Folge 644 Al Gusto

Die einzelnen Szenen sind durch


getrennt.
Die Wave-Dateien stehen in der Mitte, darunter ein Bild und das Zitat in Klammern kursiv.
Ich habe beschreibende Worte weggelassen, wo sie mir nicht unbedingt nötig erschienen. Der Gang des Gesprächs ist dabei zu beachten: wenn Berta beispielsweise sauer ist, ist sie das beim nächsten Satz wahrscheinlich immer noch. Ansonsten habe ich umgangssprachliche Vereinfachungen zum Teil beibehalten (z.B. hab) zum Teil aber ausgeschrieben. Ebenso habe ich Hajos Stottern nicht berücksichtigt. Man möge es sich hinzu denken ;-)

Berta für Berta
Hajo für Hajo
Lisa für Lisa



Was bisher in der Folge geschah:
Bevor Berta zur Arbeit geht, erinnert sie Hajo daran Lisa zu sagen, daß sie nicht nach Wien mit kann. Hajo sieht seinen Fehler inzwischen auch ein, aber seine Pflicht scheint ihm dennoch unangenehm zu sein.



Hajo blättert in Zeitschriften, als es klingelt. Er geht zur Tür und öffnet.

Lisa Guten Tag, Herr Scholz.

Hajo Lisa, eh, was machst 'n du schon hier?

Lisa Darf ich reinkommen? Vielleicht kann ich ja was im Haushalt helfen und überrasche Frau Griese, z.B. mit einer picobello geschrubbten Küche.



Hajo Ja vielleicht würde sie sich sogar darüber freuen, aber die Ferien beginnen doch erst am Wochenende, oder?

Die beiden gehen in die Küche.

Lisa Ja schon, aber ich konnte es nicht mehr erwarten zu Ihnen zu kommen. Bitte verraten sie mich nicht, aber offiziell bin ich krank und hab über 39 Fieber.



Hajo Verwendet ihr immer noch dieselben Tricks wie wir früher mit Thermometer hochreiben und so?



Lisa Ja natürlich. Im Heim ist das ganz einfach. Man kriegt dann 2 Pillen und dann lassen sie einen in Ruhe. Und der Schule sagen sie natürlich noch bescheid. Und davonschleichen muß man natürlich auch unbemerkt.



Hajo Ich war zwar nicht im Heim, aber meine Mutter war da auch nie kompliziert, obwohl sie immer gewußt hat, wenn ich beschissen hab.



Lisa Wo steh'n denn die Vasen? Die Blumen sind auch für Sie.

Hajo Oh danke. Dort.

Lisa Ich mach mich dann mal an die Arbeit. Sie haben sicher auch zu tun. Und ich will Sie wirklich nicht stören.

Hajo Ja, jaja, ich hab zu tun. Ich muß mir gleich 'n Kräutertee machen.



Lisa Ach, den mach ich gern für sie.

Sie bringt die Blumen.



Hajo Danke.





(Lisa Haben Sie Kummer?

Hajo Ja, einigermaßen ja, Lisa.)


Ich muß dir was sagen und es fällt mir verdammt schwer.

Lisa Ist es irgendwas schlimmes?

Hajo Was unerfreuliches, Lisa.





(Lisa Wollen Sie mir sagen, daß ich doch nicht mit nach Wien fahren darf? Ist es das?

Hajo Wie hast du das denn jetzt...?

Lisa Ach, ich erwarte immer das Schlimmste, dann ist man darauf vorbereitet und es ist nicht mehr so schrecklich.)






(Lisa Daß ich nicht mitfahren darf, ist schon in Ordnung.

Hajo Bist du mir wirklich nicht böse?

Lisa Ihnen böse? Nie im Leben.)






(Lisa Ich weiß ja, daß Sie mich dabei haben wollten. (Hajo nickt.) Und das ist doch das wichtigste. Werden Sie denn an mich denken?

Hajo nickt lächelnd.)







