ATWReport1 Hallo alle zusammen, I habe mir vorgenommen allen interessierten und vor allem den zu Hause gebliebenen von meiner Weltreise ab und zu berichten. Damit ihr mich nicht vergesst und erfahrt, was I gerade so mache, erlebt habe und vorhabe... Nach einer Woche ist es mir endlich moeglich an eien Computer zu kommen... Also, keine Sorge, mir geht es gut! Begonnen hat alles am 12. Juli 2001. Nach der Abschiedsparty am Wochenende davor und dem ganzen Stress, die ganze Ausruestung zusammen zu bekommen, ging es ans Packen. Nach dem Abschied, vor allem von Marcel (mein Freund, fuer die, die es nicht wissen), fiel mir das nicht gerade leicht. Auch angesichts der Berge an Gepaeck, die sich auf meinem bett tuermten. Es war ca. Mitternacht als mir klar wurde, dass I wohl vor der Abfahrt am naechsten Morgen nach Frankfurt nicht mehr schlafen werde. Aber schliesselich habe I es doch geschafft. Mein Vater hat mich dann im schnellst moeglichen Tempo von Stuttgart nach Frankfurt in ca. 1 1/2 h gefahren, waehrend i endlich mal schlafen konnte. Hier an dieser Stelle noch mal VIIIELEN DANK dafuer! Am Flughafen habe I mich dann auch noch von meiem Vater verabschiedet. Um 8Uhr ging dann mein Flug. Dabei fing das Abenteuer gleich an... Irgendwie ist mein Platz 2 mal vergeben. I bin natuerlich gleich einverstanden nach vorne zu sitzen und wie vermutet lande I in der 1. Klasse. Das Fruehsueck ist genial und in den geraeumigen Sitzen kann i wunderbar schlafen. i fliege ueber Madrid nach Chicago. Dort laufe I 2h mit meinem Gepaeck in der Gegend herum, bis i endlich die Greyhound Station finde, wo mein Bus Richtung Westen abfaehrt. Der Mann hinter dem Schalter schickt mich dann erst mal nach Milwaukee, da i anscheinend nur dort mein Voucher in ein Ameripass-Ticket umtauschen kann. In Milwaukee bekomme i dann gesagt, dass i das gar nicht umtauschen muss bzw. nur gelegentlich stationaer.Also bin I wohl um sonst dorthin gefahren u habe auch noch meinen Bus nach Sioux Falls verpasst. Super, denke I mir. I rufe also erst mal zu Hause u bei Marcel an. Mein Vater ermutigt mich dann doch dazu meine Freunde, die in der Naehe wohnen , anzurufen, dass sie vielleicht vorbei kommen und meine 5h Wartezeit verkuerzen. Und tatsaechlich, Mr. Wilke holt mich ab u bringt mich zu seiner Farm in Dousman, wo ikurz Mrs. Wilke, die Hunde u Pferde begruese. Um 23Uhr faehrt dann mein Bus ueber Minneapolis nach Sioux Falls. 1h frueher als erwartet. Um 14 Uhr bin I dort u erkundige mich nach einer Post, um meine schwaeren Buecher ueber Mexiko und Suedamerika los zu werden, und nach einem Zeltplatz. Von der Post aus wandere I erst mal 20 min zu den Falls. Es ist ein schoener , heisser Tag u die Anstrengung hat sich gelohnt. Im Informationszentrum treffe i dann eine Amerikanerin, deren Eltern aus Deutschland stammen. Sie fragt bei den Zeltplaetzen nach, ob sie noch frei sind, aber I habe Pech bzw. Glueck, denn I bekomme ein eigenes Zimmer mit Bett u Dusche bei ihren Eltern zur Verfuegung gestellt. Sie faehrt mich nach der Arbeit dort hin, und was mich erwartet ist eine tierisch nette Familie mit 4 Hunden, 1 Taube u einem Eichhoernchen. Am naechsten Tag bekomme I dann ein super Lunchpacket mit auf den Weg nach Rapid City, wo i Mount Rushmore anschauen will. Auf dem 10h Weg dort hin schlafe i die meiste Zeit, da South Dakota so langweilig ist: die ganze das gleiche Bild, ein Feld nach dem anderen. Sonst unterhalte I mit anderen Travellern. I Rapid City am Infoschalter treffe