. So hat es zumindest neulich jemand in einer CD-Kritik formuliert und das habe ich als großes Kompliment empfunden. Es ist das Größte, wenn sich Leute mit Deiner Musik identifizieren können und sie ihnen etwas gibt und bedeutet."
Was denkst du über die folgenden Bands:
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CANDLEMASS "Die Götter! Als ich anno 1988 das erste Mal "Solitude" gehört habe, war es um mich geschehen und seither bin ich überzeugter Doomjünger. Das war exakt die Musik, nach der ich mein Leben lang gesucht hatte. Die Phase bis zum Abgang von Messiah war sicherlich die beste und produktivste, aber mir gefällt auch ‘From The 13th Sun‘ wieder recht gut. Ist eben eine andere Band, und nicht mehr so originell und eigenständig wie früher, aber Leif Edling ist immer noch ein begnadeter Songschreiber. Ist jetzt eher an den frühen BLACK SABBATH angelehnter Ur-Doom und klingt für mich sehr authentisch und ehrlich. Bin schon sehr gespannt auf die nächste CD!" |
SOLITUDE AETURNUS
"Eine weitere Killerband. ‘Through The Darkest Hour‘ ist eine der besten Doom-Platten aller Zeiten und ‘Into The Dephts Of Sorrow‘ sowieso. Ich hoffe, sie können ‘TTDH‘ irgendwann noch mal toppen. Freue mich schon, die Jungs dieses Jahr auf dem Bang Your Head zu sehen!"
END OF GREEN
"Haben endlich den Durchbruch verdient! Mit END OF GREEN verbindet uns einiges, schließlich spielt unser ex-Basser Rainer dort und der Drummer ist der kleine Bruder unseres Gitarristen Siffi. Er war schon mit 11 Jahren bei unseren ersten Proben dabei und ist auch ein absoluter Doom-Freak. Für die eher doomige Seite von END OF GREEN sind wir also indirekt mit verantwortlich, haha! Die Jungs nehmen übrigens derzeit ein neues Album auf!"
WHILE HEAVEN WEPT
"Epischer Doom-Metal in Vollendung. Speziell ‘Sorrow Of The Angels‘ ist ein unerreichter Geniestreich. Nicht von dieser Welt! Neue Platte kommt noch dieses Jahr!"
SOLACE
"Ich kenne leider nur ein paar Songs und kann mir daher kein wirkliches Urteil erlauben. Klang nicht schlecht, hat mich aber nicht völlig vom Hocker gerissen. Daher hab ich die Scheibe bislang noch nicht zuhause stehen."
THUNDERSTORM
"Haben mich sehr überrascht – da sie scheinbar aus dem Nichts mit einer Hammerscheibe aufwarten – und schwer begeistert! Die Platte ist jetzt schon ein Doom-Klassiker und ein weiterer Beweis, dass es momentan wieder recht gut um die Szene bestellt ist und sich doch wieder einiges tut. Sind sehr nette Jungs und ich hoffe, wir werden irgendwann mal zusammen ein paar Konzerte spielen können.
ANATHEMA
"Traumhafte, wunderschöne Musik! Bin ein großer Fan, speziell seit Vincent das Mikro übernommen hat. Werden von Scheibe zu Scheibe besser."
VINTERSORG
"Mit VINTERSORG - der Band - bin ich leider kaum vertraut. Aber ich schätze OTYG sehr, da ich ziemlich auf folkige Musik aus Skandinavien stehe. Der Mann hat ein absolutes Ausnahmeorgan, keine Frage. Bin mal gespannt wie er sich als Nachfolger von mighty Simen Hestnaes (wo bleibt die LAMENTED SOULS-Platte???) bei BORKNAGAR schlägt."
SPIRIT CARAVAN
"Wino ist die Inkarnation des Dooms. So lange er auf der Bühne steht, ist alles gut. Klasse Musik, aber die Wino-Periode bei SAINT VITUS ziehe ich persönlich SPIRIT CARAVAN vor. Mein erstes SAINT VITUS - Konzert mit ihm am Mikro hat mein Leben verändert. Ich habe riesigen Respekt vor diesem Mann, der ganz, ganz unten war, aber immer noch da ist und seine Musik spielt. Er ist ein unbestrittenes Original, hat ein unbeschreibliches Charisma und Doom in allen seinen Schattierungen wäre ohne ihn schwer vorstellbar."
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Baumi |
Klaus |
Fopp |
Gunnar |
Siffi |
Glaubst du daran, daß mal eine Doom-Band die Charts aufrollen kann, wie es Randbands wie PARADISE LOST, ANATHEMA oder TYPE O NEGATIVE ja schon schafften? Woran liegt es daß nicht mehr Fans dieser Musik existieren, nur daran, daß man sich richtig mit ihr beschäftigen muß?
"Ich kann es mir nicht vorstellen. Ich glaube auch nicht, dass Doom das "nötig" hat, da die Charts doch in erster Linie für Kurzlebigkeit, Oberflächlichkeit und One-Hit-Wonder stehen – also quasi das exakte Gegenteil dessen, wofür Doom Metal steht. Es gibt einige Bands, denen ich wirklich einen Durchbruch und mehr Aufmerksamkeit wünschen würde, aber ich sehe da nichts, was sich in naher oder ferner Zukunft ändern könnte. Wie viele göttliche Doom-Scheiben sind schon veröffentlicht worden und wurden von der Masse weitestgehend nicht beachtet? Viel zu viele! Warum soll sich also zukünftig daran etwas ändern? Es gibt immer wieder Perioden, wie derzeit, in denen Doom wieder ein wenig mehr Aufmerksamkeit bekommt, aber dann verschwindet er wieder aus den großen Magazinen und lebt im tiefsten Underground weiter. Aber für die Bands ändert das im Endeffekt nichts, da sie diese Musik nicht aus kommerziellen Gesichtspunkten spielen, sondern weil sie es in sich haben und nicht anders können und wollen. Doom ist Musik von einer Minderheit für eine Minderheit, das muss man wohl so akzeptieren und irgendwie ist das auch gut so. Ich bin schon auf den nächsten Trend nach Crossover, Death Metal, Black Metal, Nu "Metal" und der momentanen True Metal Welle gespannt. Doom wird es nicht sein, da bin ich mir ziemlich sicher..."
