Der Anbeginn der Zeit
Ich träume vom Anbeginn der Zeit. Der längsten Erinnerung. Ich spreche vom Anbeginn der Zeit. Dem ältesten Vater.
Ich singe vom Anbeginn der Zeit. Und der Dämmerung der Dunkelheit Und ich, der erstgeborene Kain, ich, pflanzte mit scharfen Dingen die dunkle Saat begoß sie in der Erde pflegte sie, sah sie wachsen und Abel, der zweitgeborene Abel pflegte die Tiere, half ihnen bei ihrer blutigen Geburt, nährte sie, sah sie wachsen in Nod, wo das Licht des Paradieses den Nachthimmel erleuchtete und die Tränen unserer Eltern den Boden benetzten. Auf seine Weise zu leben, machte sich jeder von uns auf und unsere Nahrung vom Land zu nehmen. Ich liebte ihn, meinen Bruder. Er war der Klügste der Süßeste, der Stärkste. Er war die erste all meiner Freuden.
Dann eines Tages sprach unser Vater zu uns:
"Kain, Abel, IHM droben müßt ihr opfern - ein Geschenk vom feinsten all dessen, was ihr habt!" Und ich, der erstgeborene Kain, ich sammelte die zarten Sprößlinge, die glänzendsten Früchte, das süßeste Gras. Und Abel, der zweitgeborene Abel schlachtete die jüngsten, die stärksten, die niedlichsten seiner Tiere. Auf dem Altar unseres Vaters brachten wir unsere Opfer dar und entzündete ein Feuer unter ihnen und beobachteten, wie der Rauch sie zu IHM droben trug. Abels, des Zweitgeborenen Opfer roch süß für IHN droben und Abel ward gesegnet.
Und ich, der erstgeborene Kain, ich wurde von hinten getroffen von einem harten Wort und einem Fluch, denn mein Opfer war unwürdig. Ich betrachtete Abels Opfer, das noch rauchte, das Fleisch, das Blut.
Ich schrie, ich bedeckte meine Augen. Ich betete Tag und Nacht. Und als Vater sprach, die Zeit zum Opfern sei wieder da und Abel führte seine Jüngsten, seine Süßesten, seine Meistgeliebten zum Opferfeuer, brachte ich nicht meine Jüngsten, meine Süßesten, weil ich wußte ER droben würde sie nicht wollen.
Und Abels Blut bedeckte den Altar und roch süß als es brannte. Aber mein Vater sprach:
"Verflucht seiest du, Kain, der du deinen Bruder erschlugst. Wie ich ausgestoßen ward, so sollst auch du ausgestoßen sein."
Und er verstieß mich, auf das ich im Dunkel wanderte, ins Land Nod. Ich floh ins Dunkel. Ich sah keine Lichtquelle. Und ich war voller Angst. Und allein.
    Liliths Ankunft
Ich war allein in der Dunkelheit. Und ich verspürte Hunger. Ich war allein in der Dunkelheit. Und mir ward kalt. Ich war allein in der Dunkelheit. Und ich weinte.
Dann sprach zu mir eine süße Stimme, eine Honigstimme Worte des Beistands.
Worte des Trostes. Eine Frau, dunkel und lieblich, mit Augen, die die Dunkelheit durchdrangen kam zu mir.
"Kain von Nod," sagte sie lächelnd. "Du hast hunger. Komm! Ich habe Nahrung.
Dir ist kalt. Komm! Ich habe Kleider.
Du bist traurig. Komm! Ich habe Trost."
"Wer würde einen trösten, der verflucht ist wie ich?
Wer würde mich kleiden?
Wer würde mich nähren?"
"Ich bin deines Vaters erste Frau, die IHM droben uneins war und Freiheit errang in der Dunkelheit.
Einst war mir kalt, und es gab keine Wärme für mich. Einst war ich hungrig, und es gab keine Nahrung für mich. Einst war ich traurig, und es gab keinen Trost für mich."
