Suggestopädie

Diese Unterrichtsmethode wird in leicht abgewandelter Form auch als SuperLearning bezeichnet. Suggestopädie erinnert an Suggestionen und im Prinzip wird eine derartige Technik angewendet.

In den Zusammenfassungen werden alle wichtigen Dinge in Form von Suggestionen wiederholt, um sich den Stoff besser einzuprägen. Und alles wird mindestens in 3 verschiedenen Formen gelehrt:

Aktives Konzert = Einstiegsgeschichte
Spiele und/oder Übungen
Passives Konzert = Zusammenfassung während Entspannunsübung

Als Beispiel nachstehend die Geschichte zu einem meiner Informationsabende:

Mind-Maps großer Tag

Eines verregneten Sommertages begibt sich Jaber, ein kleiner Junge, während der Ferien, auf den Dachboden der elterlichen Wohnung. Er beabsichtigt die alten Kisten, welche hier stehen, auf brauchbare Dinge für die nächste Kinderparty zu durchwühlen.

Jaber hofft, irgendwelche alten Kleidungsstücke und Utensilien zu finden und stöbert in spinnwebenverhangenen Kisten und Schachteln herum. Er findet eine alte, abgeschnittene Jeans-Hose, viele bunte Leiberln und einige uralte Mützen und Stroh-Sonnenhüte.

Er beschließt, alles zu seinen Freunden zu bringen, als sein Blick auf eine dunkelbraune, verschmutzte Aktentasche fällt. Neugierig, wie kleine Jungs (natürlich auch Mädchen) nun mal sind, öffnet er die Tasche und untersucht den Inhalt.

Er findet mehrere Ringmappen mit Unterlagen über etwas, was Superlearning oder Suggestopädie heißt. Ganz genau kann er das nicht feststellen. Die Unterlagen sind anscheinend schon lange hier und nicht geordnet.

Ein Blatt fällt ihm aber gleich auf. Es ist eine, auf den ersten Blick ziemlich verwirrende und verwirrte Skizze, welche er nach allen Seiten dreht und wendet.

Jaber:

Wenn ich nur wüßte, was das sein soll. Das schaut weder Mama noch Papa ähnlich, derart verwirrte Dinge zu zeichnen.

MindMap:

Ich bin ein MindMap und alles andere als verwirrt. Ich habe System in meinen Zweigen. Willst Du wissen, wie Du mich lesen mußt?

Jaber:

Ein konfuses Gekritzel, welches mit mir spricht.
Ist ja toll! Das glaubt mir keiner.

MindMap:

(leicht beleidigt) Soll ich’s Dir nun erklären oder nicht?

Jaber:

Ja, aber ich glaub trotzdem nicht, daß Du sinnvoll bist.

MindMap:

Nun, schau mich einmal genau an. Es geht ein Zweig nach rechts oben weg.
Dort beginnst Du und liest im Uhrzeigersinn weiter.

Jaber:

Das versteh’ ich. Doch was bedeuten diese ganzen Ausdrücke, welche bei den einzelnen Zweigen stehen?

MindMap:

Das ist der Ablauf eines Superlearning-Seminares.
Deine Mutter hat eine entsprechende Ausbildung gemacht und dabei mittels MindMap die wichtigsten Dinge mitgeschrieben.

Jaber:

Aber Mama ist gar nicht so konfus wie Du aussiehst.

MindMap:

Das ist richtig. Ich sehe etwas eigen aus.
Aber ich bin nur gewöhnungsbedürftig.

Jaber:

Du bist ganz schön gewöhnungsbedürftig. Wozu bist Du gut?

MindMap:

Hast Du in der Schule schon etwas über das Gehirn gelernt?

Jaber:

Vielzuviel!

MindMap:

Dann hast Du sicher auch gehört, daß man zwei Gehirnhälften unterscheidet.
Die linke Gehirnhälfte ist für das logische und analytische Denken zuständig.
und die rechte Gehirnhälfte für das kreative und künstlerische Denken.

Jaber:

Das haben wir gelernt. Ich merk’ mir aber nie, welche Hälfte wofür.

MindMap:

Dazu brauchst Du eine Eselsbrücke. Du kannst Dir merken:
links ist logisch
Beides beginnt mit einem L, okay?

Jaber:

Ist eigentlich ganz logisch.
Denke ich jetzt mit der linken Gehirnhälfte?

MindMap:

Ganz im Gegenteil. Durch diese Eselsbrücke hast Du die rechte Gehirnhälfte aktiviert. Du bist kreativ.

Jaber:

Ja, aber was ist jetzt mit den beiden Gehirnhälften?

