ATW11 -02 Am Flughafen in Panama City angekommen kaufte sich Lena im Duty- free Bereich endlich einen neuen Fotoaparat als Geburtstagsgeschenk. Draussen knallte uns die schwuele Hitze entgegen, nachdem wir aus dem kalten, regnerischen Quito kamen... Wir nahmen einen Bus ins Viertel Bella Vista. Darin trafen wir auf einen Einheimischen, der gut Englisch sprach u uns netterweise mit dorthin begleitete, um uns bei der Hotelsuche zu helfen. Die Gegend dort war naemlich nicht gerade ungefaehrlich, wie die meisten in der Stadt -ausgenommen die Reichenviertel, die halt doch ziemlich stark ueber unserer Preisklasse lagen. Die Hotels in Panama sind doppelt so teuer, wie in Ecuador, wie so viele Sachen. Daran mussten wir uns mit der Zeit erst mal gewoehnen. Abends gabs noch eine Parade der Feurewehrmaenner, die den Unabhaengigkeitstag von den USA am naechsten Tag einleitete. War ganz nett, aber schon am ersten Abend bekamen wir staendig Begleitschutz von Polizisten, was sich in den naechsten Tagen auch nicht aendern sollte, im Gegenteil... Der ertse Eindruck von der Stadt war: sehr amerikanisiert (die bunt beleuchtete Haupteinkaufsstrasse vor allem), viele Schwarze u komische Leute, viele Polizisten u ein unangenemes Gefuehl sobald man auf die Strasse ging, dass man jeden Moment beklaut werden koennte. Am naechsten Morgen schliefen wir bis um 11Uhr aus, so lange wie in Cochabamba in Bolivien nicht mehr. Das tat mal wieder so richtig gut. Wir liessen den Tag also langsam u gemuetlich angehen, denn die meisten Laeden hatten sowie so den ganzen Tag zu. Wir planten einen Ausflug in die nahe Altstadt. Die Gebaeude dort sind ein einziger Kontrast. Da steht z. B. neben dem hochbewachten weissen (im amerikanischen Stil gebauten) Praesidentenpalast ein leeres, mit Baeumen ueberwuchertes Haus. So sieht´s da ueber all aus, ganz zu schweigen von einigen heruntergkommenen Gassen. Wir liefen auf der Promenade entlang zum Mirador auf den Panama Kanal. Mit dem Wetter hatten wir etw. Pech, doch es war schon beeindruckent vor diesem riesigen Meisterwerk zu stehen, an dem 75000 Menschen Jahre lang getuefftelt, geplant u vor allem dann wirklich gebaut haben. I freute mich schon darauf die Schleuse Miraflores zu sehen. Martin wollte sich dann ein Eis kaufen. Dabei bemerkte er, dass ihm sein Geldbeutel fehlte u ziemlich sicher wohl gestohlen wurde, als er auf dem Plaza de Independencia im Pavillon bei Regen gemuetlich vesperte. Zum Glueck wars aber nicht all zu schlimm. Es waren "nur" 20$ Bargeld, 120$TC, die er am naechsten Tag schon zurueck bekam, Studenten-, Jugendherbergs- u Lufthansa Ausweis darin. Wir liefen zurueck zum Platz, wo fuer uns die Polizei gerufen wurde. Dann wurde es erst richtig abenteuerlich. Innerhalb weniger min hatten sich 19 Polizisten um uns versammelt, die mit Motorrad, Fahrrad, Auto oder zu Fuss ankamen. Die Touristen Polizei, die Englisch spricht kam dann auch noch u fuhr uns Stundenlang von einem Revier ins naechste u wollte tausendmal den Inhalt des Geldbeutels wissen. Schliesslich wurden wir dann auch noch bis ins Hostal zurueck begleitet. Dann endlich hatten wir unsere Ruhe. So ein langer Aufwand um so eine kleine Angelegenheit! In Huaraz ging das in 5 min. Doch dafuer haben sie es echt lobenswert genau gemacht. Mit Polizeibericht eben u allem drum u dran. Abends gingen wir dann noch in den einzigen geoeffneten Supermarkt in der amerikanischen riesen Einkaufsstrasse u trauten unseren Augen nicht. So viele Artikel aus den USA. Ueberhaupt kam man sich in diesem Supermarkt