>Bernd
Die Freunde, die hier feiern und von denen hier die Sprache ist, sind Janka, die
Bardin, die hier beim Bardenfest aufgetreten ist, Bardón, der adelige
Abenteurer, der keine Gelegenheit zu feiern auslässt, sein junger Freund Gabrok,
der schüchterne Zauberlehrling, der sich seiner Zauberkraft gerade erst bewusst
wird, Abraxa, die Hexe, die mit ihrem sprechenden Raben Rara unterwegs ist,
Atlan, der Krieger, den es zufällig in den Kreis dieser Gruppe verschlagen hat
und Alkermes, der alte erfahrene Zauberer, der so manches Wundersame dank seiner
uralten Zauberkünste vollbracht hat. Rundum eine bunt zusammengewürfelte
Truppe, die sich erst kurz vor dem Bardenfest kennen gelernt hat und aufgrund
ihres Abenteuers nun feste Freunde geworden sind.
Dieses Grüppchen feiert, singt und tanzt bis in die Morgenstunden und erzählt
sich aus seinen erlebten Abenteuern. Gabrok zeigt wieder einmal seine besten
Zauberkunststücke – er lässt bunte Luftblasen und ein kleines Feuerwerk in
den schillerndsten Farben aus seinen bloßen Händen aufsteigen. Janka singt
ihre besten Lieder, darunter auch ihr neuestes, welches von ihrem eben
bestandenen Abenteuer handelt. Alkermes und Abraxa schunkeln und tanzen leicht
im Rhythmus der Musik, Atlan und Bardón trinken um die Wette, während sie sich
in ihren Erzählungen ihrer Abenteuer zu übertreffen versuchen.
"Na, wie sieh’s aus, allder Freund?" lallt Bardón Atlan zu. "Noch’n
Krug, oda was... oda wie...?"
>Steffen
"Nadürlisch!" lallt Atlan zurück und macht sofort durch heftiges
Winken den Wirt aufmerksam, "Noch zschwei davon." bestellt er und der
Wirt läuft sofort los. Als er mit den Krügen wiederkommt, setzen beide sofort
zu einem kräftigen Schluck an, bevor Atlan wieder zu erzählen beginnt,
"Also damals stand ich GANZ allein gegen 20 Orks..."
So erzählten sich beide noch Geschichten bis spät in die Nacht, bis der Wirt
ihnen schließlich nichts mehr geben wollte. und sie sich gegenseitig aufs
Zimmer trugen. Auch Jankas Musik ertönte nicht mehr lange und Gabrok und
Alkermes lagen schon lange in ihren Betten. Abraxa saß noch etwas im Zimmer und
redete leise mit Rara, der auch gern zuhörte.
Früh am nächsten Morgen wird die Gruppe sehr unhöflich geweckt. Kaum eine
Stunde nach Sonnenaufgang schlägt jemand mit kräftigen Hieben gegen die Tür
und brüllt dabei: "Aufwachen! So wacht auf und öffnet die Tür! Es ist
wichtig!" Alkermes, der sofort erwachte stand auf und öffnet vorsichtig
die Tür. Der Rest der Gruppe liegt mehr oder weniger noch in den Betten, als
der Fremde reinstürmte und dabei Alkermes fast umrennt. Mitten im Zimmer blieb
er stehen und fragte ganz außer Atem: "Wer von euch ist Bardón?"
Dieser erheb sich und heb langsam die Hand, mit leicht brummendem Schädel und
fragt: "Was ist denn so wichtiges passiert, dass man uns früh am Morgen stören
muss?" Der Bote antwortet sofort: "Ihr habt nicht viel Zeit, ich komme
soeben aus Neander und habe wichtige Neuigkeiten. Macht euch reisefertig. Ihr müsst
sofort aufbrechen!" Atlan mustert den Boten aufmerksam und fragt müde:
"Was sind das für Neuigkeiten, die uns nicht mall Zeit lassen
auszuschlafen?" "Es geht um Wogan. Er schickte mich zu euch Bardón um
folgendes zu übermitteln." mit diesen Worten gibt der Bote Bardón einen
Zettel. Die Schrift zeugt eindeutig davon, dass er in Eile geschrieben wurde und
auch das Signum von Wogan ist nur halb drauf, aber trotzdem eindeutig zu
erkennen. Bardón gibt dem Boten ein paar Münzen und verabschiedet ihn, danach
beginnt er langsam aber deutlich vorzulesen: "Lieber Bardón, ich befinde
mich in Gefahr, in großer Gefahr und brauche Hilfe. Als ich hörte, dass ihr
euch in Mooskau aufhaltet schrieb ich sofort diesen Brief. Ihr seid der einzige,
der mir helfen kann. Bitte beeilt euch und kommt so schnell es geht. Alles
weitere werde ich euch bei eurer Ankunft in Neander mitteilen. In Hochachtung
Euer Freund Wogan."