MindMap:

Ich bin ein typisches Beispiel, wie man viel Inhalt in einfacher Form aufzeichnen kann.
Für jeden, der weiß, worum es geht bin ich viel übersichtlicher als jede Aufzeichnung in Listenform.
Bei mir hast Du für jeden Zweig mehrere zusätzliche Unterteilungen
Du hast also immer einen Überblick über die richtigen Zusammenhänge, das ist etwas für die rechte Gehirnhälfte.
Gleichzeitig hast Du alle wichtigen Stichwörter. das brauchst Du für die linke Gehirnhälfte.


  1. Überblick
  2. Aktives Konzert
  3. Aktivierung
  4. Passives Konzert
  5. Zusammenfassung

 

Jaber:

Ja, das verstehe ich.
Aber, was bedeuten Deine Zweige nun genau?

MindMap:

Ich habe Dir schon gesagt, ich bin eine Zusammenfassung über ein Superlearning-Seminar. Und meine Zweige sind die einzelnen Schritte. Wir haben den Kern von Superlearning
Die Suggestopädie
welche in den 60er-Jahren von Dr. Georgi Lozanov wissenschaftlich auf ihre Wirkung untersucht wurde. Dieser Kern des Superlearning besteht aus
1. Präsentation oder aktives Konzert
2. Aktivierung
3. Zusammenfassung oder passives Konzert
Daneben gibt es noch einen Überblick über das Thema und am Ende eine Zusammenfassung.

Jaber:

Ja, aber was hat Musik mit Lernen zu tun?

MindMap:

Durch die Musik aktivierst Du die rechte Gehirnhälfte.
Du regst sie zu kreativen Bildern und Vorstellungen an, man nennt das auch Visualisieren. Beginnen wir mit dem ersten großen Teil eines Superlearning-Seminares.
Zuerst wird der neue Text in Form einer Geschichte vorgelesen.
Dies kann ein Dialog sein, wie zwischen uns beiden. Oder es ist die Abwandlung eines Märchens. Oder es ist ein harmloser Krimi, oder eine Liebesgeschichte, etc.
Der Text wird vom Trainer langsam vorgelesen. Jeder Teilnehmer liest den Text mit. Im Hintergrund ist klassische Musik.

Jaber:

Ja, aber werden wir dann nicht durch die Musik abgelenkt?

MindMap:

Nein, im Gegenteil. Es ist klassische und rhythmische Instrumentalmusik und kein bekannter Schlager. Die Musik wirkt beruhigend. Sie regt die rechte Gehirnhälfte an und hilft, sich das Gehörte und Gelesene auch bildhaft vorzustellen.

Jaber:

Nun haben wir den Text
gehört & gelesen & und bildlich vorgestellt.
Das klingt interessant.

MindMap:

Das ist aber nur der erste Schritt.
Als zweiter Teil kommt die aktive Umsetzung des gehörten, gelesenen und vorgestellten Textes. Dies geschieht durch Übungen und Spiele.

Jaber:

Jetzt gefällt’s mir auch schon. Für Spiele bin ich immer zu haben. Welche Spiele spielen wir? Trivial Pursuit, Mastermind oder Aktivity, oder spielen wir Nachlaufen oder ähnlich mühsames?

MindMap:

Bewegung ist natürlich auch nicht schlecht und wird meist am Anfang eingebaut, damit alle wirklich wach und frisch sind. Aber diese Aktivierungsspiele sind ganz unterschiedlich.
Das hängt vom Thema und vom Trainer ab. Hier gibt es die vielfältigsten Dinge .Manche singen oder zeichnen, andere veranstalten Schatzsuchespiele, oder gestalten Karten- oder Brettspiele. Wie gesagt, daß ist von Thema zu Thema unterschiedlich.

Jaber:

Mama ist EDV-Trainer. Kann die diese Methode überhaupt gebrauchen?

MindMap:

Natürlich. Sie braucht nur eine Geschichte, welche zum jeweiligen Thema paßt. Im EDV-Bereich werden die Spiele großteils durch praktisches Üben am PC ersetzt.
Wenn jedoch zwischen Geschichte und Praxis eine spielerische Umsetzung des Themas durch ein Rollenspiel stattfinden kann, fördert dies das Verstehen ungemein.


Jaber:

Ja, aber ich kann es mir absolut nicht vorstellen, welche Geschichte und Spiele zu den notwendigen EDV-Grundlagen gehören.
Wie kann ich die einzelnen Hard- und Softwareteile in eine Geschichte packen und dann spielen?

MindMap:

Hardware kannst Du erklären, indem sich zwei Kinder auf die Reise durch einen PC machen und sich die einzelnen Teile selbst vorstellen und erklären.
Software kannst Du mit der Einrichtung eines Hauses erklären. Jeder Raum steht für ein bestimmtes Programm. Du kannst jetzt alle Möglichkeiten des Raumes ausnutzen oder nur spärlich einrichten.

 

 

Jaber:

Das klingt gar nicht so dumm. Hast du auch konkrete Vorschläge, welches Zimmer welchem Programm entsprechen könnte?

