Krank_BsAire_Iguazu_bis9.8.htm holale, so endlich schaffe ich es mal zu schreiben. Eigentlich hätte ich ja suuuper viel zu erzählen, aber aus wenigen Tagen im Bett wurde eine Woche. Nach dem Virus suchten mich nach Tagen die Bakterien heim. Tagsüber gings richtig gut und ich überlegt mich schon, wann ich meinen Bus buchen könnte. Aber Abends ging es mir plötzlich sau schlecht. Ich hatte Kopfschmerzen, Fieber, Schnupfen und ab und zu kam noch ein Huster dazu. Mir gings so elent, wie schon sehr lange nicht mehr, so dass ich meinen Onkel darum bat doch einen Arzt zu rufen. Der kam dann auch, bestätigte mir eine schöne Grippe und verordnete mir neben Paracetamol und Schleimlösern eine Woche Antibiotika. Da war für mich klar, dass ich wohl den Heimservice meine lieben Verwandten noch etwas länger in Anspruch nehmen durft. Am Freitag schlief ich den ganzen Tag. Ich hatte zu nichts anderem Lust, was bei mir ja eigentlich nie vorkommt... Am Samstag gings mir dann schon wieder so gut, dass ich aufstand, als mein Cousin Tomi aus Buenos Aires zu Besuch kam. An dem Tag bekam ich neue Lebensenergie-mir fielen tausend Sachen ein, was ich machen könnte-die begrenzten sich natürlich entsprechend der Situation, dass es mir strikt verboten wurde das Haus zu verlassen. Was machte ich also- meine alten Hobbies pflegen gitarre spielen, Freunden Mails schreiben, Bücher und Reiseliteratur lesen, a bissel castellano lernen und seit langem auch mal wieder zeichnen. Am Sonntag konnte ich dann schon länger auf den Beinen bleiben, wenn auch etwas instabiler als gewohnt. Das hiess für mich endlich mal wieder beim Kochen helfen, am Tisch mit den anderen Essen und plaudern. Ein paar Minuten konnte ich mich auch endlich in die schöne warme Mittagssonne im Garten setzen. Als Höhepunkt des Tages brachte mir meine Tante Luisa wieder das Stricken bei. Das machen hier viele und irgendwie reizte mich das mal wieder. Mein neuer Schal ist auch gerade in Arbeit. Am Anfang schlich sich natürlich noch der eine oder andere Fehler ein, aber somit ergab sich ein interessantes Muster will ich jetzt mal nennen... Am Montag schaffte ich es das erste Mal ausser Haus zu gehen. Ich besuchte Jorge und Socke in der Klinik in Chacras. Bei der Gelegenheit erfuh ich gleich, dass Socke am Dienstag kastriert werden sollte. Da wollte ich natürlich dabei sein. Dienstags kümmerte ich mich um die Maultachschen, die ich mittwochs zum Abschied für die Familie machen wollte. Und abends gabs dann noch die Kastration von Socke. Am Mittwoch zeigte mir meine Cousine Johi dann mal den Rest der Stadt, den ich noch nicht kannte- ja das gibts nach 6 Wochen-hab halt viel Zeit in der Klinik verbracht. So wurds mir dann letztendlich doch nie langweilig. Den Donnerstag verbrachte ich hauptsächlich damit zu packen und alles mögliche zu erledigen und Verabschiedungen aller möglicher Leute entgegenzunehmen-unglaublich, wer sich da alles meldete. Dann gings endlich zum Busterminal. Dort verabschiedete mich fast die ganze Familie. Ich entschied mich am Mittwoch spontan doch um für Buenos Aires und danach die Wasserfälle von Iguazú. Die waren ja doch einer wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Dieses Mal wählte ich eine schnellere Busgesellschaft, die anstatt 18h schon in 13 h dort war. Ausserdem gab es ein leckeres Abendessen und Frühstück. In B.A. angekommen suchte ich mir erst mal ein Hostel. Meine zukünftige Reisepartnerin für den Süden Argentiniens im September hatte mir da 2 vorgeschlagen. Das eine war ein Youth Hostel, bei denen ich ja Mitglied bin. Das ist super nett gemacht und ich traf dort allerhand anderer internationaler Reisender. Allerdings musste ich mich erst mal wieder an die internationale Reisesprache Englisch gewöhnen. Trotzdem versuche ich aber weiterhin wenns irgendwie möglich ist Castellano zu reden, damit ich den hart erarbeiteten Wortschatz nicht