Nachdem Aryen Firnwind mit 19 Jahre ihre Ausbildung als Bogenschuetzin abgeschlossen hatte, verweilte sie noch einige Tage in Gareth. In Anbetracht der Orkhorden, welche sich bedenklich schnell der Stadt naeherten, war die Aussicht auf baldige Arbeit recht gut.
Doch es kam anders. Aryen wurde von Gardisten verhaftet. Niemand wollte ihr sagen, wessen sie angeklagt sei, und Aryen, welche sich niemals etwas zu Schulden hatte kommen lassen, hielt alles fuer ein grosses Missverstaendnis. Bei der Verhandlung am naechsten Tag musste sie feststellen, dass sie nicht als einzige dort stand. Eine ganze Reihe Angeklagter wurden auf einmal abgefertig. Ihre jeweilige Strafe bestand aus einem Jahr Dienst in der 3. Kompanie des 2. Garether Freiwilligenregiments.
Nun, Aryen war zwar verwirrt, doch der Dienst fuer das Reich im Namen der Goetter musste ihr nicht zweimal angeboten werden.
Die folgenden zwei Wochen verbrachten die Freiwilligen im Hippodrom, welches zu diesem Zwecke als Lager diente. Hier wurde geuebt, und ihnen wurde ihre Aufgabe als Plaenkler erklaert.
Aryen zaehlte zu den sehr wenigen, welche bereits mit Waffen umgehen konnten und den militaerischen Dienst kannten. Die 3. Kompanie des 2. Garether Freiwilligenregiments war ein bunt zusammengewuerfelter chaotischer Haufen aus Kindern, Greisen, Verbrechern, Geweihten und anderen seltsamen Gestalten.
Nach diesen zwei Wochen dann ging es in die Schlacht. Das Orkheer war gross und die Kompanie die forderste Einheit. Es schien ein Selbstmordkomando. Doch sie schlugen sich gut. Als das Banner in Bedraengnis kam, eilte Aryen zu Hilfe, da erklang schon das Signal zum Rueckzug.
Daraufhin wurde Aryen zum Korporal befoerdert.
In der folgenden Nacht hielt Aryen, gemeinsam mit einigen anderen, darunter ein Auelf, Wache. Es war neblig und so nutzte Aryen selbst ihre herausragende Nachtsicht nicht viel. Der Auelf war es, welcher zuerst merkte, dass etwas nicht stimmte. Schon bald wurde offenbar, dass langsam schlurfende, wankende Gestalten auf das Lager zu hielten. Untote!
Waehrend der Auelf Alarm schrie und die Kunde der Untoten verbreitete, was zur Flucht beinahe aller Freiwilligen fuehrte, rannte Aryen auf schnellstem Wege zum Heereskommandanten, wo sie in aller Kuerze Bericht erstattete. Der Prinz wurde geholt, alle Magier zusammengetrommelt, und so zogen sie in die Schlacht, jedoch ohne Aryen.
Diese begab sich zunaechst auf den Rueckweg zu ihrer Kompanie. Als sie dort angelangt war, wurde die Falle, in welche die Untoten den Prinzen gelockt hatten, offenbar: Auf einem Huegel wurden die Kaempfer langsam aber sicher von Orkhorden eingekesselt.
Aryen rief die gesamte Kompanie, alles was sich in Hoerweite befand und noch nicht geflohen war, zusammen, und fuehrte ihren Sturm zum Huegel, den Bedraengten zu Hilfe zu eilen.
Mit einem meisterlichen Schuss in der dunklen Nacht gelang es ihr bereits aus grosser Entfernung, einen Ork niederzustrecken, was ihr die Aufmerksamkeit und Bewunderung der anderen Kaempfer einbrachte. Weitere Orks fielen unter ihren Pfeilen. Dann waren sie im Getuemmel, bei ihren Leuten, und mit dem Saebel kaempfte sie weiter.
Nach schier ewiger Zeit erklang das Signal des Rueckzugs fuer die Orks und Aryen stand immer noch, gleichsam wie der Prinz. Diese Schlacht war gewonnen.