Bardón blickt fragend in die Runde und durchbricht dann das Schweigen: "Wogan
ist ein reicher Kaufmann und mein Freund. Ich werde diesem Ruf folgen und mich
sofort in Richtung Neander aufmachen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich
begleiten könntet, oder habt ihr andere Pläne?" Atlan packt seine Ausrüstung
zusammen und antwortet lächelnd: "Es steht etwas von Gefahr in diesem
Brief. Ich werde dir doch nicht alleine den Spaß überlassen."
Und auch der Rest der Gruppe ist bereit Bardón nach Neander zu folgen. So
werden die Sachen zusammen gepackt und kurz gefrühstückt, bevor man sich nach
Neander aufmacht.
>Bernd
Außerhalb der Stadt bietet sich ihnen ein romantisches Bild, mit der
aufgehenden Sonne und dem Tiefsee in der Nähe, über dem eine Nebeldecke hängt.
Dazwischen erstreckt sich eine Weide, dessen Gräser vom Tau durchnässt in der
Morgensonne funkeln. Alkermes und Gabrok sind in Zaubererfachgespräche
vertieft, Abraxa döst neben Atlan, der den Karren schweigend lenkt. Die frische
Kühle tut Bardón gut, nachdem was er gestern wieder einmal in sich hineingeschüttet
hat, hilft sie ihm, einen klaren Kopf zu bekommen. 'Wogan schreibt nicht
umsonst, das ist klar. Aber was beunruhigt ihn so?' Bardón grübelt, während
er neben Janka sitzt, die ihn neugierig ansieht, es aber nicht wagt ihn
anzusprechen. Er wirft ihr einen dankbaren Blick zu und schüttelt den Kopf, als
wolle er ihr damit sagen, 'Ich kann dir auch nicht mehr sagen.' Dennoch machte
er sich Sorgen um seinen alten Freund Wogan. So hatte er noch nie auf sich
aufmerksam gemacht.
Und so übersieht er die schöne Landschaft, die sich den Freunden auf ihrer
Reise nach Neander bietet. Den Tiefsee immer zur Linken und zwischen sich und
dem See fortwährend kleine Felder und Wäldchen. Auf dem See tummeln sich verträumt
einige kleine Boote, die sich kaum zu bewegen scheinen. Zu ihrer Rechten kann
man weit über das flache Land in Richtung Mittland sehen, welches die
Vormittagssonne in hellem Licht taucht. Einige Hügel erstrecken sich in der
Ferne, versperren aber nicht vollends die Sicht auf die dahinterliegende
Landschaft. Des Mittags kommen sie an dem Dorf Örtchen vorbei, wo sie eine
kurze Rast einlegen, um dem Gaul und sich einige Schlücke Wasser am Dorfbrunnen
zu genehmigen. Ein Bauer des Dorfes kommt zögernd auf sie zu und spricht:
"Seid gegrüßt! Wohin geht eure Reise?" Bardón schreckt aus seinen
immer noch währenden Gedanken und blinzelt dem Manne entgegen, doch Janka ist
etwas schneller mit der Antwort.
>Michi
"Euer Gruß sei erwidert! Wir reisen mal hierhin und mal dorthin, immer der
Nase nach. Ab und an reisen wir auf Zuruf anderer doch meist lassen wir uns von
der Muse treiben!" Janka hatte den Bauern bereits eine Weile beobachtet und
sich auf eine solche Frage vorbereitet. Als Bardin sind ihr die neugierigen
Fragen der einfachen Bewohner kleiner Dörfer und Gehöfte wohl bekannt, denn
wann sehen sie einmal mehr als ihre Felder. Ihr entgeht allerdings auch nicht
die Nervosität des Bauern und so fragt sie mit zynischem Tone: "Ist es um
die Zeit nicht üblich das Feld zu bestellen anstatt arme müde Reisende
auszufragen?" Treffer! Der Bauer zuckt sichtbar zusammen und blickt
misstrauisch in die Runde. Janka ist müde und gereizt. Die Bedrücktheit ihres
Weggefährten macht ihrem sensiblen Gemüt zu schaffen, nur so kann sich
Alkermes ihre Reaktion erklären. Noch bevor sie mehr Unheil anrichten kann
tritt er, der mittlerweile vom Karren gestiegen ist, zwischen sie und den Bauern
und spricht, "Seid auch gegrüßt und nehmt Janka," mit diesen Worten
deutet er auf sie, "ihre Wortwahl nicht übel! Sie ist ein zartbesaitetes
Wesen", bei den Worten zwinkert er Janka kaum sichtbar aber beschwörerisch
zu, " und vermag den Sinn unserer Reise noch nicht ganz zu erfassen!"