I dann auf ein tschechisches Paerchen: Petr(24) u Susana (20). Die zwei haben das gleiche Problem wie I, naemlich zu einem der weit entfernten Zeltplaetze zu kommen u Mt Rushmore auf billige Weisse zu sehen. Der Zeltplatz ist allerdings schlecht zu erreichen u ein Auto koennen wir auch nicht ausleihen, weil wir noch zu jung sind.Schliesslich fahren wir mit dem Taxi zum Zeltplatz u teilen uns das Geld u den Platz. Um Mt Rushmore zu sewhen entschliessen wir uns fuer hitch hiking, da das Busticket so teuer ist u die Touren am naechsten Tag ueber 9h gehen, wir aber um 16.30 Uhr den Bus zum Yellowstone Park bekommen muessen. Wir haben Glueck, verdammt viel Glueck, wie sich spaeter noch rausstellen wird. Eine Frau haelt nach 1/2h an u zeigt uns mit ihrem Mann zusammen Mt R. in der Nacht, beleuchtet. Wir sind beeindruckt!- Ihr Mann, Roy, chauffiert uns dann am naechsten Tag in den Black hills herum u zum Crazy Horse Memorial. Auf dem Weg ueber Gillet, Billings u Bozeman nach West Yellowstone treffen wir dann auf Aron, einen 27 jaehrigen Ungar, mit dem wir die naechsten 2 1/2 Tage im Yellowstone Park mit dem Auto den Yellowstone Park anschauen u den Zeltplatz teilen. Dank ihm kommen wir mit 40$ aus um den Park zu sehen. U das ist sehr sehr guenstig fuer dortige Verhaeltnisse. Auf dem Weg nach Yellowstone vergesse i meine Fliesjacke in Roy's Auto u mein Gepaeck geht auch verlohren. Das war wirklich nicht mein bester Tag!! Am naechsten Morgen um die gleiche Zeit kommt es dann ueber eine Umweg zurueck ueber Rapid City doch noch an u wir holen es abends bei der "freundlichen, hilfsbereiten" Mrs. im Greyhound Buero ab. Fast haette i es erst am naechsten Tag bekommen, denn durch die Baustelle hatten wir ueber 1/2h Verspaetung nach Buero Schluss. Aber sie wr dann doch noch so nett u wartete. Der Park selber war sehr beeindruckend. Vor allem, weil es dort so unterschiedliche Landschaftsbilder gibt: Geysire, Wasserfaelle, Wildwasserfluesse, Seen grosse Wiesen, Berge, Waelder und eine grosse Artenvielfalt. Die Tiere, wie Bisons, Rehe, Elche, Koyoten,...stehen oft direkt am Strassenrand bzw. auf der Strasse, zum greifen nahe, wenn sie nicht so gefaehrlich waeren. Am 18. Juli brachten wir dann das Auto zurueck u abends fahren wir dann alle nach Butte. Aron faehrt nach Vancouver weiter u Petr$Susana fahren nach Salt Lake Citz ueber Dillon in Montana, wo i aussteige. Der Abschied ist kurz aber herzlich. Um 4.30Uhr morgens warte i dann in der Kaelte dann noch 5min auf Ted, der Sohn von Freunden von Hirschy's, auf deren Ranch I bis Anfang September arbeiten werde. Bei ihm zu Hause falle I dann muede ins Bett u schlafe bis morgens um 11Uhr durch. Die Mutter ist dann super nett u von einer Freundin werde I dann in die Stadt gefahren, wo i mich umschauen soll. I entscheide mich dann zuerst fuer die Bibliothek in der Uni, wo auch der andere Sohn, Tad, arbeitet u schreibe E-Mails. Die ganze E-mail hier konnte I wegen eines "Internetabsturzes" nicht abschicken u musste sie so heute noch einmal schreiben. Naja, jedenfalls kann i jetzt noch Zusaetsliches berichten: I bin nach der Bibliothek dann erst mal in das kleine Staedtchen Dillon gegangen u habe mich dort etwas umgeschaut. Um 17Uhr war Tad dann mit dem Arbeiten fertig u bei ihm zu Hause reite I dann auf einem ihrer Pferde mein erstes Rodeo (das um die Tonnen!). I bin mehr als begeistert. Dann gibt's das beste Essen seit einer Woche: Lasagne mit Knoblauchbrot u zum Nachtisch selbst gemachten