Jenet A (1996): Pastoreo Rotativo Intensivo. Rindermast im Weidesystem in den Subtropen; Argentinien, Santa Fe Centro, p 45

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Inhaltsangabe

1 Vorwort *

1.1 Argentinien in Zahlen *

1.2 Die Pampa *

1.3 Geophysikalische Standort des Betriebes *

1.4 Der Boden (wird noch vervollständigt) *

1.5 Der Betrieb *

1.6 Beschreibung der Flächen des Praktikumsbetriebes *

1.7 Entwicklung der Kunstweiden *

1.8 Inventarliste d. aktuellen Betriebes *

2 Gewinn- und Verlustrechnung des Betriebes (1995) *

2.1 Rentabilitäten *

3 Die Weide *

3.1 Die Alfalfa (Medicago sativa, dt. Luzerne) und andere Weideleguminosen *

3.2 Die Wasserversorgung *

3.3 Aufteilung der Weideflächen *

3.4 Der Corral und die Viehwaage *

4 Mutterkuhhaltung und die Kälberaufzucht *

4.1 Produktionsverfahren *

4.2 Rasse *

4.3 Produktionsablauf *

4.4 Ernährung *

4.5 Bedarfsnormen für die Kuh bzw. für das Kalb *

4.5.1 Setaria italica *

5 Der Mastbetrieb *

5.1 Zonen der Masthaltung *

5.2 Der Wert der Weide *

5.3 Complementacion und Suplementacion (Zusatzfütterung) *

5.4 Produktionsverfahren *

5.5 Verkauf der Masttiere *

5.6 Ökonomische Erfassung der Mastproduktion *

6 Lohnunternehmungstypen in der Rinderproduktion *

7 Krankheiten *

7.1 Aftosa (Maul- und Klauenseuche) *

7.2 Enfermedad Mucosas (Virusdiarrhoe) *

7.3 Brucelosis (Brucellose) *

7.4 Tubercolosis *

8 Nachwort-Diskussion *

 

 

  1. Vorwort
  2. Argentinien zählt, als Schwellenland, zu den Entwicklungsländern. Dieses Land ist reich an Ressourcen und Ideen.

    Mein Ansporn in dieses Land zu gehen, war im landwirtschaftlichen Sektor Methoden kennenzulernen die mit hoher Produktion in den Subtropen ressourcenschonend und umweltfreundlich Wirtschaftlichkeit aufweisen.

    Der Beispielbetrieb ist kein Erfolgsrezept für marginale Standorte, auch ist es kein Wegweiser, auf welche Weise die ärmere Bevölkerung geschützt werden könnte. Vielmehr spricht das Thema diejenigen an, die Land gepachtet haben oder es besitzen und mit intensiven Produktionssystemen auf kleinen Flächen hohe Erträge erzielen könnten.

    Der Betrieb, den ich mir ausgewählt habe, gehört seit 1970 verschiedenen ländlichen Beratungsringen an. CREA (Complejo Rural Economico Agricola)ist ein bäuerlicher Zusammenschluß von LandwirtInnen, die mit einem Beitrag einen Berater und eine Zentrale finanzieren. CREA ist eine der größten Beratungszusammenschlüße in Argentinien. In Santa Fe gibt es ca. 10 Gruppen, in Cordoba 5, in Buenos Aires ca. 20. Jede Gruppe hat 10-15 Mitglieder und einen Betreuer. Es werden monatlich Versammlungen abgehalten, wobei diese immer auf einen anderen Betrieb stattfinden. Dieser Betrieb wird vorgestellt, durchkalkuliert, es werden Fragen erörtert und Verbesserungsvorschläge durchgesprochen. Außerdem stellt der Ingenieur ein neu erforschtes Thema vor. Neben den Versammlungen besucht der Ingenieur jeden Monat einzeln die Mitglieder, um aktuelle Fragen und Daten zu registrieren. CREA vertreibt auch eine wissenschaftliche Zeitung.

    Ich war während meiner 6 Monate auf mehreren Versammlungen, auch auf der des Beispielbetriebes. Die in meiner Arbeit verwendeten Daten stammen zum Teil von der von CREA einberufenen Versammlung.

    Ich hatte meine Arbeit vor Ort mit direkten Eindrücken geschrieben. Ich verwendete Literatur aus der cordobeser Universität, aus der Studienliteratur von Dipl. Ing. Rodolfo Zechner (Betriebsleiter) und Werbeprospekte argentinischer Firmen; Leider verlor ich die auf dem Computer gespeicherte Arbeit aufgrund von Stromschwankungen. Ich hoffe hiermit eine ähnlich praxisnahe Arbeit geschrieben zu haben.

    Mitgewirkt habe ich selbst in allen Bereichen des Betriebes: Mutterkuhhaltung, Masthaltung, Ackerbau und Administration. Ich habe Zäune gezogen, Luzerne eingesät, Rinder geimpft und markiert.

    200 Mutterkühe und 300 Mastrinder habe ich allein 6 Monate umgetrieben und ihre Nahrung berechnet. In diese Zeit fiel zu Anfang die Geburt, es folgte die Aufzucht, die Trennung. Die Mastfärsen und Jungkühe habe ich im 12monatigem Alter übernommen und bis zur Schlachtreife, bzw. bis zur Deckung aufgezogen.

    Ich bin bis zu diesem Zeitpunkt noch niemals vorher mit praktischer Rinderhaltung in Berührung gekommen. Dieses halbe Jahr hat meine Interesse für die Rinderhaltung sehr verstärkt.

    Ich möchte mich an diesem Punkt sehr herzlich bei der Familie Mampaey für ihre freundschaftliche Aufnahme bedanken.

    Betriebsinhaberin:

    Rosmarie Mampaey

    Casilla Correo 14

    2252 Galvez (Provincia Santa Fe)

    Republica Argentina

    Betriebslage:

    "La Invernada"

    2257 Colonia Belgrano-Wildermuth

    Republica Argentina

  3. Einleitung
    1. Argentinien in Zahlen
    2. Geographic

       

      Land area

      2.708.400 sq km

      forested

      21.6%

      pastures

      52.0%

      cultivated

      9.9%

      Demographic

       

      Population (1992)

      33.070.000

      annual growth rate (1987-92)

      1.4%

      urban

      86.2%

      rural

      13.8%

      density

      11.9 per sq km

      Religious affilation

       

      roman catholic

      91.0%

      birth rate per 1000 (1991)

      20.0

      world av.

      26.4

      Death rate per 1000 (1991)

      9.0

      world av.

      9.2

      Education and Health

       

      Life expectancy at birth male

      68 years

      female

      74 years

      Infant mortality rate per 1000 live birth (1991)

      31.0

      Physicians (1988)

      1/326

      Hospital beds

      1/205

      Calorie intake as % of FAO requirement

      131%

      Population age 25 and over with no formal schooling

      6.0%

      Literate males over 15

      95.5%

      Literate females over 15

      95.1%

      Economic

       

      GNP (1990 market prices)

      US$ 76.491 mn

      GNP per capita

      US$ 2.370

      Public external debt (1990)

      US$ 45.558 mn

      Tourism receipts (1990)

      US$ 903 mn

      Inflation (1986-1991) now lower

      620%

      Radio

      1/1.5 persons

      Television

      1/4.5 persons

      Telephone

      1/8.1 persons

      Employment

       

      Population economically active 1989

      12.141.440

      Unemployment

      5.2%

      % of labour force in

       

      agriculture

      12.0

      mining

      0.5

      manufacturing

      19.9

      construction

      10.1

      Military force

      65.000

         

      aus: Encyclopaedia Britannica

       

       

       

      Argentinien umfaßt ca. 30% der Landfläche von Europa, es ist 3460 km lang (N/S) und 1580 km breit (O/W). Im Osten begrenzt die von Feuerland bis zum Rio de la Plata in Nord-Südrichtung verlaufende, 2575 km lange Atlantikküste Argentinien. Im Westen bilden die Anden die Grenze zu Chile. Argentinien reicht vom 55° südlicher Breite bis über den südlichen Wendekreis (23° südlicher Breite) hinaus.

      Je weiter man sich vom Rio de la Plata Richtung Westen, das heißt zu den Anden hin bewegt, desto mehr nehmen die Niederschläge ab. Die Anzahl der humiden Monate in der Nordöstlichen Zone betragen noch zwölf. Im Zentrum Argentiniens sind es nur noch sechs. Im Westen liegen sie zwischen null und eins.

      So liegen sich in einem Breitengrad Buenos Aires mit 1027 mmN und einer Durchschnittstemperatur von 21°C und Mendoza mit 197 mmN und einer Durchschnitttemperatur von 16°C gegenüber.

      Im Jahre 1535 wurde die erste Kolonie, das heißt Buenos Aires gegründet. In den darauffolgenden Jahren, gewannen die Niederlassungen entlang der Handelsstraße nach Montevideo an Bedeutung, wie Jujuy, Salta, Tucuman und Cordoba, welche heute die ältesten Städte sind. In Tucuman wurde am 9. Juli 1816 die Unabhängigkeit gegen Spanien erklärt.

      Bis in diese Zeit wurde nur Viehhaltung in der Pampa ausgeübt. In Argentinien gab es keine Rinder und Pferde bis zur Ankunft der Spanier. Die Spanier brachten andalusische Rinder und Weidegras, welches sich rasch unter das heimische mengte, mit. Das Vieh verwilderte und passte sich dem Klima an, die Pferde waren eine beliebte Jagdbeute der Paisanos (Ureinwohner). Mit dem Zurückdrängung der Paisanos nahm die Rinderpopulation zu. Man fand keine Verwendung, außer Pökelfleisch und Felle, denn für Frischfleisch lagen die Weiden zu weit. Erst um 1852 wurde am Paranaufer Landwirtschaft im herkömmlichen Sinne betrieben, jedoch mit Ackerbau, genauer mit Weizenproduktion. In dieser Epoche lebten in Argentinien 1,2 Millionen Europäer. Die Industrialisierung brachte Maschinen, Windpumpen und die Eisenbahn, hauptsächlich aus England. Im Jahre 1883 waren die Paisanos aus Argentinien vertrieben, vielmehr ausgerottet. Die Pampa wurde landwirtschaftlich erschlossen, denn 1877 wurde die Kühlhaltung erfunden, das Schlachthaus. Argentinien nutzte die Kriegswirren in Europa, um Weizen und Fleisch dort abzusetzen. Das heimische Criollorind (Longhorn) war jedoch nicht beliebt auf dem englischen Markt, so wurde zuerst das Shorthorn eingeführt, dem dann bald Hereford und Aberdeen Angus folgten. Hereford und Aberdeen Angus machen heute den größten Teil der Fleischrinder aus. In den 30er Jahren dieses Jahrhunderts bis in die 60er verbreiteten sich Zebukreuzungen wie Brahman, Brangus und im Norden Rinderrassen mit hohem Neloreanteilen, allerdings hat man Absatzschwierigkeiten, da der kg-Preis sich bis zu einem Drittel vermindert. Um die Jahrhundertwende entstand auch die milchbetonte Zweinutzungsrasse Holando Argentino, das Pendant zur Holstein Frisian. Auch Schafe wurden aus England für die Wollproduktion eingeführt. In dieser Zeit brachte man die Alfalfa (Medicago sativa, dt.Luzerne) nach Argentinien, die heute die wichtigste Futterpflanze ausmacht. Alfalfa ist extrem an die Klimabedingungen der Pampa angepaßt.