Einen nach dem anderen stellt er die Gefährten dem Bauern vor und fragt ihn
anschließend: "So, nun wisset ihr, mit wem ihr es zu tun habt. Dürfen wir
denn nun auch euren werten Namen erfahren?"
>Bernd
Der Bauer, schielt zu Bardón herüber, sieht aber Alkermes an während er sagt:
"Nun, mein Name sollte eigentlich nichts zur Sache tun, aber ich will nicht
unhöflich sein: mein Name ist Buur. Ich warte auf einen Reisenden, für den ich
ein Pergament habe. Wenn ihr nach Neander wollt, um an den Hof des Königs
jemanden zu treffen, dann habe ich vielleicht etwas für jemanden Bestimmten
unter euch. Er muss sich aber erst ausweisen, denn ich habe strickte
Anweisungen." Die Gruppe sieht sich verwundert an und Gabrok spricht das
aus, was alle sich fragen: "Wie, an den Hof des Königs? Davon wissen wir
nichts..." Bardón bringt seinen jungen Freund mit einem unauffälligen,
aber festen Griff zum Schweigen und sieht Buur auffordernd an. "Wie soll er
sich ausweisen?" fragt der Abenteurer. Bauer Buur räuspert sich noch mal
und sagt: "Nun, dieser Jemand war vor einiger Zeit auf einem Abenteuer bei
den Eiszwergen mit dem Absender der Anweisung. Wenn er mir sagen kann, wer noch
mit auf diesem Abenteuer war, ist er der Gesuchte." Bardón räuspert sich
und sagt "Es war Globak der Hammer, ein Zwerg, der nicht die Axt, sondern
einen Vorschlagschmiedehammer als Waffe benutzt und der Freund mit dem ich dort
war heißt Wogan." Der Bauer atmet erleichtert auf und gibt jemanden hinter
sich ein Zeichen. Während ein Junge aus dem Schatten eines Gehöftes auf die
Gruppe zugelaufen kommt erklärt Bardón seinen Mitreisenden, dass Wogan so
manch heiklen aber geheimen Auftrag für den König erledigt hat, und Bardón
ihn immer über den Hof des Königs erreichen kann. Der Junge reicht dem Bauern
ein versiegeltes Pergament, der es wiederum Bardón übergibt. Der Abenteurer
rollt das Pergament auseinander und sagt zu seinen Freunden "Es ist von
Wogan!" Bardón starrt auf den Brief seine Freundes. Alkermes und Janka
blicken ihm über die Schulter aber was sie zu lesen bekommen sind nur
bunt-zusammengewürfelte Buchstaben, die scheinbar überhaupt keine Bedeutung
haben.
Hallo
mein Freund,
TSGNIRBRIMUZEISUDSSADNELLOWEISTSISEREWLA
GEEDMERFROVHCIDETEUHPPITNENIEHCONEBA HTG
ASEGNEGUAREIVRETNURIDHCISAWTSLHEAZREREUE
TNEBANETZTELMERESNUSUAMHIUDNNEWNE SIEWR
IMUZHCIDDRIWRESEFOHOMOKSEDNREUABMEDLIHA
MODIEBHCIDEDLEMSUAROVNOHCSHCINIB EDREWTG
LOFREVHCIADGARTFUANEMIEHEGNENIEEBAHHCIDN
EGNIRDHCIDEHCUARBHCIOTHCATHCA NHCILGEOMEI
WLLENHCSOSETTIBEMMOKNETAREGEDNEAHNEHCSL
AFEIDNITHCINLLOSREFEIRBNES EIDETHCINREVHCAN
ADTUGRIDEISEKREMHCRUDGITLEAFGROSNELIEZESEI
DSEILETTIB
Sei gegrüßt von deinem Freund Wogan
Janka
und Alkermes sehen sich achselzuckend an. Sie bemerken aber, das Bardón sehr
leise murmelt. Darauf fragt Alkermes "Was ist, mein werter Freund, kannst
du mit diesen Buchstabengewirr etwas anfangen?" Bardón hebt die Hand, ohne
aufzublicken und murmelt weiter. Kurz darauf sieht er seine Begleiter ernst an.
"Ich habe es mir schon gedacht, aber nun habe ich die Gewissheit: Wogan ist
in ernsten Schwierigkeiten." Die anderen sehen ihn ungläubig an, wie hat
er aus diesem Pergament eine sinnvolle Nachricht herauslesen können. Bardón lächelt
das erste Mal seit sie Mooskau verlassen haben und sagt. "Es ist eine Art
Geheimschrift, die wir uns ausgedacht haben, als wir auf diesem Abenteuer in
Eisbergen waren. Dabei muss man alles Rückwärts lesen... und zwar komplett von
hinten nach vorne." Janka blickt auf das Pergament und lächelt nachdem sie
nun erkennen kann, was dort geschrieben steht. Es heißt hier: