
Die Stadt der tausend Stimmen
Wer bist du?
Was bist du?
So fragen sie jede Nacht
und halten Gericht über dich.
Endlos.
Dein Leben wird zerfressen
von der Angst.
Angst vor der Antwort, denn
die kennst du zu gut.
In deinen Ohren hallen
die Schreie bis zum Morgengrauen.
Hab keine Angst,
mein Kind, hab keine Angst.
Nachtschatten scheuen das Licht.
Der Alp wird formlos in der Sonne.
So bedrängen dich Trost und Grauen
dein ganzes Leben lang.
So lebst und stirbst du in
der Stadt der tausend Stimmen.
deine Wangen liebkosen,
als einzige Freude
in deinem einsamen Leben.
© 1986 by Barbara Bohland