| Der Rabe | Der Frosch |
| Rabe, in Mythik und Symbolik Sammelbezeichnung für den Kolkraben, die Rabenkrähe und die Saat- und Nebelkrähe; sie wird vorwiegend negativ gedeutet, seltener wegen ihrer Gelehrigkeit geschätzt. | Frosch, obwohl ein kleines Tier, symbolkundlich ein recht interessantes Wesen. |
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| In
der Bibel wird der Rabe von Noah aus der Arche gesandt, um Land zu suchen,
und er bringt dem Propheten Elias Brot und Fleisch in die Wüste (später
ebenso den Einsiedlern Antonius und Paulus).
Im frühen Christentum wurde dem Raben vorgeworfen, daß er den Noah nicht über das Ende der Sintflut informierte, und er wurde zum Symbol des in der Weltlust Verhafteten, der seine Bekehrung aufschiebt - wie der Rabe »cras, cras« (morgen, morgen) ruft. Einige christliche Heilige werden mit Raben zusammen dargestellt (Benedikt, Bonifatius, Oswald und vor allem Meinrad - seine beiden zahmen Raben halfen, seine Leiche aufzufinden, und Raben verteidigten auch jene des hl. Vinzenz gegen Raubtiere). |
Im
christlichen Bildverständnis spielt die »ägyptische Plage«
der massenhaft auftretenden Frösche eine Rolle (2. Buch Mosis 8, 2-14),
und diese negative Deutung wird in der Johannes-Apokalypse (16, 13) wiederholt.
Die Kirchenväter spielten auf das Leben im Schlamm und das laute Quaken der Frösche an und deuteten sie als Symbole des Teufels oder der ketzerischen Irrlehrer. Im koptischen Ägypten hingegen wirkte das ältere positive Bild des Frosches nach, weshalb er als Sinnbild der Auferstehung auf Öllampen dargestellt wurde. In Europa ist er Attribut von St. Hervé und des hl. Pirmin von Reichenau, der der Legende nach wie chinesische Herrscher und Dichter durch ein bloßes Gebot die quakenden Frösche seiner von Sumpfland umgebenden Insel zum Schweigen bringen konnte. |
| In der antiken Mythik ist er negativ gedeutet, entweder als indiskreter Schwätzer, der wegen dieser Eigenschaft nicht Gefährte der Göttin Athene bleiben konnte, weshalb sie an seine Stelle die Eule wählte. Auch wird erzählt, daß sein Gefieder anfangs weiß war, jedoch von Apollon zur Strafe für seine Schwatzhaftigkeit geschwärzt wurde, oder daß er von Apollon um Wasser geschickt wurde, dabei jedoch einen Baum mit unreifen Feigen sah und unter ihm wartete, bis die Früchte reiften, ehe er den Auftrag ausführte. | In der europäischen Antike ist die Verwandlung der mißgünstigen lykischen Bauern in Frösche bekannt, die einer dürstenden Göttin das Trinkwasser trüben wollten, indem sie hineinsprangen und es trübe machten. |
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| Auch daß er von Aas (»Rabenaas«) lebt und angeblich seine Jungen vernachlässigt (»Rabeneltern«), macht ihn zum »Unglücksraben«, der Krankheit, Krieg und Tod ankündigt und sich von »Galgenfleisch« nährt. | Als Träger einer religiösen Aussage erscheint der Frosch in den medial empfangenen Aussagen des steirischen Visionärs Jakob Lorber (1800-1864), der vom »Herrn und Heiland« folgende Botschaft empfangen haben will: »Der Frosch quakt die meiste Zeit des Tages in seiner Freude über das empfundene Leben in seiner Pfütze und lobt Mich dadurch in seiner quakenden Freude für den Besitz des Lebens.« Er könnte daher den Menschen als »lehrender Apostel« dienen. |
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| In zahlreichen Märchen spielen Raben die Rolle von verwünschten Menschen, in nordamerikanischen Indianermythen der Nordwestküstenstämme sogar die eines schöpferischen Übernatürlichen. | Im Märchen vom 'Froschkönig' wird aus dem Frosch ein Prinz, aus dem Verachteten kann ein Ansehnliches werden. |
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| In der Wappenkunst ist der Rabe seit dem Mittelalter vertreten, etwa im Wappen der Familie Corbet, des Gutes Ravenstein, der sächsischen Stadt Rabenau, der Familie Biron (Kurland) und des Klosters Einsiedeln (Schwyz, dort als Attribut von St. Meinrad). | |
| Poetisch-symbolhaft wirkt eine von S.Golowin mitgeteilte ukrainische Legende. Danach besaßen die Raben im Paradies vielfarbige Federn, doch nach dem Sündenfall von Adam und Eva begannen sie Aas zu fressen und wurden schwarz. Erst am Ende der Zeiten im neuen Paradies wird ihre einstige Schönheit wiederhergestellt, und ihr Gekrächz wird zur wohltönenden Musik, die den Schöpfer preist. - | So sollte etwa eine Froschzunge, einer schlafenden Frau auf das Herz gelegt, diese zum wahrheitsgemäßen Beantworten aller Fragen veranlassen. |
[Lexikon der Symbole: Digitale Bibliothek Band 16: Knaurs Lexikon der Symbole, (c) 1989, 1994, 1998 Verlag Droemer Knaur]
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