wieder verlerne. Trotz kaltem Regenwetter-eigentlich hatte ich ja vor ins Warme zu fahren- machte ich mich auf den Weg das Zentrum zu erkunden. Eigentlich bin ich ja kein Fan von grossen Städten und B.A. machte mir das auch nicht gerade einfacher- v.a. bei dem Wetter. Faszinierend ist die Stadt allerdings-unglaublich, was für Automassen da ständig über die Strassen rollen. v.a. auf der angeblich breitesten Prachtstrasse der Welt 'Avenida 9 de Julio' Für mich wars zwar sehr beeindruckend, aber die Massen an Leuten und Autos lies mich das Wort PRACHT aus dem Kopf eliminieren. Die Wohnhäuser sind auch nicht gerade super liebevoll hingebaut. Klar gibt es da die Prachtbauten der Regierung un Kirchen. Die sind echt schön. Was mich noch faszinierte war das Theater Colón. Da ich die Uhrzeit verpasste, zu der sich die Tour traf versuchte ich mir dieses verbotener Weise auf eigene Faust anzuschauen, in dem ich in einem günstigen Moment an dem Empfang am Eingang vorbeihuschte. Viel sah ich allerdings nicht. Da ich ja nicht gerade in die Umkleideräume stürzen wollte. Auf der Suche nach einem anderen Ausgang stiess ich dann per Zufall auf die Führungen. Natürlich schloss ich mich dann einer unbemerkt an und konnte so unbemerkt gratis dieses faszinierende Gebäude besichtigen. Da gab es Sammlungen mit über2000 Schuhen, Perücken... ausserdem durften wir die Kulissen betrachten, die gerade in der Malhalle bearbeitet wurden und bei einer Probe zuschauen. Die körperlichen Leistungen dieser Leute, die den ganzen Tag nur üben faszinierten mich am meisten. Danach begab ich mich in eine total andere Welt-die Konsumwelt der zwei bekannten Fussgängerstrassen. Unglaublich die fülle an Menschen an einem Montag Nachmittag v.a. angesichts der hohen Preise. Da macht mir zumindestens das Shoppen keinen Spass. Allein schon die Preise der Diafilme-10€ eine Rolle. Aber dass ist im Rest des Landes vermutlich auch nicht anders, so entschloss ich mich mir welche von zu Hause mitschicken zu lassen... Das ganze wurde noch von der Stadtautobahn getoppt, die mir den Rest gab und ich mich dazu entschloss ins Hostal zurückzufahren. Nach etwas Ruhe und Entspannung holte mich Veronica-meine Reisegefährtin im September-im Hostal ab und wir gingen zusammen was Essen, um uns etwas näher kennenzulernen. Wir verstanden uns gleich super. Sie hat zwar noch wenig Reiseerfahrung wandert aber auch sehr gerne, will auch die Waale...sehen und ist sehr motiviert, wie ich bis nach Ushuaia zu kommen. Mal schauen wie das wird.... Samstags traf ich mich dann mit meinem Cousin Tomi, den ich ja schon ducrh seine Besuche in Mendoza kannte. Wir schauten uns die armen Künstlerviertel San Telmo und La Boca an. Dort gibt es alles zu kaufen, was sich die Touristen so wünschen, haben aber auch ihr eigenleben. In San Telmo gibt es schöne alte Häuser und Kirchen. Das Hafenviertel La Boca liegt am dreckigsten Fluss der Welt. Dort siedelten früher ärmere italienische Einwanderer. Die originellen Häuser dort sind das Sehenswerteste. Sie wurden aus dem Blech abgewrackter Schiffe gebaut und sehr bunt und dick mit dem Rest des Schiffslacks bemalt. Heute leben v.a. Künstler dort. Es erinnerte mich eine wenig an den Architekten Hundertwasser. Hier wurde angeblich auch der Tango erfunden. Die anderen konträren reichen Stadtviertel auf der anderen Seite des Zentrums schaute ich mir am nächsten Tag vom Bus aus an. Das reicht ja auch- dort gibt es ja nur bessere Häuser zu sehen. Und in den Parks laufen die Leute ganze 10 Schritte mit ihren schniken teuren Rassehunden, die alle eine art Pferdedecke tragen, die hier gerade wohl der letzte Modeschrei zu sein scheint. Die armen Fifis-so kalt ists nu auch net dort. Faszinierend fand ich die Hundesitter dort. Also mir persönlich reichen ja 2 Rüden an der Leine. Aber die würden mich hier ja auslachen. Unter 10 Hunden gehen die nicht spazieren. Da sie