Mabuhay !!!

Willkommen auf den Philippinen 

 (ein Reisebericht von Reinhold Fürst)

Im Herbst 1999 fuhr ich für 3 Wochen auf die Philippinen. Ich hatte mir viel vorgenommen:

1) zu den Reisterassen von Banaue,die auch als das 8.te Weltwunder bezeichnet werden.

2) nach Legaspi zum majestätischen Mont Mayon.

3) weiter Richtung Süden über Leyte nach Bohol und nach ein paar abschliessenden Bade- und Ruhetagen über Cebu zurück nach Deutschland.

So buchte ich also einen Gabelflug nach Manila und zurück von Cebu. (siehe auch Landkarte / MAP)

Aber das schöne an einem Urlaub ist eben das, was man nicht planen kann - das unerwartete....

hier ist der Fluggast noch König ...

Bei der Gelegenheit möchte ich einmal bemerken, das Ausstattung und Service bei den meisten Asiatischen Airlines um vieles besser ist, als etwa in Europa oder gar Amerika.

Abgesehen davon sprechen auch noch andere Gründe dafür  ... (siehe  rechts).

Kurz und gut: ich kann jedem nur empfehlen einmal mit Singapor Airline, Philippine Air, Thai Airways oder Cathay Pacific zu fliegen !!!

Ich war kaum dem Trubel am Flughafen von Manila entkommen und etwa 1 bis 2 Stunden unterwegs Richtung Norden, da wurde es plötzlich finsterund es begann so stark zu schütten, das man die Strasse vor uns nicht mehr erkennen konnte. Innerhalb kürzester Zeit stieg der Wasserstand auf 60-70 cm und es sah aus als würden wir in einem reissenden Fluß fahren. D.h. an eine Weiterfahrt war nicht mehr zu denken, also sah ich mich nach einer günstigen Unterkunft um. Wundersamerweise hatte mein Fahrer im nächsten Ort Verwandte, und so war auch dieses Problem schnell gelöst.

Ich wurde von der Familie sehr freundlich aufgenommen und die 3 Kinder waren begeistert von dem neuen Untermieter (Bild).

Am nächsten Tag regnete es immer noch und die Prognosen waren auch nicht gerade sehr verheissungsvoll. Außerdem wurde mir von allen Seiten versichert, das die Strassen über die Berge zur  Zeit unpassierbar sind. (In dieser Zeit streifte gerade ein Taifun die Nordküste von Luzon).              

So legte ich nach dem langen Flug noch einen unfreiwilligen Erholungs-Tag ein, bevor ich mich wieder aufmachte Richtung Süden. Nach einer Zwischenübernachtung im Swagman Travel Hotel von Manila ging es dann frühmorgens mit der Philippines Airline (sehr empfehlenswert) nach Legaspi.

Hier zeigte sich das Land von einer ganz anderen Seite. Strahlender Sonnenschein und wolkenloser Himmel erwartete die Neu-Ankömmlinge.

Ich nahm nach der üblichen Prozedur (Preis aushandeln) ein Tricycle und fuhr in die Stadt (Legaspi). Auf halbem Wege platzte dem Gefährt aber der Vorderreifen und wir steuerten erstmal eine Werkstatt an. Da hier kein geeignetes Flickzeug vorhanden war, versuchte der Fahrer den Reifen wieder aufzupumpen (natürlich ohne Erfolg).Ich sah mich inzwischen nach einem neuen Tricycle um, und das Verhandeln ging von vorne los.

Endlich angekommen legte ich mich erst mal eine Weile aufs Ohr. Die Hitze hier (36 Grad) machte mir doch ganz schön zu schaffen. Am frühen nachmittag unternahm ich dann die ersten Erkundungen. Natürlich wollte ich unbedingt ein schönes Foto von diesem herrlichen Vulkan machen, aber leider hatte man nirgendwo so richtig freien Blick auf den Mont Mayon. Immer war ein Haus oder ein Baum oder irgendwelche Oberleitungen im Wege ... so schlenderte ich erst mal durch den Ort und probierte die hiesigen kulinarischen Spezialitäten. Was uns Europäer hier sogleich auffällt, ist die Vorliebe der (vor allem jüngeren) Filipinos zu Karaoke. Überall sieht man Karaoke oder Videoke-Bars und sobald man eine betritt und einen Drink bestellt hat, kommt schon der Barkeeper mit einem Mikrofon auf Dich zu und legt Dir ein Album mit den verfügbaren Songs vor die Nase. Natürlich wird hier niemand gezwungen zu singen, zumal hier fast nur amerikanische oder philippinische (Tagalog) Musikstücke vorrätig sind. So musste ich lange suchen um ein mir bekanntes Lied zu finden. Den Vortrag vergessen wir lieber gleich wieder ... aber ein Versuch wars Wert !!!

