Hallo alle zusammen, 2.9.02 TIBET Am 24.8. ging es dann also endlich los nach Tibet. Morgens war alles ziemlich kaotisch eigentlich war die offizielle Abfahrtszeit um 6Uhr. Doch am Tag davor sagte man uns, dass sich das auf 9Uhr verschoben hatte, da ein Bus noch repariert werden musste. Wir waren schon 1/2h vorher am Terminal, da wir noch Wasser u Essen einkaufen mussten. Als wir dort ankamen, sagte man ans, der Bus waere schon um 8Uhr abgefahren. wir konnten es kaum glauben. Nach naeheren Nachforschungen, was denn nun auf unserer Quittung stand stellte sich aber heraus, dass es sich um eine andere Busgesellschaft handeln musste. So gingen wir halt auf gut Glueck mal einkaufen. Wir trafen dabei auf zwei Deutsche, die genau die gleichen Infos hatten. Ums noch mal spanndender zu machen kamen wir erst kurz nach 9 wieder zurueck, doch der Bus war noch da... Dann gings los. Ein ganzer Tag durch die wunderschoene Berg- u Reisfelder-Landschaft Nepals. es war ein Traum. Je hoeher man kam, desto gruener wurde es. Es gab ein Wasserfall neben dem anderen, der eine schoener wie der andere. Es war interessant zu sehen, wie die Leute sich immer mehr veraenderten. Die Nepalis sehen ja eher wie Indier aus, waehrend die Tibetaner den Chinesen aehneln. So sah man also nepalesische, tibetanische u aus beidem gemixte Menschen. Die Fahrt selbst war auch so ein Abenteuer fuer sich: Es hatte die letzten 3 Tage staendig geregnet, weshalb es mehrere Erdrutsche gab, ueber die es nicht immer einfach war mit dem Bus zu fahren. Obgleich sich die Arbeiter aller groesste Muehe gaben, die Strasse so schnell wie moeglich wieder befahrbar zu machen. Tatsaechlich war es uns sogar moeglich ohne umsteigen bis zur Genze zu fahren. Dies haette geheissen, mit dem Gepaeck ueber die riessen Erdrutsch drueber zu klettern u auf der anderen Seite in einen anderen Bus einzusteigen + dafuer auch noch zahlen. Aber wie hatten ja Glueck. Ein Mal haben wir fast 2 h gebraucht um in eine grosse Mulde runter u dann vor allem wieder hoch, also raus zu kommen. Immer wieder rutscheten wir kurz vor der Geraden wieder rueckwaerts runter. Erst als alle aus dem 2. Bus mit einstiegen +viel Anlauf, hatten wir genuegend Reibungskraft um es hoch zu schaffen. An der Grenze mussten wir dann 1h warten, bi wir unsere Paesse kontrolliert u zurueck hatten. Waehrend dessen wechselten viele ihr Geld. Wir nicht, da der Kurs so schlecht war. Eine weitere 3/4 h dauerte es, bis wir den Ausreis Stempel hatten u in einen Transporter aufgeladen wurden, in dem wir stehend 1h lang den Berg im Regen auf einer super hupeligen Strasse zur tibetaniscehn Grenze hinauf fuhren. Dort angekommen wurden die Paesse wieder eingesammelt u kontrolliert. Der Witz des Tages war, dass die Grenze schon zu hatte. Diese machte schon um 18Uhr zu. Durch die Zeitverschiebung hatten wir, zusaetzlich zu der spaeten Abfahrt, noch mal 2h15min verlohren. Dies hiess fuer uns, die Paesse u die grossen Rucksaecke der Grenzbehoerde zu ueberlassen. Eine andere Wahl hatten wir nicht. Das Hotel wo wir schliefen war eigentlich ganz OK, nur eine Dusche gab es nicht! Am naechsten Morgen schauten wir uns die kleine Stadt am Hang genauer an. Sie hatte unglaublich haessliche viereckigen chinesische