76 Stohballen brennen lichterloh
Großfeuer nahe Borstel, Waldbrand in Poggenhagen - Bezirksregierung schränkt Waldspaziergänge ein

80 Feuerwehrleute bekämpfen
den Brand am Alten Bahnhof Hagen.
Im Stadtforst in Poggenhagen zeugen
verkohlte Baumstümpfe von der
Hitze der Flammen
(Fotos: Meier/Walter)

Neustadt
von Frank Walter

80 Feuerwehrleute haben in der Nacht zu Dienstag am Alten Bahnhof Hagen ein Großfeuer bekämpft. 76 Rundballen Stroh verbrannten, Züge mussten stoppen. Einen Waldbrand musste die Feuerwehr gestern Morgen in Poggenhagen löschen. Die Bezirksregierung schränkt den freien Zugang zum Wald ein.
Der Notruf ging am Montagabend um 21.30 Uhr ein: Dutzende großer Strohballen, die ein Landwirt unter einer ehemaligen Sandrampe am Alten Bahnhof Hagen lagerte, brannten lichterloh. Die Feuerwehrleute aus Borstel, Hagen und Nöpke benötigten zweieinhalb Stunden, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Bis gestern, 9.30 Uhr, loderten die Flammen immer wieder auf.
Wegen der starken Rauchentwicklung wurde der Bahnverkehr für eine Stunde komplett gestoppt, anschließend mussten die Züge den Brandherd in langsamer Fahrt passieren. Die Verspätungen summierten sich auf mehrere Stunden. Noch völlig offen ist die Brandursache. Polizei und Bundesgrenzschutz ermitteln.
Das Feuer nahe Borstel war noch nicht gelöscht, da bemerkten Anwohner des Stadtforstes in Poggenhagen gestern gegen 5.45 Uhr Brandgeruch. 75 Quadratmeter Unterholz standen in Flammen, 33 Feuerwehrleute aus Poggenhagen und Neustadt löschten zwei Stunden lang.
Möglicherweise hatte es schon tagelang im Waldboden gekokelt. Die Brandursache war zunächst nicht zu klären.
Per Verordnung verbietet die Bezirksregierung ab sofort in Wäldern und Mooren die Straßen und Wege zu verlassen. "Vom praktischen Nutzen her macht die Verordnung aber wenig Sinn", meint Ulrich Bergfekd (62), Leiter der Staatlichen Revierförsterei Dammkrug. Spaziergänger ließen sich davon nicht abschrecken, und zu kontrollieren seien die riesigen Waldgebiete auch nicht. "Wirmappellieren lieber an die Einsicht der Leute, an ihre Liebe zur Natur."
Neustadts Stadtbrandmeister Detlef Schünemann (53) sagt: "Am besten geht man bei dieser Trockenheit garnicht in den Wald."
(Leinezeitung 13.08.2003 ( http://www.Leine-Zeitung.de ))