Sie nahm mich auf, sie nährte mich. Sie kleidete mich. In ihren Armen fand ich Trost. Ich weinte, bis Blut aus meinen Augen rann und sie küßte es fort.
"Ich bin Lilith."
    Liliths Magick
Und ich wohnte eine Zeit lang im Hause Liliths. Und fragte sie "Wie hast du diesen Ort aus Dunkelheit erbaut? Wie hast du die kleider gemacht? Wie hast du nahrung wachsen lassen?" Und Lilith lächelte und sprach: "Im Gegensatz zu dir bin ich erwacht. Ich sehe die Fäden, die rings um dich gesponnen sind. Ich mache, was ich brauche, aus Macht."
"Dann erwecke mich, Lilith," sprach ich. "Ich brauche diese Macht. Dann kann ich meine eigenen Kleider machen, meine eigene Nahrung machen, mein eigenes Haus."
Sorgenvoll runzelte Lilith die Stirn. "Ich weiß nicht, was das Erwachen mit dir tun wird, denn du bist wahrhaft verflucht von deinem Vater. Du könntest sterben. Du könntest auf ewig verändert sein."
Kain sprach: "Und dennoch, ein Leben ohne Macht wird nicht lebenswert sein. Ich stürbe ohne deine Gaben. Ich werde nicht als dein Knecht leben."
Lilith liebte mich, und ich wußte es. Lilith würde tun, worum ich sie bat, wenn sie es auch nicht wollte. Und so erweckte mich Lilith, Lilith mit den leuchtenden Augen. Sie schnitt sich mit einem Messer, blutete für mich in eine Schale. Ich trank in tiefen Zügen. Es war süß. Und dann fiel ich in den Abgrund. Ich fiel auf immer, fiel In die tiefste Dunkelheit.
    Die Versuchung Kains
Und aus der Dunkelheit kam ein hell leuchtendes Licht - Feuer in der Nacht.
Und der Erzengel Michael enthüllte sich mir. Ich hatte keine Angst. Ich fragte, was er wollte. Michael, der Heerführer des Himmels, Hüter der heiligen Flamme, sprach zu mir: "Sohn Adams, Sohn Evas, dein Vergehen ist groß, und doch ist auch die Gnade meines Vaters groß. Willst du nicht ablassen von dem Bösen, das du getan, und dich von seiner Gnade reinwaschen lassen?"
Und ich sprach zu Michael: "Nicht aus seiner Gnade (seiner droben), sondern aus meiner eigenen werde ich in Stolz leben."
Michael verfluchte mich und sprach: "Dann sollen du und deine Kinder, solange ihr auf Erden wandelt, meine lebende Flamme fürchten, und sie wird tief in euer Fleisch beißen und es verschlingen."
Und am Morgen kam Raphael auf züngelnden Schwingen, Licht am Horizont, Lenker des Sonnenwagens, Hüter des Ostens. Raphael sprach und sagte: "Kain, Sohn des Adam, Sohn der Eva, dein Bruder Abel vergibt dir deine Sünde. Willst du nicht bereuen und die Gnade des Allmächtigen annehmen?"
Und ich sprach zu Raphael: "Nicht durch Abels Vergebung, sondern durch meine eigene wird mir vergeben."
Raphael verfluchte mich und sprach "Dann sollen du und deine Kinder solange ihr auf Erden wandelt, die Dämmerung fürchten, und die Strahlen der Sonne werden euch wie Feuer verbrennen wollen, wo immer ihr euch auch versteckt.
Verbirg dich nun, denn die Sonne erhebt sich, ihren Zorn auf dich zu laden."
