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SODOM&GOMARA
Warum hat dieser Falang nicht gefragt was es kostet damit ich 200-300% des üblichen Preises verlangen
kann ? Mag er sich nun denken. Dabei steht es ganz fett auf seinem Taxi: „JEDE FAHRT MAX. 20BATH!" halt in Thai. Zwar würde es Jahre dauern bis ich diese myhstischen Schrifzeichen lesen kann aber dafür reicht es halt gerade.
Nun es ist Mittag und von den meisten Abendgästen keine Spur. Der Strand ist zwar voll, aber halt ! Das sind keine Badegäste, daß sind die Händler die erfolglos auf Ihre Kundschaft warten. Ist wohl Nebensaison denke ich mir und schleiche, mittlerweile auch schwitzend, weiter.
Das ist es nun warum viele die Reise hierher unternehmen, denke ich mir als ich an der ersten Open Air Bar vorbei gehe !
Deutsches Bier zu deutschen Preisen, thailändische gelangweilt herumsitzenden Mädchen in ausgewaschenen Bundesligatrikots der letzten Saison...............aus hunderten von Lautsprechern dröhnen verzerrt die nicht dem Alter der Kunden angepaßte Technohits des letzten Jahres.
Voreingenommen beginne ich jeden Falang mit Thaimädchen zu bemustern. Der könnte doch ihr Vater sein, oder ob die wirklich schon 18 ist. Dabei könnte es ja auch der Vater sein, der mit seiner thailändischen Tochter.............nein halt er faßt ihr an den Hintern. Wenn es nun doch seine Frau ist ? Nein in der Öffentlichkeit würde sie das nicht dulden. Es sei den sie ist das was sie wohl doch ist. Ein Bargirl !
Aber warum so einen alten  Sack, denke ich mir. Hier hat sie doch jeden Abend die freie Auswahl. Zwar wohl mehr Nieten als Hauptgewinne, aber zumindestens jünger. Jünger ? die meisten haben eher das Alter meines Vaters und so ist es nicht verwunderlich, daß ich immer wider mal angequatscht werde. Was soll`s ich winke kurz ab und habe meine Ruhe. Geboten wird hier eh nichts. Den Stripen ist in Thailand nicht drin ! Aber halt ich bin ja in Pattaya. Genauer wollte ich es dann gar nicht wissen und Narit rief eh an. Wir fahren in einer Stunde zur seiner Cousine zum Essen.

Selbst in Pattaya gibt es sie also, die freundliche Gastlichkeit der Thailänder. Nicht das einem gleich alle um den Hals fallen...............eher mistrauisch steht man mir gegenüber. Warum ist dieser junge Falang nicht wie alle anderem im Hardrockcafe oder in einer der Megadiscotheken unterwegs, fragt sich der eine oder andere vielleicht gerade, als ich den ersten Bissen des „extra milden" Fischgerichtes probiere. Klar, wie immer warten alle auf ein „puuuuuuuuuuuuuuuhhhhhhhh ist das scharf!" aber dieses Mal erspare ich Ihnen diesen Spaß, beiße die Zähne zusammen und sage „aroi" also köstlich. Dann fangen auch die anderen an zu essen. Keine Ahnung was auch immer es alles war, alles war prima und echt aroi, eben auch pet also scharf. Nachdem ich einmal auf meine Frage ob das Gericht scharf ist, geantwortet bekam : „ Nur eine Minute!"  habe ich mir das abgewöhnt.
Wenn es zu scharf wird nichts trinken sondern ZUCKER essen ! Das hilft blitzschnell, mit Wasser wird es nur schlimmer. An den Schweißperlen auf Narits Oberlippe, erkenne ich, daß auch er ins Schwitzen kommt. Das kenne ich beim Ihm auch nur beim Essen.
Anschließend will es sich Narit nicht nehmen lassen mir das Nachtleben zu zeigen. Um es vorwegzunehmen:
Es ist das selbe Spiel wie am Tag nur voller, lauter und mit schön bunter Leuchtrecklame.

