21.6.-10.7.2005 Hola, ¿que tál? Viele haben mir nun schon geschrieben, wie es mir denn so geht in Argentinien. Super sage ich Euch. Allerdings habe ich es bisher noch nicht geschafft einen Bericht zu schreiben. Die Arbeit in der Klinik nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und so bin ich am Abend und am Wochenende super fertig bzw.habe nicht gerade Lust bei Sonnenschein vor dem Computer zu sitzen.. Jetzt gibts für Euch einen riessen sprung von frankreich auf den südamerikanischen Kontinent. Die letzte zeit in frankreich habe ich zwar verfasst, aber eben auf Papier. Ich schreibe lieber von meinen Erlebnissen in Argentinien, was die Mehrheit wohl auch mehr interessieren wird…!?¡ Alsole, am 21.6. gings ja los im Flieger Richtung Amerika. In Washington habe ich sowohl hin- als auch rückzuss einen Zwischenstopp. Auf dem Hinflug allerdings nur 6h, was einen Ausflug in die Stadt unmöglich machte, da die Verkehrsanbindung etwas nicht sehr gut ist. V.a. bei Stau während der Rush hour sei dies wohl nicht zu empfehlen. So habe ich in der Zeit etwas transport Recherche betrieben, um auf dem Rückflug gleich losstarten zu können. Da habe ich nämlich 11h zeit. Nach einigen Umfragen und unehrlichen Antworten, habe ich dann doch noch die öffentliche und günstigste Möglichkeit gefunden nach Washington D.C. zu kommen und legte mich danach ausserhalb des Flughafens gemütlich in einen kleinen Park alleine unter den Bäumen mit Vogelgezwitscher zur Ruhe. Was eine Erholung… In Buenos Aires nahm ich dann den öffentlichen Bus “direkt” zum Busterminal Retiro, von wo aus die Langstreckenbusse abfahren. Ich wusste natürlich schon vorher, dass die Fahrt ca.2h dauern würde. Denn der Flughafen war sehr weit ausserhalb des Stadtzentrums. Ich wollte ausserdem eben die Vororte sehen, in denen die ärmeren Leute leben. Da gab es z.B. noch Pferdegespanne, die den Müll für ihre Besitzer-die Müllmänner- durch die Strassen fuhren. Ausserdem bekam ich dadurch eine gratis Stadtrundfahrt. Den Bus nach Mendoza nahm ich gleich 2h später-um 16Uhr, in der Absicht noch was von der Landschaft zu sehen. Ich lief noch etwas in der Hafengegend rum, um schliesslich enttäuscht festzustellen, dass es unmöglich war als Externer bis ans Meer zu gelangen. So führt ich wenigstens ein nettes Gespräch mit ein paar Hafenarbeiten am Asado(Grill)-Stand. Wie sich spatter herausstellte hatte ich nicht nur die langsamste Busgesellschaft gewählt, sondern auch die schlechteste und unzuverlässigste. Das war nämlich der Grund, warum der so früh abfuhr. Erst mal kam er 45min zu spät und dann hielt er an allen Haltestellen zwischen. Buenos Aires und Mendoza. Eigentlich sollte er um halb 8 morgens in Mendoza sein, wo mich Roberto und meine Cousine abholen wollte. Schliesslich kam er aber erst um 10Uhr an.Also nach 18h. So mussten die 2eben ein 2.malk in die stadt fahren. Naja, weingstens kam ich ja an und durfte somit einen wunderschönen Sonnenaufgang mit den rotleuchtenden schneebedeckten Anden bewundern. In meinem neuen Heim wurde ich dann ganz lieb empfangen und verpflegt. Am Abend schaute ich mir meinen Praktikumsplatz an, wo ich Mariella traf, die Schweizerin, die mir schon vorher sehr bei der Praktikumsorganisation mit den Tierärzten hier half. Sie bringt mir hier so einiges über Argentinien und diese Region bei. Sie ist selbst Tierärztin, erforscht gerade Gürteltiere und lebt schon seit 5 Jahren mit ihrem Freund hier in Mendoza. Am nächsten Tag nahm sie mich mit in die Stadt mit, wo sie mir die andere Klinik zeigte, in der ich auch arbeiten sollte. , dabei konnte ich gleich bei einer Augen op von Jorge zuschauen. Danach zeigte sie mir die Innenstadt (und ihr verkehrschaos vor 1uhr, bevor die Läden bis 5 zu machen!!), den schönen riessigen Stadtpark, dann ihr wunderschönes neues haus und ihre gürteltiere im garten. später schauten wir dann noch mal in der klinik in chacras vorbei, um sergio, den anderen tierarzt zu treffen, der mit mir mein Praktikumsablauf besprach. Mein Praktikum dauert ja insgesamt 4 Wochen. 