| | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | |
| |
|
| |
|
| |
3.1 Wirtschaftsstruktur Malaysias Die ersten beiden Wirtschaftssektoren Malaysias müssen räumlich getrennt werden, da sich Malakka hierbei von Borneo erheblich unterscheidet. Während auf Malakka vorwiegend Ölpalmen, Kokospalmen, Kautschukpflanzen, Bananenstauden und Kakaopflanzen angebaut werden, finden wir auf Borneo überwiegend nur Kautschuk und Kokos. An Bodenschätzen beherbergt Malaysia Erdöl, Erdgas, Zinn, Bauxit, Kupfer, Eisen, Gold und Kohle. Kautschuk war einst von existenzieller Bedeutung im Export und nimmt bis heute noch den Hauptanteil des Rohstoffexportes ein. Doch ist Malaysia bei weitem nicht mehr vom Rohstoffexport abhängig. Die Industrie Malakas ist von Eisen-/Stahlerzeugung, Buntmetallverhüttung und Metallindustrie, sowie chemischer- und Textilindustrie geprägt. Borneos Industrie besteht aus der chemischen Industrie und Holzverarbeitung. Ein Teil der malayischen Bevölkerung lebt noch in Subsistenzwirtschaft, in der Reisanbau eine große Rolle spielt. 2002 beschäftigte die Landwirtschaft noch 9 % der malaysischen Arbeitskräfte, Industrie mit 47 % den größten Anteil und Dienstleistung 44%. Etwa 30 000 Arbeitsplätze wurden von deutschen Firmen geschaffen, die Arbeitslosigkeit lag 2003 bei 3,6 %, wobei zu beachten ist, das die Wirtschaft seit 1990 durchschnittlich um 6,2 % wuchs und die Bevölkerung (im Jahr 2003) um 3,3%. Den malaysischen Auslandsschulden von 49,3 Mrd. US$ stehen Devisenreserven von 44,9 Mrd. US$ und ein Exportüberschuss von 21,4 Mrd. US$ im Jahr 2003 gegenüber. Ein hohes Haushaltsdefizit, eine Schuldendienstquote für Auslandsschulden von 6,1 % des BIP und eine negative Bilanz von Dienstleistungsein- und ausfuhr ließen die Schulden jedoch geringfügig um 500 Millionen US$ im Vergleich zum Vorjahr anwachsen. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 103,16 Mrd. US$ (2003) kommt jeder Malaysier auf ein BIP-Anteil von 4074 US$. Mit einem BSP von 3540 US$ pro Kopf im Jahr 2002 liegt Malaysia nach der Weltbankeinteilung in der oberen Kategorie des mittleren Einkommens Malaysia ist in die Kategorie NIC (Newly Industrializing Countrie) einzuordnen, da es: -überdurchschnittliche Wachstumsraten aufweist -seine Industrieproduktion erweitert und Breiten- und Tiefenstruktur der verarbeitenden Industrie bis zur Herstellung von Investitionsgütern entwickelt -es kann durch vergleichbare Arbeitsproduktivität und deutlich geringeren Löhnen den Industrieländern in einigen Branchen Marktanteile abnehmen -es setzte gezielt auf exportorientierte, aufholende Industrialisierung und konnte in kurzer Zeit seinen Anteil am Weltexport vervielfachen Malaysia durchbrach die für Entwicklungsländer typische Spezialisierung auf Rohstoffexport und Fertigwarenimport. In der nachkolonialen Wirtschafts- geschichte von Malaysia stechen zwei Ereignisse als Zäsuren heraus. Zum einen die Einführung der New Economy Policy, zum anderen der Rücktritt des langjährigen Regierungs-Chefs Mahatir bin Mohammed Ende Oktober 2003. Mahatirs Nachfolger Abdullah Ahmad Badawi beendete die von Mahatir aus Prestigegründen eingeleiteten kostspieligen Großprojekte und vor allem sagte er der Korruption den Kampf an. Differenzierter ist die NEP zu betrachten, auch wenn sie den Startschuss für den wirtschaftlichen Aufstieg von Malaysia darstellte. Die Einführung der NEP steht in direktem Zusammenhang mit ethnischen Unruhen von 1969, in der die Wut der bumiputera also der Malaiischen Majorität über die ökonomische Übermacht der chinesischen Bevölkerung zum Ausdruck kam. Die New Economy Policy sollte durch erhebliche positive Diskriminierung der bumiputera weitere Unruhen vermeiden helfen. Durch ein in der Verfassung verankertes Quotensystem waren Malaien bei Universitätsplätzen und Positionen im öffentlichen Dienst erheblich bevorzugt. Die Aufrechterhaltung