Hallo wieder aus Kathmandu, 11.9.02 ja i bin wieder in Nepal. Morgen gehts zurueck nach Germany. I setze mein Tibet Bericht dann mal fort: Am naechsten Tag nach der Ankunft kuemmerten wir uns um die Rueckreise, bzw. versuchten es- u zu traurig, das gleich nach der Ankunft machen zu muessen, aber die Fluege waren schon ziemlich ausgebucht. Das Beste an Lhasa ist, dass man von dort aus keine internationalen Fluege buchen kann, hoechstens einen Flug nach Chengdu in China, oder nach Kathmandu. Auskuenfte ueber Preise u so weiter gibts auch nicht. Bis spaet Nachmittags waren wir unterwegs u hatten doch nichts erreicht. Deprimiert gaben wir auf. Wir setzten uns mit Laszlo, dem Ungar, der mit uns das Zimmer teilte, zusammen u beratschlagten, wie wir die naechsetn Tage organisieren werden. Da er vor 6 Jahren schon mal Tibet bereist hatte, wussete er etwas besser ueber Insider Tips Bescheid. Was schliesslich nach Tagen dabei herauskam, war, dass i ueber das Telefon einen Flug bei unserer Reiseargentur in Kathmandu von KTM nach Bangkok buchte. Diesen Flug legte i so, dass i im Anschluss mit nur 6h Wartezeit meinen normanlen Rueckflug von BKK nach Stuttgart nehmen konnte. Lena hatte bis am 5.9., also 5Tage vor ihrem Abflug unschluessig hin- u herueberlegt, was sie denn machen koennte um moeglichst billig u ja nicht zu frueh bzw. zu spaet vor dem erhofften Studium zu Hause anzu kommen. Da das mit dem Studium sich bei ihr auf den 9.10. verschoben hat, hat sie wieder die Wahl noch laenger in Asien zu bleiben, oder von Chengdu mit dem Zug 50h nach Hongkong zu fahren u von dort einen Flug nach Dtld. zu buchen. Bei mir gab es dann noch ein weiteres u, wie sich herausstellte groesseres Problem. Naemlich von Lhasa moeglichst billig u schnell nach Kathmandu zu kommen. Der 1h Flug haette ueber 300 Euro gekostet- verueckt nicht!!?? Die andere Moeglichkeit waere mit einer Gruppe einen Jeep zu teilen u 2Tage nach KTM zurueckzufahren. Nete Idee, nur erst mal eine Gruppe finden, die zum gleichen Zeitpunkt in KTM ankommen will. Doch i hatte Glueck, auch wenn es sich erst zwei Tage vor der Abfahrt richtig entschieden hat. Das alles hat richtig viel Nerven gekostet u durch die ganze Zeit in Tibet gezogen. Daraus habe i gelernt, dass man eben alles besser u solider planen muss, wenn man mal nicht unendlich viel Zeit sondern nur wenige Wochen zur Verfuehgung hat. Trotz allem hatten wir drei- Lena, Laszlo u ich- eine schoene Zeit in Tibet. Das Jokhang Kloster gleich um die Ecke ist einer der heiligsten Kloester u somit eine wichtige Pilgerstaette. Jeden Tag laufen 1000ende von Pilgern aus aller Welt u vor allem aus allen Teilen Tibets im Uhrzeigersinn um dieses Gebaeude herum. Man nennt diesen Weg die Chora. Die wird drei Mal gelaufen u dann in das Kloster gegangen. Im Tempel gibt es noch mal einen Chora, waehrend die glodenen Gebetsraeder gedreht werden. Ein Pilger muss die Chora 180 mal laufen, was bestimmt 4 h dauert. Danach gehen die in den geschlossenen inneren Teil des Klosters, in dem sie die verschiedenen Buddha u historischen Figuren anbeten, anfassen u Opfer bringen. Die Opfer bestehen aus Geldscheinen, die sie vor die Figuren legen oder an sie stecken (von Zeit zu Zeit wird das Geld von den Moenchen eingesamelt u zur Erhaltung des Klosters verwendet.) Weitere Dinge sind weisse Schals, oder auch Gegenstaende, wie Stifte, um fuer ein erfolgreiche Schularbeit zu beten. Das meist gebrauchte neben dem Geld ist Butter, die sie in riessen Toepfe loeffeln- die Butterkerzen. Das macht einen widerlichen Geruch- aber besser wie Yakbutter... Das Innere ist immer sehr dunkel u ist mit seltsamen Figuren dekoriert, die dei verschiedenen wichtigen Personen Goetter u Buddhas im tibetaniscehn Buddhismus darstellen. Die Grimmassen die die Masken teilweise schneiden fand i gelegentlich etwas zu extrem u schon fast furchteinfloessend. Der tibetanisceh Buddhismus ist eben durch seine jahrelange Isolation etwas anders u sehr speziel- von der Bon Religion beeinflusst, die es davor in Tibet gab u immer noch gibt. Nach den Anbetungen der vielen "Puppen" gehts wieder raus u es