dementsprechend ja auch Platz brauchen, wird die Strasse grosszügig mitverwendet. Was bei der Verkehrsituation in Deutschland wohl allen die Haare zu Berge stehen lassen würde. Allerdings glaube ich auch nicht, dass die Herrchen davon so begeistert wären, wenn sie das wüssten. Eine Qualität für die Hunde ist das sicherlich nicht. Das Grinsen konnte ich mir aber nicht verbergen-angesichts der Kot und Urinstrasse die sie gut sichtbar hinterliessen. Zeit zum in Ruhe hinsetzen hat man eben mitten auf der Strasse nicht... Abends ging dann noch mit Tomi auf eine Jagd und Fischermesse. Ich bin ja nicht fürs Tiere jagen und schon gar nicht fürs Essen, aber ich wollts mir halt mal anschauen, denn hier ist das wohl auch so eine Art Volkssport. HAben ja auch jeden Menge Jagdgebiet zur Verfügung. Leider scheinen aber nicht alle so, wie mein Cousin zu denken und nur das zu jagen, was sie Essen wollen und können bzw. keine seltenen Tiere, wie Pumas, aus Spass abzuschiessen. Am Sonntag reichte mir das Stadtprogramm schliesslich und ich entschied mich früh morgens in den privaten Zoo Temaiken zu fahren, der 1 1/2 h entfernt lag. Die seeeeeeehhhr reichen Besitzer konstruierten und unterhalten den Zoo selbst. Es ist der schönste und Beste Zoo, den ich je gesehen habe. Sie haben zwar lange nicht alle Tiere, aber die, die sie haben sind in einem topp Zustand und haben sehr viel Platz. Die Auswahl der Tiere wurde sehr sorgfältig getroffen. Sie sind v.a. in Argentinien bzw. Südamerika zu Hause und es werden Zucht und Erhaltungsprogramme durchgeführt. Abends hatte ich dann fest vor mit dem Bus 18h nach Puerto Iguazú zu den Wasserfällen zu fahren. In der Angst kein Ticket mehr zu bekommen, fuhr ich zuerst zum Busbahnhof, bevor ich meinen Rucksack aus dem Hostal holte. Das wurde mir fast zum Verhängnis. Denn eigentlich hatte ich gute 1 1/2h Zeit, aber am Sonntag fahern nicht so viele Subtes [Metros]. Rückzuss hielt die Bahn komischerweise an einer Umsteigestation nicht, so dass ich weiterfahren musste und dann 2 mal anstatt 1mal umsteigen musste. Hinzu kam, dass ich immer die darauffolgende Bahn verpasste , und so immer 7 min auf die nächste warteten musste. Den Part zum Busbahnhof rannte ich dann natürlich, um auf die Minute genau und ausser Atem nach meinem Bus zu suchen. Am Bus mit dem Richtigen Ort auf dem Schild sprach mich dann ein älterer Mann an, um mich-auf die falsch gestellte Uhr zeigend- darüber aufzuklären, dass der Bus schon weg war. Er zückte gleich sein Handy und meinte erkläre das für mich und zog mich in die Bahnhofshalle. Mir kam das gleich etwas komisch vor. Denn er meinte, als ich ihn auf das Ortsschild hinwies, der Bus würde auf die Brasilianische Seite fahren, wo es ja meines Wissens kein Ort mit dem gleiche Namen gab. Dann hatte er keine Jacke mit dem Namen der Busgesellschaft, wie normaler Weise. Als er angeblich mit jemandem am Handy sprach hörte ich niemand sprechen, was ja normaler Weise immer der Fall ist. Schliesslich meinte er, dass er mich für 8 Peso zum anderen Terminal fahren könnte. Da war ich mir dann sicher. V.a. weil er Geld erwähnte und nicht nur, weil es ja ein Direktbus ohne andere Haltestelle in B.A. war. Schlieeslich waren wir ja auch in Argentinien, was so viel heisst, dass die Busse mit mind. 5 -10 min Verspätung abfahren. Ich riss ihm mein Ticket aus der Hand und sagte ich würde selber nachfragen. Zum Glück. Ich fand die richtigen Leute mit dem Namen auf der Jacke und der Passagierliste in der Hand-so ein Glück.... In der Nacht schlief ich sicherlich gut im Bus und freute mich schon auf das Naturwunder, dass mich am nächsten Tag erwarten würde. Doch da habe ich nicht ans Wetter gedacht, denn für mich war klar, hier würde es warm sein und bestimmt nicht den ganzen Tag regnen. Das tat es dann schliesslich auch nicht. Aber von der Sonne sahe ich bis abends kurz vor Sonnenuntergang nichts. So