dieses Systems verlangt einen sehr autoritären Staat. Wichtig für den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes waren auch die Investitionen in Bildung. So liegt die Einschulungsrate (Grundschule, 2001) bei 98 %, in die Sekundarschule noch 70 %, wodurch die Analphabetenrate 8% bei Männern beträgt und 16 % bei Frauen. Im Jahr 1990 lag sie noch zwischen 20% und 40%. Bei 2564 Einwohnern je Arzt und Zugang zu Trinkwasserfür 89 % der Bevölkerung liegt die Lebenserwartung bei 73 Jahren (2001) und die Säuglingssterblichkeit bei 0,8%. Im Gegensatz zu Borneo in die Verkehrsinfrastruktur auf Malakka recht gut ausgebaut. Insgesamt verfügt Malaysia über 65.877 km Straßennetz, 1622 km Schienennetz, sowie Seehäfen in Port Kelang und Penang. Der wichtigste internationale Flughafen gehört zur Hauptstadt Kuala Lumpur. Zur Kommunikation tragen je 1000 Einwohner 201 Fernsehgeräte, 420 Hörfunkgeräte und 196 Telefonhauptanschlüsse bei (2001). Malaysia empfängt im Jahr über sechs Millionen Touristen, in erster Linie aus Nachbarstaaten. In Folge der Asienkrise führte Mahatir im September 1998 gegen den Widerstand des Internationalen Währungsfonds die Dollarbindung des Ringgit ein. Sie besteht fort, obwohl sich die malaysische Wirtschaft nach einem Jahr weitestgehend erholt hatte. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
3.2 Internationale wirtschaftliche Verflechtungen am Beispiel derer mit Deutschland Entsprechend der Lage und der Staatsreligion sind die wichtigsten Bündnisse, denen Malaysia angehört, der Verband Südostasiatischer Staaten (ASEAN) und die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC). |
| |
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Die wichtigsten Außenhandelspartner sind in Bezug auf den Import sind Japan mit 19,2%, USA mit 16 % und Singapur mit 12,6%. Nach dem Export liegen die USA mit 20,2 % vor Singapur und Japan. Die Bundesrepublik spielt mit nur 3,7 % am Import und 2,5 % am Export (2003) nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings ist Malaysia aus deutscher Sicht nach Singapur der wichtigste Handlespartner in der ASEAN mit einem Außenhandelsvolumen von 6,7 Milliarden Euro im Jahr 2003. Dabei lieferte Malaysia in erster Linie elektronische Erzeugnisse, Büromaschinen sowie Kautschukprodukte, importierte elektronische Vorprodukte, Maschinen, Kraftfahrzeuge und Eisenwaren aus Deutschland. Politisch herrschte lange Zeit gegenseitiges Desinteresse. Der erste Bundeskanzler, der dem Land einen offiziellen Besuch abstattete, war Gerhard Schröder vom 11. bis zum 13. Mai 2003. Wie jedoch unter anderem die Begleitung des Wirtschafts- und Arbeitsministers Wolfgang Clement zeigte, war der Schwerpunkt auch hier die Festigung der ohnehin intensiven Wirtschaftsbeziehungen. Getragen werden diese vor allem durch gemeinsame Institutionen wie der 1992 gegründeten deutsch-malaysischen Handelskammer und dem deutsch-malaysischen Bildungszentrum, sowie des beim Kanzlertreffen angeregten bilateralen Wirtschaftsausschusses. Das Bildungszentrum (German-Malaysian Institute) in Penang führt das deutsche Modell der dualen Ausbildung in Malaysia ein. Des weiteren ist das Goethe-Institut und der deutsche Akademische Austauschdienst in Malaysia vertreten und 400 Malaysier erhalten jährlich die Möglichkeit, an deutschen Universitäten vor allem technische Studiengänge zu besuchen. Malaysia, das bis zum Jahr 2000 noch ein Schwerpunktland der Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands war, wird also zunehmend zum gleichberechtigten Partner. Für deutsche Firmen ist Malaysia ein wichtiger Standort. Vergangenes Jahr betrieben 70 deutsche Firmen dort Produktionsstätten, die in erster Linie der Marktversorgung des Asien-Pazifik-Raumes dienen, doch sind hierzulande auch in Malaysia hergestellte Produkte deutscher Traditionsfirmen zu erwerben, wobei Werkzeuge von Bosch ein