wird sich 180 mal vor dem Kloster verbeugt, bzw. davor gerutscht. Das funktioniert sungefaehr so: Der Pilger steht mit zusammen gebundenen Beinen. An den Haenden hat er eine Art Badeschlappen aus Holz. Dann wird sich hingeknietu mit den Haenden in den Slippers auf dem Boden so lange vorwaerts gerutscht, bis die Stirn flach auf dem Boden liegt. Das Thema hygiene auf der strasse lassen wir hier mal weg... Dann wird zureuck auf dei Knie gerutscht u wieder aufgestanden. Eben 180 mal- ca. 3h. Was die Menschen fuer ihr "enlightment"... so auf sich nehmen ist unglaublich. Doch auf eine weise ist es gar nicht schlecht. Die ganzen alten u auch jungen Leute bleicben so fit. Das Pilgern zu den vielen verschiedenen Kloestern in Tibet ist auch eine schoene Art mal aus ihrem Dorf zu kommen u ihr Land kennenzulernen, auch wenn das viele zum Betteln zwingt. Doch es soll einen auf dem Weg zur Erloesung weiterbringen diesen Menschen etwas Kleingeld zu geben... Das zum Buddhismus u den unermuedlichen Pilgern, die taeglich um den Jokhang Tempel u all die vielen andern Kloester pilgern. Wir drei gewoehnten uns an , jeden Abend, wenn wir gerade mal wieder in Lhasa waren, am Abend mindestens ein Mal die Chora um den Tempel zu wandern. Manchmal zusaetslich noch innen. Das Highlight war der bekannte Potala Palace, der riessig, mitten in der Stadt auf einem Huegel ueber Lhasa blickt. Es gibt in diesem unglaublich viele Raeume mit ausgestellten Figuren, den Wohnteil der Dalai Lamas u den Tonnen schweren goldenen mit Edelsteinen verzierten u riessengrossen Graebern der Dalai Lamas. Ausser dem hat man natuerlich einen super Ausblick auf Lhasa. Der Potala Palace war schon sehr beeindruckend- so viel Gold auf einem Haufen u draussen kaempfen die Bauern taeglich um ihre Existenz. Doch scheinbar ist es gerade das was die Menschen brauchen- sich an was festhalten koennen, an etwaas schoenem maechtigen. Sie verteilen ja freiwillig u gerne ihre Opfergeldscheinchen... In Lhasa schauten wir uns bei einer Gelegenheit auch mal das moslemische Viertel mit deiner Mosche an. Lustig, wie ploetzlich die Leute anders angezogen sind. Lena u Laszlo haben in einem moslemischen Restaurant ihr Lieblingsgericht- Dalumian- entdeckt, dass sie fortan am liebsten jeden Tag gegessen haetten. Dalumian ist eine Suppe mit leckerem vielfaelltigen Gemuese u moslemischen dicken Nudeln. Das Sera Kloster ist ca. 1/2h vom Zentrum entfernt. Zwar hatten wir nicht viel Zeit diesen grossen Komplex angemessen zu besichtigen, doch wir hatten das Glueck bei einer Diskussionsrunde der Moenche dabei zu sein. Sie fand in einem ummauerten Garten statt. Die Diskussions Art ist sehr eigen. Es sind viele verschiedene kleine Grueppchen, die ueber ein Thema diskutieren. Der, der was zu sagen hat steht. Am linken Arm traegt er seine Gebetskette. Waehrend er redet klatscht er immer wieder stark in die Haende. Bei dieser Vorwaertsbewegung gleitet ihm die Kette von dem Oberarm bis ans Handgelenk. Beim naechsten ausholen zum Klatscehn zieht er die Kette wiieder nach oben bis an die Achsel u das ganz geht von vorne los. Gelegentlcih wird einem dem Beredeten uebers Gesicht gestrichen u/o abschliessend versoehnend die Hand geschuettelt. Manche sassen auch nur friedlich in einer ruhigen Gespraechsrunde. Die Bedeutung dieser Getikulatinsreichen Diskussions Art konnte i leider nicht herausfinden. Ueber die laenger dauernden Pilgerfahrten auserhalb Lhasas berichte i dann das naechste Mal- von zu Hause aus. Morgen gehts um 13.40Uhr von KTM aus los nach Bangkok. Um 0.40Uhr geht dann mein Rueckflug nach Stuttgart, wo i morgens um 10.55Uhr landen werde. Ach noch eine kurze Neuigkeit, die wahrscheinlich so manch einen interessieren wird- das Studium.. Ja, i bin tatsaechlcih auf Anhieb angenommen worden, so ein Glueck muss man bei Tiermedizin erst mal haben. Am 14.10 gehts los. Der Studienort?: Muenchen. Zurueck zu Hause gehts also erst mal auf Wohnungssuche. Anscheinend ist die Wohnungssituation in Muenchen gerade nicht ganz so schlimm, wie sonst, da die Wirtschaft dort gerade stagniert. Na dann mal schauen... Bis bald, DBs Claudi