MindMap:

Nun, dazu habe ich folgende Vorschläge: Das wichtigste Zimmer ist die Küche. Dementsprechend müßte sie mit dem jeweiligen Datenbankprogramm verglichen werden: Von der Küche kann das Essen ins Wohnzimmer getragen werden. Vom Datenbankprogramm können die Adressen für einen Serienbrief verwendet werden.

Die Textverarbeitung könnten wir mit dem Wohnzimmer vergleichen. Wir können nur Briefe schreiben oder alle Möglichkeiten ausnutzen. Im Haus können wir ins Wohnzimmer nur die Sitzgarnitur hineinstellen oder detailliertest einrichten.

Das Badezimmer hat viele Ähnlichkeiten mit der Tabellenkalkulation. Wenn wir das Wasser mit Waschpulver und Wäsche vermischen, können wir letztere waschen. Wenn wir verschiedene Eingaben in der Kalkulation mischen, können wir Formeln erstellen.

Die Vorräume, welche uns überallhin begleiten möchte ich mit dem Terminplaner vergleichen. Egal, in welchem Programm wir arbeiten, wir können jederzeit umschalten und Termine eintragen oder abrufen.

Für das Schlafzimmer bleibt dann das Präsentationsprogramm. Hier werden wir künstlerisch und kreativ. Und meist brauchen wir da nicht viel lernen.

Ja, und den Dachboden können wir beliebig ausbauen, mit Programmen für Zeichnen und Gestalten, auch technisch (CAD), Zeitungserstellung, etc.

Jaber:

Das klingt gar nicht so schlecht. Doch wie kann ich spielerisch wiederholen?

MindMap

Indem sich jeder oder die ganze Gruppe in eine bestimmte Person versetzt und sich überlegt, was diese Person mit einem PC alles machen könnte. Du glaubst gar nicht, was einem da alles einfällt. Und danach zeichnen oder beschreiben alle gemeinsam den PC, welcher für diese Person geeignet ist.

Jaber:

Das kann ich mir auch vorstellen.
Aber von einem Spiel verstehe ich es noch nicht.

MindMap:

Das ist richtig. Eine weitere Möglichkeit ist, daß mittels Etiketten die einzelnen Teile eines PCs beschriftet werden.
Oder, als Trockentraining, daß bestimmte Tätigkeiten zu den jeweiligen Programmen zugeordnet werden.

Jaber:

Und dadurch lernt man besser und schneller?

MindMap:

Ja, es kommt dann nämlich noch der dritte Hauptteil: die Zusammenfassung oder
passives Konzert.

Jaber:

Hat das wieder etwas mit Musik zu tun?

MindMap:

Richtig! Wie der Name aber schon sagt, brauchst Du dabei nichts selbst zu tun. Du entspannst Dich und der Trainer liest Dir die wichtigsten Begriffe oder Tastenkombinationen zu einer gleichmäßigen Musik vor.
Diese Musik - meist Barockmusik - bewirkt, daß sich der Puls auf 60 einpendelt und damit ein optimales Klima für die unbewußte Aufnahme des Themas schafft.

Jaber:

Was Du bisher gesagt hast, gefällt mir sehr gut.

MindMap:

Das freut mich. Wir bemühen uns, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, den Teilnehmern so weit wie möglich das Lernen zu erleichtern und zu erreichen, daß Lernen wieder Spaß macht.

Jaber:

Das klingt, als ob ich das beim Lernen in der Schule auch dringend brauchen könnte.

MindMap:

Das ist richtig. Gerade während der Pflichtschulzeit wäre die Freude am Lernen wichtig.
Doch Du kannst Dir auch selbst das Lernen verschönern, wenn Du den zu lernenden Stoff selbst in lustiger Form aufbereitest.
Das hat einen doppelten Effekt: Du beschäftigst Dich intensiv mit dem Stoff und Du arbeitest kreativ mit der rechten Gehirnhälfte.
Es gibt auch schon einige Schulen, welche die Methoden des
Superlearning
aktiv im Unterricht einsetzen.

Jaber:

Bei uns ist es leider nicht so. Wir müssen immer auswendig lernen.

MindMap:

Wenn Du Lust hast, kannst Du mich besuchen und ich helfe Dir beim kreativen Aufbereiten Deines zu lernenden Stoffes.

Jaber:

Das finde ich ganz nett. Wir sehen uns bestimmt bald wieder. Ich muß jetzt gehen und meine Englisch-Vokabeln in eine Geschichte verpacken. Tschüß!

MindMap:

Noch ein praktisches Computer-Beispiel:
Wenn wir die Sitzgarnitur im Wohnzimmer verschieben wollen, funktioniert das ähnlich wie die Randeinstellungen eines Absatzes eines Briefes.
Wir fassen die Sitzgarnitur an einem oder beiden Enden an und schieben sie an die gewünschte Stelle.
Wir klicken im Lineal auf das Rechteck der Sanduhr und schieben es an die gewünschte Stelle

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