gutes Beispiel sind, da es sich hier überwiegend um Produkte von höherer Qualität handelt. Auch BMW oder DHL (Deutsche Post AG) nutzen Malaysia als Zentralen für Südostasien. Auch sind deutsche Firmen an Modernisierungen der Energieversorgung beteiligt. Die Umgestaltung der Cargo-Lifter Halle im brandenburgischen Brandt zum tropischen Freizeitpark gilt als Beispiel für Jointventure-Investitionen malaysischer Firmen in Deutschland. Wichtige Verträge zwischen Malaysia und Deutschland sind: -Investitionsschutzvertrag vom 22.12.1960 -Doppelbesteuerungsabkommen vom 8.4.1977 -Luftverkehrsabkommen von 1968 -ASEAN-EG Kooperationsabkommen von 1980 -ca. 20 einzelne Kooperationsverträge zwischen deutschen und malaysischen Universitäten Innerhalb der OIC konnte Malaysia sowohl in positiver als auch in negativer Sicht herausstechen. So unterstützte das Land die in islamischen Ländern religiös-politisch beargwöhnte Aktion zur Bekämpfung von Polio. Die WHO plant die Kinderlähmung bis zum Ende dieses Jahres für ausgerottet erklären zu können. Eine antisemitisch gefärbte Rede des Premierministers Mahatir gegen Israel zur Eröffnung des zehnten OIC-Gipfeltreffens löste eine kurzfristige Konfrontation zwischen westlichen und islamischen Regierungen aus. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
| |
|
4 Energieversorgung in Malaysia Eine wichtige Grundlage für den Fortschritt eines Landes ist die Energieversorgung. Diese generelle Aussage gilt selbstverständlich auch für Malaysia. Mit ausreichendem und billigem elektrischen Strom können Industrie und Dienstleistung profitabel und weltmarktgerecht arbeiten. Gerade aufgrund des unter Punkt drei erwähnten hohen Wirtschaftswachstums kommt der Energieversorgung eine bedeutungsvolle Rolle zu, da es den Strombedarf mittelfristig enorm steigern wird. Trotz der für die Versorgung ausreichenden Vorkommen an Erdgas und Kohle, die mit 2290 Milliarden Kubikmeter beziehungsweise 990 Millionen Tonnen (verteilt auf Steinkohle, Bitumen und Braunkohle) vorkommen, wird ein großer Teil der Energieversorgung mit Erdölimporten gedeckt. Doch anteilig und absolut sinkt der Erdölverbrauch. Denn zum einen hat Malaysia mit nur 450 Millionen Tonnen Erdöl selbst kaum Reserven, zum anderen befindet sich ein Großteil der Primärenergieträger auf Borneo, der industrielle Schwerpunkt dagegen auf der Malakkahalbinsel. | |
|
|
|
|
|
|
Der Lage entsprechend ist die Energieversorgung also zweigeteilt. So ist die Versorgung von Westmalaysia in der Verantwortung der Tenaga Nasional Berhad, öffentliche und teilprivate Versorger übernehmen die Versorgung von Ostmalaysia. Des weiteren versorgen kleinere Privatbetriebe abgelegene Gegenden. Mit hohen Zuwachsraten ist mittlerweile Erdgas der Hauptenergieträger Malaysias Im Jahr 1994 lag der Erdölanteil der Stromerzeugung mit 5642 GWh 44 % unter dem Spitzenwert von 1983. Das seit 1981 eingesetzte Ergas nahm 1994 mit 21176 GWh 57% der Gesamtproduktion ein. Im gleichen Jahr kam die seit 1988 eingesetzte Kohle auf 4251 GWh und Wasserkraft auf 6055 GWh. Erzeugt wurde der Strom aus Kraftwerken mit einer installierten Leistung von 7319 Megawatt, die zu 68,5% ausgelastet waren. Zu beachten ist, dass nur zehn Jahre zuvor die installierte Leistung bei nur 2907 Megawatt gelegen hatte. Abnehmer waren für 52,6% der Energiemenge Industriebetriebe, auf Haushalte entfielen 18,4 % und auf den Handel 28,4%. Im Vergleich zu den umliegenden Staaten ist Malaysia energietechnisch gut aufgestellt. Mit 2,43 MWh je Einwohner in 1996 überflügelte das Land Indonesien und die Philippinen bei weitem, auch Thailand kam nur auf 1,46 MWh je Einwohner. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass das Schwellenland nur einen Bruchteil der Kopf-Energieproduktion von Singapur oder westlichen Staaten aufweisen konnte und kann. Tabelle1: Energieverbrauch im Vergleich Zeitraum: 1996; Angaben in MWh je EW Malaysia: 2,43 Indonesien: 0,34 Philippinen: 0,52 Thailand: 1,46 Deutschland: 6,77 Singapur: 7,92 USA: 13,85 Die Vernachlässigung der Erdölenergie hat trotz der positiven Effekte auch Schattenseiten, da in Folge dessen die Effizienz der ölgefeuerten Wärmekraftanlagen kontinuierlich auf nur rund 27% sank. Auch bei der Übertragung der Energie gibt es in dem Land noch viele Probleme, was sich darin äußert, dass die Übertragungsverluste annähernd doppelt so groß sind wie in Singapur.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