      In den folgenden Jahren wanderten über 6 Millionen Menschen wegen der Kriege aus Europa in das wohlhabende Argentinien aus.

      Argentinien ist heute eines der höchstentwickelten Länder der Region und ist potentiell eines der reichsten Länder der Erde. Die Wichtigkeit der Landwirtschaft läßt sich aus den Zahlen ersehen. denn dieser Sektor macht immer noch über 50% der Exportgewinne aus, welche aus Getreide, Ölsaaten, Fleisch und anderen Nahrungsmitteln bestehen. Aber Argentinien verlor die herausragende Position als Exporteur von Getreide und Fleisch.

      Es gab einen Wechsel von der Viehwirtschaft zum Ackerbau seit den 60er Jahren, linear zu den Preisen und zur wachsenden Technologie im Agrarsektor. Vor allem wuchs die Produktion der Ölsaaten, wie Sojabohnen und Sonnenblumen, die heute 15 Millionen Tonnen im Jahr ausmachen. Die Viehwirtschaft fiel von 57 mio, in den späten 70 ern auf 50 mio Rindern im Jahre 1991. So fiel auch der Pro-Kopf von durchschittlich 83 kg auf 70 kg (1991).

      Argentinien gewinnt seine Energie aus Wasser (35.6%) und Atomkraftwerken, um sich von den Wärmekraftwerken (50.1%) unabhängig zu machen. Das Land ist Öllieferant, die Produktion belief sich 1993 auf 107 mio Barrel und eine vorhersehbare Produktion von 138 mio Barrel im Jahre 1994.

      In den 80er Jahren litt Argentinien unter hohen Inflationsraten, die sich auf die Kombination großer finanzieller Defizite, großer Geldproduktion und großer Geschwindigkeit in der Zirkulation zurückführen lassen. Auch beinhaltet der Sturz die strukturellen Ungleichgewichte in der Wirtschaft, die sich auf inadequate Stufen von Kapitalanlagen und Ineffiziens befanden, sowie Korruption in privaten und öffentlichen Sektoren.

      Die Regierung wechselte. Heute ist das Geld knapp und der Peso streng an den Dollar gekoppelt. Die Staatsbetriebe sind privatisiert, es gab eine Steuerreform, keine Preiskontrolle mehr, offener Markt. Die monetäre Expansion ist heute an das Wachstum der internationalen Reserven gekoppelt. Argentinien ist wieder in die internationale Finanzgemeinschaft zurückgekehrt. Die Schattenseiten sind jedoch nicht zu übersehen: Der Lebensstandard der unteren Bevölkerungsschicht fiel, auch hat die Arbeitslosigkeit zugenommen. Die Sozialausgaben sind stark zurückgegeangen.

       

       

    3. Die Pampa
    4. Nördlich der Steppen Patagoniens liegt die Pampa von Argentinien und Uruguay. Sie zählt zu dem Gebieten der subtropischen Sommerregen. Die Jahresniederschläge von 500-700mm würden für Waldwuchs ausreichen, da sie aber fast ausschließlich in der wärmsten Zeit als Platzregen fallen und der Boden aus Löß besteht, genügt die Feuchtigkeit nicht. Die Trockenzeit zeigt sich auch darin, daß der größte Teil der Fläche abflußlos ist und zahllose kleine Salzseen vorkommen. Denn die scheinbar völlig ebene Fläche ist tatsächlich in flache Senken und Wellen aufgegliedert. Die daraus resultierenden Unterschiede im Boden-Wasser-Haushalt bewirken zusammen mit edaphischen Unterschieden auch unterschiedliche Voraussetzungen für Vegetation und landwirtschaftliche Nutzung.

      Obwohl in der Pampa ein richtiger Winter fehlt und die feuchteste Zeit zugleich die wärmste ist, schließt sie sich physiognomisch und vom Standpunkt menschlicher Wirtschaft aus enger an die Steppen der gemäßigten Zone als an die subtropischen Vegetationstypen an.

      Die Pampa Argentiniens wird im Osten vom atlantantischen Ozean begrenzt, im Süden von der Steppenlandschaft Patagoniens, im Norden vom tropischen Chaco und dem subtropischen Regenwald Misiones, im Westen durch die Trockendiagonale, in der nur noch 200 mm Niederschlag fallen. Östlich der Trockendiagonale, das heißt im Osten der Pampa, sind die Niederschläge über das ganze Jahr verteilt. Im wesentlichen bringen feuchte Luftmassen vom Atlantik die Niederschläge, die im Jahresdurchschnitt 1000 mm ausmachen. In der Regel gibt es 7 humide Monate in der östlichen Pampa (Pampa humeda). Je näher man der Trockendiagonale kommt, desto mehr nehmen Niederschlag und die Anzahl der humiden Monate ab, die auch von Jahr zu Jahr sehr stark schwanken können (bis zu 500 mm).

       

       

    5. Geophysikalische Standort des Betriebes
    6. Die fruchtbare Lößebene der Pampa umfaßt ca. 500.000 km2. Seit über hundert Jahren wird in diesem Gebiet die Landwirtschaft zunehmend intensiviert. Die ursprüngliche Vegetation ist mit Ausnahme von wenigen Naturschutzgebieten auf extensiv genutzte Flächen zurückgedrängt. Entstehung, Ausdehnung und ursprüngliche Physiognomie dieser Steppenlandschaft sind umstritten.

      Der Praktikumsbetrieb liegt am Nordrand der Pampa (32°00' Süden; 61°42' Westen) und liegt 50 m über dem Meeresspiegel. Flora und Fauna werden durch die feuchten Gehölzformationen des südlichen Chaco im Norden, und die Auenwälder des Parana im Westen beeinflußt. Das Klima ist geprägt durch warme Sommer mit stark schwankenden Niederschlagsmengen und milde, relativ trockene Winter. Die mittleren Jahresniederschläge (1971-1990) liegen bei 950 mm. In diesem Zeitraum wurde ein Maximum von 1460 mm (1972/73) und ein Minimum von nur 410 mm (1973/74) gemessen (Vegetationsperioden liegen jeweils Juli bis Juni). Das mittlere Temperaturmaximum betrug 1944-1966 durchschnittlich 32°C im Januar und 17,7°C im Juli.

      Die Vegetation des Gebietes ist geprägt durch eine sogenannte Cañ ada (Schilfgebiet), eine Senke, die bei Regenfall versumpft. Sie schneidet unmittelbar an den Betrieb. So können wir den der Senke zugeneigten Teil des Betriebes als den für Masthaltung minderwertigen, den weiter entfernten als hochwertigeren Teil bezeichnen. Die der Cañ ada zugeneigte Fläche ist geprägt durch eine Stipa neesiana-Gemeinschaft (Flechillar) mit natürlich entstandenen Baumgruppen, bestehend aus Leguminosen wie Parkinsonia aculeata, Geoffroea decorticans (Talar odr Chañ ar), Acacia caven und Prosopis alba (Algarobo).In versalzten Teilen des Geländes dominiert Spartina argentinensis, der Espartillar. In diesem Gebiet entwickelte sich nach Aufgabe des Ackerbaus vor 18 Jahren durch Humusanreicherung ein Mollic Solonetz mit 3.3% organischer Substanz bis 24 cm Tiefe. Trotz Auswaschung der Salze in den Unterboden bleiben natric Horizonte mit über 40% austauschbarem Natrium am Austauschkomplex bestehen. Eine Berechnung der Nährstoffe für den Hauptwurzelhorizont (50 cm Tiefe) ergab, daß die Böden mit Calcium, Magnesium und Kalium sehr gut versorgt sind. Phosphor liegt dagegen mit 182 kg/ha nur in geringen Mengen vor. Die Stickstoffvorräte sind mit 10200 kg/ha sehr hoch. Das C/N Verhältnis liegt beim Mollic Solonetz bei 0.5-1. Dies weist auf eine schnelle Zersetzung des organischen Materials hin.

      Das im vorherigen Absatz beschriebene Gebiet wird jedoch gar nicht mehr für Viehhaltung oder nur extensiv für Mutterkuhhaltung genutzt. Traditionell brennen die Bauern in der Umgebung das schilfartige Gras der Cañ ada im Frühjahr ab, so daß sich die Weiden der Sumpflandschaft erneuern. Unser Betrieb hat jedoch dieses Gelände von 13 km2 zu einem Naturschutzgebiet erklärt (Fundacion F. Wildermuth).

       

      Januar

      Februar

      März

      April

      Mai

      Juni

      Juli

      August

      Sept.

      Oktober

      Novemb.

      Dez.

      Total

      1970

      0

      0

      0

      0

      0

      0

      0

      0

      17

      210

      36

      93

      0

      1971

      219

      129

      126

      92

      120

      8

      39

      32

      62

      42

      85

      210

      1164

      1972

      41

      57

      193

      44

      0

      39

      39

      55

      250

      69

      80

      36

      903

      1973

      181

      277

      163

      187

      0

      125

      28

      5

      0

      54

      33

      53

      1106

      1974

      46

      49

      51

      0

      92

      3

      40

      3

      32

      37

      45

      101

      499

      1975

      89

      91

      140

      54

      60

      24

      5

      58

      81

      21

      33

      9

      665

      1976

      191

      49

      65

      47

      43

      0

      0

      78

      15

      65

      90

      89

      732

      1977

      199

      179

      127

      27

      15

      5

      6

      18

      23

      170

      119

      200

      1088

      1978

      258

      108

      268

      25

      0

      50

      62

      0

      86

      61

      110

      206

      918

      1979

      52

      124

      95

      133

      0

      25

      35

      24

      97

      47

      196

      242

      1070

      1980

      39

      86

      100

      154

      57

      60

      75

      0

      18

      48

      169

      82

      888

      1981

      445

      165

      45

      215

      97

      50

      52

      7

      0

      58

      130

      44

      1308

      1982

      60

      91

      100

      88

      23

      37

      0

      0

      89

      80

      87

      83

      738

      1983

      106

      267

      105

      26

      119

      55

      6

      96

      48

      118

      122

      107

      1175

      1984

      126

      323

      160

      100

      60

      8

      0

      13

      207

      193

      45

      83

      1318

      1985

      60

      83

      101

      181

      0

      5

      99

      40

      134

      60

      6

      117

      569

      1986

      276

      40

      105

      46

      40

      55

      25

      60

      5

      85

      163

      117

      1017

      1987

      86

      15

      170

      10

      120

      0

      31

      18

      0

      21

      77

      147

      695

      1988

      187

      32

      285

      15

      12

      3

      67

      25

      33

      43

      50

      51

      803

      1989

      25

      60

      177

      57

      40

      0

      10

      27

      33

      58

      113

      54

      654

      1990

      266

      342

      93

      82

      18

      0

      65

      0

      17

      112

      205

      294

      1494

      1991

      227

      5

      41

      30

      153

      117

      46

      28

      41

      46

      34

      360

      1128

      1992

      117

      48

      99

      125

      0

      87

      29

      50

      6

      172

      160

      239

      1132

      1993

      91

      15

      80

      74

      54

      0

      15

      20

      10

      289

      197

      85

      930

      MW

      147

      115

      126

      79

      49

      33

      34

      29

      56

      85

      102

      131

      956

       

      Jahresniederschläge von 1971-1993

      Monatliche Niederschläge (Januar-Dezember) von 1971-1993

       

    7. Der Boden (wird noch vervollständigt)
    8. Die schluffreichen Lößböden der Pampa bestehen zu 80% aus Illit mit einer Beimengung von amorphen Mineralen. Kennzeichen sind ein mächtiger Tonanreicherungshorizont, eine stark alkalische Bodenreaktion, eine hohe Natriumsättigung des Austauschkomplexes (ESP) und eine mäßige Versalzung vor allem im Unterboden (ECwk). Aufgrund dieser Eigenschaften werden die schlechteren Böden des Gebietes nach FAO als Solonetz klassifiziert. Die Böden sind in der Regel weitgehend entkalkt. Im Unterboden können Karbonatkonkretionen auftreten.

