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Informationen rund um den Obus - informations about trolleybuses Reiseberichte
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Eröffnung des Obusbetriebs in
Landskrona/Schweden
Nach fast 39
Jahren verkehrt in Schweden wieder der Obus, und zwar in der etwa 30.000
Einwohner zählenden Kleinstadt Landskrona am Öresund,
etwa 40 km nördlich von Malmö gelegen. Dieses seltene Ereignis in heutiger Zeit
veranlaßte mich, nach Landskrona
aufzubrechen.
Um 10:20 Uhr
ging es weiter über den Öresund nach Malmö, die Verbindung über den Öresund
wurde am 1.7.2000 eröffnet. Auch hier verkehrte die Bahn wieder teils auf einer
Brücke und teils in einem Tunnel. Von Kopenhagen nach Malmö wird ein 20
Minuten-Verkehr angeboten, die Strecke führt auch am Flughafen Kopenhagen
vorbei. Stündlich verkehrte der Zug über Landskrona
weiter nach Helsingborg, zweistündlich weiter bis Göteborg. Am neuen Bahnhof in
Landskrona traf ich gegen 11:50 mit einigen Minuten
Verspätung ein, da in Malmö technische Störungen am Elektrotriebwagen
auftraten.
Der neue
Bahnhof außerhalb des Stadtzentrums war der Grund für die Einführung des
Obusbetriebs in Landskrona. Im Zuge des Neubaus eines
Bahnhofs außerhalb des Stadtzentrums im Zuge einer durchgehenden Bahnverbindung
Malmö – Göteborg verlor im Frühjahr 2001 die Stadt ihren bisherigen
Kopfbahnhof, der sich unmittelbar am Stadtkern befand. Nach etlichen Gutachten
führte die Stadt den Obus auf der knapp 3 km langen Linie ein, die den neuen
Bahnhof mit der Innenstadt verbindet. Der Weg zur Innenstadt sollte nun
möglichst mit einem umweltfreundlichen Verkehrsmittel überbrückt werden. Die
Stadt Landskrona liegt am Öresund rund 40 km nördlich
von Malmö. In der Kleinstadt leben knapp 30.000 Einwohner. Die als Fischerdorf
entstandenen Ansiedlung erhielt 1413 Stadtrechte, damals noch unter dänischer
Herrschaft wurde 1549 ein Schloß als Zitadelle
errichtet, unter schwedischer Herrschaft ab 1658 wurde die Festung weiter
ausgebaut. Nach einem Reichtagsbeschluß erfolgte der Abriß der mittelalterlichen Stadt und der Neubau im klassizistischem Baustil. Wegen der günstigen Lage des
Hafens hatte sich dann die Stadt im 20. Jahrhundert als bedeutende
Industriestadt entwickelt. Aufgrund der stadtnahen Lage des Bahnhofs war eine
Straßenbahnanbindung nie erforderlich, 1920 wurde eine
Buslinie zum benachbarten Fischerdorf Borstahusen
eingerichtet, dorthin verkehrt auch heute noch die Stadtbuslinie 1.
Bei meiner Ankunft in Landskrona
wartete vor dem Bahnhof die Linie 3 zum Stadtzentrum, es war jedoch ein Dieselbus.
Auch der nächste Kurs war ein Dieselbus. Da die 3 km lange Linie in 8 Minuten
bzw. 9 Minuten passiert wird, kommen tagsüber nur zwei Kurse zum Einsatz. Der
Dienstplan sieht tagsüber einen 10 Minuten Verkehr vor, aber nur fünfmal in der
Stunde. Zwischen der Fahrt um Minute 36 und Minute 56 ab Station (Bahnhof)
besteht ein 20-minutiger Abstand, da in diesem Zeitraum keine Züge verkehren.
Zwischen 6:00 und 9:00 Uhr sowie 15:00 und 18 Uhr wird alle 10 Minuten
gefahren, dann kommen drei Kurse zum Einsatz mit 10 Minuten Pause am Bahnhof.
Auf den knapp 3 km langen Fahrweg befinden sich nur sieben Haltestellen
einschließlich der Endhaltestellen, es besteht ein großer Haltestellenabstand.
Der Verkehr nach Ausschreibung durch den
Verkehrsverbund Skanetrafiken wird seit 2000 durch
den Unternehmer Orusttrafiken, benannt nach einem Insel oberhalb von Göteburg,
bedient. Der Vertrag gilt für drei Jahre, ist dann maximal drei Jahre
verlängerbar. Diese Option ist bereits eingelöst, der Vertrag gilt somit bis
2006. Die Niederflurdieselbusse muß der Unternehmer
selbst stellen. Für die vier Linien des Stadtverkehrs wurden acht DAB/Silkeborg – Midibusse
(7201-7207, 7230; Bj.2000) mit hydrostatischen Antrieb, völlig niederflurig und vier Scania Omnilink
Seminiederflurbusse mit längsstehenden Motor
(7208-7211, Bj.2001) beschafft. Wagen 7230 war urspünglich
ein Vorführwagen und wurde gebraucht übernommen. Als Reservefahrzeug dient ein
Scania Carrus Nr.7257 im Anstrich des ehemaligen
Verkehrsverbund Lanstrafiken Malmöhus.
