Der Kampf für den Kommunismus

Der Kampf für den Kommunismus

Der Kampf für den Kommunismus ist anti-politisch. Denn jegliche Politik, egal ob „links“, „rechts“ oder „mittig“, bedeutet lediglich die Verwaltung des kapitalistischen Elends; sie ist ein Teil der Organisation des Mangels, der Abhängigkeit und der Entfremdung. Die „revolutionäre“ Politik ist eine der Spielarten der Macht(Politik); sie hat ihre Schukldigkeit getan. Sie hat ihren wahren Charakter nicht nur in Rußland 1917ff. und in Spanien 1936ff. bewiesen und ihre Unfähigkeit, die Menschen vom Kapitalismus zu befreien, unter Beweis gestellt. Die „revolutionäre“ Politik ist ebenso Teil des Problems wie sie kein Teil der Lösung sein kann.

Der Kampf für den Kommunismus ist anti-identitär. Denn jegliche Identität unter kapitalistischen Verhältnissen ist Produkt bestehender und Ausgangspunkt neuer Trennungen und Spaltungen. D.h. unser Kampf ist zugleich anti-proletarisch und anti-bürgerlich. Identitäten reduzieren und ketten uns an das System, sind sein Produkt. Menschliche Identität kann sich erst jenseits der kapitalistischen Ökonomie entwickeln. Es geht nicht um Anerkennung als ArbeiterIn, etc., sondern um die Möglichkeit voll und ganz Mensch zu werden bzw. sein zu können. Es kann nicht darum gehen die Herrschaft der ArbeiterInnenklasse zu verwirklichen, da es beim Kommunismus um die Aufhebung aller Klassen geht.

Der Kampf für den Kommunismus ist anti-national. Denn jegliche Nation ist ein künstliches Konstrukt; jegliche Nation ist ein Zwangskollektiv, welches die einen aus- und die anderen einschließt. Die Nation ist der Zustand illusorischer Gemeinschaftlichkeit. Sie ist ein Gefängnis wie auch die Religion und alle anderen Identitäten; sie ist Teil der sozialen Kontrolle. Sie ist ein Hindernis auf dem Weg zur sozialen Revolution; von daher gibt es auch keine "unterdrückenden" und "unterdrückten" Nationen, denn Nation als solches bedeutet Unterdrückung. Es kann keine "nationale Befreiung" geben, nur die Befreiung von der Nation. Nationale Befreiungsbewegungen erstreben das Recht auf eibnen eigenen Staat und damit die Teilnahme am nationalen und nationalistischen Staatlichkeitswahn.

Der Kampf für den Kommunismus ist anti-religiös [Dabei bekämpfen wir nicht die Menschen, sondern die Ideologien und die Herrschaft! - Anm. R. Devil]. Denn jegliche Religion ist ebenso wie die Nation ein künstliches Konstrukt und Zwangskollektiv. Jegliche Religion, egal ob Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus, kurz jede x-beliebige Religion stellt ein Hindernis für die soziale Revolution, ein Hindernis für die menschliche Entfaltung dar. Die Religion ist wie die Nation eines der Opiate der bürgerlichen Gesellschaft.

Der Kampf für den Kommunismus ist anti-staatlich. Denn jeglicher Staat ist ein Unterdrückungsorgan und Ausdruck der Klassengesellschaft; er ist Herrschaftsinstrument der herrschenden Klasse zur Niederhaltung der beherrschten Klasse. Von daher gibt es keinen „proletarischen Staat“ zu verwirklichen oder zu verteidigen. Die Erfahrungen mit solcherart Staaten genügen uns. Der Staat ist dabei kein Gegensatz zum Markt. Die Durchsetzung der kapitalistischen Ökonomie in ihren Formen des Handels, des Krieges und der Lohnarbeit sind nicht ohne ihn denkbar.

