* * *

Mein Herz, mein Herz was soll das geben?
Was bedränget dich so sehr?
Welch ein fremdes neues Leben!
Ich erkenne dich nicht mehr.
Weg ist alles, was du liebtest,
weg warum du dich betrübtest,
weg dein Fleiß und deine Ruh´-
ach, wie kamst du nur dazu!
Fesselt dich die Jugendblüte,
diese liebliche Gestalt,
diese Blick voll Treu´ und Güte
mit unendlicher Gewalt?
Will ich rasch mich ihr entziehen,
mich ermannenm ihr entfliehen,
führet mich im Augenblick,
ach, mein Weg zu ihr zurück.
Und an diesem Zauberfädchen,
das sich nicht zerreißen lässt,
hält das liebe, lose Mädchen
mich so wider Willen fest.:
muß in ihrem Zauberkreise leben
nun auf ihre Weise.
Die Veränderung ach, wie groß!
Liebe! Liebe! Laß mich los!
Johann Wolfgang Goethe