Gedicht über die Stadt Emden
Gedicht über die Stadt Emden

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                  Emden

Alt-Emden, meine Vaterstadt,

die hatte was, was keine hat:

Ein Rathaus, aus der alten Zeit,

als Emder Schiffe weltenweit

die größte Flotte stellten dar,

die in Europa führend war.

Aus jener reichen Handelszeit

stammten auch Häuser,

hoch und breit;

es waren Kaufmannshäuser, groß,

in denen Reichtum überfloß;

Patrizierhäuser standen dort,

Kleinode in dem Hafenort.

Und unsre Dollart-Hafenstadt

wie Amsterdam Kanäle hatt´;

„Klein Amsterdam“ wurd´ sie genannt,

als „Nord´s Venedig“ auch bekannt.

Und diese alte Hafenstadt,

die rissen Bomben einfach platt,

machten sie fast dem Boden gleich,

zerstörten sie, die einst so reich.

Wo ist geblieben von dem all?

Kaum mehr als nur der Emder Wall.

Das alte Emden wurde neu.

Am alten ich mich hier erfreu´.

Kommt mit mir in die alte Stadt

und seht, was sie einst Schönes hatt´.

Wie Emden war, könnt ihr hier sehn.

Laßt uns durch seine Straßen gehn.

Noch einmal -in Gedanken nur-,

uns freuen alter Zeiten Spur

und stolz sein auf die alte Stadt:

sie hatte was, was keine hat!

 

(Bernhard Grimjes, in: Stadtsparkasse Emden (Hrsg.) (1982): Grüße aus Emden 2.

  100 Ansichtskarten aus der Zeit um die Jahrhundertwende, S. 4)