Kaesekuchen gemacht u.a. mit Erdbeersossenguss u Wegbroesel ausenrum. Um 20Uhr kam dann Mrs Hirschy mit ihrer aeltesten von 3Toechtern um mich auf ihre Frm zu holen. I habe hier ein eigenes Zimmer u Bad. Die ganze Familie ist super nett. Heute Morgen sind wir ewig ausgeritten u mussten dann noch ein Kalb aus dem Zaun befreihen u es zur Herde zuruecktreiben. I bin mehr als begeistert von dieser riesigen Ranch. Es gibt ca 5000 Rinder, 300Schafe, 90 Pferde, 9Katzen, 6 Hunde und 2 Ziegen hier. Morgen geht es dann mit dem Heumachen los. Also, jetzt wisst ihr was i so erlebt habe in der letzten Woche. I hoffe bei Euch ist alles in Ordnung. Ihr koennt mir ja auch mal schreiben, wie es Euch so geht..., es wuerde mich jedenfalls freuen zu wissen, was es in Deutschland neues gibt. Dann, bis zur naechsten E-Mail, DBs Eure Claudi P.S. Bitte schreibt an: sclaudis@web.de ARWReport2 Hallo an alle, mein Ranchaufenthalt ist jetzt zu Ende u I werde Euch einfach berichten, was i so in dieser Zeit erlebt habe. Die ersten paar Tage waren eher ruhig, was sehr gut zum Eingewoehnen war. I hatte viel Gelegenheit zum Reiten u wir waren mit den drei Maedels auf einem Kids Rodeo. An einem normalen Tag war der Tagesablauf ungefaehr so: Fruehtuecken u die Haare von Brooke u Murphy flechten. Dann die zwei Pferdegruppen (eine mit aelteren u eine mit juengeren Pferden)mit einem MiniScooter reinholen. Danach wurden die aelteren Pferde, die die Kids reiten, gefuettert, gestriegelt u geritten. Nach dem Mittagessen wurde dann etwas innerhalb des Hauses oder drumherum gemacht, da es immer ca. 100Grad Fahrenheit hatte. Nach dem Abendessen wurde dann wieder geritten, meist in der Arena. In diesen Stunden habe viel ueber's Westernreiten dazugelernt. Ueber das Barrel Racing (um drei Tonnen), das Pole Racing (im Zick Zack um die Stangen), Keyhole(im Galopp in einen Halbkreis reiten, anhalten, auf der Hinterhand wenden u wieder zurueck galoppieren), Flag Race(Eine Fahne in den einen Eimer stecken u aus einem weiter entfernten Eimer eine andere Fahne wieder zurueck bringen)... . Vor allem hat mir aber das Ropen Spass gemacht. Dabei wird ein Stier in die Arena gelassen u man muss dann hinterher reiten u versuchen den Stier mit dem Lasso zu fangen. Mir ist das sogar einige Male gelungen. I finde es auch faszinierend, wie begeistert u aktiv die Pferde bei der Sache mit machen. Am Anfang bin I zwei andere Pferde geritten. Nach einer Weile waren aber beide zufaellig zur gleichen Zeit lahm u i habe dann andere Pferde zum reiten bekommen. Eines davon ist mir ganz besonders ans Herz gewachsen-Ribbon- ein ganz dunkler brauner Wallach (siehe Anlage!). Am Anfang kam i mit ihm nicht ganz so gut zurecht. Er ist 5 u wurde seit 2 Monaten nicht mehr geritten, weil Murphy, die aelteste Tochter ihn nicht mehr reiten wollt seit er gebockt hat u sie sich beim seitlichen Haengen am Sattel ihre Seite aufgeschuerft hat. Anfangs war er ziemlich faul. Allerdings ist das Konditionsmaessig auch verstaendlich. Er musste 2 Tage lang den ganzen Tag durchhalten. Er wird aber immer besser u lernt, dass eher besser macht was i will u nicht zu was er gerade Lust hat. Nach dem ersten Wochenende ging's dann aber erst mal an die 17taegige Heuernte mit zwei Tagen Unterbrechung wegen Regens. Die meisten Rancher machen hier immer noch die traditionellen "Hay Stacks". Das ist auf einen riesigen Haufen geworfenes Heu. Das haelt dann gut drei Jahre. I war zusammen mit ca. 4 anderen fuer's Wheel Raking zustaendig. Das