Wogans Auftrag

1) Der Bote

>Bernd
Die Freunde, die hier feiern und von denen hier die Sprache ist, sind Janka, die Bardin, die hier beim Bardenfest aufgetreten ist, Bardón, der adelige Abenteurer, der keine Gelegenheit zu feiern auslässt, sein junger Freund Gabrok, der schüchterne Zauberlehrling, der sich seiner Zauberkraft gerade erst bewusst wird, Abraxa, die Hexe, die mit ihrem sprechenden Raben Rara unterwegs ist, Atlan, der Krieger, den es zufällig in den Kreis dieser Gruppe verschlagen hat und Alkermes, der alte erfahrene Zauberer, der so manches Wundersame dank seiner uralten Zauberkünste vollbracht hat. Rundum eine bunt zusammengewürfelte Truppe, die sich erst kurz vor dem Bardenfest kennen gelernt hat und aufgrund ihres Abenteuers nun feste Freunde geworden sind.
Dieses Grüppchen feiert, singt und tanzt bis in die Morgenstunden und erzählt sich aus seinen erlebten Abenteuern. Gabrok zeigt wieder einmal seine besten Zauberkunststücke – er lässt bunte Luftblasen und ein kleines Feuerwerk in den schillerndsten Farben aus seinen bloßen Händen aufsteigen. Janka singt ihre besten Lieder, darunter auch ihr neuestes, welches von ihrem eben bestandenen Abenteuer handelt. Alkermes und Abraxa schunkeln und tanzen leicht im Rhythmus der Musik, Atlan und Bardón trinken um die Wette, während sie sich in ihren Erzählungen ihrer Abenteuer zu übertreffen versuchen.
"Na, wie sieh’s aus, allder Freund?" lallt Bardón Atlan zu. "Noch’n Krug, oda was... oda wie...?"

>Steffen
"Nadürlisch!" lallt Atlan zurück und macht sofort durch heftiges Winken den Wirt aufmerksam, "Noch zschwei davon." bestellt er und der Wirt läuft sofort los. Als er mit den Krügen wiederkommt, setzen beide sofort zu einem kräftigen Schluck an, bevor Atlan wieder zu erzählen beginnt, "Also damals stand ich GANZ allein gegen 20 Orks..."
So erzählten sich beide noch Geschichten bis spät in die Nacht, bis der Wirt ihnen schließlich nichts mehr geben wollte. und sie sich gegenseitig aufs Zimmer trugen. Auch Jankas Musik ertönte nicht mehr lange und Gabrok und Alkermes lagen schon lange in ihren Betten. Abraxa saß noch etwas im Zimmer und redete leise mit Rara, der auch gern zuhörte.
Früh am nächsten Morgen wird die Gruppe sehr unhöflich geweckt. Kaum eine Stunde nach Sonnenaufgang schlägt jemand mit kräftigen Hieben gegen die Tür und brüllt dabei: "Aufwachen! So wacht auf und öffnet die Tür! Es ist wichtig!" Alkermes, der sofort erwachte stand auf und öffnet vorsichtig die Tür. Der Rest der Gruppe liegt mehr oder weniger noch in den Betten, als der Fremde reinstürmte und dabei Alkermes fast umrennt. Mitten im Zimmer blieb er stehen und fragte ganz außer Atem: "Wer von euch ist Bardón?" Dieser erheb sich und heb langsam die Hand, mit leicht brummendem Schädel und fragt: "Was ist denn so wichtiges passiert, dass man uns früh am Morgen stören muss?" Der Bote antwortet sofort: "Ihr habt nicht viel Zeit, ich komme soeben aus Neander und habe wichtige Neuigkeiten. Macht euch reisefertig. Ihr müsst sofort aufbrechen!" Atlan mustert den Boten aufmerksam und fragt müde: "Was sind das für Neuigkeiten, die uns nicht mall Zeit lassen auszuschlafen?" "Es geht um Wogan. Er schickte mich zu euch Bardón um folgendes zu übermitteln." mit diesen Worten gibt der Bote Bardón einen Zettel. Die Schrift zeugt eindeutig davon, dass er in Eile geschrieben wurde und auch das Signum von Wogan ist nur halb drauf, aber trotzdem eindeutig zu erkennen. Bardón gibt dem Boten ein paar Münzen und verabschiedet ihn, danach beginnt er langsam aber deutlich vorzulesen: "Lieber Bardón, ich befinde mich in Gefahr, in großer Gefahr und brauche Hilfe. Als ich hörte, dass ihr euch in Mooskau aufhaltet schrieb ich sofort diesen Brief. Ihr seid der einzige, der mir helfen kann. Bitte beeilt euch und kommt so schnell es geht. Alles weitere werde ich euch bei eurer Ankunft in Neander mitteilen. In Hochachtung Euer Freund Wogan."
Bardón blickt fragend in die Runde und durchbricht dann das Schweigen: "Wogan ist ein reicher Kaufmann und mein Freund. Ich werde diesem Ruf folgen und mich sofort in Richtung Neander aufmachen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich begleiten könntet, oder habt ihr andere Pläne?" Atlan packt seine Ausrüstung zusammen und antwortet lächelnd: "Es steht etwas von Gefahr in diesem Brief. Ich werde dir doch nicht alleine den Spaß überlassen."
Und auch der Rest der Gruppe ist bereit Bardón nach Neander zu folgen. So werden die Sachen zusammen gepackt und kurz gefrühstückt, bevor man sich nach Neander aufmacht.