       

       

    9. Der Betrieb
    10. Der Betrieb, über den berichtet werden soll, ist zur Zeit der Besiedelung dieser Gegend entstanden. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts steht er im Familieneigentum der heutigen Besitzer. Vor der Bodenreform in den 30er Jahren hat er ca. 30.000 ha besessen. Heute sind es 2.760 ha, die zu der Zeit meines Praktikums in zwei unabhängige Betriebe unterteilt waren. Die durchschnittliche Betriebsgröße in der Pampa liegt heute schätzungsweise zwischen 100 und 300 ha. Die Gesamtfläche des Betriebes ist mit 1003 ha angegeben und ist in dieser Zone der größte Betrieb. Die Besitzerin hat den Betrieb formell an ihren Schwiegersohn verpachtet mit der Auflage, ökologisch, zumindest ohne Herbizid und Hormoneinsatz zu wirtschaften. Ökologisches Gedankengut ist in Argentinien erst in der Anfangsphase.

       

    11. Beschreibung der Flächen des Praktikumsbetriebes
    12. Produktion pro Hektar des letzten Jahres (1994)

      Aktividad en ha

      Weizen (Trigo)

      Sorghum (Sorgo)

      Mast (Invernada)

      Aufzucht(Cria)

      Fläche (Superficie)

      32

      70

      240

      761

      Margen brutto /ha

      83

      13

      176

      85

       

      Aktuelle Flächenbelegung (1995)

      Lote

      Koppel:

      Superficie (ha)

      Fläche in ha

      ocupacion actual

      aktuelle Besetzung

      ocupacion futura

      zukünftige Besetz.

      Piaggo

           

      1

      35

      sorgo granifero

      trigo

      1’

      20

      c.n.

      c.n.

      2-3-4-5-6-7

      138

      c.n.

      c.n.

      8

      20

      c.n.

      pua fina (pradera)

      9

      32

      pradera 93

      pradera 93

      10

      60

      c.n.

      pua fina (pradera)

      PRI

           

      1-2

      146

      c.n.

      c.n.

      3

      25

      15 pradera degrada

      10 c.n.

      c.n.

      4

      75

      34 pradera 92

      41 pradera 93

      Agricultura

      pradera 93

      5-6

      80

      c.n.

      pua fina pradera

      7 Oeste

      32

      c.n. mejorado

      c.n.

      7 Este-8

      64

      pradera 94

      pradera 94

      Casa

           

      1

      30

      c.n.

      c.n.

      2-3

      54

      pradera 95

      pradera 95

      4-5-6

      11

      pradera 93

      pradera 93

      7-8-20

      126

      c.n.

      c.n.

      12

      64

      55 Moha

      9 c.n.

      pradera

      Agricultura

      9

      32

      c.n.

      c.n.

    13. Entwicklung der Kunstweiden

Gesamtflächen:

total 236 ha

 

Fachwörterübersetzung

C. n. mejorado/degrada verbesserte/degradierte Naturweide

sorgo granifero wilder Sorghum

Trigo Weizen

Invernada Rindermast

Cria Mutterkuhhaltung

Superficie Oberfläche

Campo natural Naturweide

Pradera Kunstweide (Luzerne)

Pua fina Bodenbearbeitung (Grubbern)

Moha Setaria italica Futtergras

Vacas Kühe

Vaquillonas Färsen

Toros Stiere

Novillos Mastochsen

Rastra disco Scheibenpflug

Sembradora Sämaschine

Rastra diente Egge

Picadora forraje Futtergabel

Desmalezadora Mähmaschine

Cincel Sweep

Pinche Heuballenspieß

Acoplado Anhänger

pala mecanica mechanische Schaufel

 

    1. Inventarliste d. aktuellen Betriebes

Cria

Vacas con Cria 563 cab.

Vaquillonas N4 63 cab.

Vaquillonas N5 70 cab.

Toros 38 cab.

 

Invernada

Novillos 1-2a /272kg 297 cab.

Vaq. 1-2a /250kg 189 cab.

 

Capitalizacion

Novillos 300kg 222 cab.

Novillos 400kg 14 cab.

Novillos 160kg 32 cab.

Vaq. 250kg 109 cab.

Vaq. 200kg 41 cab.

Vaq. 160kg 28 cab.

 

Parque de Maquinarias

Deutz A 65

Fiat 44

Fiat 120

Jeep

Rastra Disco 40 Platos

Multiple con cajon sembradora

Rastra diente 8 cuerpos

Sembradora grano fino

Rolo

Picadora forraje

Champion

Desmalezadora 2,6 m

Cincel 9 Puas

Pinche

Carro racinador

Rastra diente 4 cuerpos

Rastra diente liviana

Sembradora al vuelo

Arado 5 Rejas

Acoplado 4 TN

Pala mecanica

Desmalezadora 1,2 m

 

Personal

Administracion 1

Tractorista 1

Ganaderia 2

 

  1. Gewinn- und Verlustrechnung des Betriebes (1995)
  2.  

    Resultado Total ($)

    Resultado en $/ha

    % del Ingreso (Einnahmen)

    % del Costo

    ingreso neto (Gesamt-deckungsbeitrag)

    167305

    157

    100

     

    gastos directos

    57183

    54

    34

    44.3

    margen bruto (Betriebseinkommen)

    110122

    103

    66

     

    administration

    38162

    36

    23

    29.6

    estructura

    18444

    17

    11

    14.3

    saldo maquinaria

    1412

    1

    1

    1.1

    resultado operativo (Roheinkommen)

    54928

    51

    33

     

    amortizaciones

    16631

    16

    10

    12.9

    resultado production

    38297

    36

    23

     

    otros resultados

     

    0

    0

     

    resultado final (Gewinn)

    38297

    36

    23

     

    retiros

     

    0

    0

     

    inversion bienes

     

    0

    0

     

    inversion/amort.

    0

         

    retiros/res.operat.

    0

         

     

    Auffallend hoch sind, im Vergleich zu den anderen Betrieben dieser Gegend, welche progressiv wirtschaften, die hohen direkten Kosten (Saatgut, usw.) von $54/ha. Beispielshaft ist indessen das Roheinkommen (resultado operativo), getragen von dem außerordentlichen Betriebseinkommen (margen bruto) und dem hohen Gesamtdeckungsbeitrag (ingreso neto).

     

    1. Rentabilitäten
       

    resultado production/capital sin tierra

    26.36 %

    rentabilidad del resultado operativo

    62.25 %

    relation ingreso neto

    1.49

     

    Zu beachten ist die hohe Kapitalrentabilität mit 26.36%, bei einen Kapital von $136/ha des Betriebsleiters.

  3. Die Weide

Die Weideform der Mastweiden unterscheidet sich unwesentlich von der Weideform der Mutterkuhhaltung. Im Grunde geht es darum, den Nährwert der Parzelle dem Tagesbedarf einer Rinderherde gegenüberzustellen, und zu versuchen die Werte anzugleichen. Das heißt, die Größe der Parzelle entspricht der Tagesration einer bestimmten Rinderherde. Variabel ist die Größe der Rinderherde. Die Mutterkuhhaltung wird auf Naturweiden gehalten, die einen geringeren Nährwert haben. So sind die Parzellen wesentlich größer gehalten als bei den Kunstweiden der Masthaltung. Die Rinder werden auf diese Art täglich kontrolliert und zur angemessenen Stunde gewechselt.

Die Fläche des Betriebes ist in sogenannte Lotes aufgeteilt. Ein Lote ist ein zusammenhängendes Feldstück, welches ungefähr 20-30 Hektar umfaßt. Ein Lote kann Naturweide beinhalten, Kunstweide, oder Ackerfläche. Im Fall der Kunstweide wird so ein Feldstück, welches umzäunt ist, wiederum mit festmontiertem Elektrozaun in ca. 8 Streifen zerlegt. Neben jeden dieser Weidestreifen verläuft ein Weg.

Ein Weidestreifen ist 100m breit und 350m (400m) lang. Jede 50m wird eine Varilla, eine isolierte Eisenstange, in den Boden getrieben, um den Elektrozaun (1mm) zu stützen. Die Rinderherde, die auf dieser Weide gemästet werden soll, wird nun entsprechend erweitert, so daß sie pro Tag nun eine Parzelle, oder zwei zum weiden bekommt. Die Weideparzellen werden, mit Hilfe eines Plastik-Drahtfadens (Hilo), der an den Eisenstangen fixiert wird, quer zum Weg, vom Weideschlauch abgetrennt. Eine Parzelle enthält 0.5ha. Der Draht wird mit einer Vela, einer isolierten 2m hohe Eisenstange, hochgehoben und so fixiert.

Die Rinderherde hat auf diese Art Zugang zum Weg, bzw. zur Tränke. Die Materialien, um ein solches Weidesystem zu errichten sind, preiswert und überall zu bekommen. Benötigt werden:

 

 

    1. Die Alfalfa (Medicago sativa, dt. Luzerne) und andere Weideleguminosen

Ein Betrieb, dessen Betriebssystem auf der Weidewirtschaft beruht, wird mit vielfältigen Limitierungen konfrontiert. Die extensive Form der Weidewirtschaft ist gekoppelt an die geringen tierischen Erträge. Klima und Bodenfaktoren können zu einer extensiven Produktionsweise führen. Wenn die Limitierungen der Weideleistung mit ökonomisch vertretbaren Maßnahmen überwunden werden, steigt der Intensivierungsgrad. Diese Maßnahmen verlangen den Einsatz an Know-how, Kapital und Arbeit.

Maßnahmen, die in dem Betrieb angewendet werden wären:

  1. Die Steigerung der Primärproduktion durch leistungsfähigere Pflanzenarten (bzw. Sorten), die Veränderung der natürlichen Standortverhältnisse durch Entwässerungskanäle (gegen Staunässe).
  2. Die Verbesserung des Nährwertes durch Gras- und Leguminoseneinsaat und Ergänzungsfutter.
  3. Verbesserung der Effiziens, die erlangt wird durch die Erhöhung der freiwilligen Futteraufnahme, durch ausreichende Trinkwasserversorgung und Mineralstoffimpfungen, durch Optimierung der Weideausnutzung (optimale Besatzdichte), die Überbrückung von Futterlücken (Vorratswirtschaft) und schließlich die Anhebung der Leistungsfähigkeit der Tiere durch Veterinärvorsorge und Aufkreuzung mit verbesserten Rassen.

