
Die einzelnen Szenen sind durch
getrennt.
Die Wave-Dateien stehen in der Mitte, darunter ein Bild und das Zitat in Klammern kursiv.
Ich habe beschreibende Worte weggelassen, wo sie mir nicht unbedingt nötig erschienen. Der Gang des Gesprächs ist dabei zu beachten: wenn Berta beispielsweise sauer ist, ist sie das beim nächsten Satz wahrscheinlich immer noch. Ansonsten habe ich umgangssprachliche Vereinfachungen zum Teil beibehalten (z.B. hab) zum Teil aber ausgeschrieben. Ebenso habe ich Hajos Stottern nicht berücksichtigt. Man möge es sich hinzu denken ;-)
für Berta | für Hajo | für Lisa |
Was bisher in der Folge geschah:
Hajo hat eine Reise für Berta und sich nach Wien gebucht.
Beim Austauschen des Klaviers haben die ungeschickten Klavierschlepper ein altes Erinnerungsstück (einen Bilderrahmen von Lydia) zertrümmert und das gleiche mit Hajos Zeh versucht.
Berta geht gerade aus dem Wohnzimmer, wo Hajo auf dem Sofa liegt.
Du solltest gleich im Schlafzimmer sein. Da hast du mehr Ruhe.
Sie geht und öffnet Lisa die Tür.
Guten Tag, Frau Griese.

Hallo Lisa.
Geht's Ihnen nicht gut?
Wieso? Ein bißchen überstrapaziert; wie war's in der Schule?
Okay. In Erdkunde hab' ich 'ne 2.
(nicht wirklich begeistert): Na, großartig.
Guten Tag, Herr Scholz. 
Hallo. Hast du schon gesehen? Du spielst heute auf einem Leihklavier.
Das alte kriegt neue Wirbel.
Was ist passiert? Sind Sie verletzt?
Probier's doch gleich mal aus, ob sich die Mühe gelohnt hat.
(zu Berta): Haben Sie's schon getestet?
Ja, allerdings. Leider kommt der Stimmer erst morgen. Aber hier (sie hält die Partitur hoch) probier mal den Schubert. Der ist stärker als jedes verstimmte Klavier.
Hajo.
Schon gut, Rehlein. Ich bleib am besten hier ganz still liegen.... Wenn Lisa nichts dagegen hat.

Also heute habt ihr so schön gespielt wie schon lange nicht mehr.
Wenn das Klavier gestimmt gewesen wäre, wär's noch schöner gewesen.
Ich glaube, ich weiß, was Herr Scholz meint. Es war mehr die Absicht.
Das Gefühl, Rehlein, daß ihr für mich und meinen geschwollenen Zeh ein kleines Konzert veranstaltet habt, also...
Es macht viel Spaß, jemandem Freude zu machen.
Und wie. Absolut richtig. Und deshalb bin auch ich jetzt dran mit dem Spaß haben. Und ich habe jetzt was für mein Rehlein, worüber sie sich hoffentlich mindestens genauso freut, wie ich mich über eure Musik gefreut habe. Eine kleine Überraschung.
(liebevoll): Du hast doch nicht schon wieder Geld ausgegeben, Hajo. Erst die neuen Wirbel, dann das Leihklavier und die vielen anderen Dinge. Hey.
Herr Scholz ist einfach wahnsinnig großzügig, Frau Griese.
Ach, das vielleicht gar nicht so sehr, aber ich liebe mein Rehlein und du hast ja vorhin selbst gesagt, daß schenken so viel Spaß macht.
(liest): Traummusikwoche in Wien. 2 Opernbesuche, Konzerte, Kammermusik, Führungen; phantastisch.
(ernst und traurig): Ich freu mich für Sie, Frau Griese.
Ja dann mach auch ein freudiges Gesicht. Du siehst aus, als ob du gleich losheulen wolltest.
Sie sind so glücklich, bei mir im Heim ist es über die Osterferien so öde.
Ja wenn das so ist Lisa, dann kommst du einfach mit uns mit. Ich muß nur sehen, daß ich noch ein Ticket für die gleichen Veranstaltungen und Konzerte bekomme.


Lisa, ich schlage dir ein Geschäft vor. Deine zwei Hotels gegen meine Eisenbahnlinie.
Kommt drauf an. Für dich nicht, für mich schon.
Herr Scholz, ich wollt mich noch mal bei Ihnen bedanken. Diese Reise ist wirklich das schönste Geschenk meines Lebens. (Sie steht auf.) Warten Sie, ich hab was vergessen.
Aber Lisa, was ist denn?
Entschuldigen Sie mich. Ich bin gleich wieder da.
Was wohl mit Lisa ist? Sie benimmt sich so merkwürdig.
Was wohl mit mir ist, das interessiert dich überhaupt nicht.
Natürlich hab' ich bemerkt, daß du ganz verändert bist.
(zynisch): Ah, hervorragende Beobachtungsgabe.
Aber Lisa ist auch irgendwie anders, ungefähr seit demselben Zeitpunkt.
Sie freut sich, ich bin sauer. Und tatsächlich seit demselben Zeitpunkt.
Ah ja, jetzt seh ich's ganz deutlich. Wegen dem Wirbel und dem kaputten Bilderrahmen aus Riga.
Sag mal, willst du mich eigentlich nicht verstehen. Unser Zusammenleben scheint dir ja nicht mehr viel zu bedeuten.
Also! Aber Rehlein...
Da bin ich.
(genervt bis feindselig): Müßtest du nicht längst im Heim sein?
Herr Scholz hat doch angerufen. Ich darf bis acht bleiben. Ja fällt ihnen denn gar nichts auf?
Du hast mir doch gesagt, daß du Judo machen willst.
Steht dir aber gut, nicht Rehlein?
Ich hab gestern angefangen. Ich wollt ihnen die Sachen eigentlich schon heut mittag zeigen,



Gute Nacht und danke für alles. Sie haben so viel für mich getan.
Schon gut Lisa. Du


Ich renne.
Was für ein lieber Mensch.
Weißt du wie lange sie schon wieder hier war? Über 6 Stunden.
So? Das ist mir gar nicht aufgefallen.
Genau. Das ist das Problem.
Ach Rehlein, sie ist halt ein bißchen wie 'ne Tochter, weißt du. Du magst sie doch auch.
Meine Zuneigung zu ihr war schon mal größer.