vor, wie in den USA- allerdings leider auch bei den meisten Preisen. Am 29.11. wollten wir eigentlich schon gegen abends weiterreisen, nach dem wir im Stadtnahen Parque Natural Metropolitana durch den Jungle zum Aussichtspunkt ueber Panama-City u den Panama Kanal gewandert sind u mittags unsere Erledigungen u restlichen Einkaeufe erledigt haben. Wir machten auch noch ein schoenes Foto vom Dach eines der Nobelhochhaeuser in der Reichengegnd- in diesem hat jeder sein eigenes Stockwerk!... Doch alles brauchte mal wieder laenger als wir dachten u schliesslich wurde es dunkel u wir hatten immer noch nicht alles fuer unsere Paeckchen zusammengefunden, die wir noch vor 5Uhr abschicken wollten, bevor die Post zu machte. Schliesslich entschieden wir uns doch noch mal eine Nacht in der von mir gehassten Stadt zu bleiben u am naechsten Tag sowohl das vollstaendige Packet abzuschicken, als auch noch die Miraflores Schleuse zu sehen, wie die riesigen Schiffe aus aller Welt dort durchgeschleust werden. Es war schon faszinierend vor allem im Vergleich zu unserer kleinen Neckarschleuse vor der Haustuer! Nachmittags fuhren wir dann weiter nach El Valle. Ein nettes Dorf in den tropischen Bergen nord- westlich von Panama. Von dort aus machten wir am naechsten Tag einen kleinen Ausflug zu einem schoenen Wasserfall Park: Monument Natural Cerro Gaital Dann fuhren wir weiter ueber David nach Almirante, wo wir in einem ekligen u penetrant nach Scheisse...stinkendem Hostal uebernachteten um am folgenden Morgen mit dem Boot nach Bocas del Toro zu fahren. Einem Ort auf der Insel Colón, von wo aus man andere Insel u Strandtouren unternehmen kann. Dieses Hotel war endlich mal wieder besser u der Hausbesitzer echt super nett. Wir trafen noch eine 28 jaehrige Studentin aus Koeln, die gerade fuer ein halbes Jahr in Cost Rica arbeitet u jetzt nach drei Monaten u vor dem Firmenwechsel fuer 3Tage ausreisen musste. Sie schlief mit uns im Zimmer u verbrachte mit uns den 1.Advent auf einer einsamen Insel am Strand unter Palmen am "Punta Hospital", wo wir in den schoenen Korallenriffen schnorchelten- so ein ruhiger Tag am Strand war echt mal erholsam. Abends kochten wir dann noch gemuetlich unsere eigenen Nudeln aus Quito, da das Essen wegen der vielen Touristen in der Stadt zu teuer fuer unseren Geldbeutel war. Heute am 3.12. fuhren wir dann schon wieder weiter ueber David nach Cerro Punta, wo wir eigentlich eine schoene 4-6h Wanderung durch den Nationalpark nach Boquete machen wollten. Doch als wir dort ankamen war es schon kurz nach drei Uhr u so machten wir eben nur eine kleine um die Umgebung etw zu sehen. Auf der Hin- u Rueckfahrt sah man ja auch schon viel von der Landschaft u dem Volcano Barú. Die Landschaft, die Haeuser u die Landwirtschaft, mit dem vielen Gemuese u Blumen (auch ein bisschen die netten ausgeglichenen, etw. hellhaeutigeren Menschen dort) erinnerten uns sehr an zu Hause u wir waeren eigentlich ganz gerne noch etw. laenger geblieben. Vor allem i (bis auf den Heuschnupfen wegen der Blumen), denn i haette doch noch gerne den Nationalpark etw. besser kennengelernt. Aber wir hatten ja auch nicht unsere grossen Rucksaecke dabei u die anderen 2 wollten halt auch weiter. So fuhren wir heute Abend wieder zurueck nach David, von wo aus wir Morgen weiter ueber die Grenze nach Costa Rica fahren. Mal sehen, wie´s dort wird. Die Preise jedenfalls sollen mal wieder doppelt so teuer sein. - Dafuer aber die schoensten Straende geben... So, dann mal viel Spass beim lesen, u eine schoene Adventszeit. DBs Claudia