entschied ich mich an diesem kalten Tag ein freilichtmuseum anzuschauen, dessen Pojekt es war der Rodung zum Opfer gefallene wertvolle Bäume abzukaufen und zu Möbeln und anderen Kunstgegenständen zu verarbeiten. Die Attraktion war ein riesen Haus aus ganzen Baumstämmen, dass nach dem Muster einer traditionellen Tierfalle gebaut war. Am meisten gefiel mir aber das Gespräch mit einem 70 jährigen Hafespieler, der mir die Grundkenntnisse des Harfespielens beibrachte und mich schliesslich spielen lies. Natürlich war seine Absicht bestimmt, dass ich eine seiner CDs kaufte. Aber den gefallen tat ich ihm gern für drei Euro, die er sich damit verdiente. Danach machte ich mich noch auf den Weg zum 3km entfernten Vogelpark, in dem v.a. in argentinien vorkommende kranke Vögel gesund gepflegt und ausgewildert werden, als auch Nachzuchtsprogramme verwirklicht werden. Bei der Führung bekam ich auch etwas Einsicht in die Programme und die Vögel. Leider erst nach Sonnenuntergang erreichte ich das drei Länder Eck, wo der Rio Iguazú in den grossen Rio Paraná fliesst. Von dort auss kann man nach Brasilien und Paraguay blicken-echt ein seltsames Gefühl. Steht ja nirgendwo in die Landschaft geschrieben, dass das nun nicht mehr Argentinien ist. Und in dem Moment für mich unglaublich, dass nur einige km Flussaufwärts der hier so ruhige Fluss so ein gewaltiges Naturschauspiel bieten soll. Abends gabs dann noch ein Barbecue fürs ganze Hostal, wobei ich meine Wandergefährten für den nächsten Tag im Iguazú National Park traf. Eine Kinderärztin aus Australien und eine Argentinierin aus Buenos Aires. Das war echt klasse. Wir hatten die gleichen Vorstellungen und das gleiche Tempo, wie wir den Park besichtigten. Also jede Menge Spass. Als erstes nahmen wir die Bahn zur Teufelsschlucht, wo ein 1,5km langer Steg über den breiten Iguazúfluss bis direkt über die Fälle führte. In schönstem Morgenlicht durften wir dieses Naturwunder geniessen. Unglaublich die Grösse, Anzahl und Tiefe der Wasserfälle. Nach einer ausführlichen Fotosession gingen wir dann auf Erkundungsjagd der anderen Aussichtsplatformen, die durch viele Verbindungsstege miteinander verbunden waren. U.a. gabs auch eine Exkursion auf die Insel in der Mitte. An der schönsten Stelle, von der aus man den Überblick auf den das ganze Ausmass hat, nahmen wir gemütlich unser Frühstück ein, bevor wir in die Touristenflut stürzten. Ja wirklich war. Schlimm waren die riesen Reisegruppen. Ich weiss ja nicht für was man hier einen Führer braucht. Das ist echt Idiotensicher. Ab und zu konnte man aber doch ein Tier erblicken. V.a. gab es Coatis- die durch das Essen der Touris angelogt werden. Trotzdem hats mir natürlich irsinnig gefallen. Ab und zu fand man doch ein mal ein Minütchen Ruhe und hatte das Wasser für sich. Nach diesem dem 6 stündigen halbfeuchten Erlebnis entschloss ich mich dann von den anderen zu trennen, die nach Hause fuhren bzw. nach Brasilien weiterreisen wollte. Ich dagegen war immer noch auf der Suche nach etwas Ruhe und entschloss mich 2h durch den Jungel zu einem einsamen Wasserfall zu wandern. Leider fand ich zwar nicht übermässig viele Tiere und v.a. keine Affen-was wohl am nun bewölkten Wetter lag- aber immerhin jede Menge Ruhe. Ich traf nur auf wenige Leute und den Wasserfall hatte ich ganz für mich alleine. Zufrieden kehrte ich in die Menschenwelt zurück und hier sitz ich nun. Morgen gehts auf die brasilianische Seite, von der aus man einen schönen Überblick über alles haben soll und dann nach Paraguay, wo ich für wenige Tage einen Kurzausflug hinmachen, und mein Pass um einen Länderstempel erweitern werde [bzw. mein argentinisches Visum indirekt und nötigerweise verlängere]; ...bevors in den Norden Argentiniens zurück geht. Also, bis denne. Hoffe Euch gehts allen gut. Wie schauts mim Wetter und Sonnenbrand aus? Liebe Grüsslis aus dem tropischen Norden, Eure Claudi