2 davon habe ich schon hinter mir. Ich arbeite Montag bis Freitag von 9 bis 21 Uhr manchmal komme ich auch erst nach 22 Uhr nach Hause. 2 Tage davon bin ich in Chacras, einem Vorort von Mendoza, in dem ich bei meiner Tante und meinen Cousinen wohne. 3Tage bin ich in der Stadt, wo auch operiert wird. Wie schon gesagt, gefällts mir hier super. Die Leute sind unglaublich nett hier, die Landschaft ist auch atemberaubend schön-trotz Winter. Wenn wir nicht grade kochen, bzw. genial bekocht werde, unternehme ich hier mit meinen Verwandschaft immer was, sobald etwas Zeit ist. Mittlerweile habe ich auch schon was vom Nachtleben in der Stadt Mendoza mitbekommen. Da ist echt was los. Die Ausgehzeiten sind ungefähr wie in Spanien: nach 12 uhr gehts erst los, bis irgendwann in den späten Morgenstunden. Einige Male durfte ich nun auch schon Teile der nahe gelegenen Anden bewundern. An denen kann man sich einfach nicht sattsehen. Ich fühle mich hier also echt pudelwohl. A propos Pudel bzw.Hund: Was mir allerdings sehr nahe geht, ist das Leben der Hunde und den armen Leuten auf der Strasse. Erst wenn man eine Weile an einem Ort lebt bekommt man mit, wie das wahre Leben dort ist. Wie in vielen Städten, die ich in Südamerika schon gesehen habe, leben Arm und Reich gnadenlos nebeneinander, was die ganze Situation natürlich auch nicht leichter macht, sondern eher noch verschärft und gefährlich explosive wärden lässt. Auch wenn man im Auto unterwegs ist wird man gerne mal durch einen faulen Trick reingelegt (angefahren spielen) und zum Anhalten gebracht. Und dann gnadenlos ausgeraubt. Als Beispiel eben. Viele Leute wollen sich auch nicht wirklich helfen lassen. Z.B. stellt die Regierung Häuser zur Verfügung, die die Leute wieder verkaufen, weil sie zu weit vom Zentrum entfernt sind und ziehen lieber wieder in ihre Baracken…. Das Elend der Hunde ist ein anderes. Die Vermehren sich super schnell. Obwohl schon ca.90% der Leute oft 2 und mehr Hunde im Garten haben, gibts noch jede Menge auf der Strasse. Sie Panamerikana ist ein wahrer Hundefriedhof. Aber nicht nur die Hunde sterben im Strassenverkehr, sondern auch die Leute, die beim Ausweichen oder Drüberfahren die Kontrolle über ihr Auto verliehren. Also ein nicht zu unterschätzendes Problem. Gerade wird ein Programm einer Tierärztin, die dem Problem annahm, der Regierung vorgelegt, dass die armen Leute die Strassenhunde versorgen und kastrieren sollen. So wäre beiden seiten geholfen. Hoffen wir, dass es angenommen wird. Eine kleine Geschichte über meine Erfahrungen mit Hunden hier: Angefangen hat es mit einem Zusammenprall zwischen einem Schäferhundmix mit unserem Bus(Colectivo), in dem Johana und ich gerade sassen. Das Gejaule höre ich jetzt noch, wenn ich daran denke. Die nächste Station stiegen wir aus und schauten nach dem Hund. Der war sehr eindeutig tot. Ein schöner Schock am Morgen. Nachmittags ging ich dann im Stadtpark in der Nähe der Klinik joggen. Dort lief mir ein ca.3monatiger Welpe auf der Strasse nach. Aus Angst, er könnte auch noch ein Opfer der rollenden vierbeiner werden an diesem Tag warden, nahm ich ihn schliesslich mit. Jorge, der Tierarzt war davon natürlich wenig begeistert. So lief ich den Weg wieder hoch und runter und fragte alle, die ich traf, ob sie den Hund kennen oder wollen.