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Rechte Gewalt von Neonazis gegen Ausländer und Deutsche anderer Herkunft

Viele Menschen denken, dass man sich vor der radikalen Rechten Szene nicht zu fürchten bräuchte, sie wäre ja schliesslich fast ausgerottet…. Doch das stimmt nicht! Es gibt mehr Menschen die glauben, dass Hitler im Recht war, als man denkt. Andere wiederum halten nichts von Hitler, doch wenn man ihre Denkensweise genauer untersucht, dann wird man feststellen, dass es doch eine ziemliche Ähnlichkeit mit dem Grundgedanken Hitlers gibt. Einige Menschen wollen es nicht so direkt zugeben, andere wiederum stehen voll hinter ihrer (wenn auch falschen) Meinung und das macht sie umso gefährlicher. Einige Neonazis erkennt man sofort. Sie tragen Springerstiefel und haben einen rasierten Kopf. Oftmals betrinken sie sich mit zu viel Bier und werden dann hemmungslos. Dann gehen sie auf die Suche nach einem Opfer, auf das sie skrupellos einschlagen – manchmal bis zum Tod. Hier ist eine wahre Geschichte aus Dessau als Beispiel:

Alberto Adriano
Die Täter waren Jugendliche, 16 und 17 Jahre alt, mit kahl rasierten Schädeln und Springerstiefeln. Sie bereuen nichts. Sie sind vollkommen überzeugt von dem, was sie tun. Sie haben den 33-jährigen Vertragsarbeiter Alberto Adriano, Vater von drei kleinen Kindern, zu Tode geprügelt.
Adriano kam gerade von einer Feier mit Freunden zurück. Drei Minuten von seiner Wohnung trifft er auf eine Gruppe von Skinheads. Sofort wird er angepöbelt. Er ignoriert die bösen Stimmen und probiert einfach weiterzugehen. Nach einigen weiteren Provokationen stürzen sich die angetrunkenen Skinheads auf ihn, werfen ihn zu Boden und treten auf ihn ein. Adriano fleht sie gerade zu an, aufzuhören und er erklärt ihnen, dass er drei kleine Kinder zu sorgen habe. Als er schon regungslos am Boden lag zogen sie ihn noch nackt aus. Als die Polizei, alarmiert durch einen Bewohner nahe dem Tatort, endlich eintrifft, liegt Adriano im Koma und er wachte nie wieder auf…
Diese schreckliche Tat wurde in ganz Deutschland diskutiert und nach einigen Nachforschungen stellte es sich heraus, dass es in Dessau eine extrem grosse und organisierte Rechte Szene gab. Als man die Täter, die man noch in der Nacht der Tat gefangen hatte, befragte, sagte einer gar nichts und die anderen hatten nur ein paar Nazisprüche zu bieten und fanden, sie seien im Recht. Sie waren der Polizei bekannt, da sie seit längerem als Aktivisten der Rechten Szene galten.
Auch die Polizei in Dessau scheint nicht ganz in der Mitte zu stehen: Bewohner berichten, dass regelmässig übermässige Kontrollen und Durchsuchungen wegen Drogendealerei an Schwarzen, wenn sie nur durch die Strasse oder den Park laufen. Die Ermittlungen gegen einzelne Mitarbeiter der Polizei laufen…
In dem Park, in dem Adriano ermordet wurde, steht jetzt ein Gedenkstein, was an diese schreckliche Tat erinnern soll und was auch ermahnen soll, immer wachsam zu sein, denn so etwas kann immer wieder passieren. Und das nicht nur in Dessau. Immer öfter treffen sich an diesem Gedenkstein Freunde von Alberto Adriano und andere. Dies ist jedoch auch nicht unproblematisch. Eine Frau berichtet: „Ich bin selbst oft dort, jedoch werde ich öfters von irgendwelchen Neonazis als „Negerschlampe“ oder ähnliches beschimpft. Nun habe ich auch Angst um meine 7-jährige Tochter, denn ich kann sie nicht mehr unbeaufsichtigt draussen Spielen lassen.“

Hier ein weiteres Beispiel: Algerier von Skinheads zu Tode gejagt
Als Malik Guendoul nach der Urteilsverkündung seine Hände vom Gesicht nimmt, seith man, das er weint. Gerade hat er gehört, dass nur drei der insgesamt acht Männer ins Gefängnis müssen, die seinen Bruder Farid im brandenburgischen Guben in den Tod hetzten. Mitte Februar vergangenen Jahres hat in der Kleinstadt eine Gruppe rechtextremistischer Jugendlicher Jagd auf drei Ausländer gemacht. Einer der Gejagten war Farid Guendoul, der unter dem Namen Omar Ben Noui in Deutschland Zuflucht gesucht hatte. Er floh in Todesangst, trat eine Glasscheibe einer Haustür ein und kroch durch das Loch in den Flur. Dabei verletzte er sich in der Kniekehle. Farin Geundoul, 28 Jahre alt, starb wenig später in diesem Hausflur. Er verblutete, während die Skinheads draussen warteten, dass er wieder rauskommen würde.
Nach der Verhandlung blickte Malik, der Bruder von Farid, die Täter an. Er wartete auf ein Zeichen von Reue. Am Ende vergeblich.

Rechte Gewalt auch in der Schweiz
Was im Januar in Lyss passierte, kann jeder Zeit wieder passieren. Da kann man sehen, dass es auch in de Schweiz eine aktive Rechte Szene gibt. Dies sieht man besonders in wirtschaftlich schlechteren Zeiten, was man ja auch bei den letzten Wahlen gesehen hat… Wäre die wirtschaftliche Lage nicht so schlecht, da bin ich mir sicher, hätte die SVP bei den letzten Wahlen nicht so viele Stimmen erhalten. Natürlich sehe ich ein, dass das nicht mit der rechtsradikalen Szene zu tun hat, aber dennoch zeigt es, dass die Bevölkerung in schlechten Zeiten von der Mitte eher nach Rechts oder nach Links abwandert. Dann kann es öfter vorkommen, dass junge Menschen, die für sich keine Zukunftsperspektive mehr sehen, in falsche Kreise geraten und sich so rechtsradikaler Gruppen anschliessen. Dass dies sich seit der schlechteren Wirtschaftslage verschlimmert hat, ist statistisch bewiesen. Das muss allerdings bekämpft werden und das geht nur, wenn die Polizei in der Mitte steht und bei solchen Vorfällen eingreift.