>Bernd
Bardón hatte während des Frühstücks Atlan beiseite genommen und ihn gefragt, ob er wüsste, wo man einen Pferdewagen herbekommen könnte, denn den älteren Herrschaften sei ein schnelles Vorankommen nicht zuzumuten.
Etwas später, als nun der Rest der Gruppe sich reisefertig vor dem Gasthof einfindet kommt Atlan mit einem Einachser-Karren an, davor ein altes Maultier, welches aussieht, als wenn es den Weg nach Neander nicht überleben würde, selbst wenn es ohne die Last des Karrens unterwegs wäre. Weil die Wartenden ziemlich zweifelnd dreinblicken meint Atlan: "Leider gab es nichts besseres, wir müssen uns damit begnügen."
"Alle anwesend? Fehlt keiner" ruft Bardón, um die Situation aufzulösen und sieht sich um. "Gabrok kommt noch, er hat beim Wirt noch etwas zu erledigen sagt Abraxa und steigt umständlich neben Atlan auf den Bock "Warten wir noch ein wenig." Aber kaum dass Abraxa dies sagt, sprintet Gabrok schon heraus und entschuldigt sich mit rotem Kopf, angesichts dessen, dass alle auf ihn gewartet haben und ihn nun gespannt ansehen. "Wir können..." murmelt er verlegen, springt auf den Karren und setzt sich vorne neben Alkermes auf die Ladefläche. Der Tross setzt sich in Bewegung in Richtung Stadttor vorbei an den Häusern Mooskaus, die allesamt noch geschlossene Fensterläden haben. Fast keine Seele ist auf der Straße zu erblicken, so früh ist es, als sie aufbrechen.

