Seit du gegangen bist

Seit du gegangen bist, spür ich die Bitterkeit,

die unendliche, dir so viel nicht gesagt zu haben,

verschwiegen hab ich Märtyrer die sanfte Zärtlichkeit,

dich ich versteckte, wie Rosen sich ins Dunkel graben,


und nicht gesagt hab ich der Worte duftenden Hauch,

die ich im Munde trug, sie hegte unverdrossen;

auf die ich wartete und trug sie doch mit Feuer auch,

und die stets zu Eis wurden, wenn sich die Lippen schlossen.


Jetzt da du gegangen bist, leide ich tief in der Brust,

daß ich dir verschwieg des Füllhorns süße Lust,

die nur für dich, mein Lieb, erblühte ...


Doch weiß ich, kämst du eines Tages wieder

und ich suchte nach den Worten meiner Liebeslieder,

bewirkte Bitternis, daß ich mich umsonst nur mühte.


(21.7.1919) 1