Ich hatte ja vor, ein paar gute Geschichten zu schreiben. Kurze Geschichten,
nicht vielsagend, ein bißchen sollten sie jedoch was zu sagen haben, aber eher
sympatisch durch ihre saloppe Sprache und gelegentliche Ironie. Und diese Geschichten
in die Sparte der „Klein-Mädchen-Geschichten“ einsortieren.
Man überlege sich nur diese Doppeldeutigkeit, einerseits „kleine
Mädchengeschichten“ und andererseits „Kleinemädchen Geschichten“, schon ein
Knüller.
Inhalt der Geschichten:
· Mädchenfreundschaften oder Das Phänomen der platonischen Lesbenaffäre im
globalen Zusammenhang.
· Daseinsberechtigungskrisen (jederzeit und jederorts aktuell)
· gelegentliche Kollisionen mit Männern
Was auf keinem Fall in den Geschichten zu finden sein darf:
· Unfug bzw. fremdgesteuerte Selbstvernichtung, genannt politisches Engagement
oder Bewußtsein für weitreichende Probleme der Gesellschaft (z.B. Bau eines
neuen Fußballfeldes in meiner Wohngegend und die daraufhin begründete
Bürgerinitiative)
· wohldosierte Kulturhaftigkeit
· festes Weltbild
Und einige Sachen, die aufgrund ihrer Prägungspotenz immer wieder zu finden
sein werden:
· Coole Zitate von Philosophen oder von solchen, die es zum Glück nicht
geworden sind
· die Popkultur und deren angebliche Auswüchse wie BvSB
· vieles Jenseits von Gut und Böse
· Anwandlungen von Gottfried Benn, Siggi und sonstigen wunderbaren Männern
· Telefongespräche
· Traumwelten
Siehe weiter im Literaturverzeichnis...
Und hier sind die Kommentare meiner Leser, die so zahlreich auf diesem Kontinent verteilt sind:
am Sa, 11 August 01, 18:57 schrieb eine verlorene Seele:
der schoenste moment beim lesen deines gewobenen:
als ich
die kleine maedchen geschichten fertig gelesen habend
erfolglos die anzahl der erwaehnungen meiner person zu kalkulieren
versucht habend
lange
beeindruckt
auf den bildschirm geschaut habe
ueber eine angemessene antwort
sinnierend
und mir dann einfiel dass
da ja noch ein zweiter teil zu lesen war
das war der schoenste moment
so konnte ich weiterlesen und weiter
in und zwischen den worten und ihrer bezaubernden melodie
des nachts deine anwesenheit spueren
entsetzt
mi pare di morir
darueber dass du mich nicht besuchen wirst
hoffend
la cri darem la mano
dass wir uns doch noch seheh bevor
der prada-zauber wieder auf chicago, il niedernieselt
und nicht auf einen waldweg am starnberger see
werde hier keinen inadaequaten metanalytischen kommentar ablassen
lieber in voce
morgen
(heute)
stattdessen mir mein duerftigstes innerstes offenbaren
genau
mein erstes einzig(s)tes schlechtestes
poem
so schlecht dass ich kein zweites geschrieben habe
schade sonst waeren es schon poemata
05.02. 2001 denkprozess
gedanken zerschmettert
luftschloss der museninspiration
in steinernen scherben
ruinen
daemon dialektik
todbringer dem einen unteilbaren selbst
beziehungs-schaffer zwischen ich und welt
grossinquisitor haeretischer originalitaet
doch – der daemon weicht
macht raum fuer neues schaffen
fasolt und fafner meines denkens
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wow
gell?
nee
und noch ein zitat aus meinem aktuellen lese-buch
zum thema popliteratur across cultures
glamorama von bret easton ellis
--- three words, my friend: prada, prada, prada.
lies ellis wenn du genialgeschriebene dialoge lesen willst
keiner fuellt hunderte von seiten so mit genialem hipster-pop-muell
wie er
was die dialoge betrifft faellt mir in deutschland nur jurek becker ein
jacob der luegner
bronsteins kinder
ganz anders als ellis aber auch ein grosser
Dialogschreiber
so zu schreiben dass aus den worten auf der buchseite die stimmen der sprechenden wie ein djiin aus einer flasche steigen
beeindruckt
ja
bald telefonieren
bald poppen
mit kuhfell
love
cK 3000
am Do, 23 August , schrieb mir Marc um 05:41:
Du hast immer so eine pessimistische Grundhaltung.
Das gefällt mir überhaupt nicht.
...
am Mi, 22 August, schrieb mir
mein guter Freund Silasz um 22:50
du hast auf deiner kommentarseite etwas von auswandern und so geschrieben...
hiermit muß ich dich in aller form und aller offenheit darauf hinweisen, dass eine auswanderung für jemanden wie dich im augenblick (der augenblick an und für sich sollte in seiner zeitlichen ausdehnung nicht unterschätzt werden) nicht in frage kommt...
warum...
na ja, weil des nicht geht, einfach so zu verschwinden, außerdem finde ich, sollte man grundsatzdiskussionen nicht per email führen...
telefon ist da auch geeignet, doch leider kein ausreichender Ersatz für eine direkte konfrontation...
am Do, 23 August, schrieb mir meine Kollegin francis_lee_doe
(um 04:50 !)
Hallo Alice
Ich habe mich riesig über deine Lesetipps gefreut. Leider konnte ich mir noch keins der Bücher besorgen oder mich informieren, aber ich habe einen Blick auf deine Homepage geworfen (is ja auch die billigste Variante).
Eins ums andere Mal musste ich lächelnd feststellen, dss du Dinge schreibst, die auch mir so oder sehr ähnlich durch den Kopf geschossen sind.
Vielleicht sind wir ja seelenverwandt.
Eigentlich hatte ich schon gedacht, vielleicht schon befürchtet, dass es nur mir so geht. Ich wollte mich schon für verrückt erklären lassen.
Aber da es anderen auch so geht, hebe ich mir das für später auf. (villeicht Mitte 30?)
....
Melde dich doch mal wieder. Würd mich sehr freuen.
Francis
diese Woche schrieb mir noch der
Popliterat Marc Oliver Schuster, der auch schon ein eigenes Buch hat (*strike*!!!),
dass
meine site designtechnisch ziemlich scheiße sei
er sich aber sonst nichts wirklich durchgelesen hätte
zu langweilig
nur das mit der Pyramide, das fände er interessant
und lese gerade selbst „Schuld und Sühne“
am Mo, 27 August, schrieb mir
Arnd:
ich schwanke zwischen Lachen und Kopfschüteln – liegt das an meinem fortgeschrittenen Alter oder muß das so sein?
Immerhin- ich habe eine Meinung dazu- reicht das?
Arnd
P.S. Kann ich das Lachen durch ein Lächeln ersetzten?