
Die einzelnen Szenen sind durch
getrennt.
Die Wave-Dateien stehen in der Mitte, darunter ein Bild und das Zitat in Klammern kursiv.
Ich habe beschreibende Worte weggelassen, wo sie mir nicht unbedingt nötig erschienen. Der Gang des Gesprächs ist dabei zu beachten: wenn Berta beispielsweise sauer ist, ist sie das beim nächsten Satz wahrscheinlich immer noch. Ansonsten habe ich umgangssprachliche Vereinfachungen zum Teil beibehalten (z.B. hab) zum Teil aber ausgeschrieben. Ebenso habe ich Hajos Stottern nicht berücksichtigt. Man möge es sich hinzu denken ;-)
für Berta | für Hajo | für Lisa |
Was bisher in der Folge geschah:
Bevor Berta zur Arbeit geht, erinnert sie Hajo daran Lisa zu sagen, daß sie nicht nach Wien mit kann. Hajo sieht seinen Fehler inzwischen auch ein, aber seine Pflicht scheint ihm dennoch unangenehm zu sein.

Hajo blättert in Zeitschriften, als es klingelt. Er geht zur Tür und öffnet.
Guten Tag, Herr Scholz.
Lisa, eh, was machst 'n du schon hier?
Darf ich reinkommen? Vielleicht kann ich ja was im Haushalt helfen und überrasche Frau Griese, z.B. mit einer picobello geschrubbten Küche.

Ja vielleicht würde sie sich sogar darüber freuen, aber die Ferien beginnen doch erst am Wochenende, oder?
Ja schon, aber ich konnte es nicht mehr erwarten zu Ihnen zu kommen. Bitte verraten sie mich nicht, aber offiziell bin ich krank und hab über 39 Fieber.
Verwendet ihr immer noch dieselben Tricks wie wir früher mit Thermometer hochreiben und so?
Ja natürlich. Im Heim ist das ganz einfach. Man kriegt dann 2 Pillen und dann lassen sie einen in Ruhe. Und der Schule sagen sie natürlich noch bescheid. Und davonschleichen muß man natürlich auch unbemerkt.
Ich war zwar nicht im Heim, aber meine Mutter war da auch nie kompliziert, obwohl sie immer gewußt hat, wenn ich beschissen hab.
Wo steh'n denn die Vasen? Die Blumen sind auch für Sie.
Oh danke. Dort.
Ich mach mich dann mal an die Arbeit. Sie haben sicher auch zu tun. Und ich will Sie wirklich nicht stören.
Ja, jaja, ich hab zu tun. Ich muß mir gleich 'n Kräutertee machen.
Ach, den mach ich gern für sie.
Danke.
Ist es irgendwas schlimmes?
Was unerfreuliches, Lisa.
(argwöhnisch) Tut mir leid, daß ich heute eine Stunde länger in der Praxis sein mußte. Aber ihr habt euch ja sicher gut amüsiert.
Amüsiert ist nicht das richtige Wort, Rehlein. Wir haben konzentriert gearbeitet.
Na, die Küche ist ja auch schön sauber geworden, da ist nichts gegen zu sagen. Trotzdem hätte ich es besser gefunden, wenn Lisa, wie jedes gesunde Kind in der Stadt in die Schule gegangen wäre.
Der Topf muß ziemlich voll sein.
Jeder denkt, daß Spaghetti leicht zu kochen sind.
Wenn das Wasser kocht, gibst du die Spaghetti rein und läßt sie 10 Minuten kochen. Und damit sie nicht anpappen, tust du noch etwas Öl dazu, am besten Olivenöl.
Hajo kann ich dich mal allein sprechen. (zu Lisa) Wenn wir noch nicht wieder da sind, wenn das Wasser kocht, gib bitte schon die Nudeln rein. (zu Hajo) Kommst du?

(wütend) Warum hast du sie nicht in die Schule geschickt...oder meinetwegen zum Teufel.
Sie ist ein sehr einsames Kind, Rehlein.
Einsam, daß ich nicht lache.
Hab ich, ja.
Wenigstens etwas.


Warum dackelst du mir eigentlich hinterher? Die Bushaltestelle ist dort drüben, vor dem Dresslerhaus.
Weiß ich doch. Ich geh ja auch gleich,
Richtig.
Ja, aber warum streiten Sie sich dann immer so heftig mit ihm?
Tja, warum streit ich mich mit ihm?
Kieker? Ich habe dich immer sehr gemocht, Lisa, das weißt du. Wir alle haben dich gemocht, Amélie, Hajo, ich.
Früher hatten wir Mühe, dich zu überreden eine Stunde zu bleiben, heute haben wir Mühe dich loszuwerden. Denk bitte mal darüber nach.
Komm gut nach Hause.