In Argentinien kommen diverse Weideverfahren vor. Es gibt Standweiden, bei denen das Vieh ganzjährig auf der Koppel bleibt, Umtriebsweiden, wo das Vieh Tage oder Wochen auf der Koppel bleibt und schließlich die Portionsweide, die dem Vieh einen Tag, oder einige Stunden zugeteilt wird. Die Portionsweide ist in der Regel eine Kunstweide mit Leguminoseneinsaat. Der Ertrag hängt im wesentlichen auch von den Futterpflanzen und deren Aufnahme ab, die von der Besatzdichte, dem Alter und der Art des Tieres und der Schmackhaftigkeit des Futters abhängen. Leguminosen eignen sich sehr gut für Weidefutter, denn neben der Schmackhaftigkeit zeichnen sie sich durch ihren hohen Proteingehalt und durch ihre Möglichkeit zur Stickstoffixierung aus. Man kann bei Weideleguminosen von einer N2- Fixierungsleistung je nach Klima von bis zu 300 kg N pro ha und Jahr ausgehen. Durch zu häufige Beweidung werden die aufrechten Gräser zurrückgedrängt, wo hingegen viele Leguminosen davon nicht betroffen sind. In Uruguay gab es in den 80er Jahren eine Erhebung die den Anteil zwischen Naturweide und Kunstweide deutlich macht:

 

Landnutzung

Anteile in %

Campo natural

52.2

Campo natural mejorado

6.1

Praderas cultivadas

16.3

Winterfutterbau

10.2

nicht als Weiden genutzte Flächen

15.2

Gesamt

100

Quelle

Als Campo natural werden die unverbesserten Naturweiden bezeichnet, auf denen man hauptsächlich eine Vegetation bestehend aus Andropogon, Aristida, Paspalum, Adesmia und Medicago polymorpha vorfindet. Als Campo natural mejorado werden Flächen bezeichnet, wo die Naturweide verbesert wurde, sei es durch Mineraldünger und/oder Zusaat von Leguminosen ohne Umbruch der Weideflächen. Das hat den Vorteil, daß die Begehbarkeit mehr gewährleistet wird als bei Kunstweiden. Verwendet werden: Medicago sativa, -polymorpha, -confinis, Trifolium subterranum, -repens, und Lotus corniculatus. Die Erträge lassen sich bis zu 250% (10-15T) des Ertrages vom Campo natural (4-6T) steigern. Die Kunstweide (Praderas cultivadas) baut auf einer kompletten Bodenbearbeitung mit neuer Aussaat auf. Meist werden standortgebundene Mischungen ausgesät, wie Lolium, Festuca, Phalaris, Bromus, Lotus und Trifolium hauptsächlich, aber Medicago sativa. Dadurch verbessert man den Trockenmasseertrag um bis zu 500% des Campo natural Ertrages, aber auch die Futterqualität (Verdaulichkeit, Eiweißanteil).

Mit dem System der Kunstweiden ist es möglich den Winterfutteranfall zu erhöhen. Denn es gibt je nach Klimabedingungen (frostarme Gegenden) Medicago-sativa-Sorten, die im Winter ein erhöhtes Pflanzenmassewachstum aufweisen. Im Sommer sind diese Sorten jedoch schwachwachsend gegenüber den Sommeralfalfas, die ein rasches Wachstum in den warmen Monaten aufweisen.

 

Alfalfa-Sorten mit und ohne Latenzzeit mit einem Ertrag von 18 Tonnen/ha/Jahr

 

Die Hälfte der Kunstweiden ist in dem Betrieb mit Alfalfa-Sorten ohne Latenzzeit ausgestattet, dies bedeutet, daß im Winter mehr Grünfutter zur Verfügung steht.

Kunstweiden mit Alfalfa haben eine Nutzungsdauer bei gutem Management (Beweidung nur bei begehbarem Boden), von 4-6 Jahren.

Alfalfa ist eine aufrechte, ausdauernde Futterleguminose. Sie erreicht eine Höhe von 1m, wobei ihre Pfahlwurzel bis zu 3m reichen kann. In den trockenen Wintermonaten erweist sich dies hinsichtlich der Wasserversorgung als sehr wertvoll. Die dreiblättrigen Blätter sind wechselständig angeordnet und 3 x 1cm groß. Die blattachselständigen 4cm langen blau- bis purpurfarbenen Blüten sind Trauben. Die Heimat der Luzerne ist der Vordere Orient, genauer Mesopotamien, welches sehr ähnliche Klimabedingungen aufweißt wie die Pampa. In feucht-heißen Gebieten ist die Alfalfa eine beliebte Wirtspflanze von Schädlingen (zB. der gelbe Luzernewickler). Alfalfa liebt alkalisch (kalkreiche)-neutrale Böden mit guter Nährstoffversorgung. Sie toleriert keine Staunässe, welches der limitierende Faktor hinsichtlich der Bodennutzung in dem Betrieb ist. Luzerne braucht jedoch verhältnismäßig viel Wasser zur Trockenmasseproduktion. Sie kann jedoch problemlos längere Trockenperioden überdauern. Die Aussaat soll eine Saatstärke von bis 10kg/ha betragen. Sie bedarf eines feinen Saatbettes, man kann sie aber auch im Direktsaatverfahren in Naturweiden oder Sorghumfeldern einsäen. Luzerne ist nicht selbstverträglich, eignet sich aber gut als Vorfrucht für Nichtleguminosen. Bei hohen Leistungen rechnet man mit 10 Schnitten/Jahr bei 4-6 Jahren. Bester Schnitt ist kurz vor der Blüte.

Ein Problem stellt die Blähsucht dar. Das junge Grünmaterial (Aufwuchs) rasch wachsender Leguminosenweiden (vor allem Trifolium repens, Medicago sativa) kann bei Rindern, wenn er im grünen, frischen Zustand ist Blähungen hervorrufen. Im Pansen der Tiere wird ein stabiler Schaum erzeugt, der durch das Aufstoßen nicht abgelassen werden kann. Komplexe Interaktionen von Pflanze, Tier und Pansenmikroben fuhren zur Schaumbildung.

Die Aufblähungen verlaufen tödlich, wenn nicht Gegenmaßnahmen ergriffen werden, die da wären: Anstechen des Pansens, oder schaumlösende Mittel einsetzen. Das Risiko des Schaumbildens kann vermindert werden durch:

Im fortgeschrittenen Wachstumsstadium, daß heißt in voller Blüte, wird die Gefahr des Aufblähens gemindert. Jedoch bei Neuaustrieb ist mit Blähungen immer zu rechnen.

 

Weitere Gefahren sind im Frühjahr die jungen Triebe des Sorghum (u.a. halepense), die in der Pampa alle Felder säumen. Seine für Tiere außergewöhnlich schmackhaften Blätter (sehr energiereich) enthalten cyanogene Glykoside, aus denen das Aglycon Blausäure freigesetzt wird. Schnell können in angewelkten oder abgefrorenen Pflanzenteilen gefährliche Konzentrationen erreicht werden. Das Vergiftungssymptom ist der plötzliche Tod des Tieres.

 

    1. Die Wasserversorgung
    2.  

      Das Grundwasser wird aus ca. 10-15 m Tiefe mit Hilfe von Windkrafträdern die mechanisch arbeiten hochgepumpt. Insgesamt gibt es in dem Betrieb 17 Windräder und naheliegende Tränken (Umkreis 20 m). Dies macht eine Dichte von ca. 1 Windrad für 60 ha aus. Es sollte vermieden werden, daß zwei Herden an einem Windrad trinken, da dies zu Unruhen in den Herden führt. Das Wasser hat einen guten Wert (außer Richtung Schilfgebiet dort hat es Arsenanteile).

       

       

       

       

    3. Aufteilung der Weideflächen
    4. Bei der Mutterkuhhaltung ist die Parzelle einer Herde von ca. 200 Kühen entsprechend erweitert. Eine Naturweide produziert in einem Jahr ca. 6 Tonnen Trockensubstanz pro ha. Bei einer 3 ha großen Parzelle und einem 90 tägigen Weideturnus, wäre somit ein Vorrat von 4.5 Tonnen Trockensubstanz pro Tag vorhanden. Eine Aberdeen-Angus-Kuh von 700kg Gewicht konsumiert ca. 16 kg Trockensubstanz pro Tag. Eine Herde von 200 Kühen also 3.2 Tonnen. Eine Mutterkuhherde mit 50 kg schweren Kälbern verkonsumiert ca.3.5 .

       

       

    5. Der Corral und die Viehwaage

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Mastbetriebes ist die Viehwaage. Um Krankheiten, Mängel, schlechte Ernährung, also im Ganzen einen Überblick über den aktuellen Stand der Produktion zu gewinnen, muß das Mastvieh alle zwei Monate, oder sogar jeden Monat gewogen werden. Sobald die Zunahme außerhalb des Normalen liegt, muß näher untersucht werden. Das Wiegen kann im Zusammenhang mit anderen Arbeiten ausgeführt werden. So stehen Impfungen gegen Krankheiten, oder andere technische Arbeiten, wie Kastrieren oder Markieren mit dem Brenneisen an. Diese Arbeiten werden im Corral abgehalten. Der Corral besteht aus einem Kammersystem, aus starken Zäunen, die schleusenartig gestaffelt sind, so daß man eine Viehherde von einer Koppel treiben und sie anschließend sortieren kann. Am Ende dieser Schleusen steht die Manga, der eigentliche Arbeitsraum der Vieharbeiter. Die Manga besteht aus einem schmalen mit Holz ausgekleideten Gang, an dessen Ende eine hölzerne Viehzange angebracht ist, mit der man den Kopf eines Rindes fixieren kann. Hinter der Manga verzweigt sich der Weg. Die Abzweige führen zur Viehwaage, auf die Verladerampe führt (meist parallel zur Viehwaage) und zu einem Corral.

 

 

 

 

  1. Mutterkuhhaltung und die Kälberaufzucht

Die Mutterkuhhaltung wird in dem Betrieb als ein eigenständiger Produktionszweig neben Mast und Ackerbau angesehen. Auf diese Weise kann man die Effizienz besser wahrnehmen, da die Produktion transparenter ist. Mit 761ha macht die Kälberaufzucht 69% der Fläche aus. Von ökonomischen Gesichtspunkten aus gesehen ist die Mutterkuhhaltung jedoch nur bedingt rentabel, da sie keinen direkten Gewinn einbringt. Denn die Produktionskosten der Kälber entsprechen den Marktpreisen etwas minderwertigerer Kälber ($ 0.80 kg/Lebendgewicht). Die Aufzucht wird aus diesem Grunde mit möglichst geringem Kostenaufwand betrieben. Der Vorteil der eigenen Kälberaufzucht liegt jedoch in folgenden Punkten begründet:

In den folgenden Punkten kann man erkennen, daß der Vorteil der Kälberaufzucht in sekundär ökonomischen Gesichtspunkten liegt. Durch die eigene Aufzucht ist die Mast weniger Risikobehaftet. Man ist nicht von den Preisen abhängig. Für die Kälberaufzucht wird minderwertigeres Land genutzt, Land welches für den Ackerbau und intensive Rinderhaltung ausscheidet. Die Böden sind meist Santa Maria norte 4 Böden die einen Bodenwert von einem Faktor 40 haben.

 

    1. Produktionsverfahren
    2. Die Futtergrundlage der Mutterkuhhaltung sind die Weideflächen. Durch die große Fläche und das Management kommt man auch ohne Gewichtsverlust und Trächtigkeitsstörungen durch den Winter. Die Aufzuchtszeit des Kalbes dauert 6 Monate, die Zwischenkalbezeit der Mutter 12 Monate. Auch hier wird mit dem intensiven Umtriebsweidemodell gearbeitet.