Gebaeude, u die Leute waren wie immer an einer Grenze etwas komisch drauf. Die Umgebung war dazu der totale Kontrast. Man hatte einen wunderschoenen Blick auf die gruenen Berge von Nepal hinunter- im Sonnenaufgang. Auf der Rueckseite gab es 4 Wasserfaelle nebeneinander zu bestaunen. An der Grenze warteten wir an diesem Morgen von 9-14Uhr, bis nach Stundenlangem warten die EinreiseTaetigkeiten, sowie die Organisation von genuegend vielen Jeeps organisiert waren. Eigentlich sollten wir mit einem Bus weiterfahren, aber aus irgend einem Grund hatte das nicht geklappt u er wurde durch Jeeps ersetzt. Allerdings waren es fuer 21 Leute viel zu wenige, weshalb wir noch auf zwei weitere warten mussten. Dann konnte es endlich losgehen. Innerhalb kuerzester Zeit aenderte sich die Landschaft von feucht u dunkelgruen in trocken u braun. Wir erreichten somit in kuerzester Zeit ganz schoen an Hoehe. Unser hoechster Punkt war 5220 m. Die Landschaft veraenderte sich staendig. Fasziniert konnte ich den Blick nicht mehr von den Yaks lassen, die mit so grosser Hoehe problemlos fertig werden u sogar Bergpaesse bis 8000m in Eiseskaelte gut meistern. Nett waren auch die kleine rund angelegten Felder vor den kleinen tibetanische bunt verzierten Haeusern. Bis abends um 18Uhr waren wir unterwegs. Unser Tagesziel Lhartse erreichten wir natuerlich nicht. Aber es war auch besser so denn Old Tigre war ein niedliches im typisch tibetischen Baustil gebautes Dorf. Ganz klein eben. Die Leute starrten uns neugierig an, sowie wir natuerlich auch sie anstarrten. Die Landschaft drum herum war auch farblich ein Traum, die Umgebung idyllisch- in der Sichtweite des Himalaya. Wie die Leute gerade mit ihren Yaks, Kuehen, Ziegen, Schafen u schoen geschmueckten Pferden u Eseln vor den Karren von den Feldern zurueckkamen. Wie die grossen jungen Tibetaner mit ihren roten Baendern, die um die pechschwarzen gewickelt sind, Billard draussen in der Eiseskaelte spielen. Abends freuten wir uns ueber eine heisse leckere Gemuese-Nudelsuppe u eine Portion Momos. Das sind Teigtaschen in denen Gemuese u manchmal auch Fleisch drin ist. Die tunkt man dann in Chilli u Sojasosse. Dazu probierte i mal den Buttertee aus mit Yakbutter + schwarzer Tee. War gar nicht schlecht, aber der MilchTee schmeckt besser. Viele von den Mitreisenden hatten die Hoehenkrankheit. Lena u i htten da zum Glueck gar kein Problem. Zur Vorbeugung hatten wir viele Knoblauchzehen gegessen u viel Wasser, Tee u Electrolyt getrunken. Dafuer mussten wir auch alle paar Minuten super dringend aufs Klo, was fuer das Weiterkommen mit dem Jeep natuerlich nicht gerade foerderlich war. Doch es hat ja geholfen. Am naechsten Morgen fuhren wir frueh los, um die verlohrene Zeit vom Tag davor wieder reinzuhloen. Auch am Morgen hatten wir leider kein Glueck u die Wolkenwand versperrte uns die Sicht auf den Himalaya. Wir fuhren auf 5220 m- es war wunderschoener Blick hinunter auf die Flusstaeler auf beiden Seiten u die Schneebeeckten 7-8tausender Berge um einen herum. Auf jedem Gipfel gibt es Pyramiden aus aneinander gehaengten Gebetsfahnen. Wodurch die darauf stehenden Gebete der Pilger durch den Wind fortgetragen bzw. aktiviert werden. Sie sind in den Farben