Aber ich fand einen geheimen Ort in der Erde und verbarg mich vor dem brennenden Licht der Sonne. Tief in der Erde schlief ich, bis das Licht der Welt hinter dem Gebirge der Nacht verborgen war. Als ich aus meinem Schlaf erwachte, hörte ich das Geräusch sacht schlagender Flügel und ich sah die schwarzen Schwingen Uriels, die mich umhüllten - Uriel, der Schnitter, der Todesengel, der finstere Uriel, der im Dunkel wohnt. Uriel sprach leise zu mir und sagte: "Sohn Adams, Sohn Evas, GOTT der Allmächtige hat dir deine Sünde vergeben. Wirst du seine Gnade annehmen und mich dich zu deiner Belohnung tragen lassen, nicht länger verflucht?"
Und ich sprach zu Uriel mit den dunklen Schwingen: "Nicht aus Gottes Gnade, sondern aus meiner eigenen werde ich leben. Ich bin, was ich bin, ich tat, was ich tat, und das wird sich nie ändern."
Und dann Verfluchte mich der allmächtige Gott durch den furchtbaren Uriel und sprach: "Dann sollen du und deine Kinder, solange ihr auf Erden wandelt, euch klammern an die Dunkelheit. Ihr werdet nur blut trinken, ihr werdet nur Asche essen. Ihr werdet immer sein, wie ihr im Tode wart, nie sterben, weiterleben.
Ihr werdet auf immer im Dunkel wandeln, alles was ihr berührt, wird zu Nichts zerfallen. Bis zum jüngsten Tag -"
Ich schrie vor Verzweiflung über diesen schrecklichen Fluch und riß an meinem Fleisch. Ich weinte Blut. Ich fing die Tränen in einem Kelch auf und trank sie.
Als ich von meinem Trunk des Leids aufsah, erschien mir der Erzengel Gabriel, der sanfte Gabriel. Gabriel, der Herr der Gnade. Der Erzengel Gabriel sprach zu mir: "Sohn Adams, Sohn Evas, sieh, die Gnade des Vaters ist größer als du je zu erkennen vermagst, denn auch jetzt noch ist ein Weg offen. Ein Weg zur Gnade und diesen Weg sollst du nennen (Golconda). Und erzähle deinen Kindern davon, denn auf diesem Weg können sie wieder im Licht wohnen."
Und damit ward die Dunkelheit hinweg gehoben wie ein Schleier und das einzige Licht waren Liliths Augen.
Ich sah mich um und wußte, das ich erwacht war.
Als meinen Energie erstmals mich durchflossen, entdeckte ich, wie man sich blitzschnell bewegt, wie man sich die stärke der Erde borgt, wie man ist wie Stein, dies war für mich, wie Atmen einst war.
Dann zeigte mir Lilith, wie sie sich vor Jägern verbirgt, wie sie gehorsam einfordert und wie sie Respekt verlangt.
Dann erweckte ich mich selbst weiter und fand wie man die Gestalt verändert wie man Tieren gebietet, wie die Augen jenseits des Sehens sehen können. Dann gebot mir Lilith, aufzuhören, und sagte ich hätte meinen Grenzen überschritten, ich sei zu weit gegangen, ich bedrohe mein innerstes Selbst. Sie benutzte ihre Kräfte und gebot mir, aufzuhören.
Und so erweckte ich mich für diesen letzten Pfad, aus dem alle anderen Pfade erwachsen würden. Mit dieser neuesten Macht brach ich die Bande in die Lilith mich geschlagen.
An jenem abend verließ ich die verdammte Königin, hüllte mich in Schatten, ich floh aus dem Lande Nod und kam schließlich an einen Ort, wo mich nicht einmal ihre Dämonen finden konnten.
    Zillas Geschichte
Laßt mich die Geschichte Zillas erzählen. Kains erster Liebe, Kains erster Frau, von süßestem Blut, von weichester Haut, von hellsten Augen. Von seinen jüngsten Kindern begehrte Kain allein sie, und sie ging nicht auf seine Begierden ein und wandte sich von ihm ab.
