H. Werbik: Psychonomie und Psychologie

Psychologie besteht aus 2 fundamental versch. Wissenschaften, die untersch. Sichtweisen menschlichen Verhaltens haben.

Theoretische Annahmen und Methoden werden willkürlich miteinander verknüpft und aus ihrem jeweiligen Entstehungszusammenhang herausgerissen.

Gründe:

-> zwar gestiegene Reputation, doch viele psychologische Probleme können nicht adäquat bearbeitet werden, da der Anwendungsbereich der Methoden ständig erweitert wurde
=> angewandte psychologische Tätigkeit kann oft nicht mit Grundlagenforschung verknüpft werden

„Methoden-Dogmatismus“ als Methode der Krisenabwehr muß erneut hinterfragt werden

Unterschiedung zweier Wissenschaften:

Kritik an Psychonomie:

Die Psychologie sollte von einem umfassenden, integrierten und ganzheitlichen Menschenbild ausgehen, worauf die Psychonomie für best. theoretische Zwecke einige dieser Aspekte des Menschenbildes abstrahieren kann.

Abstrahieren von best. Aspekten eines Untersuchungsgegenstandes sinnvoll, wenn ...

-> Einbahnstraße von der Psychologie zur Psychonomie, Psychologie als Rahmen für die Psychonomie

Psychonomie

Psychologie

Distanzhaltung, Perspektive eines Beobachters drei Perspektiven: zwei aufeinander bezogene Akteure und eine neutraler Vermittler, Perspektivenwechsel möglich
Die Stabilität von Verhaltensbeschreibungen in der Psychonomie ist nur erreichbar durch Ausblendung der Perspektive des beobachteten Objektes. Aufbau einer interpretationsfreien Beobachtungssprache nicht möglich, außer man beschränkt sich auf Perspektive des Beobachters d.h. dies ist nur der Psychonomie möglich, da in der Psychologie Beschreibungsdifferenzen zwischen den drei Perspektiven auftretten.
Normierung, Standardisierung und Reproduzierbarkeit Aushandlungsprozeß zwischen den 3 Personen/Perspektiven
Erklärende oder interpretierende Wörter der Psychologie wie Erwartung, Absicht, Ziel etc. sind in der Psychonomie theoretische Termini(=hypothetische Konstrukte), denen erst operational definiert werden müssen.

In der Psychologie kommt ihnen untersch. Bedeutung zu je nachdem aus welcher Perspektive sie betrachtet werden.

allgemeine Hypothesen werden aufgestellt und empirisch geprüft beträchtlicher Ermessensspielraum bei der Zuordnung von Einzelfällen zu Typologien und Tendenzen, Einzelfall als Konkretisierung der allgemeinen Konstriktion
Menschliches Verhalten als Ergebnis eines Zufallsgenerators( best. Wslk. Für das Auftretten eines best. Verhaltens), Austauschbarkeit der Vpn menschl. Nähe und Intimität nicht störend für den Erkenntnisprozeß (keine Standardisierung von Bedingungen); Wahrscheinlichkeit wird im eigentlichen, umgangssprachlichen Sinne verstanden

Konsequenzen für die Handlungspsychologie:

Handlungspsychologie: versucht Prozesse der Handlungsvorberitung, der Handlungssteuerung und der kognitiv-emotionallen Bewältigung von Handlungsfolgen darzustellen und so weit wie möglich empirisch zu stützen.

-> Scheitern des psychonomischen Ansatzes zur Erklärung von zweckrationalem, auf das Verhalten von Dritten bezogenem Handelns, da handlungsvorbereitende Kognitionen nur durch ein Gespräch (=Aufgabe der Beobachterperspektive) erforscht werden können.