- Echt ein süsser und schooner Kerle. Fast hätte ich ihn ja behalten. An dem Abend durfte er in der Klinik in Chacras bleiben. Am Samstag wurde er allen in er Klinik angeboten. Die nächste Nacht schlief er dann bei Paula (Cousine) und den ganzen Sonntag brachte ich dann damit zu auf einem Pferderennen und auf dem Künstlermarkt in Chacras neue Besitzer zu finden. Abends um 5 fand ich dann tatsächlich eine grosse, etwas wohlhabendere Familie mit mehreren Kindern und Hunden, die ihn behalten wollten. Danach war mir immer noch mulmig, bis sie sich Dienstag unerwarteter Weise in der Klinik gemeldet haben und sich nach Impfungen erkundigten…, da wusste ich, dass es ihm gutgehen würde. Was ein Glück! Am Donnerstag und Freitag hatte ich einen Anästhäsie kurs. In dem Hunde aus dem Hundeheim geholt wurden, um an ihnen am Ende des Kurses die Anästhesieübungen zu machen. Danach sollten beide eingschläfert werden. Bei dem einen sah ich es ja noch einigermassen ein, der hatte nämlich ein furchtbar kaputtes Knie, aber der andere war jung, stark, hübsch, wenn auch etwas mager. Den wollte ich unbedingt mitnehmen. Ich führte eine längere Diskussion mit dem Veranstaltungsleiter, der mir vorher schon mehr als unsympathisch vorkam und sich bei der ganzen Sache noch bestätigte. Der Professor, der den Vortrag hielt war auch dafür den Hund leben zu lassen, aber eben bevor ich den anderen Tierarzt gefragt hatte. Alles dort waren Tierärzte und sagten vorher, wie schade sie das fanden. Viele hatten auch so einen mitleidsblick drauf, aber keiner sagte auch nur ein Wort, um mich zu unterstützen. Ich hörte erst auf, als mich Jorge darum bat, damit er keine Probleme bekommt. Anscheinend ware das unmöglich, was ich verlangte, weil vorher ein Vertrag unterzeichnet wurde, der die Hund nicht mehr lebend aus diesem Kurs rauslassen darf. OK, ich verstehe das vielleicht nicht, weil ich Europäer bin. Aber was gibts da auch schon zu verstehen? Meiner Meinung nach wäre das überhaupt kein Problem gewesen, denn der Typ war irgendeiner der grossen dieses Colgios der Vets. Eine Telefonnummer eines anderen Verantwortlichen wollte er mir eben auch nicht geben. Aber frustrierend, dass keiner der anderen Tierärzte sich auch mit einsetzte, wo doch einige mir sagten, dass sie es nicht gut fänden. Zu dem wurde an dem 2.Hund nicht viel ausprobiert, was man an dem schon toten nicht hätte auch machen können. Bis auf die andere Anästhesie, aber die ist ja reversible. Nun versuche ich mir eben einzureden, dass er ein Herzproblem hatte (was stimmt), dass ganz arg schlimm war. Geht natürlich nicht… So war ich an dem Freitag Abend super deprimiert und sehr froh, dass erst mal Wochenende war. Das habe ich auch genossen. Meine Cousine, die im Dezember geheiratet hat kam morgens mit der Neuigkeit sie sei schwanger, was am Nachmittag dann ausführlich im grossen Familienkreis gefeiert wurde. So ist das Leben-die einen sterben, die anderen werden geboren. Ausserdem erfuhr ich noch, dass ich mein Reisekostenstipendium von der Uni auf meinem Konto hatte-den ganzen Flug haben sie mir gezahlt-was eine Freude… Ausserdem habe ich gestern und heute noch einige Stunden in den Andenvorläufern mit meiner Cousine Johana, ihrem Freund und der Schweizerin Mariella verbracht. In ein paar Stunde geht die neue Woche los. Mal schauen, was mich da erwartet. Ich hoffe es geht Euch allen soweit gut. ¡Hasta luego! Muchos Besos, Claudi