Der Kampf für den Kommunismus ist anti-kapitalistisch. Die kapitalistische Ökonomie ist der Ursprung des existierenden menschlichen Elends und der herrschenden Absurdität. Der Kapitalismus ist nicht ein Mittel, um die Armut auf der Welt zu beseitigen oder zu lindern, sondern gerade die Ursache für die Existenz und das Fortbestehen eben dieser Armut in all ihren materiellen und psychischen Erscheinungsformen.

Der Kampf für den Kommunismus ist anti-gewerkschaftlich. Denn jegliche Gewerkschaft betätigt sich als Feilscher für den Preis der Ware Arbeitskraft. Wie „revolutionär“ sie auch auftreten mag, so sehr hat sie doch die kapitalistische Geschäftsgrundlage akzeptiert, wenn sie um die Höhe der Bezahlung und der die Bedingungen des Verkaufs der Ware Arbeitskraft mittels Streiks und Verhandlungen feilscht. Gewerkschaften sind Bestandteil der Klassengesellschaft. Sie sind Instrument der Integration und des Co-Managements. Sie sind nicht genauso wenig wie die Organisationsform der Partei tauglich, um die Klassengesellschaft aufzuheben.

Der Kampf für den Kommunismus ist anti-demokratisch. Denn die Demokratie ist neben dem Faschismus, der Militärdiktatur und ihren Mischformen eine der politischen Herrschaftsformen des Kapitals. Die Demokratie war von ihren griechischen Ursprüngen bis heute stets Teil einer Klassengesellschaft. Es gilt sie nicht etwa als "direkte", "sozialistische" oder "wirkliche" Demokratie zu verwirklichen. Sie ist als Ideologie und politische Herrschaftsform des Kapitals Mittel, um bei uns Illusionen zu schüren. Sie ist Mittel der Integration, nicht der Emanzipation. Unser Kampf wird die kapitalistische Ökonomie nicht mittels der Wahlurne beseitigen, sondern die Wahlurne zusammen mit ihr.

Der Kampf für den Kommunismus ist anti-spektakulär. Alle Formen der Politik und der Macht (Staat, Gewerkschaften, Kapital, etc.) versuchen sich spektakulär in Szene zu setzen, um ihre Waren zu verkaufen bzw. die Warengesellschaft zu bewahren. Es kommt aber darauf an, der kapitalistischen Szenerie, der ganzen Tristesse ein Ende zu bereiten, statt sich an dem Elend in irgendeiner Form zu beteiligen.

Der Kampf für den Kommunismus ist anti-statisch. Schließlich ist er vorhanden in der vor unseren Augen vor sich gehenden Bewegung der Menschen. Er gibt sich nicht den Namen „Kampf für den Kommunismus“, setzt sich meist auch nicht bewußt das Ziel des Kommunismus. Seine Klarheit wie seine Ziele entstehen im Kampf. Er ist ebenso vorhanden in allen Kämpfen wie er eine Antwort auf die vorhandenen Verhältnisse, die Bedingungen des Überlebens unter der Diktatur der kapitalistischen Ökonomie mit ihrer Lohnarbeit, ihrer Geld- und Warenwirtschaft, ihrem Staat und ihrer Politik, ist. Er läßt sich nicht modeln, er läßt sich nicht voraussagen. Ist es auch noch so still um ihn: er existiert, brodelt vor sich hin im Untergrund der bürgerlichen Gesellschaft. Diejenigen, die sich seiner angenommen haben, haben ihn neutralisert, ihn und seine Kämpfer integriert, seine Waffen wie seine Kritik entschärft, seine Kämpfer um ihren "Lohn" geprellt.

Doch der Kampf für den Kommunismus ist nicht nur anti, sondern auch für etwas. In der Negation der Negation des menschlichen Lebens, also in der Negation des kapitalistischen Überlebens äußert sich tagtäglich der Wunsch nach einem Ende des Überlebens, der zugleich ein mal klarer, mal unklarer Wunsch nach einem Leben ist, das seinen Namen verdient hat, nach einem Leben, das es "wert" ist, gelebt und geliebt zu werden.

Der Kampf für den Kommunismus ist all das oder er wird notgedrungen die eine oder andere Variante des Systems reproduzieren. Bibliothek des Widerstandes

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