| |
5. Demographie Malaysias | |
|
|
|
| |
| |
|
5.1 Bevölkerungsverteilung Die größte ethnische Gruppe in Malaysia sind die Malaien, die Ureinwohner oder bumiputeras - Söhne der Erde". Sie machen 65,1% der 25,3 Millionen Malaysier aus. Die zweite Gruppe sind Chinesen mit 26%, die dritte Inder mit 7,7%. Der Rest von 1,2% entfällt auf andere kleinere Gruppierungen. In der ethnischen Verteilung liegt auch die Grundlage der Verteilung der Religionen. Der Staat Malaysia ist in 13 Bundesstaaten gegliedert, von denen neun Sultanate sind, sowie den drei Bundesterritorien Kuala Lumpur, Putrajaya, dem neuen Regierungssitz und der Insel Labuan. Rund 57% der Gesamtbevölkerung wohnen in Städten. Im östlichen Landesteil ist der Anteil der Urbevölkerung erheblich: In Sarawak leben noch 30% See- und Land-Dajak und 6% Melanau, in Sabah 32% Dusun (Kadazan) und 18% Bajau und Murut. Sarawak, in Nordwestborneo, beherbergt auf 124 449 km² zwei Millionen Einwohner und ist stark bewaldet, vielfach wird noch Brandrodungsbau betrieben. Es gibt zahlreiche Häfen und Flugplätze. Sabah liegt in Nordborneo und ist etwa halb so groß wie Sarawak, hat jedoch 20% mehr Einwohner. Es ist wie Sarawak seit 1963 Teil von Malaysia und auch hier hat Brandrodungsbau eine große Bedeutung. |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
| |
| |
|
| |
5.2 Kultur und Religionen Die malaysische Staatsreligion ist der Islam, er wird vor allem von der malaiischen Bevölkerung getragen. Der Islam lässt sich nicht allein auf religiöse Bräuche reduzieren, sondern ist eine Weltvorstellung mit Einfluss auf kulturelle, politische, ökonomische und private Lebensbereiche. So würde für einen Vergleich mit dem Islam weniger das Christentum als eine westliche Lebensweise wie der American way of life geeignet sein. Auf das Spirituelle reduziert ist der malaysische Islam mit Elementen aus Hinduismus, Animismus, Daoismus und Buddhismus durchsetzt. Also den Religionen, die vor allem unter den Chinesen und Indern weiterhin neben dem Islam in Malaysia vorkommen. Unter den Gläubigen der Gesamtbevölkerung macht der Islam 60,5% aus, der Bud- dhismus 19,2%, der Hinduismus 6,3%, das Christentum 9,1%, die chinesischen Religionen Daoismus und Konfuzianismus nur 2,6% aus, daneben existieren vereinzelte Naturreligionen. Die radikal-islamistische Partei PAS kam bei der Parlamentswahl 2004 zwar auf über 15% der Stimmen, doch erhielt sie aufgrund für sie ungünstig gestaltete Wahlkreise nur auf 7 von 219 Sitzen in der Volksversammlung. Das multiethnische Parteienbündnis Nationale Front, welches seit der Staatsgründung durchgehend die Regierung stellt, erhielt 198 Sitze. Doch nicht nur der PAS kann man Ideologisierung des Islam vorwerfen, denn der langjährige Ministerpräsident Mahatir griff bei seiner Islamisierung des Staates, die diesen einigen und festigen sollte, auf dieses Mittel zurück. Im Laufe seiner Amtszeit schränkte Mahatir die traditionellen Privilegien der Sultane immer weiter ein. Zwar stellen sie dank der Staatsform einer konstitutionellen Wahlmonarchie noch immer das Staatsoberhaupt, zur Zeit ist Sultan Tuanku Syed Sirajuddin König von Malaysia. Doch beispielsweise das Selbstbegnadigungsrecht, das die Sultane über jede Justiz erhaben machte, wurde in einer Verfassungsänderung abgeschafft. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