Berta (argwöhnisch) Tut mir leid, daß ich heute eine Stunde länger in der Praxis sein mußte. Aber ihr habt euch ja sicher gut amüsiert.

Hajo Amüsiert ist nicht das richtige Wort, Rehlein. Wir haben konzentriert gearbeitet.

Berta Na, die Küche ist ja auch schön sauber geworden, da ist nichts gegen zu sagen. Trotzdem hätte ich es besser gefunden, wenn Lisa, wie jedes gesunde Kind in der Stadt in die Schule gegangen wäre.



Lisa dreht sich angesichts dieses Vorwurfs zu ihr um, aber Berta ist gerade beschäftigt.

Berta Der Topf muß ziemlich voll sein.

Lisa Jeder denkt, daß Spaghetti leicht zu kochen sind.

Berta Wenn das Wasser kocht, gibst du die Spaghetti rein und läßt sie 10 Minuten kochen. Und damit sie nicht anpappen, tust du noch etwas Öl dazu, am besten Olivenöl.



Berta Hajo kann ich dich mal allein sprechen. (zu Lisa) Wenn wir noch nicht wieder da sind, wenn das Wasser kocht, gib bitte schon die Nudeln rein. (zu Hajo) Kommst du?

Lisa sieht wie Hajo die Tür hinter sich zuzieht.





Im Schlafzimmer



Berta (wütend) Warum hast du sie nicht in die Schule geschickt...oder meinetwegen zum Teufel.

Hajo Sie ist ein sehr einsames Kind, Rehlein.

Berta Einsam, daß ich nicht lache.





(Berta Sie ist raffinierter als wir alle zusammen,)


und kein Kind mehr. Hast du ihr gesagt, daß sie nicht mit nach Wien kann.

Hajo Hab ich, ja.



Berta Wenigstens etwas.





(Hajo Kann ich dich jetzt mal was fragen. Bist du eigentlich eifersüchtig auf dieses Kind,

Berta lacht (kurz, wie um zu sagen: "Ich glaub's einfach nicht.")

Hajo das den ganzen Vormittag in unserer Küche auf den Boden rumrutscht um zu putzen?)


Berta scheint mir zu warten, ob er noch was anderes zu sagen hat und geht dann.










Berta Warum dackelst du mir eigentlich hinterher? Die Bushaltestelle ist dort drüben, vor dem Dresslerhaus.

Lisa Weiß ich doch. Ich geh ja auch gleich,





(Lisa aber ich muß Ihnen sagen, daß Sie Herrn Scholz unrecht tun. Er ist ein sehr lieber Mann.)


Berta Richtig.

Lisa Ja, aber warum streiten Sie sich dann immer so heftig mit ihm?

Berta Tja, warum streit ich mich mit ihm?





(Berta Eigentlich müßte ich dir mal die Meinung sagen.

Lisa Hab ich mir schon gedacht, daß Sie mich auf'm Kieker haben, nicht ihn.)


Berta Kieker? Ich habe dich immer sehr gemocht, Lisa, das weißt du. Wir alle haben dich gemocht, Amélie, Hajo, ich.





(Lisa Und jetzt, mögen Sie mich nich mehr?

Berta Naja, so kann man das nicht sagen.)






(Berta Du hast dich verändert. Du bist älter geworden und, entschuldige, auch aufdringlicher.)




Berta Früher hatten wir Mühe, dich zu überreden eine Stunde zu bleiben, heute haben wir Mühe dich loszuwerden. Denk bitte mal darüber nach.

Sie lächelt Lisa an.



Berta Komm gut nach Hause.






Als Berta nach Hause kommt, gehen sie und Hajo früh ins Bett.


Man möge mir verzeihen, daß ich das nicht weiter ausführe. Es war auch so schon schmerzhaft genug ;-(

Zurück zu Gabis LS Seite * Zurück zum Hajo & Lisa Special * Hajo & Lisa * e-mail