ist der erste Schritt nach dem Maehen. Dabei wird das Heu mit einem speziellen Traktor-Anhaenger in ewig lange Heurollen gedreht; bis man, wegen zu hohen Rollen nicht mehr weiter fahren kann. Beim naechsten Schritt sind die Bug Raker dafuer zustaendig dieses aufgerollte Heu aufzusammeln u zu dem Platz zu fahren, wo das Heu mit einer speziellen Holz-oder Stahlkonstruktion aufeinander geworfen wird. Die Scatter Raker sammeln das letzte Heu mit einem anderen Anhaenger auf, u laden es ueber die Heurollen ab. Wenn der Heuhaufen voll ist, wird diese "HeuBeugKonstruktion" mit einem grossen Traktor wo anders hingezogen. Der Heuberg steht dann frei. Er ist viereckig u oben abgerundet. Die Heuernte war ganz schoen stressig, wir haben 12 h am Tag geschafft u am Anfang war es mit der Allergie besonders schlimm, vor allem nach dem wir von den Highlands die ganzen Maschinen innerhalb 6h auf andere, von der Ranch aus naeher gelegne Heufelder gefahren haben. Dieses Heu dort habe i ueberhaupt nicht vertragen. Seit dem Lynn mir aber Medikamente gegeben hat ging es echt gut. An einem besonders windigen Tag habe i dann aber einmal Asthma bekommen u wollte schon aufhoeren. Fred gab mir zum probieren aber eine Staubmaske, die dann wirklich half. So konnte i die Heuernte mit zu Ende bringen. Man waren wir alle froh u irgendwie auch Stolz, als die letzte Heuladung mit den letzten Sonnenstrahlen auf dem Heuhaufen landete u wir wussten, dass wir, dank einer Ueberstunde, am naechsten Morgen nicht mehr die ganze Morgenprozedur mit: Oelen, Gracen (Fetten), Tanken, reparieren... durchlaufen muessen. Die ganzen Geraetschaften u Fahrzeuge sind naehmlich sehr alt- viele aus den 40iger Jahren. Trotzdem hat es aber viel Spass gemacht u i habe technisch etwas dazu gelernt I bekam dafuer auch etwas Lohn u das 14 Tage lang. Zur Gehaltsaufbesserung nicht schlecht oder?! Ausserdem gab es taeglich 3 ausgiebiege u sehr gute Mahlzeiten aus dem Cook House. Die Mannschaft wurde von Tag zu Tag immer lustiger, man kannte u verstand sich halt auch immer besser jeder wusste nach einiger Zeit, was er vor allem morgens zu tun hatte. Bis auf einen verstauchten Knoechel, weil i nicht vom Zaun springen kann, u ein paar Blessuren ging dann auch alles so weit gut. Waehrend der freien Tage wegen des Regens konnte i gelegentlich endlich mal wieder ausschlafen u reiten, mich vom Heuschnupfen erholen,... u wir waren auch mal wieder in der Stadt um Einkaeufe zu erledigen... Seit die Heuernte vorbei war gab's viel Arbeit mit Kuehen u Stieren. Wir sortierten, impften, kastrierten, zaehlten u testeten sie auf Schwangerschaft. Das tollste war aber immer noch das treiben der Rinder zu Pferd-in die Paddocks u zurueck auf die Weide. Wie die Cowboys im Film. Aber auch in den Paddocks war harte u auch nicht ganz ungefaehrliche Arbeit angesagt. Dort musste man sie z.B.moeglichst ruhig durch einen schmalen Gang treiben, an dessen Ende sie mit einer Stahl Kontruktion festgehalten wurden u dann "behandelt" wurden. Vor allem die Stiere koennen ein ganz schoen ueber den Haufen rennen, in die Ecke quetschen, oder mit einem netten Tritt ein paar Rippen brechen. I kam zum Glueck immer nur mit ein paar blauen Flecken davon. Die Gelegentlichen Kids Rodeos waren dann echte Erholung, obwohl es da natuerlich trotzdem immer viel zu tun gab, um Pferd u Reiter Showmaessig gut auf den Platz u wieder nach Hause zu bringen. Mir wurde es jedenfalls nicht langweilig, im Gegenteil, mir hat die viele Arbeit