| |
|
5.3 Malaysia als Nation und seine Konflikte Als Malaysia am 31. August 1957 seine Unabhängigkeit erlangte, war dieses ohne Blutvergießen zustande gekommen, wodurch die ersten Jahre nicht von einem Chaos geprägt waren. Gegner des neuen Staates fanden sich weniger bei der Kolonialmacht oder in der Bevölkerung, als in den Regierungen der umliegenden Staaten. Besonders Indonesien hatte ein starkes Interesse am rohstoffreichen Norden von Kalimantan und auch die Philippinen sahen sich durch die Gründung des Staates Malaysia um Land betrogen. Das Sultanat Brunei wehrte sich gegen den Übertritt nach Malaysia, um seine Erdölvorräte nicht abgeben zu müssen. Als 1963 Sarawak und Sabah der Föderation beitraten und auch Singapur von Großbritannien an Malaysia abgegeben wurde, vergrößerten sich neben der Landesfläche Malaysias auch seine Probleme. Da Singapur ethnisch anders zusammengesetzt war als der Rest des Landes, fürchteten die bumiputera um ihre Vormachtstellung im Land. Daher wurde ein kompliziertes Wahlsystem eingeführt, dass den Einfluss von Singapur in der Bundespolitik weitestgehend unterbinden sollte. Im Gegenzug sollte Die Föderation Singapur nicht in internen Fragen bevormunden können. Beiderseitige Kompetenzübertretungen veranlassten Singapur 1965, wieder aus der Föderation auszutreten. Die Borneo-Staaten verblieben in der Föderation, doch stellte sich in Kuala Lumpur das Problem, wie sie dauerhaft zu halten seien. Denn weshalb sollte auch die dortige Bevölkerung sich einem Land auf der anderen Seite des südchinesischen Meeres zugehörig fühlen, das auf der gleichen Insel gelegene Indonesien jedoch als Ausland betrachten? Die Findung einer nationalen Indentität war noch lange eine die Politik des Landes bestimmende Aufgabe. Die Propagierung der Kultur des new malaysian" stieß auf erheblichen Widerstand, da sie zu sehr auf die bumiputera fixiert war und einen ungenügenden Kompromiss darstellte, da alle anderen Volksgruppen zu viel ihrer Identität hätten aufgeben müssen, um sich dieser von der Regierung definierten Realität anzupassen. Indem nun die authority-defined social reality von der everyday-defined social reality abwich, wurde der Grundstein für die ethnischen Konflikte der sechziger Jahre gelegt. Lediglich 2,4% des unternehmerischen Kapitals lag in den Händen der Malaien. Bei den allgemeinen Wahlen im Jahr 1969 erzielten Parteien, die für die Interessen von Nicht-Malaien eintraten, gute Ergebnisse. Die Enttäuschung der Malaien mündete in Unruhen mit mehreren hundert Todesopfern. Das Parlament wurde aufgelöst und der Notstand ausgerufen. Mit der NEP besserte sich das Verhältnis zwischen den Volksgruppen allmählich. |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
| |
| |
|
|
Geschichte Wie andere Gebiete Südostasiens stand auch die Malaiische Halbinsel seit den frühen Jahrhunderten n. Chr. unter indischem Einfluss. - 1511 wurde die südliche Halbinsel von den Portugiesen und 1641 von den Holländern erobert, die sie 1824 an England abtraten - am 31. 8. 1957 wurde Malaya unabhängig. Die Föderation von Malaysia entstand am 16. 9. 1963 durch Zusammenschluss des südlichen Teils von Malakka, Singapur, Sarawak und Sabah - 1965 trat Singapur aus dem Bund aus - 1969 brachen vorübergehend heftige Rassenunruhen aus - 1981 wurde D. S. Mahathir Ibn Mohamad neuer Premierminister - seit Ende der 1980er Jahre erlebte das Land ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum - die 1997 von Thailand ausgehende Wirtschaftskrise erfasste auch Malaysia und beeinträchtigte die ehrgeizigen Entwicklungs- und Modernisierungspläne Mahathirs Durch die Verschlechterung der ökonomischen Situation erhielt auch der traditionelle ethnische Konflikt zwischen Malaien und Chinesen neue Brisanz. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
| |
Startseite |
|
| |
| |
zurück |
|
| |
|
|