Nicht die Geschenke, nicht die Opfer, nicht Düfte, nicht Tauben, nicht schönen Tänzer, nicht Sänger, nicht Ochsen, nicht Skulpturen, nicht schöne Kleider, nichts konnte Zillas Herz von Stein in süße Früchte verwandeln. Und so riß Kain an seinem Bart und riß sich das Haar aus und begann, bei Nacht durch die Wildnis zu streifen, an sie zu denken, sich nach ihr zu verzehren, und eines Nachts stieß Kain auf eine alte Hexe, die den Mond ansang.
Kain sprach zu der Hexe: "Was singst du so?"
Und die Hexe antwortete: "Weil ich mich nach dem sehne, was ich nicht haben kann..."
Kain sprach zu der Hexe: "Auch ich sehne mich. Aber was kann man schon tun?"
die Hexe lächelte und sprach: "Trink heute Nacht von meinem blut, Kain, Vater der Kainskinder, und kehre morgen Nacht wieder. Dann werde ich dir die Weisheit des Mondes verraten."
Kain trank aus der Hexe bloßem Hals und ging fort. In der nächsten Nacht fand Kain die Hexe auf einem Felsen schlafend.
"Wach auf, Hexe," sprach Kain. "Ich bin wieder da." Die Hexe öffnete ein Auge und sprach, "Ich träumte heute Nacht von der Lösung für dich. Trink ein weiteres mal von mir, und kehre dann morgen Nacht wieder. Bring eine Tonschale mit. Bring ein scharfes Messer mit. Dann werde ich deine Antwort haben."
Wieder nahm Kain Blut von der Hexe. Die sofort wieder in tiefen Schlummer fiel.
Als Kain in der nächsten Nacht zurückkehrte, sah die Hexe zu ihm auf und lächelte.
"Ich grüße dich, Herr der Tiere," sprach die Hexe. "Ich habe die Weisheit, die du suchst. Nimm von meinem Blut in die Schale, die du hast, und Menge diese Beeren hinein und diese Kräuter und trinke in tiefen Zügen von dem Elexier. Du wirst unwiderstehlich sein. Du wirst mächtig sein. Du wirst meisterlich sein. Du wirst feurig sein. Du wirst glühen. Zillas Herz wird schmelzen, wie Schnee im Frühling."
Und so trank Kain vom Elexier der Hexe, weil er Zilla so liebte und so begehrte, von ihr wieder geliebt zu werden. Und die Hexe lachte. Die Hexe lachte laut.
Sie hatte ihn hereingelegt! Sie hatte ihn in die Falle gelockt! Kain war unvergleichlich zornig. Kain griff mit seinen Kräften nach ihr, um die Hexe mit seiner Stärke zu zerreißen. Die Hexe kicherte und sprach: "Tu´s Nicht."
Und Kain konnte nichts gegen sie Tun. Die Hexe kicherte und sprach: "Liebe mich."
Und Kain konnte nur in ihre alten Augen starren, ihre ledrige Haut begehren. Die Hexe lachte und sprach: "Mach mich unsterblich."
Und Kain gab den Kuß an sie weiter. Sie kicherte wieder, lachte voll der reinen Ekstase des Kusses, denn er tat ihr nicht weh. "Ich habe dich mächtig gemacht, Kain von Enoch, Kain von Nod, doch du wirst für immer an mich gebunden sein. Ich habe dich zum Herrn aller gemacht, doch du wirst mich nie vergessen! Dein Blut wird, mächtig wie es jetzt ist, diejenigen binden, die es trinken wie du es tatest, einmal pro Nacht drei Nächte lang.
Du wirst der Herr sein. Sie werden deine Sklaven sein, wie du meiner bist. Denn Zilla wird dich zwar lieben, wie du es wolltest, doch du wirst auf immer mich lieben. Geh jetzt und beanspruche deine liebliche Braut. Ich werde deiner harren an den dunkelsten Orten, während ich weitere Tränke für deine Gesundheit braue."