Am nächsten Tag wechselte ich das Hotel und fand nach einiger Suche dann auch einen Platz mit Sicht auf den Berg, wie ihr hier seht:

Nach 3 Tagen in Legaspi erkundigte ich mich nach den Busverbindungen nach  Tacloban, und musste zu meinem Erstaunen feststellen, das der Bus für die Strecke 52 Stunden braucht !!! Da mindestens 2 weitere Tage nötig sind um von Tacloban über Ormoc nach Bohol (Fähre) zu kommen, beschloss ich doch den Flug nach Cebu zu nehmen um von dort mit der Fähre nach Tagbilaran überzusetzen.

Gesagt, getan ... am frühen Abend war ich in Cebu und konnte auch ein Taxi für 165 Peso ergattern.        Achtung: wie in Manila gibt es hier viele Abzocker-taxis, die für die Fahrt in die Stadt 400 Peso verlangen !!! Diese Nacht schlief ich in einem Billighotel für 550 Peso (etwas 28 DM). Am vormittag darauf fuhr ich zum Hafen und nahm die nächste Fähre nach Bohol. Dieses Jetboot war auf dem neuesten Stand der Technik und nicht mit manch anderen Fährschiffen zu vergleichen. In den Großraumkabinen für etwa 400 Personen (jeder hatte seinen eigenen Sessel) lief über den Fernseher erst die Begrüssung der Fahrgäste und dann ein Gebet, das der Herrdoch die Crew und den Kapitän segnen solle und die Fahrgäste auf der Überfahrt vor Schaden bewahre !

Die Philippinen sind ein christliches Land, das merkt man an vielen Dingen:  z.B. läuft im Supermarkt ja immer leise Berieselungsmusik - wie bei uns - um die Kunden anzulocken bzw. zum Kauf zu verleiten. Plötzlich wird die Musik unterbrochen und jemand spricht über Lautsprecher das Vater-Unser. Dann bleiben sofort alle stehen und beten leise mit ........ man stelle sich das einmal bei uns in Deutschland vor !!!

Nach einer 2-stündigen Überfahrt erreichte die Fähre Tagbilaran auf Bohol und ich entschied mich erst einmal für das Bohol Tropical Hotel (Bild).

Das Hotel liegt sehr schön an der Südküste - allerdings gibt es hier keinen Sandstrand. Dafür hat das Hotel gleich 3 Swimmingpools und 2 Restaurants. Auch der Blick über den Hafen auf die gegenüberliegende Insel Panglao ist sehr schön. So wählte ich diesen Platz als Ausgangspunkt für Abstecher ins Hinterland und zu den Chocolate Hills. Leider waren die Matratzen sehr weich, was mein Rücken später büssen musste.

Ich hatte mit einem Fahrer ausgehandelt das er mich am Morgen  für eine Ganztagestour abholt und Punkt 8 Uhr stand der Wagen vor meiner Hütte.

Zuerst fuhren wir die Südküste entlang nach Osten und besichtigten die älteste Steinkirche der Philippinen in Baclayon (1595 erbaut).Weiter gings nach Bool, wo der spanische Feldherr Legaspi und der einheimische Häuptling Sikatuna zum Zeichen der Freundschaft ihr Blut mit Wein vermischten und dann tranken.

In Loboc besichtigten wir ein altes Herrschaftshaus, das heute zu einem Museum umfunktioniert wurde. Ab hier ging es landeinwärts, bis die ersten der 1206 Hügel in Sichtweite kamen. Dann ging es in eine Stichstrasse und zuletzt stieg die Strasse an, bis man fast am Gipfel eines dieser eigenartigen Hügel war.