Im Gegensatz zu früheren Planungen wurde nicht der
alte Bahnhof angefahren, sondern eine provisorische Endhaltestelle vor dem
Hafengelände errichtet. In unmittelbarer Nähe ist in den nächsten Jahren die
Errichtung eines neuen Fährhafens geplant, von dem die Fährverbindung zu der
Insel Ven, die zum Stadtgebiet gehört, starten soll.
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Am Morgen des Eröffnungstages wird der Museumsobus
101 aus Kopenhagen aus einer Halle im Hafen geschleppt, die Achse wird auf
dem Ausleger eines LKWs gehoben und so wird das Fahrzeug zur etwa 500 m
entfernt liegenden Endhaltestelle geschleppt. |
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Zur Eröffnung des Obusbetriebs wurde aus Kopenhagen
der Obus 101, ein dreiachsiger Leyland/KS/Metrovick-Obus
des Baujahrs 1938 nach Landskrona transportiert. Er
stammt aus der seit 1915 bestehenden HT-Sammlung der VB Kopenhagen, welche
demnächst vom dänischen Straßenbahnmuseum übernommen wird (mehr siehe: http://www.sporvejsmuseet.dk/2003/grafik/rek/1d.htm,
bitte dort Button klicken). Das 10 m lange, dreiachsige Fahrzeug war bis zum
Eröffnungstag in einer Halle im Hafengebiet abgestellt. Er kam aus Kopenhagen
am Dienstag zuvor und absolvierte am Mittwoch erfolgreich Probefahrten unter
der Fahrleitung. Gegen 9 Uhr wurde das 65 Jahre alte Fahrzeug zur
Endhaltestelle am Hafen geschleppt. Zusammen mit den zwei Obussen 7232 und 7233
pendelten die drei Wagen zwischen den beiden Endstationen, um die geladenen
Gäste vom Bahnhof in das Stadtzentrum zum Festplatz auf dem Kasernplan
zu bringen. Dort war der dritte Obus (7231) ausgestellt. Außerdem konnte hier
ein 15 m Dieselbus der Firma Solaris für Berlin (Nr. 1781), ein alter PKW und
einige Museumsfahrzeuge besichtigt werden:
-
T-Ford Bus
Bj. 1920, 4 Zylinder, 20 PS, 14 Passagiere Helsingborgs Modell- und Karrosseriefabrik
-
Scania B 811 Baujahr 1953, 8 Zylinder, 180 PS, 36
Sitzplätze vom Helsingborg Trafiken Museiförening
-
Scania B63 Baujahr 1951, 135 PS, 43 Passagiere,
SJ Nr. 1857 Scania-Vabis
Um 12:30 Uhr fand in einem Zelt auf dem Platz für
die geladenen Gäste ein Mittagessen mit zahlreichen Ansprachen statt. Gegen 14
Uhr fuhren die Obusse, die zwischenzeitlich in der Endhaltestelle am Hafen
abgestellt waren über Endstation am neuen Bahnhof bis vor den Festplatz auf,
auch der vormittags zur Besichtigung ausgestellte Wagen 7231. Vor den Obussen
auf einem Podest wurden weitere Ansprachen vor der Öffentlichkeit abgehalten
ehe die Umweltministerin Lena Sommestad ein Band
durchschnitt um somit die Abfahrt des ersten Obus freigab. Vorher wurden
zugedeckte Aufkleber mit Sprüchen über die Umweltfreundlichkeit der Obusse wie
„Landskrona mit Umwelt im Tank“ und
„Landskrona bussig mot miljön“ (etwa: eifrig
mit der Umwelt) enthüllt. Ebenfalls erhielten die drei Obusse Namen, die alle
mit El wie Elektrizität anfingen:
Betriebs-Nr.Kennz.ZulassungChassis-Nr.