Und so kehrte Kain schweren Herzens Heim nach Enoch. Trank Zilla von ihrem Erzeuger, auch wenn sie es nicht wußte. Und in der dritten Nacht kündigte Kain an, er werde Zilla heiraten, sein süßestes Kind, und sie stimmte zu. Die Geschichte der Hexe Ein Jahr und einen Tag mühte sich Kain im Dienste einer Hexe, die ihn mit Blutweisheit band, so sicher wie nur irgendeinen gefangenen. Sie besuchte ihn bei Nacht, zwang ihn, ihr sein Blut zu geben für ihre geheimen Elixiere und mächtige Formeln. Sie nahm seine Kainskinder und man hörte nie wieder etwas von ihnen. Aber Kain war weise. Er trank nie wieder von ihr. Und sie bat ihn nicht darum, sie dachte er werde auf ewig ihr Sklave sein. Eines Nachts ging Kain zur Hexe in den Wald und erzählte ihr von schrecklichen Träumen die er im Schlaf hatte. "Ich fürchte um mein Leben, Hexe, ich fürchte Uriels Prophezeiung und die Lust meiner Kinder nach meinem Blut. Gib mir das geheime Wissen, auf das ich Macht haben möge gegen die Meinen."
Und die Hexe ging zu einem Baum von Gelbholz, und brach einen Ast ab.
Sie nahm ein scharfes Messer und spitzte den Ast an.
"Nimm dieses Stück lebendes Holz, spitz, stark, durchbohre das Herz deines launenhaften Kindes. Das wird es ruhigstellen, und du wirst ihm befehlen können. Statt sich an deinem Herzblut zu laben, wird es das Gewicht deiner Gerechtigkeit spüren."
Kain sprach: "Danke, Mutter," und damit nahm Kain mit schneller Bewegung den Gelbholzpflock, ergriff ihn und trieb ihn tief ins Herz der Hexe. Denn Kain, der weise Kain hatte Jahr und Tag nicht von ihr getrunken und weil er seinen Willen in seine Hände zwang, brach er das Band, in dem sie ihn hielt und wendete sein Geschick.
Wieder lachte sie, als Blut sich aus ihrem Mund ergoß. Ihre Augen versprühten Haß. Kain küßte sie einmal, küßte ihre kalten, welken Lippen und überließ sie dort Raphaels sanftem Lächeln; der aufgehenden Sonne.
    Die Geschichte der ersten Stadt
Am Anfang war nur Kain. Kain, der seinen Bruder (aus Liebe) opferte. Kain, der verstoßen ward. Kain, der auf ewig den Fluch der Unsterblichkeit trägt. Kain, der mit Lust nach Blut geschlagen ward, Kain ist es, von dem wir alle stammen, Erzeuger unseres Erzeugers. Eine Äone lang lebte er (im Lande Nod) in Einsamkeit und Leid, denn eine Äone lang blieb er allein, doch das Verblassen der Erinnerung ertränkte sein Leid. Und so kehrte er in die Welt der Sterblichen zurück, in die Welt, die sein Bruder (Seth, Evas Drittgeborener) und Seths Kinder erschaffen hatten.
Er kehrte zurück und man hieß ihn Willkommen (denn niemand wollte sich gegen ihn wenden wegen des Zeichens, das auf ihm lag).
Das Volk sah seine Macht und verehrte ihn, er wurde mächtig, und seine Macht war groß. Gewaltige Ehrfurcht gebot er und Gehorsam. Und die Kinder Seths machten ihn zum König ihrer großen Stadt, der ersten Stadt.
Doch Kain wurde einsam in seiner Macht. Tief in ihm erblühte die Saat der Einsamkeit und eine dunkle Blume wuchs. Er sah in seinem Blut die Kraft der Fruchtbarkeit. Indem er Dämonen beschwor und geflüsterter Weisheit lauschte, lernte er, wie er ein Kind machen konnte.
Er erkannte seine Macht, und da beschloß er, den Kuß an einen weiterzugeben, der ihm nahe war.