2) Das Rätsel

>Bernd
Außerhalb der Stadt bietet sich ihnen ein romantisches Bild, mit der aufgehenden Sonne und dem Tiefsee in der Nähe, über dem eine Nebeldecke hängt. Dazwischen erstreckt sich eine Weide, dessen Gräser vom Tau durchnässt in der Morgensonne funkeln. Alkermes und Gabrok sind in Zaubererfachgespräche vertieft, Abraxa döst neben Atlan, der den Karren schweigend lenkt. Die frische Kühle tut Bardón gut, nachdem was er gestern wieder einmal in sich hineingeschüttet hat, hilft sie ihm, einen klaren Kopf zu bekommen. 'Wogan schreibt nicht umsonst, das ist klar. Aber was beunruhigt ihn so?' Bardón grübelt, während er neben Janka sitzt, die ihn neugierig ansieht, es aber nicht wagt ihn anzusprechen. Er wirft ihr einen dankbaren Blick zu und schüttelt den Kopf, als wolle er ihr damit sagen, 'Ich kann dir auch nicht mehr sagen.' Dennoch machte er sich Sorgen um seinen alten Freund Wogan. So hatte er noch nie auf sich aufmerksam gemacht.
Und so übersieht er die schöne Landschaft, die sich den Freunden auf ihrer Reise nach Neander bietet. Den Tiefsee immer zur Linken und zwischen sich und dem See fortwährend kleine Felder und Wäldchen. Auf dem See tummeln sich verträumt einige kleine Boote, die sich kaum zu bewegen scheinen. Zu ihrer Rechten kann man weit über das flache Land in Richtung Mittland sehen, welches die Vormittagssonne in hellem Licht taucht. Einige Hügel erstrecken sich in der Ferne, versperren aber nicht vollends die Sicht auf die dahinterliegende Landschaft. Des Mittags kommen sie an dem Dorf Örtchen vorbei, wo sie eine kurze Rast einlegen, um dem Gaul und sich einige Schlücke Wasser am Dorfbrunnen zu genehmigen. Ein Bauer des Dorfes kommt zögernd auf sie zu und spricht: "Seid gegrüßt! Wohin geht eure Reise?" Bardón schreckt aus seinen immer noch währenden Gedanken und blinzelt dem Manne entgegen, doch Janka ist etwas schneller mit der Antwort.

>Michi
"Euer Gruß sei erwidert! Wir reisen mal hierhin und mal dorthin, immer der Nase nach. Ab und an reisen wir auf Zuruf anderer doch meist lassen wir uns von der Muse treiben!" Janka hatte den Bauern bereits eine Weile beobachtet und sich auf eine solche Frage vorbereitet. Als Bardin sind ihr die neugierigen Fragen der einfachen Bewohner kleiner Dörfer und Gehöfte wohl bekannt, denn wann sehen sie einmal mehr als ihre Felder. Ihr entgeht allerdings auch nicht die Nervosität des Bauern und so fragt sie mit zynischem Tone: "Ist es um die Zeit nicht üblich das Feld zu bestellen anstatt arme müde Reisende auszufragen?" Treffer! Der Bauer zuckt sichtbar zusammen und blickt misstrauisch in die Runde. Janka ist müde und gereizt. Die Bedrücktheit ihres Weggefährten macht ihrem sensiblen Gemüt zu schaffen, nur so kann sich Alkermes ihre Reaktion erklären. Noch bevor sie mehr Unheil anrichten kann tritt er, der mittlerweile vom Karren gestiegen ist, zwischen sie und den Bauern und spricht, "Seid auch gegrüßt und nehmt Janka," mit diesen Worten deutet er auf sie, "ihre Wortwahl nicht übel! Sie ist ein zartbesaitetes Wesen", bei den Worten zwinkert er Janka kaum sichtbar aber beschwörerisch zu, " und vermag den Sinn unserer Reise noch nicht ganz zu erfassen!" Einen nach dem anderen stellt er die Gefährten dem Bauern vor und fragt ihn anschließend: "So, nun wisset ihr, mit wem ihr es zu tun habt. Dürfen wir denn nun auch euren werten Namen erfahren?"