draussen im Freien sehr viel Spass gemacht, auch wenn es manchmal anstrengend war. Ab u zu waren Hirschys auch mal ueber Nacht auf einem Meeting oder einem Rodeo, dass weiter entfernt lag. Waehrend dessen war i dann fuer die Ranch alleine verantwortlich. Also musste I mich um alles kuemmern: Pferde, Hunde, Katzen, Stiere...Ausserdem bekam i auch ein paar Aufgaben, wie z.B. ein mega Schwimmbecken aus Gummi von Algen befreien, trocknen lassen u zusammenlegen, Garageputzen, Auto-, Trailer-, Stall-, Fenster-, Saettel, Trensenputzen, Rasenmaehen,...Zwischendrin musste i dann noch Sprenkler umsetzen. Sobald i etwas Zeit hatte bin i dann zur Belohnung noch mit einem Pferd(vor allem Ribbon) ausgeritten u abends habe i via Internet etwas Spanisch gelernt (spanisch-live.de). Einmal war I auch in der groesseren Stadt Butte, in der I u.a. die Fabrik anschauen durfte, wo Lynn's Familie Pepsi u andere Getraenke herstellt u in Flaschen fuellt. Dort bekam I sogar einen Pepsi-Pulli u ein T-Shirt geschenkt. An meinem Geburtstag am 18.8. abends haben wir 19 Stieren Gipsbandagen um die Hoerner gewickelt u von diesen die Spitzen abgesaegt. Das war ganz schoen eklig mit dem vielen Blut. Sie machen das bei den Stieren, die sie fuer's Ropen beim Rodeo nehmen,damit den Stieren nicht ein ganzes Horn abbricht, wenn sie dabei mal ungeschickt fallen. Das klingt zwar irgendwie logisch, da das wohl schmerzvoller waere, da es ja ohne Betaeubung (beim Absaegen wird elektrischer Strom verwendet)passiern wuerde, aber trotzdem bin i dagegen. Dann hat sich auch noch eines der Pferde (Duke) beim schwimmen in einem Teich die Fessel bis zu den Sehnen aufgeschnitten u das musste dann auch noch verarztet werden. Also ein blutiger Abend. Dafuer hatte er einen guten Ausgang. Als Ueberrschung haben mir Hirschy's danach eine mega grosse Schwarzwaelder Kirschtorte zum Geburtstag geschenkt, wovon wir dann noch gemuetlich geschlemmt haben. Am 20.8. ging's dann frueh raus um Stiere auf eine saftige Weide zu treiben, damit sie am naechsten Tag mehr wiegen. Am 21.8. wurden sie danach naemlich mit Trucks nach Billings gebracht. Denn mehr Gewicht ist ja mehr Geld!! Wir mussten deshalb morgens um 5Uhr aufstehen um sie zu der Wage u den Paddocks zu treiben, wo wir auch kranke u magere aussortiert haben. Eine ganz schoen kalte Angelegenheit hier in der Hoehe um die Uhrzeit. Mittags war i dann mal wieder allein fuer die Ranch verantwortlich, da die Familie zum Zahnarzt musste. I habe mich dafuer um die Pferde gekuemmert u Duke verarztet. Abends gab's dann mal wieder ein Event zu dem sich viele Nachbarn zum Bullen- u Bucking-Horses- reiten zum Ueben getroffen haben. Das war echt mal faszinierend das live zu sehen. Irgendwann habe I dann endlich mal Linsen mit Spaetzle u Hot Dogs gemacht, was I Lynn zum Geburtstag geschenkt habe. Sie waren wirklich alle begeistert u Fred wollte unbedingt das Rezept fuer die Linsen u hofft darauf, dass sie die Spaetzle in Butte auch kaufen koennen. Also, konnte i sie von unserer guten schwaebischen Spezialitaet ueberzeugen! Fast waere es schief gegangen, da wir getrocknete Linsen gekauft haben u i mir keine Gedanken um die Sosse gemacht habe. Aber zum Glueck haben die hier draussen auf dem Land ja viel auf Vorrat u i habe die geeignete Zutaten- u Gewuerz-Mischung gefunden. Irgendwann habe I dort ein Ehepaar aus Neuseeland kennengelernt, die fuer ein paar Tage bei den Grosseltern zu Besuch waren u hier Pferde zum Reiten ausleihen durften. Sie haben uns beim Ropen zugeschaut. Vor allem der Mann war sehr begeistert. I habe von ihnen uebrigens die E-Mail-Adresse u Adresse aus Neuseeland, falls i einen Abstecher dorthin machen sollte. Die Schule, wo Susi arbeitet ist auch gleich in der Naehe des Flughafens. (Geschickter Kontakt, nicht?) Sie durften dann auch mal beim Stiere treiben u Kaelber sortieren mithelfen. -An dem Tag hatte i uebrigens das erste Mal die Gelegenheit auf einem Muli zu reiten!!!