Wie siehst du im Augenblick die deutsche Undergroundszene? Gibt es da Bands, denen du den Durchbruch in näherer Zukunft zutrauen würdest?
| "Die deutschen Doom-Bands müssen sich definitiv nicht verstecken! Mit Bands wie DREAMING, SUBVERSION, DAWN OF WINTER, GRIEF OF GOD, DECEMBER DAWN und neueren Bands wie WELL OF SOULS, WYTCHCRAFT und VOODOOSHOCK, haben wir eine zwar kleine, aber doch recht florierende, eigenständige und vielseitige Szene. Wie gesagt, den Durchbruch auf breiter Ebene sehe ich bei keiner Band. Alle Bands, die es verdient hätten, machen schon seit Jahren hochklassige Musik und bringen Album um Album oder Demo um Demo raus, ohne dass sich für sie oder die Szene großartig etwas verändert. | ![]() |
Über ein gewisses, eingeschworenes und in gewisser Weise fanatisches Stammpublikum – über das natürlich alle sehr glücklich sind – kommen die wenigsten hinaus. Eine Band – auch wenn sie nicht aus Deutschland kommen - die ohne Zweifel das Zeug zu Großem hat, ist JACK FROST, aber ob die sich noch als Doom-Band im eigentlichen Sinn sehen, musst Du sie selbst fragen."
So sehen sie sich eher nicht, wie man beim Interview mit ihnen unschwer nachlesen kann...
Erzähl mal was über die Sampler, auf denen ihr dieses Jahr noch vertreten seid!
"Das sind fünf Sampler, auf denen wir vertreten sein werden. Beim ‘I Am Vengeance‘-Sondtrack handelt es sich um eine reichlich kultige Angelegenheit. Gerüchte über einen Horrorstreifen mit doomigem Soundtrack geistern schon gut 5 Jahre durch die Szene. Uwe von VOODOOSHOCK erzählte mir letztes Jahr, dass noch Bands gesucht werden und wie sich heraus stellen sollte, haben wir den Geschmack des Regiesseurs ziemlich gut getroffen. Der Film ist ein abgefahrener, blutiger, psychedelischer, krasser, schwarzhumoriger Underground-Horror/Splatter-Film. Ich habe kürzlich den ersten Trailer bekommen und der sah recht vielversprechend aus. Der Soundtrack (von dem MeteorCity und Game Two Records je eine CD veröffentlichen werden) featured ausschließlich Doom- und Stoner Rock-Bands. Mit von der Partie sind u.a. COUNT RAVEN (mit ihrem allerletzten Song), PENTAGRAM (Titelsong), NAEVUS, LOWRIDER, SOLACE, LAS CRUCES, SOLITUDE AETURNUS und viele andere. Bin schon auf den vollständigen Film gespannt. Glaube kaum, dass er es in die Kinos schaffen wird, aber eventuell auf ein paar Underground Film Festivals. Sobald Videokopien erhältlich sind, werden sie auch über unsere Homepage (www.mirrorofdeception.com) zu beziehen sein. Da unser Drummer Gunnar momentan für einige Monate in USA ist, könnte es sogar sein, dass er in der Schlussszene (und die hat’s in sich!!) des Films noch eine kleine Rolle übernimmt. Man darf gespannt sein! Mehr über "I Am Vengeance" gibt’s unter der folgenden URL: http://www.meteorcity.com/vengeance.htm.
Der SAINT VITUS – Tribute-Sampler ‘A Timeless Tale‘ wird gegen Sommer auf dem Amilabel Raven Moon Records herauskommen. Wir haben "One Mind" vom "Die Healing" Album gecovert. Bin schon sehr darauf gespannt, wird sicher ne kultige Angelegenheit. Mit dabei sind u.a. INTERNAL VOID, OVERSOUL, SONS OF OTIS, SOLACE, COLD MOURNING, ETERNAL ELYSIUM. GOATSNAKE, ABDULLAH, DREAMING, VOODOO SHOCK u.a."
Stell doch mal deine Wunschtour zusammen – außer euch noch 4 weitere Bands (dead or alive)!
"CANDLEMASS (in der klassichen Besetzung), SAINT VITUS (mit Wino), COUNT RAVEN (mit Christian Lindersson) und SOLSTICE."
Letzte Worte?
"Vielen Dank für das coole Interview und Deine Unterstützung, Hage. Wissen wir sehr zu schätzen! Wer sich über Neues aus dem MIRROR Of DECEPTION-Camp informieren möchte, der sei an unsere Homepage (www.mirrorofdeception.com) verwiesen. Wird ständig aktualisiert. Wer keinen Internetanschluss hat, darf auch gerne schreiben: Mirror of Deception, c/o Jochen Fopp, Dresdener Str. 2, 73730 Esslingen. Doom Metal lives!"
Hage.
Homepage: www.mirrorofdeception.com
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Line-up: |
Jochen Fopp - Gitarre Michael Siffermann - Gitarre, Gesang Gunnar Drescher - Drums Markus Baumhauer - Gesang Klaus Schmidt - Bass |
Diskografie: siehe oben
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