Salut allerseits, schon lange habe ich nicht mehr geschrieben. Inzwischen ist viel passiert. Das letzte mal erzählte ich, dass ich in den Ferien in die Camargue zum Radeln fahren würde. Das habe ich dann auch getan. Am Samstag gings Nachmittags erst mal mit dem Auto los. Es war furchtbares Regenwetter, so dass ich mich entschied die Fahrt nach Avignon (meinem Radelstartpunkt) langsam und gemütlich zu gestalten und dabei die Gegend Rhôn-südlich von Lyon- zu besichtigen. Es gibt dort einige Nationalparks. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass es noch mal schneien würde-v.a. nicht so. Es war ein Regelrechter Schneesturm, der mich dort in den niederen Bergen erwischte. Ursprünglich wollte ich ja dort mit dem Fahrrad fahren. Man war ich froh, dass ich mich dagegen entschieden hatte. Abends übernachtete ich im Auto. Ich suchte mir einen schönen Platz am großen Stausee in der Nähe von St.Etienne. Am Morgen erwartete mich eine wunderschöne Aussicht auf die riesige Staumauer und ein grusselig anmutendes Schloss auf einer Insel. Noch grusseliger erschien mir dieses bei dem Gedanken, dass es bevor, der Stausee existiert hatte, auf diesem spitzen Felsen wahnsinnig hoch gelegen haben muss. Es gibt auch eine kleine Geschichte dazu, über ein Mädchen, dass von dem damaligen Schlossherren gefangen genommen wurde und erst nach einem Jahr durch eine große Befreiungsaktion des Dorfes wieder erlöst wurde. Naja, nach einer kleinen Exkursion zur Panorama Burg auf dem Hügel gegenüber gings dann weiter Richtung Vulkangebiet (Nähe Clermont-Ferront). Ich wollte natürlich nicht außen herum fahren und verfuhr mich dann natürlich gnadenlos im Schnee dieser Hügel. Irgendwann landete ich dann in der kleinsten Sackgasse der Welt-so kams mir vor. Da kam ein der nette Besitzer und beschrieb mir den Weg Richtung Nationalstraße. Die führte dann an einigen schönen Seen vorbei, die im Sommer ziemlich beliebt sein sollen. Jetzt stand nur ein vereinzelter Fischer im kniehohen Schnee dort. Wie schön die Stille zu genießen. Ich war ja Richtung Ardèche unterwegs. Immer noch fuhr ich im Schnee bis ein Tunnel kam. Diesen Tunnel werde ich nie vergessen. Er war wie ein schwarzes Loch: ohne Licht, ohne Reflektoren, einfach nur schwarz. Und dahinter, auf der anderen Seite des Berges: Sommer, Sonne, grüne Landschaft. Wahnsinn! Den restliche Weg hatte ich ein Farbenflash bei Sonnenuntergang-wirklich genial. Abends kam ich dann endlich in er Ardèche an, wo ich mir einen wunderschönen Platz am Pont d’Arc raussuchte. Wildcamping ist zwar verbiten, aber das merkt ja keiner, wenn man im Auto schläft und alles abdeckt. Am Strand spielte ich noch ganz romantisch Gitarre im Kerzenlicht, bevor ich in süße Reiseträume fiel. Am nächsten Tag gings weiter ich schaute mir die Gorges an: genial. Gegen Mittag war ich dann endlich in Avignon, von wo aus ich dann richtung Camargue mit dem Fahrrad gestartet bin.