       

    3. Rasse
    4. Der Betrieb hat eine eigene Züchtungslinie. Die Rasse der Tiere ist Aberdeen colorado, eine rote Form des Aberdeen Angus aus Argentinien. Eingekreuzt mit Brangus (25%), mit Shorthorn und Criollo. Die Tiere sind rot, manchmal auch schwarz, kleinwüchsig und haben ausgezeichnete Schlachtkörpereigenschaften. Sie sind adaptiert an das Klima dieser Region. Es wird rigoros selektiert nach hoher Fruchtbarkeit (die bei 95% liegt) und nach Leichtkalbigkeit. Vorteil ist auch die Frühreife der Kälber, die mit 6 Monaten und dem Gewicht von 120-180 kg (Tageszunahme 0.45-0.80kg) von der Mutter getrennt werden. Wenn sie weiter als Mutterkuh dienen sollen, daß heißt alle Zuchtparameter erfüllen, werden sie in der Endmast von Mastfärsen getrennt und mit 16 Monaten auf guten Naturweiden mit Stieren zusammengeführt. Mit 24 Monaten kalben sie zum ersten Mal. Die Selektionsmethode wird durchgeführt, indem man die Kühe die kein Kälbchen, bei der Trennung der Mutterkühe von den Kälbchen, aufweisen, zu den Mastfärsen steckt.

      Für die Deckbullen Nachzucht werden Mutterkühe ausgewählt und künstlich mit roten Aberdeen Angus besamt. Der Betrieb unterhält auch zugekaufte Hereford, Fleckvieh und Brangus Bullen, die für wirtschaftliche Kreuzungen verwendet, dabei wird der Heterosiseffekt ausgenutzt. Hier treten jedoch Probleme mit der Kalbung auf.

       

    5. Produktionsablauf

Die Abkalbezeit umfaßt knapp zwei Monate, das Problem ist die ungenaue Deckzeit die um 1 ½ Monate schwanken kann. In der Regel haben wir es in unserem Fall mit der Winterkalbung zu tun, daß heißt die Käöber werden in den Monaten Juli und August geboren. Der Vorteil liegt im Klima begründet:

Das Erstkalbealter liegt bei 24 Monaten, denn die Färsen werden erst mit 280-300kg gedeckt, welches mit 16 Monaten erreicht werden kann, um eventuellen Schwierigkeiten bei der Kalbung vorzubeugen.

 

    1. Ernährung
    2. Die Ernährung der Tiere in der Weidewirtschaft ist ein komplexes Thema. Sie ist äußerst schwierig handzuhaben und bedarf bei rationeller Arbeitsweise viel Wissen. Das Problem bei der Weidewirtschaft unter den beschriebenen Umständen liegt in der Futtermittelbereitstellung. Zwar beeinflussen die Klimafaktoren das Tier auch direkt, wie zum Beispiel in den heißen Sommertagen, jedoch liegt das Hauptproblem in den schlecht zu berechnenden Futterwerten. Der Nährwert der Gräser verzeichnet deutliche Schwankungen innerhalb eines Jahres. Im Sommer gibt es einen Überschuß an Trockensubstanz innerhalb des hohen Grasangebotes, jedoch genügend Energie, Protein. Im Herbst setzt ein wiederholtes Graswachstum in der zweiten Regenperiode ein, dabei gibt es einen deutlichen Mangel an Trockensubstanz und Energie in den Futterpflanzen, dafür aber eine hohe Proteinproduktion. Im Winter bei langsam wachsender Vegetation stimmt das Verhältnis der Trockensubstanz zum Protein, jedoch unter Mangel von Energie. Im Frühjahr sind alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis in der Pflanze verfügbar. Bei Luzerne kann jedoch ein Proteinüberschuß in den Jungtrieben aufkommen, der für das Rind äußerst gefährlich sein kann.

      Die Klimafaktoren sind auch von zentraler Wichtigkeit in der Ernährung der Weidetiere. In der Weidewirtschaft ist man auf die Feuchtigkeit des Standortes angewiesen. Laut dem Archiv des Servicio Meteorologico Nacional gibt es für den Standort des Betriebes folgende Niederschlagszahlen der Jahre 1903-1973.

       

       

      (Analisis serie 1903-1973)

      Precipitaciones (mm)

      Media (Mittel)

      mm N

      Maxima

      mm N

      Minima

      mm N

      Cantidad de anos (Jahresanzahl)

      Porcentaje

      Enero

      93

      285

      0.0

         

      Febrero

      85

      261

      0.0

         

      Marzo

      121

      332

      6.0

         

      Abril

      76

      344

      0.0

         

      Mayo

      38

      280

      0.0

      11

      15.7 %

      Junio

      26

      154

      0.0

      16

      22.8 %

      Julio

      25

      120

      0.0

      19

      26.0 %

      Agosto

      25

      101

      0.0

      17

      24.0 %

      Septiembre

      47

      140

      0.0

      6

      8.6 %

      Octubre

      97

      330

      4.0

         

      Noviembre

      96

      228

      8.0

         

      Diciembre

      100

      363

      4.0

         

       

       

      Die Pampa ist ausgezeichnet als ein Landschaftgebiet mit gleichmäßigen Niederschlag über das Jahr hinweg, das heißt, mit 6-7 humiden Monaten. Jedoch kann der Niederschlag von Jahr zu Jahr stark schwanken. So kann man den Niederschlag, der in den trockenen Wintermonaten sehr benötigt wird kaum einplanen. Dieses Phänomen hat einen starken Einfluß auf die Futtermittelbereitstellung.

      Klimatische Wirkungen auf die Ernährung haben auch die kurzen überaus heftigen Regenfälle, die mitunter bis zu 80 mm stark sind, speziell bei Kunstweiden muß die Begehbarkeit der Weide geprüft werden, da die Oberfläche stark beschädigt werden kann. Bis zu zwei Tage muß bei Kunstweiden gewartet werden, bis sie Begehbar sind. Bei Naturweiden sollte lediglich nach einem starken Regen gewechselt werden.

      Direkten Einfluß auf die Futteraufnahme spürt man im Monat Dezember. Das Tier verbringt nur den frühen Vormittag und den späten Nachmittag mit der konstanten Beweidung, über Mittag befindet sich die Rinderherde wiederkauend an der Tränke, oder liegend auf der Weide.

       

    3. Bedarfsnormen für die Kuh bzw. für das Kalb
    4. Wasserbedarf für die Kuh, bzw für das Kalb. Tageskonsum in Liter

       

      Peso (Kg)

      14.4°C

      32.2°C

      Vacas secas gestantes [nicht tragende Kuh]

      400

      28.4 liter

      61.0 liter

       

      500

      31.0 liter

      65.0 liter

      Vacas lactantes [tragende Kuh]

      400+

      54.9 liter

      61.3 liter

       

      Tagesbedarfstabelle für Mutterkuhhaltung

       

      Peso

      (Kg) [Gewicht]

      ganancia diaria (Kg) [Tages zu-nahme

      MS diario (Kg) [TS/d]

      EM (Mcal)

      TND

      (Kg)

      ENm

      (Mcal)

      ENg

      (Mcal)

      Proteina diaria (Kg)

      Calcio

      diario (g)

      Fosforo

      diario (g)

      Vacas secas gestantes [nicht trag-ende Kuh]

      500

      0.4

      9.5

      18.3

      5.1

      10.29

      -

      0.746

      25

      20

       

      600

      0.4

      10.8

      20.6

      5.7

      11.48

      -

      0.832

      28

      23

      Vacas con ternero (5kg Leche/dia) [Kuh mit Kalb]

      500

      0.0

      9.9

      20.3

      5.6

      11.89

      -

      0.975

      28

      22

       

      600

      0.0

      11.2

      22.6

      6.2

      13.08

      -

      1.044

      31

      26

       

      Nährwerttabelle der Futtermittel auf Basis von 100%TS

      Nombre

      Name

      MS

      EM

      ENm

      ENg

      TND

      Proteina

      cruda

      Ca

      P

      Provit A

         

      %

      Mcal/kg

      Mcal/kg

      Mcal/kg

      %

      %

      %

      %

      1000Ul/kg

      Alfalfa Medicago sativa

      fresco

      Luzerne, frisch, in voller Blüte

      24

      2.10

      1.24

      0.68

      58

      18.3

      2.01

      0.28

      56.7

      heno

      Luzerneheu

      90

      2.10

      1.24

      0.68

      58

      17.0

      1.41

      0.24

      13.3

      Avena sativa

       

      89

      2.78

      1.85

      1.22

      77

      13.3

      0.07

      0.38

      0.0

      Campo natural

      Naturweiden Heu mittl.Westen

      92

      1.84

      1.00

      0.45

      51

      5.8

      0.43

      0.15

      9.3

      Cebadilla

      Bromus spp.

       

      34

      2.68

      1.76

      1.14

      74

      18.8

      0.50

      0.30

      183

      Festuca spp.

      Heu

      91

      2.21

      1.34

      0.77

      61

      12.4

      0.51

      0.36

      k.A.

      Flechilla

      Stipa comata

      frisch

      92

      1.77

      0.93

      0.39

      49

      4.1

      1.08

      0.06

      k.A.

      Lotus corniculatus Pata de Pajaro

      Hornklee

      24

      2.93

      2.51

      0.91

      66

      21.0

      1.91

      0.22

      75.2

      Melilotus officinalis de flor Amarilla

       

      87

      1.95

      1.11

      0.55

      54

      15.7

      1.27

      0.25

      39.5

      Moha

      1. Setaria italica

      Heu

      87

      2.13

      1.28

      0.71

      59

      8.6

      0.33

      0.19

      24.0

      Pasto de campo natural Bouteloua

       

      41

      2.17

      1.31

      0.74

      60

      13.10

      0.53

      0.19

      12.2

      Raigras anual Lolium multiflorum

       

      25

      2.17

      1.31

      0.74

      60

      14.5

      0.65

      0.41

      160.4

      Raigras perenne Lolium perenne

       

      27

      2.46

      1.57

      0.97

      68

      10.4

      0.55

      0.27

      88.8

      Sorgo de Alepo Sorghum halepense

       

      89

      1.92

      1.07

      0.52

      53

      9.5

      0.84

      0.28

      15.6

      Trebol blanco Trifolium repens

      Weissklee

      19

      2.46

      2.57

      0.97

      68

      27.2

      1.93

      0.35

      141.0

      Trebol hibrido Trifolium hybridum

       

      19

      2.39

      1.51

      0.91

      66

      24.1

      1.19

      0.42

      154.0

      Trebol rojo Trifolium pratense

      Rotklee

      20

      2.50

      1.60

      1.00

      69

      19.4

      2.26

      0.38

      99

      Trigo

      Triticum aestivum

      Weizen

      geschrotenes Korn

      89

      3.18

      2.18

      1.50

      88

      16.0

      0.04

      0.42

      0.0

       

      Richtwerte für Rationen

      Tierkategorie

      optimaler Gehalt

      RFA in %

      opt. Gehalt an Struktur-

      wirksamer RF in %

      TS Aufnahme

      Tier/Tag in kg

      Gehalt je kg /TS

      verd. RP in g

      Kuh

      20-24

      18-22

      8.5-10.5

      75

      Färse 7-12 Monate

      20-24

      16-20

      4.4-6.0

      80

      Färse 13-20 Monate

      22-28

      18-24

      6.0-7.2

      70

      Mastbullen bis 300 kg

      16-20

      14-18

      5.0-6.0

      90

      Mastbulle 300-450 kg

      18-22

      14-18

      7.5-9.0

      70

       

       

       

      Die Trockensubstanzaufnahme errechnet man mit der Formel: TS = Lebendmasse/100 + 5

      Die einzelnen erwähnten Energiebilanzstufen leiten sich von der Bruttoenergie (GE) ab, die in der Nahrung enthaltene chemische Energie. Die verdauliche Energie (DE) ist die Bruttoenergie abzüglich der unverdauten Energie im Kot. Die umsetzbare Energie (ME) ist die verdauliche Energie abzüglich der Energie der Gärgase und der Energie im Harn. Die Nettoenergie leitet sich ab von der umsetzbaren Energie abzüglich der Stoffwechselwärme. Die Nettoenergie unterteilt sich wiederum in Leistungsenergie (NEg Fleisch und Milch) und Erhaltungsenergie ENm .

