Schornsteinbrand wird zu Großfeuer - neun Menschen verlieren ihr Zuhause
120 Einsatzkräfte vor Ort - 200.000 Euro Schaden - Nachbarn rufen zu Spenden auf

Schonsteinbrand-30.01.2006 Mit mehreren Leitungen versuchten die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle zu bringen und das Haupthaus vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. (Foto:Seitz)

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Hagen (os)
Damit hatte wohl keiner gerechnet: Als die Hagener Ortswehr am Montag abend zu einem Schornsteinbrand gerufen wurde, klang das eher nach Routine. Doch weit gefehlt, beim Eintreffen am Einsatzort loderten bereits Flammen aus dem Dach des Wohnhauses an der Hagener Straße. Wehren aus Borstel, Dudensen, Neustadt und Nöpke wurden nachalarmiert, später auch noch Mariensee. Nachdem zunächst der Nebentrakt des Gebäudes brannte, gelang es des Brandschützern nicht, den vorderen Teil zu retten. Bis 9 Uhr am Dienstagmorgen dauerten die Löscharbeiten.an
Was die Hagener Feuerwehrleute besonders erschütterte: Unter den neun Bewohnern, die durch die Schäden am Haus obdachlos wurden, sind mit Bianca und Nico Könecke auch zwei Aktive aus den eigenen Reihen. Nachbarn kümmerten sich sofort um die Brandopfer, alle Bewohner blieben unverletzt. Brandursache war möglicherweise ein Wärmestau am Schornstein, von dort fraß sich das Feuer in die Zwischendecke und breitete sich schnell auf das Dach aus. Die Polizei schätzt den Schaden auf 200.000 Euro, der hintere Teil des Gebäudes wurde weitgehend zerstört, der vordere Hauptteil soll laut Nico Könecke noch zu retten sein, obwohl dass Dach teilweise durchgebrannt ist. Das Haus war erst 2000 ausgebaut worden.
Die Bewohner, darunter Köneckes Eltern und Mieter der Familie, wurden bei Nachbarn und Verwandten untergebracht. Anwohner hatten während der Nacht auch die Versorgung der Feuerwehrleute mit belegten Broten, Tee und Kaffee sichergestellt. Die Schnelle Einsatzgruppe des Roten Kreuzes sorgte am späten Abend noch mit Suppe für der Stärkung der Einsatzkräfte. (Fortsetzung Seite 2)
Abschnittsleiter Hans-Jürgen Grigat,
Einsatzleiter und Ortsbrandmeister Manfred Knigge
diskutieren die Lage mit dem
stellvertretenden Stadtbrandmeister Norbert Schiller (v.re.)
Die Kinder von Nico und Bianca Könecke waren "Gott sei dank" nicht im Haus, auch die beiden selbst waren unterwegs. "Als die Sirenen heulten. sind wir zum Gerätehaus gefahren und ich habe wie immer gefragt, wohin es geht", erzählt Nico Könecke, der selbst Gruppenführer bei der Hagener Wehr ist. "Mein bester Mann", sagte Ortsbrandmeister Manfred Knigge noch am Einsatzort. "Das ist bei uns", habe er nur geantwortet, als er Knigge die Adresse nannte, erinnert sich der Hagener am Dienstagnachmittag. "Das wird alles wieder", wagt er sich in Optimismus. "Hauptsache es ist keinem was passiert". Trotz Rauchmeldern hätte das in der Nacht anders aussehen können, da waren sich viele unter den Einsatzkräften einig. Auch, dass es keine Frost mehr gab, wie noch Tage zuvor, ist unter "Glück im Unglück" zu fassen.

(Neustädter Zeitung am Mittwoch 01.Februar 2006 ( http://www.neustaedter-zeitung.de ))
Danke an Oliver Seitz von der Neustädter Zeitung, der uns die Bilder zur Verfügung stellt!!!