Ella, 7231, TXT 772, 10.09.2003, SU92411663BPN-1069
Elvira,
7232, TXT 754, 10.09.2003,
SU92411663BPN-1067
Ellen, 7233, TXT 763, 10.09.2003, SU92411663BPN-1068
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Am Bahnhof (Stationen) warten Obus 7233 und der KS
101 am Samstag vormittag
darauf, die geladenen Gäste zum Festplatz zu bringen. |
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Für den Einsatz in Schweden erhielt der
Museumsobus 101 ein provisorisches Kennzeichen welches in der
Windschutzscheibe und an der Heckscheibe eingelegt wurde. Hier KS 101 am
Bahnhof, im Hintergrund der alte Wasserturm von Landskrona,
der 1970 durch einen Neubau im Hafengebiet ersetzt wurde. |
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Mit dem Durchschneiden eines grünen Bandes gab die
Umweltministerin Lena Sommestad die Abfahrt des
ersten Obus auf der Eriksgatan vor dem Kasernplan frei. Für die Dauer der Eröffnung wurde die
Straße für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Aus den Mitteln des
Umweltministerium gab es die Mittel in Höhe von rund 15 Mio. Kronen für die
Gesamtkosten des Projekts in Höhe von 38 Mio. Kronen (=4,2 Mio Euro). |
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Die Obusse nahmen die geladenen Gästen
auf und fuhren die gesamte Strecke ab. Anschließend konnten alle Fahrgäste eine
Freifahrt genießen. Ebenfalls war der Kopenhagener Museumsbus für alle
Interessierten kostenfrei freigegeben. Zusätzlich zu den zwei fahrplanmäßigen
Kursen, die von Dieselbussen bedient wurden, verkehrten die vier Obusse auf der
Strecke bis gegen 18 Uhr. Die Obusse 7232 und 7233 lösten dann die Dieselbusse
ab und übernahmen somit den Linienverkehr.
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In der Gegenrichtung wartete der Museumsobus 101
an der Haltestelle Radhuset, Obus 7232, gefüllt mit
geladenen Gästen, passiert den Wagen in Richtung Hafen. |
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In der Endschleife am Hafen pausiert Ellen (7233)
am Sonntag Morgen. Im Hintergrund die Bahnanlagen,
die nun ausschließlich für den Güterverkehr dienen. Der alte Bahnhof liegt
etwa 200 m nördlich (links in Blickrichtung). |
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Obus 7233 wartet am Bahnhof auf Fahrgäste. Im
Hintergrund das „Bahnhofsgebäude“ als Eingangsbereich eines
Einkaufszentrum mit vorgelagerten Kiosk, an dem auch
Bahnfahrkarten verkauft werden. Neben dem Schriftzug Landskrona
Station ist vermerkt, dass diese 9,90 m über NN liegt. |
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Die neuen Obusse wirken laut, besonders fällt das
laute Anlaufen der Hilfsaggregate auf. Es gibt jedoch Bestrebungen, dies zu
ändern (dies ist nun für Ende November geplant). Die Innengeräusche sind
unterschiedlich, beim Wagen 7233 wirken sie lauter als bei Wagen 7232. Die
Wagen des Typs Solaris/Ganz Trollino 12 sind 12 m
lang und 2,55 m (nach herstellerangaben) bzw. 2,60 m
(nach örtlichen Messungen) breit. Sie sind dreitürig, die hintere Tür ist
jedoch nur einflüglig, die beiden anderen sind 1,10 m und 1,27 m breit. Die
Wagen bieten 29 Sitz- und 55 Stehplätze. Die Obusse haben ein Dienstgewicht von
13.880 kg, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 18.290 kg. Somit dürfen die
Obusse gewichtsmässig nur insgesamt 63 Fahrgäste
befördern. Der Preis pro Obus lag bei 5 Mio SEK
(umgerechnet etwa 560.000 Euro), somit etwa doppelt so hoch wie ein 12-m langer
Niederflur-Dieselbus in Schweden. Die Obusse sind mit einem
Batterie-Notfahrbetrieb, bestehend aus 30 12V-Nickel-Metall-Hybrid-Batterien
ausgestattet. Damit können sie 4 km fahren, ehe die Batterien wieder aufgeladen
werden müssen.
Der Hilfsantrieb wird zum Depot genutzt, da hier
keine Fahrleitung für die 0,8 km Strecke errichtet wurde. Dieses hat auch den
Vorteil, daß keine Weichen erforderlich sind.
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Ellen (Obus 7233 fährt die Haltestelle Stationen
an. Auf dem Dachschild oberhalb der Fenster steht der Spruch „Landskrona – bussig mot miljön, über der
Eingangstür: Centrum
<-> Stationen |
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Der
Kopenhagener Museumsobus wurde am Samstagabend wieder in die Halle im
Hafengebiet geschleppt, er unternahm am Sonntag abend nochmals eine Sonderfahrt, Ebenfalls am Montag
abend war eine Fahrt für Mitglieder des Dänischen Strassenbahn-Vereins geplant ehe er am
Dienstag wieder nach Kopenhagen zurückgeschleppt wurde.
Dies ist der Auftraggeber
des öffentlichen Verkehrs in der südschwedischen Region
"Skåne" . Für
Informationen über den Stadtverkehr Landskrona ist
unter "Tider", danach "Tidtabeller", "Stadsbuss"
zu schalten, dann wird einen Übersichtsplan der Städte der Region gezeigt. Es
ist dann auf auf "Landskrona"
und anschliessend auf "Linie 3" zu klicken,
um einen Fahrplan in pdf-Format zu sehen, bzw. auf
"Karta", um den Linienplan zu sehen.
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Jürgen Lehmann