Von den Anden an die pazifikküste

Wer vom Hochland an die Pazifikküste reisen möchte hat verschiedene Möglichkeiten. Die schnellste und teuerste ist ein Inlandflug. Eine ganze Reihe kleiner Flugplätze aber selbstverständlich auch der Flughafen von Quito bieten Flüge an die Küste an. Die grossen Städte Guayaquil und Esmeraldas sind so in kurzer Zeit (rund eine Stunde ab Quito) zu erreichen. Wer genügend Zeit hat sollte aber den Landweg benutzen.

Valle de Chota

Sowohl Busse wie zwei Eisenbahnlinien bieten die Möglichkeit an die Küste zu gelangen. Eine Fahrt auf einer der zwei Bahnlinien allen Eisenbahnfans zu empfehlen.

Von Alausi nach Guayaquil Die bekanntere Linie führt von Quito über Alaussi nach Guayaquil. Falls die Strecke nicht gerade unterbrochen ist, was speziell in der Regenzeit recht häufig vorkommt, verkehren hier alte sehr romantische Dampflokomotiven mit den entsprechend antiquierten Wagons. Auch wenn der Reisekomfort nicht den europäischen Zügen entspricht, ist diese Reise sehr empfehlenswert. Der interessanteste Teil führt von Alausi nach Guayaquil. In Alausi fahren die Züge am frühen Morgen ab um am Nachmittag in Guayaquil einzutreffen. Die Strecke führt durch die Westabhänge der Anden ins der Küste vorgelagerte tropische Tiefland. Sehr interessant sind die an den steilsten Stellen angebrachten Kehrtstrecken. Der Höhepunkt dieser Reise ist die Passage bei "Nariz del diablo".

Wer Dampfromantik liebt wird diese Tour sehr schätzen, insbesondere weil ein Teil der Strecke auch auf den Dächern der Waggons zurückgelegt werden kann.

Von Ibarra nach San LorenzoDas zweite Eisenbahnabenteuer führt von Ibarra im nördlichen Hochland nach San Lorenzo an der Pazifikküste. Die Züge die auf dieser Strecke fahren sind anders als die Dampfloks zwischen Quito und Guayaquil mit Dieselmotoren ausgerüstet. Die Züge, genauer gesagt handelt es sich um Triebwagen, sind eigentlich umgebaute Autobusse die nun auf Schienen zwischen den beiden Orten verkehren. Die Züge starten jeweils in den frühen Morgenstunden und kommen am Nachmittag am Zielort an. Sie verkehren nur jeden zweiten Tag in die gleiche Richtung. Das heisst einmal von Ibarra nach San Lorenzo und am nächsten Tag in umgekehrter Richtung.

Bahnhofsidylle auf dem Weg von Ibarra nach San Lorenzo

Dabei wird eine Höhendifferenz von rund 3000m überwunden. Aus der recht kahlen gebirgigen Welt rund um Ibarra fährt der "Autoferro" wie der Zug in Ecuador genannt wird, durch Gebirgswälder bis ins tropische Tiefland. Bananenplantagen und tropische Vegetation begleiten uns auf den letzten Kilometern bis nach San Lorenzo. Dieses Städtchen könnte einem Roman von Gabriel Garcia Marquez entsprungen sein. Mein erster Gedanke war: das muss Macondo (Cien años de soledad) sein. Wer Wildwestromantik liebt wird sich hier wohlfühlen.

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