by Josha

Die Nacht taucht die Straße in ein unnatürliches Schwarz.
Kein Laut ist zu hören, abgesehen von dem sanften Platschen der Regentropfen,
die auf den dunklen Asphalt treffen.
Sie sieht seltsam verloren aus auf der langen Straßen, die sich ihr anzubieten scheint.
Trotz der Dunkelheit sind ihre Umrisse deutlich zu erkennen.
Das fast schon aufdringliche Weiß ihres Mantels sticht aus dem Schwarz heraus,
bildet einen unübersehbaren Kontrast.
Die langen, blonden Haare scheinen zu verblassen, als seien sie nur Schatten.
Ihr Gang scheint schwerfällig, drückt Verzweiflung, Traurigkeit, vielleicht auch Mutlosigkeit aus.
Ein unbestimmtes Gefühl von Leere legt sich auf mich, als ich sie sehe.
Alle Leichtigkeit ist dahin, allein ihr Anblick genügt, um mich in diese dunkle Atmosphäre zu drängen,
um diese Leere in mir auszulösen, die sich wie ein Schatten auf mich legt,
als wolle sie mich nie wieder verlassen.
Mein Herz scheint schweigen zu wollen, hört für einen Augenblick auf zu schlagen,
tiefe Traurigkeit steigt in mir hoch, als ich sie betrachtet, wie sie langsam einen Fuß vor den anderen setzt.
Selbst ihre Schuhe sind weiß.
Den Kopf hält sie nach unten gesenkt, als habe sie Angst vor dem, was sie sehen würde.
Der Mond ist nicht mehr als eine angedeutete Silhouette hinter dem tristen Grau der Wolken.
Der Regen wird stärker, langsam strecke ich meine Hand aus, fange den Ringen, halte ihn fest.
Immer mehr Tropfen sammeln sich in meiner Hand, bis sich eine feine Ader bildet
und das Wasser aus meiner Hand fließt.
Meinen Blick fest auf das Wasser geheftet, verfolge ich,
wie es einen Moment in der Luft zu stehen scheint, wie es sich dem Boden nähert.
Wie in Zeitlupe schlägt das Wasser auf dem Boden auf, spritzt in alle Richtungen,
ehe es aus meinem Blickfeld verschwindet.
Als ich aufblicke, ist sie fast auf meiner Höhe.
Das fahle Licht der Laterne scheint auf sie nieder,
als sie vorüber geht und sich ihre Tränen mit den Regentropfen vermischen.


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