Kapitel 1

 

David

  Mit einem leisen Klick schloss David die Wohnungstür auf. Seine Hände zitterten so stark das er denn Schlüssel fast hätte fallen lassen. Ängstlich blickte er in den dunklen Flur, ob irgendwo licht brannte. Plötzlich legte sich eine warme Hand auf seine Schulter, mit einem heiseren Aufschrei, drehte er sich um. Und sah in das besorgte Gesicht von Danyel. "Alles in Ordnung mit dir?" „Ja geht schon, Ach scheiße ich hab solche angst." "Hey ich bin immer an deiner Seite, wir sind hier ganz schnell wieder weg." Mit weichen Knien betrat er die Wohnung. David kam es vor als ob er erst gestern von diesem Ort geflohen ist. Die Erinnerungen drohten ihn zu überrollen. Ohne das er es merkte traten ihm die Tränen in die Augen. Die Situation, mit den ganzen Emotionen überforderte ihn einfach. Doch Danyel wäre nicht Danyel wenn er ihn nicht sofort durchschaut hätte. Behutsam wurde er von ihm weitergezogen, bis sie ihn seinem alten Zimmer standen. Er wollte endlich seine Sachen holen und mit diesen "Menschen" die hier mit ihm gelebt haben abschließen. Unschlüssig stand er in seinem Zimmer. Er konnte es immer noch nicht fassen wie es dazu kommen konnte, das er jetzt hier steht und seine Sachen holte.

 

Flashback

 

Alles fing an als seine Mutter diesen Typen anschleppte und ihm eröffnete das er von jetzt an ,bei ihnen Wohnen würde. Das war für David nichts neues, seine Mutter brachte ständig irgendwelche Kerle mit, die oft einige Wochen, manchmal nur Tage bei ihnen wohnten. Meist ging er ihnen aus dem Weg und sie ihm. Seine Mutter hatte schon lange aufgehört sich um ihn zu kümmern. Bisher gab es nur mit 2 Kerlen von ihr Probleme, die ihn und seine Mutter verprügelt haben, einer davon war sein Vater. Seine Mutter stellte diesen Typen als .... vor. .... streckte ihm die Hand entgegen und lächelte ihn an. Das macht David schon stutzig, normalerweise wurde er ignoriert oder verachtet, aber nie freundlich begrüßt. Irgendetwas an dieser Begrüßung, an diesem Lächeln, ließen ein Ungutes Gefühl in seinem inneren aufkeimen.

Wie Recht er damit haben sollte.

Schon einige Tage nach seinem Einzug fing ..... an, sich wie ein Herrschsüchtiger Tyrann aufzuführen. Er verlangte strikte Einhaltung der Regeln und absolute Anerkennung seiner Autorität.

Da seine Heißgeliebte Mutter, meist durch Abwesenheit glänzte, durfte er natürlich ..... Macken ertragen. Doch es sollte alles noch viel schlimmer kommen.

 

Flashback Ende

 

Langsam kam er wieder in die Gegenwart zurück. Er stand immer noch in seinem alten Zimmer und Danyel sah ihn fragend an. “Alles Klar bei dir?“ „Ja, geht schon.“ Mit einem Seufzer nahm er sich einen Karton und fing an seine Sachen einzupacken. Er schwor sich nie wieder zurück zukommen.

Die beiden räumten stillschweigend Davids Habseligkeiten in einige Karton. Ab und zu bekam er einen Seitenblick von Danyel der sich von seinem Wohlbefinden überzeugen wollte.

Endlich hatten sie alles hatte er alles was er brauchte eingepackt, jetzt fehlte nur noch das Tagebuch unter der Matratze und dann wären sie fertig. Raphael, Danyels Mitbewohner und ein guter Freund der beiden, würde sie gleich abholen kommen. Mit einem Seufzer stellte David sich an das Fenster. "Hey kleiner alles klar mit dir."

"Ja, geht schon, es sind nur die ganzen Erinnerungen und Gefühle die mich gerade etwas fertig machen. Danke das du hier bist." "Dafür sind Freunde da" und umarmte ihn. Langsam lösten sie sich wieder von einander. Dankbar sah David, Danyel  an.

