
Muttertag
Friedrich Wilhelm Kaulisch (1827-81)
Wenn du noch deine Mutter hast,
Dann nimm ihr ab die Sorgen;
Denn Sie tat alles nur für dich,
Dass du stets warst geborgen.
Mit zartem Blick liebkost ' sie dich
Und trocknet ' deine Tränen.
Die Mutter heilte deinen Schmerz;
Nur sie war da zum grämen.
Dann sah sie trüben Auges dich
Für immer von ihr scheiden.
Noch lange stand sie vor der Tür,
Allein in ihrem Leiden.
Vergiss sie nicht, denk oft an sie,
nimm ihr ab die schwere Last!
Tu' es heut', sonst tust du's nie:
Wenn du noch deine Mutter hast.
Muttertag
Lisl Güthoff
Du hast uns Frühstück gemacht, und trotz deiner Sorgen
Mit uns gescherzt und gelacht. So war es schon am Morgen.
Du hast uns pünktlich geweckt, und hättest schlafen können.
Du hast uns Geld zugesteckt, um uns zu verwöhnen.
Nicht nur am Muttertag woll'n wir daran denken.
Wir wollen Tag für Tag Dir unsere Liebe schenken.
Wenn Du noch eine Mutter hast
Friedrich Wilhelm Kaulisch (1827-81)
Wenn Du noch eine Mutter hast
so danke Gott und sei zufrieden
nicht allen auf dem Erdenrund
ist dieses hohe Glück geschieden.
` Sie ist dein Sein, sie ist Dein werden
sie ist Dein allerhöchstes Gut
sie ist Dein größter Schatz auf Erden
der immer Dir nur Gutes tut.
Sie hat von ersten Tage an
für dich gelebt, in bangen Sorgen
sie brachte abends dich zur Ruh
und weckte küssend dich am Morgen
Und warst du krank, sie pflegte dich
die dich in tiefem Schmerz geboren
und gaben alle dich schon auf
die Mutter gab dich nie verloren.
Wenn Du noch eine Mutter hast
dann sollst Du sie in Liebe pflegen
daß sie dereinst ihr müdes Haupt
in Frieden kann zur Ruhe legen.
Und hast Du keine Mutter mehr
und kannst du sie nicht mehr beglücken
so kannst du doch ihr frühes Grab
mit frischen Blumenkränzen schmücken.
Ein Muttergrab, ein heilig Grab
für Dich die ewig bleibende Stätte
oh wende Dich an diesen Ort
wenn dich umtobt des Lebens Wilde.
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