Kapitel Kommentare der Presse

"Tausende von Agenten provozierten die Bevölkerung zu offenen Zusammenstößen ... Aber trotz dieser böswilligen provokatorischen Maßnahmen ließen sich 99 Prozent der Bevölkerung Ostberlins nicht von den Provokateuren beeinflussen und unterstützten nicht diesen gemeinen Anschlag." (Organ der russ. Besatzungsmacht in der DDR Tägliche Rundschau vom 19.Juni 1953)

"Welchem ehrlichen Arbeiter, welchem anständigen Mensch blutet nicht das Herz, wenn er die Zerstörungen sieht, wenn er die Ausschreitungen des Mobs von faschistischen Stoßtrupplern in Ringelsöckchen und Cowboyhemden miterlebt hat - und wenn er miterlebt hat, daß die Ordnung die Ordnung eines Staates, in dem die Arbeiter die führende Rolle haben, trotz aller Fehler und Schwächen -, wenn diese Ordnung durch die reifere , größere, erfahrenere Arbeitermacht der Sowjets verteidigt werden mußte!" (Stefan Heym, in: Berliner Zeitung vom 21. Juni 1953)

"Als die Sowjetsoldaten dem Spuk der Westberliner Provokateure und Achtgroschenjungen ein Ende bereiteten, war es die Meinung der Mehrheit der Berliner: "Gut, daß sie gekommen sind"!" (Tägliche Rundschau vom 23.Juni 1953)

"Die Partei wird in diesem Augenblick, der Taten fordert, dem Gegner nicht dadurch in die Hände spielen, daß sie ihre Kräfte in Erörterungen darüber erschöpft, wie es zu solchen Mißverständnissen bei einem Teil der Werktätigen kommen konnte. Heute kommt alles auf Taten an. Daher erklärt das Zentralkomitee zu diesem entscheidenden Punkt heute nur das eine: Wenn Massen von Arbeitern die Partei nicht verstehen, ist die Partei schuld, nicht die Arbeiter! Aus dieser grundlegenden Feststellung ergibt sich für alle Mitglieder und Funktionäre unserer Partei die Notwendigkeit, mit größter Sorgfalt zu unterscheiden zwischen den ehrlichen, um ihre Interessen besorgten Werktätigen, die zeitweise den Provokateuren Gehör schenkten und den Provokateuren selber. Ehrliche Arbeiter, die zeitweise irre gingen, haben deswegen nicht aufgehört, ehrliche Arbeiter zu sein und sind als solche zu achten. Auch ehrliche Arbeiter, die ihren Irrtum jetzt noch nicht erkennen, haben deswegen nicht aufgehört, ehrliche Arbeiter zu sein und sind als solche zu achten. Gerade sie brauchen jetzt am meisten die Hilfe und Geduld der Partei, gerade sie brauchen jetzt am meisten die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, auch wenn ihnen das selbst noch nicht klar ist. Das ZK erwartet von allen Mitgliedern und Funktionären, daß sie nun die Reife ihres Bewußtseins und die Weite ihrer Herzen unter Beweis stellen in der leidenschaftlichen Beschäftigung mit gerade diesem Teil der Arbeiterschaft. Das Zentralkomitee erwartet zugleich von allen Mitgliedern und Funktionären, daß sie mit geschärftem Auge gegen die tatsächlichen Provokateure vorgehen, sie vor der Masse der Werktätigen entlarven und mit ihrer Hilfe den Sicherheitsorganen übergeben. Entschlossen, die Interessen der Arbeiter gegen die faschistische Provokation mit eiserner Hand zu verteidigen, gibt sich das Zentralkomitee zugleich Rechenschaft darüber, daß - untrennbar hiermit verbunden - die Partei eine Wendung vollziehen muß in ihrem Herantreten an die Arbeiterschaft und zwar mit dem heutigen Tage! ... Das Zentralkomitee wird demnächst erneut zusammentreten, um - nach inzwischen erfolgter Ausarbeitung weiterer notwendiger Maßnahmen - Partei und Öffentlichkeit in einer zusammenhängenden Darstellung über alle Probleme der neuen politischen und wirtschaftlichen Aufgaben zu informieren." (Einheit 1953, Nr. 7)

"Die Ereignisse ( der Aufstand der Lohnabhängigen, d. V.) beweisen, daß sich die arbeitenden Massen zutiefst bewußt sind, daß ihre Führer statt des versprochenen Sozialismus ein System der Diktatur des Staatskapitals aufgerichtet haben, das der Sowjetunion untergeordnet ist, einer ausländischen Macht, die in der Ausbeutung keine Grenzen kennt." (offizielle KP-Organ Jugoslawiens BOBRA 18. Juni 1953)

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