„ Danke, was würde ich nur ohne dich machen.“ „Hey kein Problem kleiner. So jetzt rufe ich Raphael mal an und sage Bescheid, das er uns abholen kommt und du wartest hier. Lächelnd erwiderte David: „Ja ist gut. Ich beweg mich nicht weg.“

Nachdenklich sah David ihm hinter her. /Was würde ich bloß ohne dich machen Danyel, ohne dich würde ich hier immer noch wohnen./Dort am Fenster stehen driftete er wieder in den Nebel der Erinnerung.

 

Flashback

 

David sollte mit seiner Befürchtung recht behalten. .... wirkliches Gesicht sollte er schon bald sehen. Es war der 2. Mai, er würde dieses Datum wahrscheinlich nie vergessen, der Beginn seines Alptraumes. Der Tag fing eigentlich sehr schön an, er war mit seinen Freunden im Park, Fußball spielen und danach in ihrem Stamm Cafe ein Bierchen trinken. Sie hatten soviel Spaß das er die Zeit vergaß. Es war schon fast Mitternacht als er die Tür zur Wohnung aufschloss, und da stand auch schon .... vor ihm. Da wurde er auch schon am Kragen reingezogen und die gegen die Tür gepresst. „Wo warst du, habe ich dir nicht gesagt wann du zu Hause sein sollst?“ David riss erschrocken die Augen auf, was sollte das denn werden, ... ist schließlich nicht mein Vater. „ Doch das hast du, aber du bist nicht mein Vater, du hast mir gar nichts zu sagen und jetzt lass mich los.“ Zu Spät sah er die Faust, die ihn dann mit voller wucht an der Schläfe traf. Voller Schmerz gaben seine Knie nach, doch er wurde unbarmherzig festgehalten. Da prasselten auch schon weitere Schläge auf ihn ein immer wieder Schlug... zu. Als er am boden lag und die Tritte ihn trafen, betete er das er endlich sterben würde. Nach Stunden wie es ihm vorkam ließ .... von ihm ab und ging Schlafen. Ließ ihn einfach blutend und voller Schmerz auf dem Boden liegen. Es war alles wie ein schrecklicher Alptraum aus dem er einfach nicht aufwachte. Nach einer endlosen Zeit auf dem kalten Boden, versuchte er sich aufzurichten. Mit Schmerz verzehrtem Gesicht schleppte er sich in sein Zimmer, fiel auf sein Bett und Schlief ein.

Irgendwann wurde er von den Schmerzen, die er am ganzen Körper hatte, wach. Stöhnend erhob er sich und zog seine Sachen aus. Sein Blick viel auf den Spiegel gegenüber und ihm stockte der Atem, das konnte unmöglich er sein, sein Körper sah aus wie eine Groteske Karikatur, seiner selbst. So konnte er unmöglich seinen Freunden unter die Augen treten. Eine unglaubliche Scham und Wut auf sich selbst hat besitz von ihm ergriffen. Unmöglich das jemandem zu erzählen, nein, da musste er allein durch.

Die nächsten Tage blieb er in seinem Zimmer, in der Schule meldete er sich Krank und seinen Freunde wimmelte er ab.

Doch der 2. Mai blieb kein Einzelfall, auch wenn ..... ihn nicht mehr so schlimm zurichtete, hatte er doch ständig Blauflecken und Striemen am ganzen Körper.

Er zog sich immer mehr zurück von seinen Freunden, keiner sollte es  wissen.

Bei jeder Berührung zuckte er mittlerweile zusammen. David wusste das zumindest Danyel und Raphael verdacht schöpften.

Doch er konnte sich ihnen nicht anvertrauen, zu groß war die Scham. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

 

Flashback ende

 

Eine Hand, die sich auf seine Schulter legte holte ihn in die Realität zurück. Erschrocken drehte er sich um und sah in die besorgten Gesichter von Danyel und Raphael.

„Alles klar bei dir, kleiner?“ Fragte Raphael ihn. „Ja klar, sind nur die nerven. Aber danke Raphael, für alles.“ „Ist doch Selbstverständlich unter Freunden.

Mit einem Seufzer nahm David sich einen der Karton und ging aus dem Zimmer, die Blicke seiner Freunde deutlich im Rücken spürend.

Nachdem sie gemeinsam die Sachen im Auto verstaut hatten, legte David noch einen Abschiedsbrief für seine Mutter hin. Eine einzelne Träne ran über sein Gesicht als er leise die Tür zu zog und mit seinem früheren Leben abschloss. Und trotz der Erleichterung, tat ihm das auch irgendwie, in einem kleinen Teil seines Herzens, sehr weh.