Nachdem drei Tage lang Verwundete versorgt und Tote beerdigt worden waren, wurde Aryen gemeinsam mit dem Auelfen, einer Boroni, einem Trollzacker und ein paar anderen vom
Heereskommandanten und dem Prinzen hoechstpersoenlich in einer Zeremonie belobigt, der Auelf wurde zum Korporal befoerdert, Aryen sogar zum Weibel. Desweiteren bekamen die 4 genannten jeweils einen versiegelten Brief des KGIA. Darin wurden sie angewiesen, sich in zwei Tagen an der Pforte des Lichts einzufinden.
So geschah es auch, nachdem Aryen und der Auelf sich die Zeit mit Kampf- und Bogenschiessuebungen vertrieben hatten. Man liess sie in die Stadt des Lichts, wo sie von Dexter Nemrod persoenlich weitere Anweisungen erhielten. Nach Greifenfurt sollten sie, die besetzte Stadt befreien, indem sie dort einen Aufstand anzettelten. Hernach sollten sie die Stadt 8 Wochen halten. Die naechste Woche bekamen sie eine harte, doch gute Ausbildung in allen Kuensten, welche ihnen von Nutzen sein sollten.
Am Tag ihres Aufbruchs, Wehrheim war das naechste Ziel, wurde ihnen noch eine Halbelfe zur Seite gestellt, und ihr Kommandant ihnen vorgestellt. Sie erhielten Siegelringe des KGIA und einige weitere Nuetzlichkeiten.
Die Reise nach Wehrheim verlief ereignislos. Ihr Kommandant und trennte sich von ihnen um in Greifenfurt wieder zu ihnen zu stossen.
Nachdem sich in Wehrheim noch ein Magier, ein Krieger und ein dicker Mann der kleinen Gruppe anschlossen, brach man in Richtung Greifenfurt auf. Als Weibel war Aryen immernoch Ranghoechste der Gruppe und somit die Fuehrerin.
Bereits in der ersten Nacht kam Aufregung ins Lager, als noch zwei Nachzuegler, eine Thorwalerin und ein Krieger, ankamen, sich der Gruppe anzuschliessen. Mit den beiden Kriegern und dem Magier sowie dem dicken Mann hatte Aryen fortan ihre liebe Muehe. In Feindesgebiet hielten sie laute Plaeusche ueber ihren Auftrag und die Dichtkunst, und als sie einer Orkpatroullie begegneten verplapperte einer der Krieger sich mehrmals, was jedoch gluecklicherweise unbemerkt blieb.
Kurze Zeit spaeter fing es an zu regnen, und es schien nicht mehr enden zu wollen. Sie passierten ein altes Schlachtfeld, doch die Boroni sah ein, dass sie unmoeglich allen Leichen den Segen erteilen konnte. So rastete man in dieser Nach einige Meilen von diesem Schlachtfeld entfernt.
Des Nachts erschienen Irrlichter, welche die Boroni und danach auch den dicken Mann in ihren Bann zogen. Nur dank Krutzmutz und viel Glueck konnten die beiden gerettet werden. Aryen jedoch fing sich Dumpfschaedel ein, da ihre Kleidung nicht fuer dieses Wetter geeignet war. Deshalb beschloss man am naechsten Tag das Risiko einzugehen und im Schutze einer nahe an der Reichsstrasse gelegenen Scheune besseres Wetter abzuwarten.
Am Nachmittag hoerte der Regen auf. Aryen hatte in der Zwischenzeit geschlafen, fuehlte sich jedoch nicht wesentlich besser. Da in der Scheune jedoch noch Spuren von Orks waren, welche des Nachts wohl wiederkehren mochten, zogen sie dennoch weiter, weg von der Reichsstrasse.
Gerade wollten sie ihr Nachtlager aufschlagen, da trat ein Krieger aus dem Gebuesch und erbat Hilfe fuer Verwundete.
Da es sich offensichtlich um einen Rondrianer handelte, wurde diese Hilfe natuerlich gewaehrt. Sie wurden in das Lager der Krieger gebracht und kuemmerten sich, so gut sie konnten, um die Verwundeten.
Als die Anfuehrerin der Krieger kam, erhoffte Aryen sich einige Antworten. Doch bevor sie dazu kam plauderte der Magier mal wieder sofort ihren Auftrag aus und fragte nach dem Wiederstand. Er hatte den Auftrag, ebenso wie die beiden Krieger und der dicke Mann, nicht wirklich verstanden, schien gar nicht zugehoert zu haben.
Immerhin wurde ihnen ein trockenes Lager fuer die Nacht angeboten.
...Fortsetzung folgt!
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