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Man kann dann noch über eine Treppe bis zur Spitze hinaufsteigen, um einen einmaligen Rundblick zu geniessen. Jeder dieser Hügel ist ca. 40 Mtr. hoch und bis heute wissen die Wissenschaftler nicht, wie diese Landschaft entstanden ist. Man vermutet, das vulkanische Eruption und das Meer diese Formen schuf und so wird es auch auf  den Tafeln am Gipfel des Aussichtsbergs dargestellt. Es gibt hier natürlich auch ein kleines Restaurant und da es eh mittag war, kam mir ein kleiner Imbiss gerade recht. Allerdings wimmelt es hier von Katzen die alle gern etwas von der Mahlzeit abhaben wollen und dies auch lautstark kundtun.

Auf dem Rückweg hielten wir an einem Fluß  (rechts) und hier sah ich auch den kleinsten Affen der Welt, den Tarsius(unten). Er wird etwa 10 cm groß, kann aber bis zu 3 Meter weit springen. Eine Frau gab mir einen auf die Hand, und er klammerte sich mit seinen Fingern, die wie Saugnäpfe eines Gekko ausschauen, fest. An seinen riesigen Augen erkennt man sofort, das er nachtaktiv ist.

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Dann kamen wir noch an einer Hängebrücke aus Bambus vorbei. Natürlich liess ich es mir nicht nehmen, ihre Festigkeit zu testen,

obwohl sie schon etliche Löcher in ihren Planken hatte.

Am nächten Morgen beschloss ich mir ein Strandhotel zu suchen und fuhr deshalb nach Panglao, wo es einen schönen Sandstrand und auch ein paar Tauchbasen gibt. Hier traf ich zum erstenmal (!)deutsch-sprechende Touristen, einige Schweizer, aber auch einzelne Deutsche.

Ich bezog Quartier im Alona Tropical, mit sehr schöner Lage und Zimmer direkt am Strand. Am Abend war die Luft so klar, das man das ca. 90 km entfernte Camaguy vor Mindanao am Horizont sehen konnte !! Ich buchte für den nächsten  Tag eine Fahrt zum Whalewatching  oder besser Dolphinwatching, da die Wale hier nur im April zu finden sind.

Das hiess um 4.30 uhr aufstehen, kurz frühstücken denn um 5 Uhr sollte man bereits auf offener See sein, wenn man Delphine sehen will. Hier sehen sie ein Bild vom Sonnenaufgang um 5 Uhr !

     

Es dauerte auch garnicht lange bis man einige Delphine ausmachen konnte, aber erst spielten sie ein wenig Katz und Maus und als dann um 6 Uhr noch andere Boote dazukamen, liessen sie sich einfach nicht mehr blicken. Daraufhin fuhr mein Bootsmann zu einer vorgelagerten Insel mit  einem herrlichen Korallenriff und ich ging erst mal auf Tauchstation. Was zuerst ins Auge sticht, sind die herrlich blauen Seesterne, dann natürlich die farbenprächtigen Korallen und eine endlose Zahl von kleinen Fischen, die aber so prächtig in allen Farben schillern, wie ich es vorher noch nicht gesehen hatte ! Dann kam plötzlich ein Schwarm Thunfische vorbei, so nah, das ich sie fast mit ausgestreckter Hand hätte greifen können. Sie beäugten mich zwar etwas kritisch, aber sie waren schon mittelgroß (etwa 40-50 cm) und kamen mir deshalb unter den vielen kleinen Korallenfischen wie Riesen vor !

Auch kulinarisch genoss ich diese Tage sehr, wie man hier sieht !

Ja der Abschluss war noch ein Tag in Cebu mit Stadtrundfahrt und Besichtigung der Sehenswürdigkeiten wie z.B. dem Fort San Pedro (Bilder unten), dem Capitol, dem Kreuz des Magellan (Bild links), dem Taoist-Temple .....

   

(da keine gewöhnlichen Steine vorhanden waren, wurde das Fort von den Spaniern komplett aus Korallenstein erbaut - s. rechts)

     

..... und The Top - einem Berg bei Cebu, von dem man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, Mactan Island und bei schönem Wetter sogar bis Bohol hat.

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(last update : 7.4.2003)

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