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Ein Kratzen im Hals, Kopfschmerzen und die Nase läuft, wenn es einen so richtig
erwischt hat zieht der menschliche Organismus die Notbremse: Zum Abtöten der
Viren wird die Körpertemperatur erhöht, man bekommt Fieber. Ein ähnliche Erscheinung
wurde ach bei einigen Pflanzenarten wie beispielsweise dem Lotos oder der
asiatischen Voodoo-Lilie entdeckt. Sie sind in der Lage, ihre Temperatur nach
oben zu treiben - als Abwehrreaktion gegen Viren oder Pilzbefall. Auch eine
Pflanze hat also ein Immunsystem, mit dem sie sich wehrt. Darüber hinaus haben
amerikanische Wissenschaftler jetzt noch ein Phänomen in Zusammenhang mit der
Temperaturregelung entdeckt: Die Insektenheizung. Zur Blüte kann die Pflanze
nachts ihre Temperatur auf 35 Grad Celsius hochfahren (das bedeutet eine Steigerung
der eigenen Temperatur um fünfzehn bis zwanzig Grad). So bleibt ihre Temperatur
trotz der Nachtkühle unveränderlich. Der Grund: Die fleißigen Bestäuber sollen
sich wohl fühlen. Legen Bienen oder Käfer einen nächtlichen Stopp auf dem warmen
Blütenkelch ein, hält die Hitze sie munter. Öffnet sich die Blüte am nächsten
Morgen, ist der Flieger sofort startklar und voller Pollen für die nächste Bestäubung.
Steif und starr durch die kalte Nachtluft wäre er eine leichte Beute
für jeden Vogel.
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