Und ach, Uriel, der schreckliche Uriel, zeigte sich Kain in eben jener Nacht und sprach zu ihm: "Kain, du bist zwar mächtig und von Gott gezeichnet, doch wisse: jedes Kind, das du machst wird deinen Fluch tragen, all deinen Nachfahren werden auf immer im Lande Nod wandeln und die Flammen fürchten und die Sonne, nur Blut trinken und nur Asche essen.
Und da sie den Eifersüchtigen Samen ihres Vaters tragen werden, werden sie auf immer gegeneinander Pläne schmieden und kämpfen. Stürze nicht ins Unheil diejenigen von Adams Enkeln, die in Gerechtigkeit zu wandeln suchen. Kain! Unterlasse deinen fürchterlichen Kuß!"
Dennoch wußte Kain, was er tun mußte, und ein junger Mann Namens Enoch, welcher der Meistgeliebte war von Adams Art, bat, zum sohn des dunklen Vaters gemacht zu werden. Und obschon Kain der Worte Uriels gedachte, ergriff er Enoch und verabreichte ihm den dunklen Kuß.
Und so geschah es, daß Kain Enoch zeugte und daher die erste Stadt Enoch nannte. Und da bat Enoch um einen Bruder, eine Schwester, und Kain, der nachgiebige Vater, gab sie ihm, und ihre Namen waren Zilla, deren Blut Kain am meisten liebte, und Irad, dessen Stärke Kains Arm diente. Und diese Kainskinder lernten, wie man selbst Nachfahren zeugt, und sie gaben den Kuß weiter an mehr von Seths Art, ohne zu Denken.
Und dann sprach der weise Kain: "Schluß mit diesem Verbrechen. Es soll keine weiteren geben."
Und da Kains Wort Gesetz war, gehorchte ihm seine Brut. Die Stadt stand viele Äonen lang und wurde zum Zentrum eines mächtigen Reiches.
Kain gewann die lieb, die nicht waren wie er. Die (Kinder Seths) kannten ihn und er seinerseits kannte sie, aber die Welt verdunkelte sich vor seiner Sünde.
Kains Kinder wanderten hierhin und dorthin, gaben sich ihrer düsteren Art hin. Kain empfand Zorn, als seine Kinder kämpften. Er entdeckte Verrat, wenn er sie Wortgefechte führen sah. Er kannte Traurigkeit, als er sah, wie sie sie (die kinder Seths) mißbrauchten.
Kain las die Zeichen am sich verdunkelnden Himmel, sagte aber nichts.
Dann kam die große Sintflut, eine gewaltige Flut, die die Welt überspülte, die Stadt ward zerstört, und mit ihr die Kinder Seths.
Wieder fiel Kain in großes Leid und ging in die Einsamkeit. Und er überließ uns, seine Nachfahren, uns selbst.
Wir fanden ihn nach langer Suche tief in der Erde und er bat uns zu gehen, sagte, die Flut sei eine Strafe für seine Rückkehr in die Welt des Lebens und den Bruch des wahren Rechts.
Er bat uns zu gehen, damit er Schlafen konnte.
So kehrten wir allein zurück, um die Kinder Noahs zu finden und vermeldeten, wir seien die neuen Herrscher.
Jeder schuf eine Brut um Kains Ruhm zu banspruchen, doch hatten wir nicht seine Weisheit, noch seine Zurückhaltung.
Ein großer Krieg ward geführt, die Ahnen gegen ihre Kinder, genau wie Uriel gesagt hatte, und die Kinder erschlugen ihre Eltern. Sie erhoben sich, benutzten Feuer und Holz, Schwerter und Klauen, um die zu vernichten, die sie geschaffen hatten. Dann bauten die Rebellen eine neue Stadt.
Aus dem zerbrochenen Reich sammelten sie die dreizehn Clans, die vom großen Krieg zerstreut waren, und brachten sie alle zusammen,
den Clan der Könige (Ventrue),
den Clan des Tiers (Gangrel),
den Clan des Mondes (Malkavianer),
den Clan der Verborgenen (Nosferatu),
den Clan der Wanderer (Ravnos),
den Clan der Rose (Toreador),
den Clan der Nacht (Lasombra),
den Clan der Former (Tzimisce),
den Clan der Schlangen (Setiten),
den Clan des Todes (Kappadozianer),
den Clan der Heiler (Salubri),
den Clan der Jagd (Assamiten)
und gelehrten Clan (Brujah).