- Mittags habe i dann den Neuseelaendern per Pferd ein bisschen die Gegend um die Ranch gezeigt u ihnen ein bisschen ueber Land, Leut u Geschichte erzaehlt- das was i hier halt so erzaehlt bekommen habe! Richard hat von Fred zum Abschied ein Lasso bekommen u hat es natuerlich gleich ausprobiert. Da Fred mit der ganzen Familie ueber Nacht in Penolton auf einem Rodeo war, musste i Richard die Grundkenntnisse vom Ropen selbst vermitteln- u das obwohl i ja selber noch nicht so lang rope. Die Kids mussten seit dem 27.8. wieder in die Schule gehen. Seither muss i mich jetzt morgens immer alleine um die Pferde kuemmern. Aber reiten steht bei ihnen auf jeden Fall wie immer auf dem Tagesplan! Ehrlich gesagt waren die drei auch nicht sehr oft in der Schule, da die ganze Woche in Dillon die Beaverhead Country Fair war. Ein Jahrmarkt mit Rodeo u Auktionen im Hauptprogramm, denn am 1.9. war Labour Day mit einer Parade u die Festivitaeten gingen die ganze Woche lang. I blieb meistens auf der Ranch, war aber am Samstag auf dem Kids Rodeo u am Montag auf der Parade u der hauptsaechlichen Rodeo Vorstellung mit Clown-Showeinlagen. Das war ein super schoener Abschluss! In der Nacht vor meiner Abreise habe i dann ein paar Abschieds Geschenk verteilt. Heute Morgen habe i auch eines bekommen: Ein Buch ueber Montana, in dem unter anderem auch etwas ueber die Eltern von Fred geschrieben wurde, denen i ja auch bei der Heuernte geholfen habe. Jetzt wollt ihr natuerlich wissen wie es weitergeht?! Das ist auch so eine Geschichte. I hatte schon alles fest geplant u gebucht. Eignetlich wollte I am 4.9. mit dem Greyhound Bus von Dillon nach Salt Lake City fahren, dort einen Tag in die Stadt der Olympischen Winterspiele 2002 fahren u den Salzsee anschauen u dann am naechsten Tag mit dem Flugzeug nach Santiago de Chile fliegen um dort meine Mitreisenden Lena u Martin zu treffen.... -Als mich dann meine Mutter am Sonntag Morgen(31.9.) anruft, i muesse zurueckkommen, weil i in Muenchen an der Universitaet fuer Psychologie angenommen wurde u zu einem Vorstellungsgespraech am 13.9. geladen wurde war das wie ein Schock fuer mich. I konnte u wollte es einfach nicht glauben. Ganz zu schweigen von dem Problem, dass am naechsten Tag Labour Day u somit absoluter Feiertag war. I rief nachts alle moeglichen Telefonnummern von Fluggesellschaften u.a. Sue aus dem Reisebuero zu Hause an, um den Flug irgendwie zu stornieren. Sie sagte aber, dass i bis Dienstag nichts machen koenne, da das mitverantwortliche Reisebuero in Californien vorher auch nicht aufmachen wuerde. I bin also am Dienstag mit meinem ganzen Gepaeck u zitternden Knien ins Reisebuero marschiert u gab Sue das Suedamerika Ticket unwillig in die Hand. Waehrend i in der Stadt meine CD abholte, die beim Kauf nicht in der Huelle sondern im Geraet zum Probehoeren verblieben ist, kuemmerte sich Sue darum einen Flug zu bekommen, der moeglichst bald ist u als Umbuchung gilt, damit i nicht so viel Stornierungskosten zu zahlen hatte. Sie hat einen Flug gefunden, der am