| "Du hörst mir gar nicht richtig zu!" Wie oft wird einem Mann
von seiner Liebsten dieser Satz um die Ohren gehauen. Die häufigste Antwort
lautet: "Ich hab dich schon verstanden, Schatz!" Neuste wissenschaftliche
Erkenntnisse geben jetzt beiden Recht, Mann und Frau. Und die Erklärung ist
verblüffend: Bei Männern ist in der Regel nur der linke Schläfenlappen im
Gehirn aktiv, wenn es um Spracherfassung geht; Frauen dagegen aktivieren
dabei auch Bereiche auf der rechten Hirnseite, die für die Musikwahrnehmung
und räumliche Vorstellung zuständig sind. Das fand der Radiologe Joseph Lurito
von der Indiana University School of Medicine heraus.
Er machte sich bei seinen Versuchen eine neue Technik zunutze, die "fMRT",
die funktionale Magnetresonanztomografie. Sie erfasst und visualisiert
diejenigen Bereiche im Gehirn, die bei äußeren Reizen aktiviert werden.
Lurito wehrt sich jedoch gegen eine einseitige Deutung der Ergebnisse seiner
Studie: Keinesfalls ließe sich daraus ableiten, dass Frauen etwa besser und
Männer schlechter zuhören. Klar ist nur: Es gibt Unterschiede in der Art,
wie Männer und Frauen Sprache verarbeiten. Zulässig ist für den Forscher
allerdings der Schluss, dass Männer sich beim Hören auf das Wesentliche
konzentrieren, während Frauen dabei auch die Fantasie einschalten.
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