Wir gehen durch die Walkingstreet, die sich nun ähnlich wie ein Nachtmarkt gestaltet.
Ohne große Auswahl nehmen wir auf einem der nächstbesten Hocker Platz.
„small Heinicken beer please!"
„Kaaa!"
Die kühle alkoholarme Bierflasche die auf dem Tresen landet, steckt in einem kunterbuntem Styroporbecher............irgendwie schmeckt mir es nicht. Eigentlich trinke ich es ab und an eh nur weil mir die grüne Flasche so gut gefällt, die ich so gar nicht sehen kann. Also raus damit aus dem Cooler. Ich nehme ein Schluck und sehe mich um.
An der Bar gegenüber üben sich ein Engländer und ein Bayer im Armdrücken. Woran ich das erkenne ? Der eine mit Zwirbelbart und Lederhose (kein Scherz!) der andere in Beckhams Orginaltrickot. Daneben zwei gelangweilte Mädels die das selbe wohl schon zigmal erlebt haben. Sie grinsen ein wenig und der Bayer gewinnt !
Dann merke ich das jemand an meinem verschwitztem Hemd zupft. Ist es jemanden aufgefallen das Narit und ich die einzigen sind die hier nicht in Shorts, Muscelshirt und Badeschlappen reingekommen sind. Verstoßen wir mit unserer eher „bangkok-artigen Hemden" und langen Hosen, damit gegen die Kleiderordnung und werden rausgeworfen ?
Ich drehe mich um. Nein, es ist ein kleines Mädchen. Es kann nicht älter als sieben sein, es ist 23:00 Uhr.
Neugierig sieht die Kleine zu mir auf und hält mir einen Strauß mit roten Rosen vor die Nase.
„Buy a flower mister! Only ten bath ."
Der Schimmer in Ihren Augen, erscheint mir wie eine Mischung zwischen Verzweiflung und Hoffnung.
„aber ich habe keine Freundin!" sage ich  ihr. Sie stutzt hin und her und hat gleich die richtige Antwort:
„Mai mii fään no problem tonight you can find!" Alleine für diese Antwort muß ihr eine abkaufen. Die zehn bath verschwinden in ihrer Hosentasche, dann rupft sie ein Röschen aus dem Styroporklotz in dem die Blumen stecken. Ich lege die Rose auf die Theke und studiere die Paare, die unschlüssig zwischen den Buden und den Bars prominieren.
Ein Mittelalterlicher Typ mit Bierwampe, logisch in hautengem Muscel oder sagen wir besser Fettshirt und gebügelten Bermudas, mit roter Säufernase, käsigen Waden von der Sonne einseitig rotgebrannt, fällt mir auf wie er seinen zentnerschweren Arm um eine zierliche Thailänderin schlingt. Irgendwie denke ich mir hat das schon seinen Sinn, das die Thaifrauen und die Thaimänner körperlich genauso zusammenpassen wie ihre Geschlechtsgenossen aus dem Fernen Ausland zu Ihren Gegenpol passen.................doch der Massentourismus will es anders.
Nach dem sehr viele Geschäfte fest in deutscher Hand sind, ergibt es sich, daß auch viele Leute oder sagen wir besser Männer aus meiner Heimat hier sind. Die Paare die es verwunderlicherweise auch recht häufig gibt, haben sich wohl mittlerweile in die Restaurants zurückgezogen.

Auf die Frage „ where are you coming from mister ?" antworte ich aus Scharm nur noch USA. Alle sind zufrieden und ich trinke aus, packe Narit am Unterarm, lege meine 100bath auf den Tresen und wir gehen.
Beim Verlassen drücke ich dem Bayer noch meine Rose in die Hand. Nichtwissend das ich sein bayrisch verstehen kann, hat er mich und Narit fälschlicherweise in Gesellschaft seiner Saufkumpanen  als Schwule bezeichnet, weil wir die einzigen Männer ohne Klammermädchen waren. „Macht`s Euch an schenner Obend Jungs!" habe ich Ihm noch gesagt „ und schaut`s das ihr immer schö vorsichtig seits!"
Ich fühle mich sicher, den der falsche Goliat hat beim Verlassen des Armdrücker Tisches gerade mal 1,6m und eine so starke Brille, daß er nach Thailand fliegen muß um eine Open- Air-Kneipe von Innen zu sehen. Bei uns würde er wohl nicht den Eingang finden, denke ich mir und winke ein Taxi herbei. „that way!" und weg von hier. Beim Austeigen vor einem bekanntem Fischrestaurant mit Livemusik, sehe ich Ihn wieder.
Ein Mann der mir am Tag schon aufgefallen war. Warum weiß ich nicht. Er ist mittelgroß, hager und blaß, Anfang sechzig. In meinem Spielchen, tippe ich auf Englischer Geschäftsmann. Auch er wieder in gebügelten Shorts, die es anscheinend irgendwo saubillig gibt, weißen Socken und Sandalen. Man will ja schließlich im Trend bleiben. Oben drüber schlabbert ein T-Shirt mit Bierreklame. Mit der Selbstsicherheit der Einheimischen, zieht Ihn ein Mädel an den Tresen der Bar. Sie bugsiert Ihn auf einen langbeinigen Hocken von dem er ohne ihre Hilfe sicher gar nicht mehr runter kommt. Auf dem freien Platz neben ihm nimmt sie Platz. Es ist nicht zu übersehen, daß sie die Situation und den Engländer unter Kontrolle hat. Wir bleiben einen Augenblick stehen um das Treiben zu beobachten. 
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