      Den Leistungsbedarf : ENg = 0.0557 Mcal x PV0.75 x GPV1.097 (Tageszunahme)

      Den Erhaltungsbedarf: ENm = 0.77 Mcal (0.293 MJ) x PV0.75 (Lebendgewicht)

       

      Errechnet man nun auf der vorgegebenen Basis die Tagesration der Tiere, muß man natürlich auch den Nährwert der Weide abschätzen können. Es gibt unterschiedliche Werte im Sommer als im Winter. Höhere Proteinwerte sind in den Regenzeiten Frühsommer und Herbst zu verzeichnen.

       

      Eine Kuh von 500 kg mit einem Kalb braucht täglich 9.9kg Trockensubstanz, eine Energieerhaltungsmenge von 11.89 Mcal und eine tägliche Proteinzufuhr von 0.975kg. Die dem Betrieb zur Verfügung stehende Fläche von Naturweide beinhaltet Futterpflanzen in folgender Reihenfolge: Stipa comata, Bromus ssp., Bouteloua ssp., Lolium perenne, Festuca ssp., Avena ssp. und Melilotus officinalis. Insgesamt kann man von einem Nährwert ausgehen, der sicher ein wenig tiefgegriffen, ist von 1.84 Mcal/kg TS und 10.4 % Rohprotein/kg TS. Insgesamt ist der Trockensubstanzanteil mit 92% angegeben.

      Um den Energiehaushalt zu begleichen muß also die Kuh täglich mindestens 7.0 kg Gras (6.5 kg TS) bekommen. Um den Proteinhaushalt zu begleichen muß die Kuh täglich mindestens 10.125 kg (TS = 9.375 kg) Gras zu sich nehmen. Hier wäre anzumerken, daß der Proteinbedarf auf zwei Wegen erfolgen kann, einmal auf der Basis des Mikrobenproteins, das als Stickstoffquelle NH3 dient und beim Abbau des Futterproteins und von NPN-Verbindungen gebildet wird; oder durch das die Vormägen passierende Futterprotein, das im Dünndarm direkt als Aninosäure zur Verfügung steht. Ab 450 kg LM jedoch kann der Bedarf allein durch Bakterienproteine gedeckt werden, das heißt, je älter das Rind wird, desto mehr versorgt es sich durch das in sich selber produzierte Bakterienprotein und ist nur noch auf die Aufnahme von Stickstoff angewiesen. Das bedeutet, die Mutterkühe (ohne hohe Milchleistung) sind nicht direkt betroffen von einem eventuellen Proteindefizit.

      Eine Naturweide produziert in der Gegend jährlich ca. 6 Tonnen Trockenmasse/ha, bei 5 Umtrieben im Jahr würde ein ha 1.2 Tonnen TS/Umtrieb hergeben. Eine Mutterkuhherde von 250 Kühen und Kälbern braucht also 9.375 kg x 250 GV = 2.35 Tonnen TS dies entspräche 2 ha.

       

       

       

       

       

       

      Ökonomische Erfassung der Mutterkuhhaltung

      Actividad (Art)

      Einheit

      Ergebnis

      Superficie (Fläche)

      ha

      761

      Carga (Weidebesatz)

      kg/ha

      314

      Existencia (Weidebesatz)

      cap/ha

      0.87

      Production total

      kg

      94479

      Production total/ha

      kg/ha

      124..2

      Production

      kg/cap

      143

      Ganancia de peso vivo (GPV)

      kg/cap/dia

      0.390

      Eficiencia livestock

      %

      40

       

      Außerordentliches in diesen Ergebnissen wäre die Produktion auf einem Hektar, die mit 124.2 sehr hoch liegt und dadurch einen hohen Zuwachs von 40% jedes Jahr bekommt. Der Durchschnitt in der Region liegt bei einer Produktion von 70 kg/ha, die Tageszunahme bei 250 g. Diese hohen Werte der Produktion resultieren aus dem guten Land welches eine sehr hohe Fruchtbarkeit der Mutterkühe zuläßt.

       

      Ingresos (Einkommen)

      $ Totales

      $/ha

      $/kg

      kg propios

       

      Ventas (Verkauf)

      5965+

      8

      0.52

      11383

       

      Salidas/Ces.y Tr (Ausgang)

      62941+

      83

      0.80

      78676

       

      Compras (Kauf)

               

      Entradas/Ces.y Tr.(Eingang)

      13905-

      18

      0.52

      26780

       

      Dif.inv.hac.Propia (eigene Produktion)

      20131+

      26

      0.65

      31200

       

      Dif.inv.hac.Capit

               

      Ingreso Capitalisacion

               

      Ingreso pastoreos

               

      Otro Ingreso

               

      Ingreso Neto

      75131+

      99

      0.80

      94479

       
                 

      Gastos (Kosten)

      $ Totales

      $/ha

      $/kg

      $/cab

      % Costo

      Personal

      8998

      12

      0.10

      14

      84

      Sanidad

      938

      1

      0.01

      1

      9

      verdeo invierno (Winterfutter

               

      verdeo verano (Sommerfutter

               

      conserv. praderas

               

      suplementacion

               

      inseminacion (künstl.Besam.)

      765

      1

      0.01

      1

      7

      pastoreo tomado

               

      otros gastos

               

      gastos capitalizacion

               

      Total gasto

      10701

      14

      0.11

      16

      100

                 

      Margen Bruto sin Amort.

      64430

      85

      0.68

      97

       

      Amortizaciones

               

      Costo directo

      10701

      14

      0.11

      16

      100

      Margen Bruto c. Amort.

      (Betriebseinkommen)

      64430

      85

      0.68

      97

       

       

      1. Der Mastbetrieb
      2. Das System der intensiven Umtriebsweide gewinnt in der Welt immer mehr an Bedeutung. Voraussetzungen für dieses System sind dünnbesiedelte Agrarländer mit relativ fruchtbaren Böden und günstigen natürlichen und ökonomischen Produktionsbedingungen. Systeme der intensiven Weidewirtschaft findet man in Lateinamerika, hauptsächlich in Argentinien, Chile, im südl. Brasilien und in Uruguay, in Australien und Neuseeland, sowie in den Vereinigten Staaten. In Verbindung mit steigenden Lohnkosten ist auch mit einer Trendbewegung vom Feedlot zum Weidesystem, vor allem in den USA zu rechnen.

        Der Vorteil des Weidesystems liegt in Ländern mit großen Weideflächen in der Verkürzung des Winterzyklus, im hohen Ertrage/ha, im relativ ausgeglichenen Nährwertes ohne große Zufütterung, im Kapitalextensiven Instandsetzten und Unterhalten. In Argentinien liegt der Feedlot aufgrund der hohen Weizen und Sorghumpreise und der preisgünstigen Landpreise in der Effiziens nicht so gut wie die Umtriebsweide.

        In dem System geht es darum, Rinder von 150 kg aufzunehmen, sie zu mästen und mit 400kg zuverkaufen. Je nach Geschlecht dauert der Durchlauf 8-12 Monate.

         

        In der Weidemast geht es darum zu jeder Jahreszeit das Optimum der Futteraufnahme, bzw die Futterverwertung für die Rinder zu gewährleisten. Wenn ein essentieller Faktor in der Ernährungskette im Defizit steckt, orientiert sich das Wachstum an diesem Limit. Der Produzent muß also versuchen an das Optimale, was er mit seinen Ressourcen erreichen kann, heranzugelangen. In diesem Fall ist die Luzerne der Nährstofflieferant, gegebenenfals auch Weizenschrot und wir müssen uns in den Möglichkeiten anpassen, die uns diese Nährstofflieferanten zur Verfügung stellen können. Die Kunst ist es, die Managementfehler zu erkennen, die, die Differenz zum Optimum ausmachen. Voraussetzung ist die Kenntnis der Möglichkeiten der Produktion.

        Die Tierhaltung in Argentinien ist charakterisiert durch das extensive Produktionssystem, ob Masthaltung oder Mutterkuhhaltung, die man meist als seperate Betriebe erkennt. Die Zone der Masthaltung ist ausgezeichnet durch die guten Böden, die Kunstweiden und das immergrüne Grünland. Diese Landschaft findet man im Westen der Provinz Buenos Aires, im Südosten von Buenos Aires, im Osten der Provinz La Pampa, im südlichen Zentrum der Provinz Santa Fe und in Cordoba. Allgemein kann man sagen, überall dort wo unter traditionellen Umständen eine Produktion von 200 kg (550 g/d) zuerwarten ist, eignet sich das Land für die Masthaltung. Im Gegensatz zu den Zonen der Mutterkuhhaltung, die sehr großflächige Betriebsstrukturen aufweisen, ist die Zone der Mastbetriebe durch kleinere Betriebe ausgezeichnet und eine Expansion ist nicht immer möglich.

         

        Wichtigste Faktoren, die die Prozesse in der Weidemast steuern

         

        Die Carga animal (Weidedichte) ist ein Schlüsselpunkt in der Ausnutzung der Weiden und ein Indiz für deren Nutzungswert. Die Carga ist auch eine Kontrolle der Futterproduktion der Weide. Eine schwache Weidebesetzung kann nur ungefähr 20% des produzierten Grases ausnutzen, indessen die hohe Carga bis zu 50 % ausnutzen kann. So steht die Ausnutzung auch in direkter Relation zur Weidedichte.

        Die Erhöhung der Carga hängt zusammen mit dem System der Weidewirtschaft und muß sich jeder Situation neu anpassen. Die optimale Carga hängt also von allen Faktoren ab, welche die Produktion des Betriebes beeinflussen.

        Wenn man auf klassisch extensive Weise Masthaltung betreiben will und 200 kg/ha/Jahr produzieren will, braucht man eine Carga von 350-400 kg/ha/Jahr. Ein intensiver Umtriebsbetrieb braucht um 500 kg/ha/Jahr zu produzieren, eine Weidedichte (Carga) von 900-1000 kg/ha/Jahr. Um effizient zu wirtschaften muß man den Grenzwert der Produktion (kg/ha/J) / Carga animal (kg/ha/J) berücksichtigen der bei 50% liegt. Der Beispielbetrieb hat eine Effizienz von 83 %. Normalerweise liegt sie zwischen 50-70, bei Färsen bei 80, wegen der kurzen Umlaufzeit.

        1. Zonen der Masthaltung

      1. Westen von Buenos Aires Carga 500-1000 kg/ha/J; Produktion 600-500 kg/ha

       

      1. Südosten v. BA Carga 600-900 kg/ha/J; Produktion 500-400 kg/ha

       

      1. Norden von BA, Sur und Centro von Santa Fe Carga 700-900 kg/ha/J; Produktion 450-350 kg/ha

       

      1. Süden und Zentrum v. Cordoba Carga 300-400 kg/ha/J; Produktion 250-150 kg/ha

      Der Faktor Gewicht/Alter ist ein fundementales Kennzeichen für die Effiziens des Mastbetriebes. Das gemästete Kalb verliert allmählich, während des Prozesses der Gewichtssteigerung, an Effiziens. Aus diesem Grunde hat der Rindertypus eine zentrale Bedeutung für den Mastbetrieb. Ein Novillo (Mastochse) mit dem Gewicht von 400 kg nimmt 40 kg Grünfutter auf (10 kg TS) um eine Tageszunahme von 600 g/d zu haben, indessen ein Novillo von 200 kg 20 kg Grünfutter aufnimmt (5 kg TS), um dieselbe Tageszunahme zu haben.