>Bernd
Der Bauer, schielt zu Bardón herüber, sieht aber Alkermes an während er sagt: "Nun, mein Name sollte eigentlich nichts zur Sache tun, aber ich will nicht unhöflich sein: mein Name ist Buur. Ich warte auf einen Reisenden, für den ich ein Pergament habe. Wenn ihr nach Neander wollt, um an den Hof des Königs jemanden zu treffen, dann habe ich vielleicht etwas für jemanden Bestimmten unter euch. Er muss sich aber erst ausweisen, denn ich habe strickte Anweisungen." Die Gruppe sieht sich verwundert an und Gabrok spricht das aus, was alle sich fragen: "Wie, an den Hof des Königs? Davon wissen wir nichts..." Bardón bringt seinen jungen Freund mit einem unauffälligen, aber festen Griff zum Schweigen und sieht Buur auffordernd an. "Wie soll er sich ausweisen?" fragt der Abenteurer. Bauer Buur räuspert sich noch mal und sagt: "Nun, dieser Jemand war vor einiger Zeit auf einem Abenteuer bei den Eiszwergen mit dem Absender der Anweisung. Wenn er mir sagen kann, wer noch mit auf diesem Abenteuer war, ist er der Gesuchte." Bardón räuspert sich und sagt "Es war Globak der Hammer, ein Zwerg, der nicht die Axt, sondern einen Vorschlagschmiedehammer als Waffe benutzt und der Freund mit dem ich dort war heißt Wogan." Der Bauer atmet erleichtert auf und gibt jemanden hinter sich ein Zeichen. Während ein Junge aus dem Schatten eines Gehöftes auf die Gruppe zugelaufen kommt erklärt Bardón seinen Mitreisenden, dass Wogan so manch heiklen aber geheimen Auftrag für den König erledigt hat, und Bardón ihn immer über den Hof des Königs erreichen kann. Der Junge reicht dem Bauern ein versiegeltes Pergament, der es wiederum Bardón übergibt. Der Abenteurer rollt das Pergament auseinander und sagt zu seinen Freunden "Es ist von Wogan!" Bardón starrt auf den Brief seine Freundes. Alkermes und Janka blicken ihm über die Schulter aber was sie zu lesen bekommen sind nur bunt-zusammengewürfelte Buchstaben, die scheinbar überhaupt keine Bedeutung haben.

Hallo mein Freund,
TSGNIRBRIMUZEISUDSSADNELLOWEISTSISEREWLA
GEEDMERFROVHCIDETEUHPPITNENIEHCONEBA HTG
ASEGNEGUAREIVRETNURIDHCISAWTSLHEAZREREUE
TNEBANETZTELMERESNUSUAMHIUDNNEWNE SIEWR
IMUZHCIDDRIWRESEFOHOMOKSEDNREUABMEDLIHA
MODIEBHCIDEDLEMSUAROVNOHCSHCINIB EDREWTG
LOFREVHCIADGARTFUANEMIEHEGNENIEEBAHHCIDN
EGNIRDHCIDEHCUARBHCIOTHCATHCA NHCILGEOMEI
WLLENHCSOSETTIBEMMOKNETAREGEDNEAHNEHCSL
AFEIDNITHCINLLOSREFEIRBNES EIDETHCINREVHCAN
ADTUGRIDEISEKREMHCRUDGITLEAFGROSNELIEZESEI
DSEILETTIB
Sei gegrüßt von deinem Freund Wogan

Janka und Alkermes sehen sich achselzuckend an. Sie bemerken aber, das Bardón sehr leise murmelt. Darauf fragt Alkermes "Was ist, mein werter Freund, kannst du mit diesen Buchstabengewirr etwas anfangen?" Bardón hebt die Hand, ohne aufzublicken und murmelt weiter. Kurz darauf sieht er seine Begleiter ernst an. "Ich habe es mir schon gedacht, aber nun habe ich die Gewissheit: Wogan ist in ernsten Schwierigkeiten." Die anderen sehen ihn ungläubig an, wie hat er aus diesem Pergament eine sinnvolle Nachricht herauslesen können. Bardón lächelt das erste Mal seit sie Mooskau verlassen haben und sagt. "Es ist eine Art Geheimschrift, die wir uns ausgedacht haben, als wir auf diesem Abenteuer in Eisbergen waren. Dabei muss man alles Rückwärts lesen... und zwar komplett von hinten nach vorne." Janka blickt auf das Pergament und lächelt nachdem sie nun erkennen kann, was dort geschrieben steht. Es heißt hier:

Hallo mein Freund,
bitte lies diese Zeilen sorgfältig durch. Merke sie dir gut. Danach vernichte diesen Brief. Er soll nicht in die falschen Hände geraten. Komme bitte so schnell wie möglich nach Tachto. Ich brauche dich dringend. Ich habe einen geheimen Auftrag. Da ich verfolgt werde bin ich schon voraus. Melde dich bei Domahil dem Bauern des Komahofes. Er wird dich zu mir weisen, wenn du ihm aus unserem letzten Abenteuer erzählst, was ich dir unter vier Augen gesagt habe. Noch einen Tipp: Hüte dich vor Fremden. Egal wer es ist. Sie wollen, dass du sie zu mir bringst.
Sei gegrüßt von deinem Freund Wogan

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