Freitag von Bozeman ueber Salt Lake City nach Deutschland geht. Da i sowie so Salt Lake sehen wollte entscheide i mich schon am gleichen Tag, wie geplant, den 21Uhr Bus nach Salt Lake City zu nehmen, um dann von dort aus nach good old Germany zurueck zu fliegen. I verabschiede mich also von Ann u Jack, die mich nach Dillon mitgenommen haben. Sue findet dann zufaellig sogar noch einen um 100$ billigeren Flug, der sogar schon am Donnerstag geht u mir somit die Uebernachtungskosten erspart. Ausserdem muss sie mir ein Electronic Ticket erstellen, damit i das Ticket direkt am Flughafen abholen kann u nicht bis Donnerstag in Dillon darauf warten muss, bis FedEx es zuschickt. Den Rest vom Tag verbringe i also in Dillon in der Bibliothek, Postkarten schreiben... Mit dem Greyhound Bus fahre i dann ca. 9h lang nach Salt Lake City. I lasse mein Gepaeck in dem Greyhoundbus Gebaeude u schaue mir dann die Stadt an. Sie haben sie echt schoen hergerichtet fuer die Olympischen Winterspiele. Die Stadt ist sehr sauber u mir hat sie gleich gefallen. U.a. schaue i mir den Temple Square der mormonischen Kirche an. dort bekomme I eine Einzelfuehrung von zwei deutschen Maedels. Mir gefallen die schoen hergerichteten Gebaeude sehr gut. Die "Sisters", wie sich nennen sind aber etwas seltsam mit ihrem Glauben. Ueber freundlich u wollen einem vom mormonischen Glauben ueberzeugen u einem das Buch Mormons aufschwetzen, das eine amerikanische Ergaenzung zur Bibel darstellt. Danach habe i von den Mormonen genug u mache eine Sightseeing Tour zum Salt Lake. Er liegt sehr schoen, stinkt aber etwas. Nach dem i noch einen Besuch im Hard Rock Cafe gemacht habe u zur Erinnerung ein Glaesschen gekauft habe, entscheide I mich noch zum Olympia Stadion zu laufen. I hatte ja noch genug Zeit, da mein Flug erst am naechsten Tag ging. Wenn I gewusst haette, dass i 2h den Berg hochlaufen muss.... Als I dann endlich dort war musste I Arbeiter die leider dort rumstanden fragen, ob I in das Stadium reinschauen darf. Leider waere es ihnen ausdruecklich verboten. Na danke, denke I...Aber es hat sich trotzdem gelohnt. I hatte naemlich beim Sonnenuntergang einen wunderschoenen Ausblick ueber Salt Lake City, in der schon die ersten Lichter an waren. I entscheide mich bei der Rueckfahrt den Bus zu nehmen, da es ja auch schon sehr dunkel war. In der Greyhound Station packe I mein ganzes Zeug ordentlich zusammen u nehme den Bus um 21.30Uhr zum Flughafen. Dort schlafe I dann bis morgens um 5Uhr u checke dann ein. I rufe Mum noch mal an u sie sagt mir, dass I ein Schreiben von der Zvs mit einer Absage bekommen habe...Wie sollten wir das verstehen; eine Zusage aus Muenchen u eine Absage von der ZVS?- Aber mein Rueckflug geht in ein paar Minuten u irgendwie freue I mich ja auch alle zwischendurch mal wieder zu sehen. I fliege ueber Dallas Forth Worth nach Frankfurt, wo mich meine Eltern beide abholen. So bin I so schneller nach Deutschland zurueck gekommen, wie I dachte...! Aber es soll ja nur ein Zwischenstop werden!!! Nach einem ausgiebigen Fruehstueck bei meiner Omi in Mainz u einem Besuch bei Legran (dem Pferd das i vor meiner Abreise geritten habe) sehe I dann abends auf dem Weinmarkt endlich Marcel wieder. Da war natuerlich alles wieder in Ordnung u der Flug hat sich so schon ausgezahlt. Mal sehen, wie das mit der Uni laeuft u wann i wieder nach Suedamerika zurueckfliege...Eine Flugreservierung am 18.9. nach Santiago habe I schon mal... Bis zum naechsten Report, DBs Eure Claudi