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Zu 99 % auf synthetischem Weg; doch von den Kunstperlen soll hier nicht die Rede
sein. Sondern von den echten Perlen, die Fischer und Taucher aus den Tiefen der
Meere holen. Begehrt waren die kugelrunden Schmuckstücke schon in antiken Zeiten.
In Ägypten, Griechenland und Persien gab es einen ausgeprägten Perlenhandel, denn
sie waren das Objekt der Begierde für die Reichen und Mächtigen - rund 4300 Jahre
alt ist die älteste bekannte Perlenkette, die im Grab eines persischen Königs gefunden
wurde. Dementsprechend wurde die Perle auch verklärt: Wenn die Götter
weinen, so meinten die alten Perser, fallen ihre Tränen als Perlen zur Erde.
Griechische Mythen sehen den Ursprung einer Perle in einem Tautropfen, der bei
Vollmond vom Olymp auf die Erde fällt. Doch in der Natur geht es wesentlich
alltäglicher zu - eine Perle entsteht in dem Fall, wenn ein Wurm oder ein anderer
Mitesser sich in eine Muschel einlagert. Im Normalfall stößt die Muschel den
Eindringling sofort wieder ab, doch in seltenen Fällen muss sie sich einer
komplizierteren Taktik bedienen: Sie kapselt den Eindringling mit Perlmutt ein,
spinnt kreisrunde Schichten aus Conchin und Kalziumcarbonat um den Feind, bis am Ende
ein glänzendes Kunstwerk der Natur entstanden ist, die Perle.
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