blau(Raum) weiss(wasser) rot(Feuer) gruen(Luft) gelb (Erde)- also aus den 5 Elementen. Ausserdem sind darauf noch die beschuetzenden Tiere Garuda(Vogel) Drache, Tiger u Loewe abgebildet. Danach kamen wir dann endlich nach Lhatse, der Stadt, in der wir eigentlich uebernachten haetten sollen u zum Glueck nicht tataen, da sie schrecklich haesslich, das heisst mit chinesischen Bauwerken verschandelt wurde. Die Gebaeude waren mit weissen Badekacheln verputzt. Da waren wir natuerlich froh die Nacht in einem so netten typischen Dorf mit bunt verzierten tibetischen Haeusern verbracht zu haben. Nach dem Mittagessen gings dann Richtyung Tagesziel Shigatse. Die Landschaft veraenderte sich wieder. Wir kamen wieder etwas tiefer in der Hoehe. Es gab weit u brei nur Hirsefelder zu sehen u hart arbeitende Tibetaner. Das Beste war ein Gespann vor dem Pflug, das aus einer Kuh u einem Yak bestand. In Shigatse angekommen gingen Lena gleich los um uns das Kloster Tashilhunpo in der Abendstimmung anzuschauen. Es war gigantisch schoen. Wir stiegen auf einen Huegel um die golden glaenzenden Daecher u in den Komplex hinunter zu schauen. Spaeter konnten wir ein paar Moenche noch zu ihrer live gespielten Musik aus Trommeln u einem ditscheridu aehnlichen Instrument tanzen sehen. Was eine seltenheit ist. Dort trafen wir auf Laszlo, einen Ungar, den wir noch oefter auf der Reise treffen sollten u mit dem wir den Rest unsere Tage in Tibet noch reisen sollten. Er war schon mal vor 6 Jahren in Tibet u reist auch fuer sein Leben gern. Am naechsten Morgen schauten wir das Kloster mit unserer Gruppe u dem Guide zusammen an. Der Guide hatte allerdings nicht so arg viel drauf u mit dem Englisch happerte es genauso , wie an der Faejigkeit meine vielen Fragen zu beantworten ohne vorher einen Moench nach der Antwort fragen zu muessen. Franzosen aus der Gruppe hatten einen extra Guide organisiert, welchen i mich dann einfach anschloss u ihn loecherte. Der war frueher mal 6 Jahre Moench u kannte sich so zum Glueck super gut aus. Nach diesem lehrreichen Morgen fuhren wir weiter nach Gyantse, wo wir unsere letzte Nacht verbringen sollten u Nachmittags noch das Kloster Pelkhor Chode anschauten. Das besondere an diesem war vor allem die wellig-rund gebaute bunte 11 stoeckige Stuba. Sie enthielt unglaublich viele kleine Chapels mit Figuren oder einfach nur fein gearbeiteten Malereien darin. Von oben hatte man einen wunderschoenen Blick auf die umgebende Landschaft, das Dorf u den Dzong. Ein ehemaliges Kloster, dass auf einem hohen spitzen Huegel sitzt und wie eine Festung auf einen herunter blickt. 1959 wurden die ganzen kleinen Kloester von den Chinesen zerstoert. Gyantse Dzong ist das einzige uebrig gebliebene, da die Chinesen es als Festung bzw. Stuetzpunkt benutzt hatten. Heute ist es ein Museum, in dem die Waffen der Englaender aus dem Jahre 1904 ausgestellt sind. Die Englaender hatten damals schon einen Zerstoerungsfeldzug vorgenommen. Pervers... NAchts gingen Lena, ich u eine Gruppe Englaender auf den Berg hinauf um zu versuchen innerhalb der Mauern des Dzong zu kommen um auf dem hoechsten Punkt die Sterne anzuschauen. Doch auf halbem Weg wurden wir durch die hohen Mauern u eine pompoesse verschlossene Tuer daran gehindert. Kein Eingang