      Daraus resultiert: die Umsetzungseffiziens entspricht dem Verhältnis der eingenommenen Trockensubstanz zum produzierten Gewicht.

       

      Ökonomie der Gewichtsaufnahme

      Peso del animal [Gewicht]

      Consumo diario de forraje [Konsum]

      Cons.diario d. forr. [Konsum]

      Aumento medio de peso diario [f Aufnahme]

      Eficiencia de conver-sion [Umsetzungs Eff.]

      in kg

      kg verde [grün]

      kg seco [trocken]

      in g

       

      200

      20

      5

      600

      1:8

      300

      30

      7

      600

      1:12

      400

      40

      10

      600

      1:16

      500

      50

      12

      600

      1:20

      600

      60

      15

      600

      1:25

       

       

        1. Der Wert der Weide

      Der Nährwert der Weide variiert in der Produktionszone durch die Jahreszeiten hindurch in seinen Nährstoffbetonungen. Dies verursachen in erster Linie die Wachstumsstadien der Pflanzen, wie auch die klimatischen Veränderungen der Jahreszeiten. Allein an den beiden Grundnahrungsstoffen Energie und Protein kann man diese Veränderungen deutlich machen.

      1. Energie ist der limitierende Faktor in dem Umtriebsweidesystem der Masthaltung
      2. Protein: in dem Jahreszyklus gibt es kein Defizit an Protein, wenn schon dann nur ein Überschuß in einigen Epochen des Jahres.

       

      Frühling

      In dieser Epoche ist das Nährstoffgleichgewicht relativ ausgewogen. Andere Konditionen sind im Optimum, so daß in diesem Zeitraum die größten Tageszunahmen zu verzeichnen sind. Es kann aber ein Proteinüberschuß vorhanden sein, der gefährlich ist.

       

      Sommer

      Die Temperatur und die Trockenheit lassen den Prozentsatz der Trockensubstanz (Cellulose) hochschnellen. Kohlehydrate und Protein sind im ausgewogenen Verhältnis. Auch der Energiewert ist zufriedenstellend. Limitierender Faktor der gebremsten Futteraufnahme sind Hitze, Insekten, Winde und fehlender Boden bei Regen.

       

      Herbst

      Treten die Pflanzen in die zweite Wachstumsperiode ein, verzeichnet man gesteigerte Werte an frischen, wäßrigen Pflanzenteilen, mit hohem Protein und niedrigem Energieanteil. Diese Situation drückt die Perestaltikbewegungen der Tiere, es kommt zu Diarrhoe und durch nicht absorbierte Nährstoffe zu Wachstumsminderung. Bis hierhin erreicht das Tier seine höchsten Wachstumsraten, denn es folgen Monate, wo das Protein-Kohlehydrat-Verhältnis im Ungleichgewicht sein wird. Es fehlen Energie und Trockensubstanz. Ändern könnte man dies mit Zufütterung energetischen Futters, wie Mais, um bei einer Tageszunahme von 200-300 g/d zu bleiben.

       

      Winter

      Im Winter gibt es genug Trockensubstanz, auch der Grundwert des Proteines ist ausreichend, allein ein Defizit an Energie besteht. Dabei sind die Anforderungen an Energie weit höher als in anderen Jahreszeiten aufgrund der erforderlichen hohen Körpertemperatur.

       

      Das Modell des Mastbetriebes sieht 70-80 % der Flächen als Kunstweiden vor, der Rest liegt brach, oder ist mit einer anderen Kultur besetzt und gilt als Renovation der Weide. Die klassischen Gräser und Pflanzen für die Weide sind: Alfalfa (Medicago sativa), Cebadilla (Bromus ssp.), Raigras (Lolium perenne), Falaris (Phalaris arundinacea).

       

       

        1. Complementacion und Suplementacion (Zusatzfütterung)
        2. Unter Complementacion (best. Art der Zufütterung) versteht man das Zufüttern von Heu, oder getrocknetem Grünfutter unter bestimmten Umständen, wie an Regentagen, oder generell vom April bis August. Die Complementacion bietet eine Möglichkeit, das Defizit an Trockensubstanz auf der Weide zu überbrücken. Heuballen werden für das Rind zugänglich in den Wegen, die von der Tränke zur Weide führen deponiert. Das Fehlen von Complementacion provoziert Diarrhoe.

          Mit der Suplementacion führt man den Rindern Nährstoffe zu, wie z.B. energetisches Zusatzfutter, welches die energetischen Mängel des Grünfutters ausbalancieren soll. Mais erfüllt am meisten die Erwartungen an ein Zusatzfutter in der Zone. Anwendung findet die Suplementacion vor den letzten 50-60 zuproduzierenden kg, das heißt in den letzten drei Monaten vor dem Verkauf (Terminacion). In der Regel werden dann 3-5 kg/cap/dia Futter (zwischen 0.8 und 1.5% des Lebendgewichtes) verabreicht. Im allgemeinen wird im Winter zugefüttert, in Zeiten, wo ein Defizit vorherrscht.

          Das Ergebnis der Zufütterung kann man schematisch in dem folgenden Bild erkennen, indem die Zunahme in einem Quartal aufgezeigt ist.

           

           

           

           

        3. Produktionsverfahren

      In Argentinien findet man Extreme der Rinderhaltung vor. Das eine Extrem ist die freie Weidewirtschaft, wo das Rind sein Futter suchen muß, und welches mit primitiver Technik verbunden ist. Das andere Extrem sind die meist intensive Methoden, in denen die Tiere jeden Tag oder mehrmals am Tag umgetrieben werden. Wie schon erwähnt, ist die Ruhezeit der Weide wichtig, um den Neuaustrieb zu stimmulieren.

      Hohe Weidebesatzdichte (Carga) ist jedoch nur möglich auf Weiden die keinen hohen Graminaeanteil haben oder degradiert sind. Die Elemente, die eine Umtriebsweide ausmachen sind:

       

      Zahl der Koppeln = Umtriebszeit + 1

      Verweilzeit

       

      Die Verweilzeit ist ein Schlüssel um den Umtrieb zu regulieren

       

      Umtrieb = (Zahl der Koppeln - 1) x Verweilzeit

       

      Das Optimum der Verweilzeit sollte nicht größer sein als 20% der Umlaufzeit. Der Umlauf liegt je nach Qualität und Zustand der Weide bei 40-60 Tagen. Ein Beispiel wäre eine Weide, die 50 Tage Ruhepause braucht und ich 25 Koppeln zur Verfügung habe. Dies ergäbe eine Verweilzeit von zwei Tagen. Die Zahl der Tiere und das Gewicht derselben muß man mit der Verweilzeit koordinieren. Wichtig ist die Anpassung an jede neue Lage.

       

        1. Verkauf der Masttiere
        2. Der Zeitpunkt des Verkaufes der gemästeten Tiere hängt von den Ergebnissen ab. Das Minimum des Produzierten Gewichtes in einem Zyklus liegt bei 200 kg und darf nicht unterschritten werden. Ein guter Mastabschluß sollte vorhanden sein (Terminacion). Auch Kapitalgünstige Angebote sollten angenommen werden. Bei einem guten Mastabschluß kann man bis zu 10% besseren Erlös erzielen, durch das Eintreten in eine bessere Preiskategorie.

           

        3. Ökonomische Erfassung der Mastproduktion

       

      Aktivität

      Einheit

      Ergebnis

      f der Zone

      Superficie

      ha

      240

       

      Carga

      kg/ha

      600

      400

      Existencia

      cabeza/ha

      2.76

      1.5

      Produccion total

      kg

      119680

       

      Produccion total

      kg/ha

      498.7

      250

      Produccion

      kg/cabeza

      181

      220

      Produccion propia

      kg

      101002

       

      Produccion propia

      kg/ha

      420.8

       

      Ganancia de peso vivo

      kg/cab./dia

      0.500

      400-600

      Efficiencia

      %

      83

      50

       

      Herausragende Werte sind die Weidedichte Tier/ha mit 2.76 und die damit verbundene Produktion von 499 kg/ha, welche weit über dem Durchschnitt der klassischen Mastbetriebe der Zone liegt. Die Effizienz, die bei 83 % ausgesprochen hoch liegt, zeigt, daß von 100 kg in einem Jahr 83 kg dazu gewonnen werden. Dies kann man nur mit brittischen, jungen Rindern schaffen, die schnell an Gewicht gewinnen (Vaquillonas). Probleme hat man in der Effiziens mit Holando Argentino (Schwarzbuntes Zweinutzungsrind), da es bedeutend langsamer im frühen Stadium zunimmt und nicht so eine kurze Mastperiode aufweisen kann.

       

      Ingresos

      $ Totales

      $/ha

      $/kg

      kg Propios

       

      Ventas

      91323

      381

      0.81

      113275

       

      Salidas/Ces.y Tr

      19820

      83

      0.74

      26780

       

      Compras

               

      Entradas/Ces.y Tr

      62941

      262

      0.80

      78676

       

      Dif.Inv.Hac.Propia

      9558

      40

      0.84

      11348

       

      Dif.Inv.Hac.Capit.

      8031

      33

      0.77

      10430

       

      Ingreso Capitalizacion

      12738

      53

      0.71

      17845

       

      Ingreso/Pastoreos

               

      Otros Ingresos

               

      Ingreso Neto

      78530

      327

      0.78

      1010022

       
                 

      Gastos

      $ Totales

      $/ha

      $/kg

      $/cab.

      % Costo

      Personal

      8998

      37

      0.09

      14

      22

      Sanidad

      9200

      38

      0.09

      (10) 14

      23

      Verdeo Invierno

               

      Verdeo verano (Moha)

      1087

      5

      0.01

      2

      3

      Conservacion Praderas (Grasschnitte)

      2333

      10

      0.02

      4

      6

      Suplementacion

      14489

      60

      0.14

      22

      36

      Inseminacion

               

      Pastoreo tomado

               

      Otros gastos

      300

      1

      0.00

      0

      1

      Gastos Capitalizacion

               

      Total Gasto

      36407

      152

      0.36

      55

      90

      Margen Bruto (sin Amortizaciones)

      42122

      176

      0.42

      64

       

      Amortizaciones

      4077

      17

      0.04

      6

      10

      Costo Directo

      40484

      169

      0.40

      61

      100

      Margen Bruto (con Amortizaciones)

      38045

      159

      0.38

      57

       

       

       

      1. Lohnunternehmungstypen in der Rinderproduktion
      2. Capitalizacion ist eine Form von Lohnunternehmung. Ein Viehhändler stellt, als eine Art Kapitalanlage, einem Mastunternehmen Mastrinder zur Verfügung. Das Mastunternehmen mästet die Rinder auf meist 200-250 kg und verkauft diese anschließend an den Schlachthof. Der Besitzer der Tiere bekommt, je nach Vertrag ca. 20 % des dazu gewonnenen Wertes, der Mastbetrieb 80 % des von ihm gemästeten Ertrages. Capitalizacion stellt eine Möglichkeit für kapitalschwache Bauern dar, trotz wirtschaftlicher Schwäche eine hohe Produktion zu fahren. Die Produktion ist risikoarm, denn je nach Vertrag hat der Bauer bis zu 5 % Ausfallfreibeträge, welche jedoch in der Regel unter 1% liegen. Diese Form findet man in Argentinien aus dem Grund, daß Darlehen sehr hoch verzinst werden und private Unternehmungen den Banken konkurieren können. Andere Formen wären vom Schlachthof zur Verfügung gestellte Rinder zum vorher festgelegten Preis.