Sie bauten eine schöne Stadt und das Volk verehrte sie als Götter. Sie schufen neue, eigene Nachfahren, die vierte Generation der Kainiten.
Doch sie fürchteten den Dschihad, die Prophezeiung Uriels, und es war diesen Kindern verboten andere ihrer Art zu schaffen. Diese Macht behielten die Ahnen sich selbst vor. Wenn ein Kind geschaffen ward, wurde es aufgespürt und getötet, und mit ihm sein Erzeuger.
Obschon Kain uns fern war, spürten wir sein wachsames Auge uns beobachten, und wir wußten, daß er unsere Bewegungen bemerkte und unsere Lebensweise.
Er verfluchte (Malkav), als dieser sein Andenken schändete und verdammte ihn auf ewig zum Wahnsinn.
Als (Nosferatu) gefunden ward, wie er in seinen Vorlieben schwelgte auf üble Weise mit seinen eigenen Kindern, legte Kain seine Hand auf (Nosferatu) und sagte ihm, er werde auf immer sein Übel tragen und verzerrte sein Antlitz.
Er verfluchte uns alle, weil wir den ersten Teil seiner Kinder getötet hatten, die zweite generation, weil wir sie einen um den anderen zur Strecke gebracht hatten, Zilla die Schöne, Irad den Starken und Enoch, den Erstherrscher.
Und wir beklagten sie alle, weil wir alle von einer Art waren, und alle zu den Familien der Kinder Kains gehörten.
Zwar war diese Stadt so groß wie die Kains, doch schließlich ward sie alt.
Wie alles Lebende begann sie langsam zu sterben. Zuerst sahen die Götter die Wahrheit nicht, und als sie sich schließlich umsahen war es zu spät. Denn wie Uriel gesagt hatte blühte die gepflanzte Saat des Bösen wie eine blutrote Rose, und (Troile), das Kind seines Kindeskinds erhob sich und erschlug seinen Vater Brujah. Und aß von seinem Fleisch.
Dann erschütterte Krieg die Stadt und nichts konnte je wieder sein, wie es war. Die dreizehn sahen ihre Stadt vernichtet und ihre Macht erloschen, und sie waren gezwungen zu fliehen, ihre Nachfahren mit ihnen.
Aber viele wurden auf der Flucht getötet, denn sie waren schwach geworden. Ohne ihre Autorität waren alle frei, ihre eigenen Bruten zu schaffen, und bald gab es viele neue Kainskinder, die auf dem Antlitz der Erde herrschten.
Doch das konnte so nicht bleiben. Mit der Zeit entstanden zu viele Kainskinder und dann war wieder Krieg, die Ahnen waren schon gut verborgen, denn sie hatten Vorsicht gelernt, doch ihre Kinder hatten ihre eigenen Städte und Bruten gegründet, und sie wurden in der großen Kriegswoge getötet. Es herrschte so totaler krieg, daß es Niemanden mehr aus dieser Generation gibt, der von sich erzählen könnte.
Wellen sterblichen Fleisches wurde durch Kontinente geschickt, um die Städte der Kainskinder zu schleifen und niederzubrennen. Sterbliche dachten, sie führten ihre eigene Kriege. Doch für uns vergossen sie ihr Blut.
Als dieser Krieg vorüber war, verbargen sich alle Kainskinder voreinander und vor den Menschen, die sie umgaben.
Heute bleiben wir im verborgenen, denn noch immer tobt der Dschihad.
Und niemand kann sagen, wann Kain sich wieder erheben wird, der letzten Stadt, der Stadt der Abrechnung:
noch immer tobt der Dschihad.
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Cira von Deban
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