war zu finden. So genossen wir halt von dort die helle Sternen Pracht. Der 28.9. war unser letzter Reise Tag. Wir hatten wieder einige Hoehen um die 5000m zu ueberwinden, bevor wir ins Tal nach Lhasa hinunter fuhren. Der Weg war gepraegt von einem wunderschoenen Stausee in dem eine kleine Insel mit einer Klosterruine schwamm, sowie einer waren Pracht von weissen Bergen. Einer davon war besonders hoch, schneeweiss u unglaublich schoen. Ein ueber 7tauesender. Man sah ihn den halben Tag lang. Auf einer Hoehe wartete eine Gruppe von Tibetanern, die ihre Yaks fuer die Touristen zum Fotografieren u zum Reiten herausgeputzt hatten- natuerlich gegen ein paar Yuan. Wir fanden den Glaetscher aber fotogener. Er erinnerte uns an den Vulkan Cotopaxi in Nicargua bzw. an den von dem Film Frankenstein... Vor der letzten Hoehe fuhren wir noch ewig an dem See Yamdrok Yutso entlang. Er lag idylisch zwischen den schneebedeckten Bergen. Um ihn herum grasten viel Pferde, Yaks, Kuehe, Schafe, Ziegen und auf ihm fuhren die Fischer ihre Kaehne zum Fischen aus. Was ein Bild. Auf der Hoehe genossen wir die Aussicht auf das Lhasa Tal, bevor die Horrorfahrt begann. Schon am See waeren wir wegen eines unnoetigen zu scharfen Bremsmanoevers fast ein paar Meter in den Fluss hinunter gestuerzt. Doch nun ging es wirklich tief nach unten. Die Staubwolken der LKWs waren fast nicht zu durchsehen u wir mussten unseren Fahrer einige Male davon abhalten zu nahe aufzufahren oder ein gefaehrliches Ueberholmaoever zu starten. Nach dem wir erleichtert endlich unten angekommen waren, konnte i kaum noch richtig durch meine Kontaktlinsen sehen. So dass i mich entschied diese so bald wie moeglich raus zu holen u den naechsten Tag mit Brille zu verbringen. Lhasa ist ganz OK. Es ist eine Stadt, die hauptsaechlich in der Hand der Chinesen ist, was man an der sehr chinesisch beeinflussten Architektur gleich sah. Beeindruckend sind die Massen an Pilgern die taeglich eintreffen und im Urzeigersinn um die Kloester ("Chora")u in den Kloestern herum laufen. Doch darueber das naechste Mal. Seither haben wir so einige Kloester um Lhasa herum angeschaut. Morgen gehts 3 Tage zum See Namtso, wo wir hauptsaechlich zu planen zu wandern. Danach heisst es wahrscheinlich schon Abschied nehmen. Meinen Flug am 12.9.von Kathmandu nach Bangkok habe i nach meheren spannenden Tagen doch noch bekommen. So kann i meinen normalen Rueckflug von Bangkok nach Stuttgart warnehmen. Das einzige offene Problem besteht nun darin nach Kathmandu zu kommen. Die Jeeps, mit denen wir herkamen u die einen in 2Tagen fuer 30$ zur Grenze mitnehmen, fahren immer Donnerstags, also am schon am 5.9.. An dem Tag komme i 1. erst vom See zurueck u 2. wollte i eventuell noch das erste Kloster Tibets sehen- Samye. Dieser Trip braucht mindestens zwei Tage. So habe i ein paar Zettel an die Schwarzen Bretter gehaengt, um nach gleich gesinnten zu suchen. Heute Abend traf ich auf drei Tschechen, mit denen i eventuell einen Jeep zurueck teilen koennte. Mal sehen, was bis am 5.9. dabei rauskommt... Lena will auch bis zum 20.9. wieder nach Dtld. zurueck, ist sich aber noch nicht ganz schluessig ueber welchen Weg sie diese Rueckreise am guenstigsten bewaeltigen kann. DBs, bis bald, Claudi