        Die oben in der Bilanz zu sehenden hohen Sanitätskosten, die 10$ ausmachen (zu den Kosten sind Bezüge an den Tierarzt hinzugezählt worden, die nicht in die Sanitätkosten gehören), liegen weit über den Durchschnitt von 4-6 $/Tier. Der Betriebsleiter ist der Ansicht, daß in dem Tiergesundheitlichen Teilbereich nicht gespart werden darf. Er bezeichnet den Teilbereich Sanität, als Tiergesundheitskosten. Die Kosten liegen so hoch, weil in ihnen Mineralspritzungen und Krankheitsvorsorgen inbegriffen sind, auf die andere Betriebe Verzichten. Der Gewinn, so der Betriebsleiter, wäre auf lange Sicht nicht so hoch ohne diese Kosten.

        Die Zufütterung, hier als Terminacion mit Sorghumschrot, hat sich in der Form nicht bewährt, so der Betriebsleiter, da die Kosten mit 22 $/Tier viel zu hoch liegen. Der Durchschnitt liegt hier bei 10 $/Tier.

        So liegen die Gesamtkosten bei 0.36 $/kg. Es ist jedoch anzumerken, daß hier der Einkauf wegfällt. Sehr hoch sind die Kosten pro Hektar, die mit 152 $ weit über dem Durchschnitt von 100 $/ha liegen.

         

         

      3. Krankheiten
      4. An dieser Stelle möchte ich einige Rinderkrankheiten erwähnen, vor denen in Argentinien gewarnt wird. Mit der Intensivierung der Masthaltung in Argentinien verbreiten sich auch Krankheiten leichter. Der preiswerte Zukauf von Jungvieh beherbergt auch viele Risiken. Ich selbst habe solche Auswirkungen mitbekommen und habe feststellen müssen, wie rasant eine, zum Glück leichtzu bekämpfende, Augenblindheit bei Rindern in einer zugekauften Herde sich ausbreitete. Weiterhin werden auf dem Betrieb eitrige Geschwüre bekämpft, die von Fliegen verursacht werden. Bei Verletzungen im Sommer ist es notwendig, regelmäßig Antiinsekten-Mittel aufzutragen, da auch hier Fliegen ihre Larven ablegen.

        Es ist hier in der Zone bei den intensiv wirtschaftenden Betrieben üblich, den Mastrindern im Sommer in Öl verdünntes Moskitomittel monatlich auf den Rücken aufzutragen. Ich sah Rinder die nicht behandelt waren mit großen offenen Wunden auf dem Nacken.

         

         

         

         

        Die wichtigsten Rinderkrankheiten in Argentinien

        1. Aftosa (Maul- und Klauenseuche)
        2. Die virusbedingte, hochkontagiöse, fieberhafte MKS ist eine rasch verlaufende Erkrankung. Charakteritisch sind Blasen und Erosionen auf der Haut und den Schleimhäuten. Betroffene Körperteile sind die Schleimhäute der Maulhöhle, der Speiseröhre, der Pansenpfeiler, sowie unbehaarte Häut um Nasenlöcher, Flötzmaul, Euter und Klauen. Die Krankheitsrate beträgt nahezu 100 %, wobei Verluste bei 2-5 % liegen. Ökonomische Verluste sind jedoch durch Gewichtsverlust weit höher.

          Die Ansteckung ist auf direktem sowie indirektem Wege möglich. Die verbreitenste Art wäre durch direkten Kontakt der Tiere untereinander, oder durch die indirekte Übertragung belebter Vektoren wie Fliegen und Moskitos.

          Erste Anzeichen kann man meist erst nach 2-7 Tagen feststellen, wie Fressunlust und vestärkter Speichelfluß etc.

          Zur Vorbeugung und Eindämmung der Krankheit sind Sperr- und Quarantänemaßnahmen erforderlich. Ansonsten prophylaktische Schutzimpfungen, die regelmäßig sämtliche Tiere bekommen.

           

        3. Enfermedad Mucosas (Virusdiarrhoe)
        4. Die durch einen Virus hervorgerufene Krankheit vollzieht sich rasch und fieberhaft bei Jungen Rindern. Auffallend sind die Geschwürbildungen am Verdauungstrakt und dem Zwischenklauenspalt, sowie häufige Durchfälle. Ansteckung erfolgt in erster Linie über das Tränkwasser und den direkten Kontakt der Rinder untereinander, sowie über Vektoren wie Zecken und Insekten. Befallen werden vor allem Jungtiere im Alter von 3-18 Monaten. Die Inkubationszeit beträgt 2-14 Tage, danach kommt es zu verminderten Futteraufnahme und der endgültigen Verweigerung.

          Kennzeichen sind Erosionen und Geschwüre an der Schleimhaut des Flötzmauls und der spätere schleimig-eitrige Nasenausfluß, sowie eingefallene Augen. Weitere Erkennungszeichen sind der blutig-schleimige Durchfall, sowie Veränderungen im Zwischenklauenspalt.

          Als Immunprophylaxe haben sich in gefärdeten Gebieten Lebendvirusvakzinen bewährt.

           

        5. Brucelosis (Brucellose)
        6. Brucelosis ist eine langsam verlaufende Infektionskrankheit bei Haussäugetieren, bei der Muttertiere im fortgeschrittenem Stadium verwerfen, sowie das Auftreten entzündlich-nekrotischer Organveränderungen charakteristisch ist. Ursache sind Brucellen, welche sporenlose, stäbchenförmige Bakterien sind.

          Ansteckung erfolgt über infizierte Muttertierer die nach dem Verwerfen kontaminiertes Fruchtwasser an die Außenwelt abgeben. Darüberhinaus erfolgt die Verbreitung über die Muttermilch, verseuchtes Futter oder Tränkwasser, sowie den direkten Kontakt über die Haut.

          Das Auffälligste Erkennungszeichen ist das Verwerfen, sowie der schleimig-eitrige Ausfluß der Geburtswege.

          Bekämpfung kann über den Zukauf von Rindern aus anerkannt seuchenfreien Betrieben erfolgen, sowie die Weidenutzung nur gesunder Tiere.

          In Argentinien gibt es Pflichtimpfungen gegen Brucelosis.

           

           

           

        7. Tubercolosis

        Tuberkolose ist eine langsam, chronisch velaufende, bakterielle Infektionskrankheit, bei der Entzündungen an fast allen Organen auftreten können. Das Mycobacterium tubercolosis bovis kann auch auf den Manschen übergreifen. Ansteckung erfolgt über die eingeatmete Luft, sowie über das Futter oder Tränkwasser. Übertragungen sind auch beim Deckakt, oder über Wunden (Kastrationswunden) möglich. Die Inkubationszeit kann Monate, sogar Jahre betragen.

        Rindertuberkolose verursacht hohe ökonomische Schäden. Beim Menschen kann sie zwar mit Antibiotika bekämpft werden, das kommt jedoch beim Rind nicht in Frage, aufgrund der permanenten Erregerausscheidung. Erkannt werden können Tiere mittels intrakutanen Tuberkulinproben. Bekämpfung erfolgt über Notschlachtung infizierter Rinder im frühen Stadium und ganzer Bestände in verseuchten Herden. Durch den immunprophylaktischen Impfstoff BCG kann zwar die Widerstandsfähigkeit erhöht werden, jedoch die Infektion nicht ausgeschlossen werden. Der Nachteil der Impfung besteht darin, daß kranke Tiere nicht mehr von gesunden zu unterscheiden sind.

         

         

      5. Nachwort-Diskussion

      Das intensive Rotationsweidesystem gewinnt in den Ländern an Bedeutung, die in warmen semihumiden gemässigten Breiten liegen. Der Weg von der extensiven Weidehaltung zum intensiven PRI (Pastoreo Rotativo Intensivo) geschieht unter dem Druck der Landknappheit. Der Vorteil dieses Systems liegt darin begründet, daß ohne große Investitionen die Umstellung erfolgen kann.

      Die CREA-Landwirte der Gruppe arbeiten eng zusammen, so werden größere Anschaffungen gemeinsam unternommen, wie zum Beispiel der Kauf einer Heuballenpresse. Auch leihen sich die Landwirte untereinander, gegen ein Endgeld, Aussaatmaschinen und andere, landwirtschaftliche Instrumente aus.

      Das PRI zeichnet sich gegenüber dem Feedlot durch niedrigere Kosten, jedoch höhere Gewinne aus und stellt dadurch die wirtschaftlich interessanteste Variante in Ländern mit gutem, preiswerten Boden, günstigen Klimabedingungen, teuren Arbeitskräften und teuren Kraftfutter dar. Sobald Klima und Boden nicht mehr den Vorraussetzungen entsprechen ist der Feedlot die geeignetere Lösung.

      Entsprechende Vorraussetzungen für die Anwendung des PRI findet man in dem Süden der Vereinigten Staaten, in Australien und Neuseeland, sowie auch in Chile und Argentinien.

      Angepaßte Technik, sowie angepaßte Systeme bedeutet nicht unbedingt einfachere Techniken, sondern daß sie allen Einflüssen und Gegebenheiten entsprechend angeglichen sind. Das PRI-System ist zwar in den 50er Jahren aus Deutschland und Frankreich nach Chile und Argentinien importiert worden, hat sich aber hier voll adaptiert.

      Mit der verstärkten Nachfrage für Rindfleisch aus Europa, den USA und den MERCOSUR-Staaten, ist auch wieder ein Anstieg der Preise zuverzeichnen. So fielen die Preise für das kg/Lebendgewicht (novillo) im traditionell preislich günstigen Frühjahr von $ 0.90 nur auf $ 0.88 und blieben bis zum Herbst auf diesem Niveau. Die letzten Jahre lagen die Preise im Herbst bei $ 0.60 im Winter bei $ 0.70.

      Mit der gestiegenen Nachfrage nach Rindfleisch und Milchprodukten ist mit dem PRI-System eine Möglichkeit gegeben, ressourcenschonend und gewinneinbringend zu wirtschaften.

       

      Ich erkläre hiermit, daß ich diese Arbeit selbstständig, ohne Fremde Hilfe und unter Benutzung der angegebenen Literatur angefertigt habe.

      Andreas Jenet

      Witzenhausen: 12.06.96

      Literaturverzeichnis

       

      Aario, L. und Janus, H.: Biologische Geographie, Hrsg. Fels, Weigt; G.Westermann Verlag; Berlin; S.73

      Bünstorf, J.: Argentinien. Länderprofile-Geographische Strukturen; E.Klett Wiss. u. Bildung; Stuttgart; 1992; S. 23ff

      Ellenberg, H.: Wald in der Pampa Argentiniens?; Veröff. Geobot. Inst. Rübel 37; 1962; S.39-56, Lewis, J.P. und Collantes, M.B.: Floristic groups and plant communities of southeastern Sante Fe, Argentina; Vegetatio 60; 1985; S.67-90; Leon, R.J.C. u.a.: Pastizales pampeanos. Impacto agropecurio; Phytocoenologia 12; 1984; S.201-218

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